Tectum Verlag, Der andere Verlag, Fwpf-Verlag

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Angara
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Re: Tectum Verlag, Der andere Verlag, Fwpf-Verlag

Beitrag von Angara » 01.12.2010, 23:19

@Frl. Schröder: Ja, so läuft das. Du gibst da das Buch in elektronischer Form hin und bei Nachfrage kann im Schnellverfahren hergestellt und ausgeliefert werden. Meines Wissens nach gibt es keinerlei Kontrollmechanismus bei diesem Verfahren, was die Qualität betrifft. Es heißt nicht, daß so veröffentlichte Bücher schlecht sein müssen, aber ich habe schon Machwerke gesehen wo man sich fragt, ob der Autor nichts wenigstens die Putzfrau nochmal zur Korrektur hätte bitten können.

Ob das seriös ist, ist so eine Frage. Es wird natürlich immer die Frage auftauchen, wieso jemand mit einer guten Arbeit mit viel Substanz keinen Verlag gefunden hat. Was z.B. Zitierungen betrifft werden viele Leute, mich eingeschlossen, eher ablehnend sein. Wenn man sich vorstellen kann, weiter auch wissenschaftlich oder publizistisch tätig zu sein, sollte man so seine Diss wohl nicht veröffentlichen. Wenn es einem vollkommen egal ist, man nur die Veröffentlichungspflicht für die Uni erfüllen will und mit dem Doktor in der Tasche dann der wissenschaftlichen Welt für immer den Rücken kehren will, kommt das wohl eher in Frage.

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Sebastian
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Re: Tectum Verlag, Der andere Verlag, Fwpf-Verlag

Beitrag von Sebastian » 02.12.2010, 00:05

Ich kann Angaras Angaben bestätigen: Technisch ist das Verfahren wohl sauber, sprich: beim Drucken und Binden kommen keine nennenswerten Fehlerquellen hinzu. (Kleine Ausnahme, von der ich hier las: Konvertierungsprobleme oder -mißverständnisse, bei denen nachher ausgerechnet Umschlagseiten nicht mehr sauber gesetzt waren - verschoben bzw. Grafiken verhunzt.

Allerdings wird zumeist überhaupt nicht lektoriert oder korrigiert, d.h. es wird exakt das gedruckt, was Du abgeliefert hast. Wenn noch Fehler drin sind, macht die auch niemand heraus, weder inhaltliche noch die orthographischen oder typographischen. Letzteres wird z.T. als Wissenschaft, zumindest aber als Handwerk betrieben
Allerdings zeigt die Erfahrung, dass man nie ein 100% fehlerfreies Werk abliefern kann.
Mehr zum Thema auch im redaktionellen Teil...(Fast fertig / Drucken)
Gruß
Sebastian

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Re: Tectum Verlag, Der andere Verlag, Fwpf-Verlag

Beitrag von Frl.Schröder » 02.12.2010, 06:55

Habt Dank für Eure Infos. Danach fällt on demand doch eher weg. Ich bin ein Typ, der auch auf Äußerlichkeiten achtet ;-)

@ Angara: Wegen Zitieren: Wie kann denn das Buch überhaupt gefunden werden? Es liegt dann als elektronisches Werk im Netz? -- edit: hat sich geklärt, ich habe mir Sebastians Link durchgelesen.



Und nochmals auch die Frage nach Tectum: Die sind auf mich zugekommen (Studienabschlussarbeit, noch keine Diss). Ich weiß nicht ganz, was ich davon halten soll. Schreiben die alle an?

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Re: Tectum Verlag, Der andere Verlag, Fwpf-Verlag

Beitrag von Torben Ehlers » 29.12.2010, 02:40

Zur Antwort auf die zuletzt gestellte, recht aktuelle Frage: Der Verlag etabliert sich zusehend, ist nicht neu und hat mittlerweile einen sehr respektablen Ruf. Er ist nicht groß, das hat Vor- und Nachteile. Vorteile, da unerfahrene Autoren professionell herangeführt werden können (ohne Kostenaufwand, aber für ein mehr als entgegenkommendes Angebot); Nachteile, da ohne Eigenkapital bei der ersten, zweiten Arbeit das Spektrum ohne Eigenengagement Grenzen hat. Rezensoren fallen einem nicht in den Schoß, Verlage haben in Bezug auf die Autoren weniger mit Öffentlichkeitsspektren als mit persönlicher Reputation zu tun. Ein häufiges Missverständnis von (angehenden) Akademikern ausserhalb des etablierten Kreises ist die Erwartungshaltung. Mit der Reihe Sozialwissenschaften - die mehr Verlage so ansetzen sollten - wird eine gute Arbeit in den wichtigsten deutschen (teilw. auch österreichischen und schweizerischen) Bibliotheken (via postalische Verlagsinfos an Institute und wissensch. Mitarbeiter) aufgenommen. Das hängt ja auch sehr vom Thema ab. Ich rate sehr von "Books on Demand" bei persönlichem Anspruch ab, obwohl auch hier die Qualität steigt (Papier, Druck, Bindung, Verlinkung auf Fachseiten, Umschlag, Coverdesign, Mitspracherecht des Autors vor Durck. Fakt ist: BoD's kauft keiner wegen den Preisen und Wissenschaftler bekommen soviele Verlagsnews herein, dass sie diese selten (bis gar nicht) beachten können. Fazit in Hinblick auf die Frage: Der Verlag ist gut, sofern er in die sozialwissenschaftliche Schriftenreihe oder eine andere "wissenschaftliche" aufgenommen wird/werden kann. Zudem sollte man/frau jedoch mindestens einen guten Schreiber für eine Rezension haben (Prof.?), der die Arbeit einbringend plazieren kann. Gonzo... so long!

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Re: Tectum Verlag, Der andere Verlag, Fwpf-Verlag

Beitrag von Koenigsportal » 18.12.2012, 17:41

Gibt es inzwischen aktuelle Erfahrungen mit Tectum?

Der Verlag hat mir auf meine Anfrage hin ein faires Angebot geschickt, kurz darauf noch ein "Sonderangebot" (Hardcover zu Softcover-Preis) und gleich einen Verlagsvertrag. Genau genommen finde ich deren Engagement bestechend gut. Sieht auch alles gut aus, was sie schicken. Bücher habe ich mir noch nicht angeschaut und soweit ich weiß, führt unsere Bib keine, aber die Unibib >1000 Exemplare von Tectum.
Wegen des Verlagsvertrags frage ich mich aber, ob den jeder bekommt? Es schien mir so unkompliziert.

P.S. Was heißt Fwpf-Verlag im Titel?
"Do what you can, with what you've got, where you are." (Th. Roosevelt)

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