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Beitrag von Koenigsportal » 11.12.2012, 14:17

Liebe Forenmitglieder,

ich habe schon die Forensuche betätigt, bin aber zu meiner speziellen Frage nicht fündig geworden.

Bei mir steht sehr dringend die Publikation an. Deshalb und aus anderen Gründen würde ich die Arbeit gern online publizieren. Allerdings bekomme ich von meinem FB nur den Hinweis auf die Unibibliothek, die diesen Service anbietet. Dort wiederum kann man mir nicht mehr sagen, als das, was sie eben selbst anbieten. Und das ist, dass die Arbeit bei Onlinepubl. über diese Bibliothek unbefristet im Netz zugänglich bleibt. Ich möchte aber die Möglichkeit behalten, die Arbeit bei einem Verlag unterzubringen.

Hat jemand Vorschläge, wo man online publizieren kann und dennoch das Recht behält, jederzeit die Veröffentlichung dieser Online-Diss. zu unterbrechen oder rückgängig zu machen? Ich trete da ziemlich auf der Stelle. Mein DV ist keine Hilfe. Er hält davon nichts und schlägt ausschließlich was renommierte (und teure) Fachverlage vor.

Inzwischen halte ich die Online-Diss. aber sogar für die Kontaktaufnahme zu Fachverlagen für zweckmäßig: Die könnten sich die Arbeit im Netz angucken und ich spar mir den Aufwand, lange Kapitel hinzuschicken. Außerdem wäre mir ganz wohl, wenn meine Erkenntnisse nun schnellstens als meine auf den Markt kämen.

Hier im Forum fand ich den Hinweis auf epubli. Soweit ich sehe eine unkomplizierte Publikationsmöglichkeit, aber wohl auch keine echte Online-Publ. (?) Insgesamt klingt deren Service ganz passabel, aber es heißt dort u.a., dass der Verlag jederzeit den Vertrag kündigen kann. Das hilft mir ja nun auch nicht weiter, wenn die Uni verlangt, dass eine Book-on-Demand- oder E-Book-Publikation dauerhauft zugänglich sein muss.

Falls mir noch jemand den Unterschied zwischen E-Book und Online-Publ. erklären könnte, wäre das super. Ich stelle mich bei diesem ganzen Publikationsthema selten blöd an. :? :stressed:

Kurz gefasst: Ich würde die Arbeit jetzt am liebsten schnellstens "raushauen" und dabei alle Rechte zu alternativen Veröffentlichungen in der Hand halten. Wegen zahlreicher Abb. hat das PDF z.Z. übrigens an die 150 MB, was wohl auch noch ein Problem bei der Online-Diss. werden dürfte (die Unibib verlangt <10 MB).

Ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen. Danke schon mal.


Edit: Da mein DV auch keine Hilfe ist im Hinblick auf die typischen, aber bezahlbaren Diss.-Verlage, wäre ich über Erfahrungsberichte ganz dankbar.
(Ich weiß, es gibt hier einen Thread mit dem einen oder anderen brauchbaren Hinweis. Aber die Infos dort sind, soweit ich mich erinnere, auch schon etwas älter.)
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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von algol » 11.12.2012, 14:44

*wink* Schön von Dir zu hören.

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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von Eva » 11.12.2012, 18:10

Oh, hallo Koenigsportal!, schön von dir zu lesen! :blume: Und super, dass du durch bist und "nur noch" publizieren musst! :prost:

Ich bin gerade in der gleichen Situation und habe jetzt erstmal online auf dem Uniserver publiziert (nebst 3 Print-Belegexemplaren), will nächstes Jahr/bald aber unbedingt auch noch ein richtiges Buch veröffentlichen. Ich habe momentan zwei Angebote von normalen Wissenschaftsverlagen vorliegen, die beide zustimmen, das Buch zu machen, obwohl es parallel die Open Access-Online-Publikation gibt. Interessanterweise haben sich aber bei einem der beiden Verlage die Konditionen verschlechtert, als ich die Online-Publikation ins Spiel brachte: statt Ladenpreis 29,90 Euro jetzt 45 Euro, statt Digitaldruck nur Offetdruck. Immerhin akzeptieren sie es aber grundsätzlich, damit hatte ich gar nicht gerechnet.
Alternativ recherchiere ich Book-on-Demand-Lösungen, weil ich da a) alle Rechte selbst behalte, b) der Ladenpreis bei entsprechender Auflage niedriger ist (finde ich bei meinem Thema wichtig, weils da durchaus Käufer geben könnte) und ich c) eigentlich nicht einsehe, einem Verlag viel Geld zu bezahlen, wenn sie soo viel Gegenleistung letztlich gar nicht liefern.

