Teilnahme am Doktorandenkolloquium sinnvoll? (Extern)

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Teilnahme am Doktorandenkolloquium sinnvoll? (Extern)

Beitrag von Nixe111 » 01.08.2014, 15:49

Liebe Leute,

ich habe soeben mein Diss-Thema mit dem Prof abgesprochen. Auf meine Frage, ob ich beim Doktoranden-Kolloquium als Externe, selbständig Berufstätige, teilnehmen solle, meinte er, ich könnte, müsste aber nicht, wenn ich beruflich sehr eingebunden sei. Ich hatte wirklich den Eindruck, ihm ist es nicht sooo wichtig. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich anständigerweise doch ab und zu hingehen sollte und mir dafür Zeit freischaufeln sollte. Was meint ihr? Wie handhaben andere berufstätige Promovierende das?

Danke für eure Einschätzungen & Erfahrungen im Voraus...

LG
Manuela
Zuletzt geändert von Sebastian am 02.08.2014, 23:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Betreff für die Suche ergänzt.

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Re: Kolloquium?

Beitrag von Mathematikus » 01.08.2014, 18:02

Mein Anfahrtsweg zur Uni ist so lang, dass ich es höchstens 1x/Semester zum Kolloquium schaffe und zwar immer dann, wenn ich meine Arbeit präsentiere. Ich würde es gerne öfter schaffen, mit Berufstätigkeit und Familie ist es aber leider nicht möglich.
Ich merke aber, dass es wichtig und gut wäre, mir bringen die Termine immer sehr sehr viel für meine Arbeit.
Schau dir doch mal an, wie das in deinem Fall läuft und dann kannst du ja entscheiden, wie oft du fahren kannst / möchtest.

Lux
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Re: Kolloquium?

Beitrag von Lux » 01.08.2014, 18:06

Hallo Manuela,
meiner Erfahrung nach solltest du dir, wenn irgendwie möglich, Zeit für das Kolloquium deines DV nehmen.
Du profitierst vom Austausch mit anderen Doktoranden (die dir ja in gewisser Weise fachlich nahestehen, weil sie beim selben DV arbeiten), von der Möglichkeit, dein Projekt vorzustellen (eine erste, drohende Deadline schon kurz nach Beginn der Diss ist hilfreich, sich schnell ernsthaft darauf einzulassen), von dem (sozialen) Kontakt zur Uni (mit dem man es als extern Promovierende eh schwer hat) sowie von den regelmäßigen Begegnungen mit dem DV (besonders wichtig, um einen guten, ungezwungenen Kontak zu pflegen).
Ich kenne deine berufliche Situation nicht, aber wäre es nicht seitens deines Arbeitsgeber möglich, dir für die Termine des Kolloqiums die paar Stunden im Monat freizugeben?
Ich promoviere auch extern und lebte zu Beginn meiner Diss noch ca. 600 Kilometer von der Uni meines DV entfernt und bin für die zwei Stunden wöchentlich gependelt, so sehr hat mir das Kolloqium weitergeholfen... Ich promoviere übrigens in den Literaturwissenschaften, da ist so ein Austausch natürlich auch wesentlicher Teil der Fachs, das mag in einem anderen Fach vielleicht weniger gewichtig sein. Dies ist ja auch nur meine persönliche Einschätzung, ich bin gespannt, wie andere das hier sehen.

Liebe Grüße!

skleine
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Re: Kolloquium?

Beitrag von skleine » 01.08.2014, 18:59

Hey Nixe,

ich kann dir nur empfehlen, als Externe ins Kolloquium zu gehen. Bei uns ist es so, dass das Kolloquium immer ein oder zwei ganze Tage stattfindet, da wir viele externe Doktoranden sind. Einige fahren dafür auch mehrere 100 km.

Mir persönlich hilft es auch, wenn ich nicht selbst präsentiere. Durch Vorträge der anderen Doktoranden kann man ggf. auch profitieren. Außerdem kann man so Kontakt zu den anderen (externen) Doktoranden knüpfen - dies finde ich als Externe gerade besonders wichtig. Man erfährt ggf. auch wichtige Dinge.

Ich bewege mich im Fachbereich Wiwi.

Liebe Grüße
skleine

Amalia
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Re: Kolloquium?

