Probleme mit den Daten nach einem Forschungsjahr im Ausland

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Probleme mit den Daten nach einem Forschungsjahr im Ausland

Beitrag von Peinlich » 14.12.2012, 10:10

Hallo alle miteinander!

Ich habe hier schon im Forum gesucht, aber ich konnte keinen Thread finden, der die Problematik meines Problems befasst!

Bitte helft mir! Auch wenn es vielleicht viel zu lesen ist, bitte nehmt euch die Zeit und sagt mir was ihr glaubt, da ich einfach am verzweifeln bin und schon kurz davor bin alles hinzuschmeissen! Ich bin ueber jede hilfe oder aufmunternde Worte dankbar!

Nach einem Jahr Forschung im Ausland, wo ich einigen Stress mit meinem dortigen Betreuer hatte (da dieser von mir oftmals Sachen verlangt hat, die ich nicht vertreten konnte und auch nicht habe, wie z.B. von 20 ergebnissen, wovon 2 positiv, 8 negativ und 10 vielleicht waren, nur die 2 positiven vorzustellen etc.), moechte ich nun mit meinen dort gewonnen Daten welche im Fach der Medizin sind, hier in Deutschland promovieren.

Ich darf die Daten zu einer Promotion benutzen, nur habe ich halt das Problem, das aufgrund der durchaus unwissenschaftlichen Einstellung meines Betreuers von damals die Daten nicht immer die tollsten sind.
Also um es mal ganz salopp zu sagen: Ich kann nicht signifikant nachweisen, dass das was ich erforscht habe so ist oder nicht so ist. Es gibt eine tendenz, aber mehr auch nicht. Die Probleme sind naemlich von vielfaeltiger Natur:
1. Ich sollte eine angeblich etablierte Methoder zur loesung der Fragestelllung anwenden, bis ich dann rausfand, das diese Methode nich etabliert ist in dem SInne in dem ich diese benutzt habe, daher musste ich also die Methode quasi erst anpassen bzw. optimieren, was mir auch irgendwo gelungen ist, nur leider fehlen mir jetzt natuerlich der bis auf wenige positive Proben der edngueltige Nachweis, dass die Methode so funktioniert wie gedacht.
2. Mit meinen positiven Kontrollen gab es teilweise Probleme, so dass ih dort nicht wirklich zu 100% sagen kann, dass diese funktionieren.

Meine Frage ist nun: Kann ich auch mit nicht so tollen Daten promovieren? Indem ich halt die fragestellung meiner Forschung vorstelle und sage, wie ich das angegangen bin, was ich gemacht habe und was ich denke, auch wenn halt aufgrund von diversen Problemen (Signifikanz, problematische Positivproben etc.) keine abschliessende wirkliche Klaerung der Fragestellung dabei rauskommt? (die Antwort waere quasi: Ja, es sieht so aus, dass es so ist, aufgrund folgender tatsachen...., aber es kann nicht genau gesagt werden, da es diese Probleme gibt..... und daher waere zu empfehlen dies und jenes... zu machen um die Frage endguetig zu klaeren.

Danke, dass ihr euch die Zeit nehme dies hier zu lesen!

LG

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DoneXY
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Re: Probleme mit den Daten nach einem Forschungsjahr im Ausl

Beitrag von DoneXY » 14.12.2012, 11:52

Peinlich hat geschrieben:Meine Frage ist nun: Kann ich auch mit nicht so tollen Daten promovieren? Indem ich halt die fragestellung meiner Forschung vorstelle und sage, wie ich das angegangen bin, was ich gemacht habe und was ich denke, auch wenn halt aufgrund von diversen Problemen (Signifikanz, problematische Positivproben etc.) keine abschliessende wirkliche Klaerung der Fragestellung dabei rauskommt? (die Antwort waere quasi: Ja, es sieht so aus, dass es so ist, aufgrund folgender tatsachen...., aber es kann nicht genau gesagt werden, da es diese Probleme gibt..... und daher waere zu empfehlen dies und jenes... zu machen um die Frage endguetig zu klaeren.
Was für ein Scheiß! Schlimm, dass Du an so einen Strohkopf geraten bist.