Was ich mich beim Lesen deines Textes gefragt habe:

- Erlaubt dir deine Promotionsordnung überhaupt, anders als auf dem eigenen Hochschulserver online zu publizieren? Bei mir war das explizit so verlangt, als eine der Optionen, seiner Publikationspflicht nachzukommen und das Promotionsverfahren abzuschließen.

- Warum gehst du davon aus, dass sich Online-Publikation und Verlagspublikation ausschließen? Wie man in meinem Fall sieht, ist das nicht unbedingt so.

- Schnell publizieren und alle Rechte in der Hand behalten --> Online auf dem Uniserver publizieren! Du trittst die Nutzungsrechte nicht-exklusiv ab, hast also weiterhin freie Wahl. Du musst nur einen Verlag finden, der sich darauf einlässt. Sie grummeln zwar und fragen nach, warum du das unbedingt willst, und wollen es dir latent ausreden, letztlich gibt es aber offensichtlich Fachverlage (keine reinen Diss-Verlage), die sich darauf einlassen.

- Unterschied Online-Publikation / E-Book: Ich versuche mich an einer Definition, weiß es aber auch nicht definitiv. Online-Publikation verstehe ich als sehr vage Angabe, dass dein Text im Internet zu haben ist, entweder kostenfrei oder kostenpflichtig, als PDF oder html-Text. E-Book ist eine für E-Book-Reader aufbereitete Datei, die man (soweit ich weiß) dann auch nur mit einem entsprechenden Gerät lesen kann.

- Book-on-Demand heißt wiederum, dass dein Buch für jeden Käufer einzeln produziert wird, statt vorab auf Verdacht z.B. 200 Stück zu drucken, die am Ende keiner kauft. Du hast aber die Möglichkeit, die Stückkosten und damit letztlich auch den Ladenpreis zu senken, indem du als Autor gleich eine größere Menge drucken lässt (z.B. die von der Promotionsordnung oft geforderten 150 Exemplare) und also die Bücher vorfinanzierst (das Geld erhältst du dann pro verkauftem Exemplar zurück). BoD ist letztlich eine Variante der Verlagspublikation, nur dass du als Autorin das kaufmännische Risiko übernimmst, das sonst der Verlag trägt. Und dich selbst um Covergestaltung, Satz, Marketing kümmern darfst/sollst. Dafür bezahlst du das aber auch nicht pauschal mit, ohne bei der Ausführung mitreden zu können.

Hoffe, das ist dir eine Hilfe? Alles Gute für die Publikation!

EDIT: Was mir gerade noch einfällt: Hast du eigentlich in der Uni mal nachgefragt, ob du nicht später doch die Möglichkeit hast, die Online-Publikation zurückzuziehen und durch eine Print-Publikation in einem Verlag zu ersetzen? Es geht ja zunächst mal um das Erfüllen der Publikationspflicht gemäß der Promotionsordnung. Grundsätzlich sollte doch nichts dagegen sprechen, sich erst für die eine und dann für die andere Möglichkeit zu entscheiden, solange deine Diss weiterhin publiziert bleibt (du den Titel also weiterhin zu Recht führst) - nur eben in einer anderen Form. Ich meine, das schon gehört zu haben, dass manche eine Online-Publikation später zurückgezogen haben, um eben doch noch in einen renommierten Verlag zu kommen. Das würde ich unbedingt noch in Erfahrung bringen, wenn das für dich der springende Punkt ist!

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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von surcam » 11.12.2012, 19:00

Eva hat geschrieben:EDIT: Was mir gerade noch einfällt: Hast du eigentlich in der Uni mal nachgefragt, ob du nicht später doch die Möglichkeit hast, die Online-Publikation zurückzuziehen und durch eine Print-Publikation in einem Verlag zu ersetzen? Es geht ja zunächst mal um das Erfüllen der Publikationspflicht gemäß der Promotionsordnung. Grundsätzlich sollte doch nichts dagegen sprechen, sich erst für die eine und dann für die andere Möglichkeit zu entscheiden, solange deine Diss weiterhin publiziert bleibt (du den Titel also weiterhin zu Recht führst) - nur eben in einer anderen Form. Ich meine, das schon gehört zu haben, dass manche eine Online-Publikation später zurückgezogen haben, um eben doch noch in einen renommierten Verlag zu kommen. Das würde ich unbedingt noch in Erfahrung bringen, wenn das für dich der springende Punkt ist!
Das würde ich dir auch raten. Guck einfach mal in die Pflichtexemplarordnung, was die über die Veröffentlichung bei der Uni-Bib als Online-Pub. sagt. Bei mir ist es so, dass man in der bei der Uni-Bib abzugebenden Erklärung angeben kann, dass man eine Veröffentlichung in einem Verlag anstrebt. Dann veröffentlichen die die Arbeit ein Jahr lang nicht. Sollte es während der Zeit in einem Verlag oder einer Zeitschrift veröffentlicht werden, veröffentlicht die Uni-Bib die Arbeit nicht mehr, wenn ich das richtig verstanden habe. Legt man aber innerhalb des Jahres nichts vor, veröffentlicht die Uni-Bib die Arbeit. Das Gute an dieser Geschichte: Die Arbeit gilt während des Jahres als veröffentlicht und man bekommt schon seine Urkunde, sodass man die beiden Buchstaben mit Punkt führen darf. :D

