FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

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FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von Fussnote » 16.08.2014, 15:03

Hallo alle zusammen!

Meine Frage richtet sich wohl in erster Linie an PromotionsstipendiatInnen der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Vielleicht vorab eine kurze Info zu meiner momentanen Situation: Ich habe im vergangenen Sommer mein Studium abgeschlossen und anschließend vertretungsweise einen Job an der Uni annehmen können. Diese Anstellung endet zum 30.9.2014, von daher habe ich die letzten Monaten dazu genutzt, ein Promotionsprojekt mit entsprechendem Exposé zu "entwickeln". Mit diesem Exposé bewerbe ich mich seit einiger Zeit.
Ich habe nun demnächst mein zweites Auswahlgespräch bei der FES, und die Chancen, dass es klappen wird, stehen wohl sehr gut (das meinte u. a. der Vertrauensdozent beim ersten Gespräch zu mir...).
Etwas später als bei der FES habe ich mich auch noch für ein Stipendium bei der Studienstiftung d. dt. Volkes beworben, bei der ich als Student bereits Stipendiat war.
Bei der Studienstiftung findet nun auch sehr zeitnah das erste Auswahlgespräch statt.
Bei beiden Gesprächen bin ich nun unsicher, wie ich antworten soll, wenn ich danach gefragt werde, ob, bzw. wo ich mich sonst so beworben habe. Ich möchte natürlich bei keinem der Gespräche den Eindruck erwecken, dass ich lieber das jeweils andere Stipendium haben würde (da ich natürlich befürchte, dass sich das negativ auf die Gutachten auswirken könnte).
Wie dem auch sei: Ich weiß, dass ich als ehemaliger Stipendiat der Studienstiftung dort auch als Promotionsstipendiat aufgenommen werden könnte, wenn ich bereits eine andere Finanzierung hätte (dann würde ich natürlich kein Geld, sondern "nur" die idelle Förderung erhalten). Andererseits habe ich gehört, dass eine Doppelförderung bei der FES - und sei sie auch nur ideell - grundsätzlich ausgeschlossen ist. Ich würde natürlich direkt bei der FES nachfragen, aber - und vielleicht mache ich mir hier auch unnötig Gedanken - ich möchte eben nicht den Eindruck erwecken, dass das Ebert-Stipendium nur eine Art Notlösung für mich wäre, da ich befürchte, dass sie dann lieber gleich jemand anderen aufnehmen.
Kann mir da Jemand weiterhelfen? Oder meint ihr generell, dass das "gegenstandslose" Bedenken sind?

Besten Dank schonmal im Voraus!

M.

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Zwonk
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Re: FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von Zwonk » 16.08.2014, 15:33

Hm, ich kenne jetzt die Regularien nicht, aber spricht irgendwas dagegen, das Stipendium, das Du zuerst bekommst anzunehmen und wenn Du ein besseres bekommst, dann wieder aufzugeben? Ich habe es z.B. so gemacht, aber ich war auch nicht bei der FES. Sowieso glaube ich, daß es Dir bei der FES weniger schaden dürfte, wenn Du Dich auch bei der Studienstiftung beworben hast.

Problematisch wäre es wohl, wenn man sich bei "weltanschaulich konkurrierenden" Stiftungen bewirbt. Wenn man sich zum Beispiel gleichzeitig bei der Friedrich-Naumann-Stiftung und bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung oder beim Cusanuswerk und zugleich beim evangelischen Studienwerk bewirbt - dann könnte es ernsthaften Erklärungsnotstand geben.

Ansonsten ist meine Erfahrung: Stipendiengeber sind ziemlich strikt was gleichzeitig stattfindende Förderung betrifft, aber relativ locker, was gleichzeitig laufende Bewerbungen betrifft. Die wissen auch, daß es für die Studenten, die nicht aus reichem Haus kommen, keine Option ist, immer mal sechs Monate zu warten, bis der Bewerbungsprozess abgeschlossen ist und dann erst in den nächsten einsteigen.

SonicTheHedgehog
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Re: FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von SonicTheHedgehog » 16.08.2014, 23:18

Ich würde meinem Vorredner zustimmen. Im Internet liest man häufiger mal, dass Leute einem von Parallelbewerbungen abraten, aber ich sehe da nicht das Problem. Ich wurde beim Auswahlgespräch bei der Studienstiftung nicht mal gefragt, ob ich mich noch woanders beworben hab. Wenn man mich gefragt hätte, wäre ich ehrlich gewesen und hätte gesagt, dass es nicht so ist :D Aber ich hätte auch ehrlich gesagt, wenn ich mich parallel beworben hätte: die Chancen, bei nur einer Bewerbung genommen zu werden, sind nicht gerade riesig, und da muss man sich eben auch noch anderweitig umgucken.

Ich denke aber auch, dass es empfehlenswert ist, bei den ausgewählten Förderwerken eine "Linie" zu haben, egal ob das jetzt CDU+Cusanuswerk oder Linke+evangel. Werk ist - man kann schon davon ausgehen, dass die Förderer, die politisch/konfessionell gebunden sind, dich fragen, warum gerade zu ihnen willst, und da sollte man ja idealerweise auch überzeugend antworten können. Man sollte als promovierter Mensch in spe ja auch in der Lage sein, einschätzen zu können, welche Werke (bzw. welche dahinterstehenden Instanzen) mit ihren Idealen/Wertvorstellungen etc. so zu einem passen. Wenn man das offen darlegt und im Gespräch gut begründet, wüsste ich nicht, warum dir das jemand ankreiden sollte.