Beitrag von Amalia » 02.08.2014, 22:37

Liebe Nixe,

ich kann die Vorschreiber nur bestätigen. So ein Kolloquium bringt unheimlich viel. Unseres ist besonders intensiv, da wir nicht nur unsere Projekte präsentieren, sondern Texte einreichen, die dann von allen gelesen und kritisiert werden. Mir bringt das Kolloquium oft mehr als die Sprechstunde beim Betreuer.

Allerdings möchte ich hier auch einwerfen, dass es eine Sache gibt, die mich furchtbar ärgert: Doktoranden, die nur zum Kolloquium kommen, wenn sie selbst dran sind. Ich empfinde das einfach als unkollegial. Es kostet mich eine Menge Zeit die Texte der anderen zu lesen und konstruktiv zu kritisieren. Ich mache es gerne, wenn es auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruht. Wenn von jemanden aber nichts zurückkommt, fühle ich mich ausgenutzt. Auch wenn es im Einzelfall Gründe gibt (weite Anreise, starke Belastung durch die Berufstätigkeit oder die Familie), ist es den Mitdoktoranden gegenüber nicht fair, nur zu den eigenen Terminen zu kommen. Andere mögen keine Doppelbelastung habe, aber Langeweile und Zeit zu verschenken hat kein Doktorand. In einem Kolloquium in dem „nur“ präsentiert und anschließend diskutiert wird, mag die Schieflage nicht ganz so groß sein, wie bei uns. Ich würde aus Fairnessgründen trotzdem dafür plädieren entweder regelmäßig oder gar nicht am Kolloquium teilzunehmen.

Alles Gute!
A.

lillililli
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Re: Teilnahme am Doktorandenkolloquium sinnvoll? (Extern)

Beitrag von lillililli » 03.08.2014, 13:32

Ich möchte mal eine andere Position vertreten. Ich bin ein wenig verwundert, dass bei euch allen das Kolloquium bei eurem DV /eurer DM ist, bei uns gibt es nur eins im Fachbereich, denn wir sind auch sehr wenige Doktoranden. Ich bin die einzige Doktorandin meines DVs. Ein anderer Professor leitet das Kolloqium. Der andere Professor ist zwar nett, aber recht anders als mein DV und ich finde, das muss man beachten. Am Anfang bin ich immer hingegangen, aber das mache ich nun bewusst nicht mehr, denn es verunsichert mich einfach total. Andere Professoren haben andere Vorlieben und wenn ich sehe, wie andere arbeiten, stelle ich mir einfach immer mehr die Frage, ob das nicht die bessere Art und Weise für mich wäre, ob ich etwas falsch mache, etc. Mein DV hat bemerkt, dass ich durch das Kolloquium sehr verunsichert werde und mir empfohlen, nicht mehr an diesem teilzunehmen. Und ich denke, das ist gut, denn im Endeffekt geht es darum, was MEIN DV will und nicht was andere toll finden. Es hilft mir mehr, einfach mit Familie und Freunden über meine Probleme zu reden, die zwar keine Fachleute sind, aber mir Anregungen geben können, sie mir sehr helfen, weil sie mich in andere "Denkbahnen" bringen. Zum Glück ist mein DV ein sehr guter Berater, sodass ich von ihm auch sehr guten Rat bekomme, der mir ungemein hilft.

Marmotinho
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Re: Teilnahme am Doktorandenkolloquium sinnvoll? (Extern)

Beitrag von Marmotinho » 07.08.2014, 14:15

Hallo,

ich bin in der Endphase meiner Doktorarbeit und war nie bei einem Doktorandenkolloquium. Mein Anfahrtsweg wären zwar "nur" 300 km aber ich bekomme schon so genug Input für meine Arbeit, dass ich an einer Teilnahme nie gedacht habe ... ehrlich gesagt weiß ich gar nicht ob es eins gibt.
Ich promoviere allerdings auch thematisch sehr eng zu meiner Arbeit.

Die Vorteile Bindung zum DV und Austausch mit anderen Doktoranden sind sicherlich nicht zu verachten aber auch anderweitig lösbar. Der Kontakt mit meinem DV ist trotz geringer persönlicher Gespräche gut und ein paar Doktorandenfreunde habe ich zum allgemeinen Jammern über das Schreiben.

Wenn das Kolloquium in meiner Stadt wäre dann würde ich mir die Zeit nehmen und hingehen. 300 km sind zu weit für mich.

Gruß Marmotinho

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