Disclaimer: So jedenfalls verstehe ich unsere Pflichtexemplarordnung ... keine Ahnung, ob's wirklich so funktioniert. Bin noch nicht so weit. :(

Koenigsportal
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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von Koenigsportal » 12.12.2012, 00:03

@algol: *wink*

@Eva:
Eva hat geschrieben:Oh, hallo Koenigsportal!, schön von dir zu lesen! :blume: Und super, dass du durch bist und "nur noch" publizieren musst! :prost:
Hey, ich hab doch das "Durch-Sein" noch im Forum "gefeiert" :wink:
Eva hat geschrieben:Was ich mich beim Lesen deines Textes gefragt habe:

- Erlaubt dir deine Promotionsordnung überhaupt, anders als auf dem eigenen Hochschulserver online zu publizieren?
Nein, ich denke nicht. Aber verstehen tu ich es nicht. Warum kann ich mir nicht z.B. eine Homepage mit Diss. einrichten oder - das wäre ganz attraktiv - über eine andere Uni eine Online-Publ. machen?
- Warum gehst du davon aus, dass sich Online-Publikation und Verlagspublikation ausschließen? Wie man in meinem Fall sieht, ist das nicht unbedingt so.
Naja, hört und liest man immer so. Weil eben die Diss. dann dauerhaft online verfügbar ist. Für einen Verlag sei es da unattraktiv, sie noch zusätzlcih zu veröffentlichen, weil er ja nicht mit nennenswerten Absatzzahlen rechnen kann.

Magst Du die Verlage nennen, die sich da kooperativ gezeigt haben?
- Unterschied Online-Publikation / E-Book: Ich versuche mich an einer Definition, weiß es aber auch nicht definitiv. Online-Publikation verstehe ich als sehr vage Angabe, dass dein Text im Internet zu haben ist, entweder kostenfrei oder kostenpflichtig, als PDF oder html-Text. E-Book ist eine für E-Book-Reader aufbereitete Datei, die man (soweit ich weiß) dann auch nur mit einem entsprechenden Gerät lesen kann.
Ja, könnte so sein.
- Book-on-Demand heißt wiederum, dass dein Buch für jeden Käufer einzeln produziert wird, statt vorab auf Verdacht z.B. 200 Stück zu drucken, die am Ende keiner kauft. Du hast aber die Möglichkeit, die Stückkosten und damit letztlich auch den Ladenpreis zu senken, indem du als Autor gleich eine größere Menge drucken lässt (z.B. die von der Promotionsordnung oft geforderten 150 Exemplare) und also die Bücher vorfinanzierst (das Geld erhältst du dann pro verkauftem Exemplar zurück). BoD ist letztlich eine Variante der Verlagspublikation, nur dass du als Autorin das kaufmännische Risiko übernimmst, das sonst der Verlag trägt. Und dich selbst um Covergestaltung, Satz, Marketing kümmern darfst/sollst. Dafür bezahlst du das aber auch nicht pauschal mit, ohne bei der Ausführung mitreden zu können.
Die BoD-Version ist aber oft leider sehr einfach - kein Farbdruck usw. Schreibt jedenfall ein Verlag so im Vergleich.
Hoffe, das ist dir eine Hilfe? Alles Gute für die Publikation!
Danke, Dir auch!
EDIT: Was mir gerade noch einfällt: Hast du eigentlich in der Uni mal nachgefragt, ob du nicht später doch die Möglichkeit hast, die Online-Publikation zurückzuziehen und durch eine Print-Publikation in einem Verlag zu ersetzen? Es geht ja zunächst mal um das Erfüllen der Publikationspflicht gemäß der Promotionsordnung. Grundsätzlich sollte doch nichts dagegen sprechen, sich erst für die eine und dann für die andere Möglichkeit zu entscheiden, solange deine Diss weiterhin publiziert bleibt (du den Titel also weiterhin zu Recht führst) - nur eben in einer anderen Form. Ich meine, das schon gehört zu haben, dass manche eine Online-Publikation später zurückgezogen haben, um eben doch noch in einen renommierten Verlag zu kommen. Das würde ich unbedingt noch in Erfahrung bringen, wenn das für dich der springende Punkt ist!
Ich werde auf jeden Fall noch mal insistierend in Erfahrung bringen, ob sich die Online-Diss. nicht doch löschen lässt. Die Unibib. weist aber erstmal auf die Unmöglichkeit hin. Es sei keine Löschung vom Server möglich und ein Verlag ggf. darauf hinzuweisen sowie eine entspr. Klausel zu streichen :(