Hinsichtlich der Doppelförderung fällt es mir nun schwer, zu antworten. Die ideelle Förderung dürfte sich bei den Förderwerken ja auch ähneln (Austausch der Promovenden, Weiterbildungen, Workshops...), so dass du in der Hinsicht ja auch mit dem Förderwerk, dass dich insgesamt in seine Förderung aufnimmt, wahrscheinlich glücklich werden würdest. Ich würde mich an deiner Stelle einfach in jede der Bewerbungen reinknien, die Ergebnisse abwarten und dann entsprechend entscheiden.

mantor
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Re: FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von mantor » 18.08.2014, 11:02

Ich stimme meinen Vorrednern zu: Doppelbewerbungen sind – wenn es sich nicht um sich ausschließende politische oder konfessionelle Stipendiengeber handelt – vollkommen üblich und man kann da auch mit offenen Karten spielen. Das heißt natürlich nicht, dass Du bei beiden Gesprächen nicht darauf hinweisen kannst, wie sehr Dich ein Stipendium gerade bei dieser Institution freuen würde. Erfahrungsgemäß fragen die Gutachter gerne nach, warum man sich, wenn man während des Studiums bei einem Stipendiengeber war, sich nun auch bei einem anderen bewirbt. Dazu sollte man also Argumente haben (und wie bei allen Bewerbungsgesprächen gilt hier: Niemals 'schlecht' über den vorigen Geldgeber reden).

Was die zusätzliche ideelle Förderung angeht: Warte ab, bis die Entscheidungen der Stiftungen vorliegen, erkundige Dich nach dem genauen Prozedere (meist steht auch alles Wichtige in den Unterlagen) – und entscheide dann. Im Moment, da stimme ich Sonic zu, sollte das nicht das sein, was Dich beschäftigt. Erstmal muss ein Stipendium tatsächlich da sein, bevor man darüber nachdenkt, wie man das zweite handhabt. First things first!

Fussnote
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Re: FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von Fussnote » 18.08.2014, 22:00

Danke an alle zunächst... Ich habe mich schon nur dort beworben, wo ich meine Beweggründe auch gut darlegen kann. Ich hoffe dann einfach mal, dass die GutachterInnen Verständnis für Mehrfachbewerbungen haben. Wenn man, so wie ich gerade, darauf angewiesen ist, zu einem bestimmten Termin eine Finanzierung zu finden, wäre es ja auch sehr waghalsig, sich nur auf eine Stelle / Stipendium zu bewerben...

Amalia
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Re: FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von Amalia » 19.08.2014, 12:49

Ich muss hier mal eine Gegenposition einnehmen. Doppelbewerbungen um Promotionsstipendien sind menschlich verständlich, von den Stiftungen werden sie trotzdem nicht gerne gesehen und man sollte sehr vorsichtig damit umgehen.

Ein Auswahlverfahren für ein Promotionsstipendium ist sehr aufwendig. Die Gutachter sind (vielbeschäftigte) Professoren, die diese Aufgabe freiwillig und ehrenamtlich übernehmen. Es ist für eine Stiftung nicht ganz einfach, immer genügend ehrenamtliche und qualifizierte Gutachter zu finden. Deshalb ist es sehr ärgerlich, wenn ein Begutachtungsverfahren umsonst war, da der Kandidat doch eine andere Finanzierungsmöglichkeit wählt. Deshalb verpflichtet man sich bei einer Bewerbung bei der Studienstiftung auch dazu sofort (!) mitzuteilen, wenn man eine andere Finanzierung erhält.

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Re: FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von mantor » 19.08.2014, 14:08

Prinzipiell stimme ich Dir zu, glaube aber, dass die Lebenspraxis einem da einen Strich durch die Rechnung macht.

Dass man dem potentiellen Stipendiengeber Bescheid gibt, wenn eine andere Förderung vorliegt, ist klar. Das spricht aber meines Erachtens nicht gegen Doppelbewerbungen – und die Tatsache, dass fast alle Stipendiengeber in ihren Formularen, Bewerbungsbögen auf diese Möglichkeit eingehen, zeigt ja, dass auch sie mit dieser Möglichkeit rechnen (und das zeigt auch meine Erfahrung auf beiden Seiten mit der Studienstiftung). Mal ganz davon abgesehen, dass die Zahl von Leuten die zwei oder gar mehr Stipendien abgreifen, wohl eher gering sein wird.

Würde man auf Doppelbewerbungen verzichten, hieße das im schlechtesten Fall: Verfassen eines Exposés (3-6 Monate, vielleicht auch mehr), danach Bewerbung bei Stiftung A (bis zu 9 Monate Wartezeit), nach Ablehnung: Bewerbung bei Stiftung B (bis zu 9 Monate Wartezeit), ... Wenn man dann fast zwei Jahre auf das Stipendium gewartet hat, kann sich das Projekt auch schon erledigt haben. Insofern rate ich allen (meinen) Nachwuchsleuten, alle drei Stiftungsarten (Studienstiftung, Partei, Konfession) gleichzeitig abzudecken.

Ich habe übrigens in allen Bewerbungsgesprächen immer offen gesagt, dass auch noch andere Bewerbungen laufen – und habe darauf nie negative Reaktionen erhalten. Im Gegenteil: Einmal bin ich im Verfahren in die frühere Kommission gezogen worden, damit sie mir vor der anderen Stiftung Bescheid geben konnten ...

pamparampa
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Re: FES-Stipendium - (ideelle) Doppelförderung möglich?

Beitrag von pamparampa » 09.09.2014, 11:26

Du kannst in jedem Moment, auf ein Stipendium, das Du bekommen hast, verzichten. Ich habe es auch gemacht.

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