Vereinbarkeit von Beziehung und Promotion

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JohnWayne

Re: Vereinbarkeit von Beziehung und Promotion

Beitrag von JohnWayne »

@ayla, danke für deine Antwort!

Das gelingt mir, hab im letzten halben Jahr fast kein WE gearbeitet und unter der Woche immer einen Abend Zeit gefunden.

Ich hatte doch schon geschrieben, dass ich mich über die gemeinsame Zeit freue, deshalb nehme ich mir ja auch so viel Zeit wie möglich, die Dienstreisen sind unumgänglich für meine Arbeit.

Da wir noch nicht so lange zusammen sind, wollte sie meine Freunde nicht kennen lernen, hatte ich bereits vorgeschlagen.

Das mit den tollen Dienstreisen ist aber ein guter Punkt, den du da ansprichst. Aber was ist denn die Alternative? Gar nichts erzählen oder sogar Lügen, das alles ganz blöd war? Man will ja seine Erlebnisse auch dann teilen?!

Ich koche immer leckere Menüs für sie. Ins Kino und Theater/Konzerte lade ich sie auch regelmäßig ein, aber gerade Theater/Konzerte mag sie überhaupt nicht. Mit Tanzen konnte ich sie leider auch nicht begeistern. Wie du siehst versuche ich einiges, um die fehlende Zeit auszugleichen, ich bin nicht ganz so böse wie es dir vielleicht erschien. Das mir an der Sache was liegt siehst du, sonst würde ich ja nicht Hilfe des annonymen Internets befragen. Ich dachte andere gestresste Doktoranden können mir da evt. am ehesten helfen.

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ayla

Re: Vereinbarkeit von Beziehung und Promotion

Beitrag von ayla »

Ich meinte nicht, dass Du ein boeser Mensch bist. Aus einem Anfangsposting laesst sich manchmal nicht viel herauslesen. Du hast auf mich (und auf andere eventuell) so gewirkt, als ob Du sehr, sehr viel arbeitest und versuchst irgendwo noch ein Quentchen Zeit fuer deine Freundin zu haben, weil sie es will, und nicht weil Du es unbedingt moechtest.

Aufgrund deines letzten Postings relativiere ich meine Aussage, es scheint mir eher als ob da ein grundlegenderes Problem ist. Anscheinend habt ihr wenig Gemeinsamkeiten und sie weigert sich einen relevanten Teil deines Lebens mit Dir zu teilen - deine Freunde.

Fuer die Dienstreise, da gab es schon einen Tip hier: Nimm sie naechstes Mal auf eigene Kosten mit und verlaengert zwei Tage.

Aber ansonsten glaube ich nicht, dass die wenige Zeit das Problem bei euch ist.
barbara
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Re: Vereinbarkeit von Beziehung und Promotion

Beitrag von barbara »

Hallo JohnWayne,

ich will noch einen anderen Aspekt ins Rennen werfen. Vorab: Ich bin 41 Jahre alt, promoviere extern neben einem absolut fordernden Vollzeitjob (60h-Woche, wenig Schnittmengen mit Diss). Ich bin in den letzten Jahren mehrfach befördert worden, das eine Konto - das finanzielle - platzt, auf dem anderen - dem zeitlichen- ist ein dickes Minus. Und mein Mann arbeitet überhaupt nicht, er ist Hausmann.

Ich kann darin sehr viel Positives finden: Ich gehe voll in meiner Arbeit und in meiner Diss auf. Bin tagelang, wochenlang weg. Er macht neben ein bisschen Haushalt vor allem zwei Dinge: mir emotional den Rücken freihalten und unseren gemeinsamen jungen Hund beschäftigen. Wäre er genauso job-orientiert wie ich, das Leben wäre nur halb so schön. Wir müssten auf sooo viel verzichten. Ich könnte z.B. nie einen Hund halten! Garten wäre Fehlanzeige ...

Deshalb mein Vorschlag: Nutzt die unterschiedlichen Lebensauffassungen als Chance. Das setzt allerdings voraus, dass sich niemand verbiegt. Natürlich ist es hart, nach einer wichtigen Konferenz vor Ideen sprühend nach Hause zu kommen, und so ganz wird die Euphorie nicht verstanden - er freut sich eben mit mir aber nicht auch wegen dem tollen neuen Projekt etc... Natürlich ist es hart, wenn er eine Woche bei schönstem Sommerwetter auf Radtour geht, und ich sitze im Büro. Natürlich ist es für ihn hart, mich immer nur "maushee" auf dem Sofa liegen zu sehen, austoben tu ich mich ja woanders.

Ganz toll klappen die Kombinationen aus Diss-Reise (Uni ist 500km von daheim) oder bei Kursen, Seminaren etc... Ein Wochenende verbringen wir am fremden Ort gemeinsam, meistens wandernd oder radelnd, dann mache ich mich an die Arbeit und er wandert weiter. Das nimmt viel Trennendes weg und schafft gemeinsam erlebtes.

Was gar nicht geht: "Jemandem zuliebe etwas aufgeben, was einem selbst sehr wichtig ist". Was gut geht: "Dem anderen zuliebe zugestehen, dass dieser etwas tut, was ihm sehr wichtig ist".
Meggy

Re: Vereinbarkeit von Beziehung und Promotion

Beitrag von Meggy »

barbara hat geschrieben: Was gar nicht geht: "Jemandem zuliebe etwas aufgeben, was einem selbst sehr wichtig ist". Was gut geht: "Dem anderen zuliebe zugestehen, dass dieser etwas tut, was ihm sehr wichtig ist".
DAS finde ich quasi den wichtigsten Punkt und klasse zusammengefasst! Überlegt Euch, inwiefern ihr das beide leben könnt - findet ihr einen Weg habt ihr - wie Barbara es schon schreibt, die Möglichkeit es als CHANCE zu nutzen. Ist es für Euch beide unvorstellbar: dann sucht lieber das Ende mit Schrecken (JETZT) als ... na ihr wisst schon :blume:
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