Anfangen mit 35 nach Babypause?

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Laplace
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von Laplace » 16.07.2012, 09:23

wer von der intellektuellen begabung her exzellent ist, kann sich durch eine dis für eine spätere tätigkeit an der uni/ in der forschung empfehlen und im idealfall sogar professor werden.
wer nicht ganz so gut ist sollte meiner meinung eine außeruniversitäre berufliche komponente bei der dis haben, also industriepromotion, teilzeitjob+dis. wer nicht gut genug für die wissenschaft ist (oder nicht in die wissenschaft will) und trotzdem vollzeit promovieren will, der sollte meiner meinung nach wenigstens jung sein und unmittelbar von der uni kommen. dann ist das am arbeitsmarkt noch vermittelbar, wenn man mit 27-30 jahren als promovierter akademiker einsteigt.
Ich fasse deine Promotionstheorie zusammen: Nur die allerbesten machen Karriere an der Uni, die Zweitbesten verschwinden in Industrie und Wirtschaft und der Rest sollte sich beeilen, noch irgendwo ein Stückchen Broterwerb abzubekommen (ganz besonders, bevor er zu alt ist). Was für Standesdünkel hast du denn gefrühstückt?

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Anne123
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von Anne123 » 16.07.2012, 09:28

aimster hat geschrieben:eine dis sollte immer eine perspektive bieten.
wer von der intellektuellen begabung her exzellent ist, kann sich durch eine dis für eine spätere tätigkeit an der uni/ in der forschung empfehlen und im idealfall sogar professor werden.

Denkst Du wirklich, dass an der Uni nur intellektuell Begabte rumlaufen??

wer nicht ganz so gut ist sollte meiner meinung eine außeruniversitäre berufliche komponente bei der dis haben, also industriepromotion, teilzeitjob+dis.

Ah, also all den armen Schweine in Industrie und Wirtschaft mit ihren Einkommen, die zum Teil weit über den Einkünften der Profs liegen, blieb zwecks mangelnder Begabung nichts anderes übrig. Ungerechte Welt.:-)

wer nicht gut genug für die wissenschaft ist (oder nicht in die wissenschaft will) und trotzdem vollzeit promovieren will, der sollte meiner meinung nach wenigstens jung sein und unmittelbar von der uni kommen. dann ist das am arbeitsmarkt noch vermittelbar, wenn man mit 27-30 jahren als promovierter akademiker einsteigt.

Das ist leider wahr. In Bologna-Zeiten noch verschärft.

aber wo soll die dis bei dir hinführen? der weg ist das ziel oder was? welche perspektive schwebt dir vor?
mit 35 bist du nicht mehr jung, wenn du jetzt noch mal jahrelang promovierst demonstrierst du dem arbeitsmarkt, dass du keinen praxisbezug wünscht/hast.
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aimster
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von aimster » 16.07.2012, 11:59

Ich fasse deine Promotionstheorie zusammen: Nur die allerbesten machen Karriere an der Uni,
ich persönlich werde keine karriere an der uni machen, würde aber davon ausgehen, dass das so ist?! die arbeitsplätze an der uni sind auf jeden fall rar gesäht, das angebot übersteigt die nachfrage sicherlich deutlich.
die Zweitbesten verschwinden in Industrie und Wirtschaft
wo sollen sie sonst hin? klar gibt es auch leute die diesen weg der unikarriere vorziehen, obwohl sie beide möglichkeiten haben.
und der Rest sollte sich beeilen, noch irgendwo ein Stückchen Broterwerb abzubekommen (ganz besonders, bevor er zu alt ist). Was für Standesdünkel hast du denn gefrühstückt?
das hab ich nicht so negativ formuliert. ich hab nur manchmal den eindruck, dass ein teil der mitglieder hier etwas weltfremd hinsichtlich der realitäten am arbeitsmarkt ist.

aber sag dus mir: wo wird eine geisteswissenschaftliche promotion mit 35 jahren deiner meinung nach hinführen?

Laplace
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von Laplace » 16.07.2012, 13:28

aimster hat geschrieben: ich persönlich werde keine karriere an der uni machen, würde aber davon ausgehen, dass das so ist?! die arbeitsplätze an der uni sind auf jeden fall rar gesäht, das angebot übersteigt die nachfrage sicherlich deutlich.