Ich habe erstmal eine Verständnisfrage: Was meinst Du, mit der Methode? Eine Methode der Datenerhebung oder eine der Datenauswertung?

Ist die Methode nicht geeignet, nach wissenschaftlichen Qualitätskritererien Daten zu erheben, kannst Du die erhobenen Daten natürlich nicht verwenden. Sind die Daten entsprechend gängigen Qualitätskritererien erhoben worden, kannst Du sie natürlich auch auswerten. Ggf. mit einer anderen Methode als der bisherigen.

Ein Forschungsergebnis, dass eine Methode als untauglich darstellt, um eine bestimmte Fragestellung zu untersuchen, ist natürlich ein legitimes Forschungsergebnis. Das hat aber strenggenommen weniger mit Medizin als mit Methodik der Medizinforschung zu tun. Ich weiß nicht, ob methodische Qualifizierungsarbeiten in Deinem Bereich üblich sind.

Amalia
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Re: Probleme mit den Daten nach einem Forschungsjahr im Ausl

Beitrag von Amalia » 14.12.2012, 12:49

Für einen Dr. med. sollte eine Datenerhebung, die nach sauberer Darstellung von Methode und Ergebnissen eine Tendenz erkennen lässt, ausreichen. Wenn Du einen Dr. rer. nat. anstrebst wird es meines Erachtens nach schwierig.
Was sagt denn Dein deutscher Betreuer?

Laplace
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Re: Probleme mit den Daten nach einem Forschungsjahr im Ausl

Beitrag von Laplace » 14.12.2012, 17:39

Rede mit deinem Betreuer / deinem Hauptgutachter darüber! Am besten möglichst bald.
Grundsätzlich können "unfertige" Ergebnisse trotzdem immer noch "tolle" Ergebnisse sein.

Ob es zur Dissertation reicht, hängt von vielen ab: Gibt es bereits andere, eventuell bessere Ergebnisse in deinem Bereich?
Ist die Datenlage bisher dünn? Ist die Fragestellung besonders schwer oder einfach? Ist es aufwendig oder schwer,
für deine Problemstellung Daten zu generieren? Wie gut kannst du die Tendenz darlegen? Wie sehr widersprechen
deine anderen Ergebnisse deiner Vermutung? Wie ist dein Betreuer drauf? Wie sind die Ansprüche in deiner
Fachrichtung, an deiner Uni, an deiner Fakultät? Wie sind die Ansprüche von deinem Betreuer?

Wenn man den Gerüchten so glaubt, sollte es in der Medizin ja nicht so dramatisch kompliziert werden mit dem "Dr", also Augen zu und durch :-)

amygdalakrampf
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Re: Probleme mit den Daten nach einem Forschungsjahr im Ausl

Beitrag von amygdalakrampf » 15.12.2012, 14:07

Leider passiert das nur all zu oft - und nicht nur im Ausland. Ich habe schon Mediziner Doktoranden betreut. Wenn Deine Daten nicht ausreichen oder von Dir vertretbar so dargestellt werden, wie das Labor in dem Du sie erstellt hast Dir erlaubt, kannst Du sie nicht verwenden. Die Daten gehören im Grunde nicht Dir sondern denen - zumindest muß man das in den meisten Fällen in seinem Anstellungsvertrag quittieren. Prüfe das besser, sonst können die wirklich unangenehm werden, wenn Du Dinge offenlegst, die ihren Ruf gefärden könnten (zum Beispiel wenn unklar wird ob sie nicht immer schon gemauschelt haben). Besprich es mit Deinem Doktorvater und im Zweifelsfall laß Dir eine Arbeit zuweisen, die Du zügig zusammentragen kannst. Mediziner nehmen da auch gerne mal die Krankenhausarchive.

LG

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