...

wo sollen sie sonst hin? klar gibt es auch leute die diesen weg der unikarriere vorziehen, obwohl sie beide möglichkeiten haben.
Das Angebot ist möglicherweise Minimal - aber ist die Nachfrage im vergleich zu Tätigkeiten in Industrie und Wirtschaft groß? Ich vermute eher, auf das minimale Angebot kommt wegen den unsicheren Rahmenbedingungen und der mäßigen Bezahlung eine eher kleine Nachfrage. Damit ist die Nachfrage sicher immer noch größer als das Angebot, aber noch nicht groß.

Nach meiner (zugegeben bescheidenen) Erfahrung in Industrie und an der Uni kam es mir immer so vor, als hielte sich die mittlere Kompetenz durchaus die Waage.

Aber langsam gehen wir am Thema vorbei. (@Threadstarterin: Sorry dafür!)
aber sag dus mir: wo wird eine geisteswissenschaftliche promotion mit 35 jahren deiner meinung nach hinführen?
Mir war nicht so, als wolle die Threaderstellerin noch eine große Karriere in oder ausserhalb der Uni zu starten. Aber für eine Verbesserung ihrer beruflichen Situation mag die Promotion vielleicht hilfreich sein. Wir wissen ja nichtmal genau, was sie zur Zeit macht - unzufrieden ist sie mit der aktuellen Situation bestimmt. Ob das Risiko des Promotionsverfahrens nun die mögliche Verbesserung übersteigt oder auch nicht, muss sie am Ende selbst entscheiden.

Vielleicht ist das aber der einzige Punkt, in dem wir uns schnell einig werden: Vor der Promotion wenigstens darüber nachzudenken, wie es danach weitergehen könnte, ist sicher ein guter Ratschlag.

rotesregal
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von rotesregal » 20.07.2012, 00:14

Hallo,

ich bedanke mich noch mal bei allen, die sich die Zeit zum Lesen und Antworten genommen haben! Die Diskussion ist eine gute Hilfe im Entscheidungsprozess. Jetzt fahre ich erstmal mehrgleisig, d.h. ich schaue nach Jobs, reaktiviere Kontakte sowohl hinsichtlich Job als auch aus dem Uni-Umfeld, und mache mir, soweit ich Zeit habe (Kita geht erst demnächst los), Notizen zu meinem möglichen Thema. Nach dem Motto: was funktioniert, wird gemacht.
Also, merci und euch allen gutes Gelingen für euer Disserstationsprojekt!
Tschüs erstmal!

Maggie83
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von Maggie83 » 20.07.2012, 10:18

Deine Situation kommt mir ein wenig bekannt vor. Nach meinem Studium habe ich auch eine Weile in der Praxis gearbeitet und wollte aber irgendwann noch die Promo nachschieben ...ja und dann kam mein Kind. Und ich schreibe seit beinah zwei Jahren trotzdem an meiner Diss. Und ich bin hier sicher nciht die einzige, die diesen Weg eingeschlagen hat :wink:

Sicher ist es in deinem Fall sehr schwierig, aber ehrlich gesagt: warum solltest du es nicht schaffen? Wichtig ist ein Partner, der hinter dir steht (besonders was den zeitlichen und finanziellen Aspekt anbetrifft) und ein gewisses Organisationstalent bezüglich der Planung von Familie, Beruf und Promo. Mit 35 bist du auch keineswegs zu alt für ein Stipendium. Nur musst du vorher klären, welche Verpflichtungen du diesbezüglich haben würdest (manche Stiftungen schreiben diverse Präsenzzeiten o. ä. vor).

Es ist zwar schwer, alles mit einander zu vereinbaren und manchmal wirst du alles "hinschmeißen" wollen - aber erfüllend ist eine solche Promo auf alle Fälle :D
Sei lieb gegrüßt :blume:
Und in diesem Sinne ... jetzt aber :surfverbot:

Sternenkind
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von Sternenkind » 03.10.2014, 15:55

Warum versuchst du es nicht mit einem Frauenstipendium an deiner Uni oder Akademikerinnenbund oder ein Rückkehrerstipendium? Sowas müsste auf dich wie zugeschnitten sein und das Alter sollte da weniger eine Rolle spielen als z.b. Kindererziehung, Praxistätigkeit vor Promotion etc.
LG ;)

Aguti
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Re: Anfangen mit 35 nach Babypause?

Beitrag von Aguti » 03.10.2014, 16:11

@Sternenkind: Der Thread ist zwei Jahre alt und die Threaderstellerin hat sich aus dem Forum abgemeldet; ich gehe davon aus, dass sich die Sache erledigt hat... ;-).
I'm pushing an elephant up the stairs. (R.E.M.)

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