Ich habe aber gesehen, das die FU Berlin die Löschung vorsieht, wenn man es will. Grundsätzlich scheint es also machbar. Leider waren die Leute an der zuständigen Stelle bei unserer Bib. weder besonders auskunftswillig noch fähig (vor allem letzteres) als ich dort war. Die können einem eigentlich nur sagen, dass man online publizieren kann und evtl. noch den einen oder anderen Anspruch an die E-Publ. nennen. Ansonsten verweisen sie auf andere Unis - mit veralteten Links :roll:

Danke für Eure Antworten. :blume:
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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von Aguti » 12.12.2012, 09:18

Ich kenne es (auch wenn ich noch nicht so weit bin) u.a. von meiner Uni auch so, dass die Veröffentlichung nicht löschbar ist. Eine zusätzliche Verlagsveröffentlichung ist kein Problem, sofern sich der Verlag darauf einlässt, aber das pdf kann man bei uns nicht mehr löschen. Warum ist es denn so wichtig, dass du die Diss löschen kannst? Das pdf ist doch dann sowieso schon x-mal heruntergeladen und verbreitet. Wie Eva schreibt, lassen sich ja beide Veröffentlichungsmethoden kombinieren (allerdings dann eben zu schlechteren Konditionen beim Verlag).
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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von Jaja » 12.12.2012, 09:54

Hallo Koenigsportal!
Schön von dir zu lesen.

Ich möchte mich @Eva anschliessen, denn habe das Prozedere schon hinter mir und wollte wegen der Schnelligkeit eben auch die Möglichkeit zur Online- und Verlagspublikation haben. Letzlich habe ich das mit der Online-Publi doch nicht mehr in Anspruch genommen, aber ich hatte das mit dem Verlag ausgehandelt.

Meine Erfahrung ist, dass selbst renommierte Verlage oder zumindest Fachverlage, da mit sich handeln lassen, wenn das Buch sie interessiert. Der Preis sowie Verkaufspreis beim renommierten Verlag hat sich dadurch nicht verändert (das ist eh sowas von teuer, wieviel Abbildungen hast du denn? brauchst Du vielleicht noch Farbdruck?), allerdings war denen wichtig, dass ich praktisch die Pre-Print-Version online stellen durfte (also, ohne Verlagslayout), aber nicht mehr nachdem das Buch schon gedruckt war online gehen durfte. Das hätte mich ja eh nicht interessiert und für dich ist das ja auch keine Variante, von daher: Es schliesst sich nicht aus, zudem ja die meisten gedruckten Dissertationen nur von Bibliotheken gekauft werden, die sich die auch trotz Online-Publikation anschaffen.
E-Book würde ich abraten, wenn du nicht ausschliesslich mit Bildzitat arbeitest. Die Repro-Genehmigungen dafür sind noch höher als für den Print. Ich bin vom Glauben abgefallen. E-Book ist halt nur interessant, um den Käuferkreis ein wenig zu erhöhen (Kaufpreis ist halt wesentlich niedriger).

Da die Online-Publikation auf dem Uni-Server ja die Pflichtpublikation des Promotionsverfahrens abdeckt, darf diese normalerweise nicht gelöscht werden.

Zur PDF-Grösse: Du hast wahrscheinlich für den Druck Deines Abgabeexemplars immer mit 300dpi gearbeitet, also grosse Bilddateien. Für die Online-Publi, auch um Probleme zu vermeiden, solltest du die runterrechnen, man kann ja auch das PDF auf Bildschirmqualität erstellen lassen, das sollte schon einiges bringen. Für Bildschirm nimmt man eigentlich nur 72dpi, da kriegt man schon einiges an MB weg.

Dürftest Du nicht auch an der Deutschen Nationalbibliothek online publizieren? Die bieten das auch an und das ist dann wahrscheinlich für die Verbreitung auch interessanter.

Wünsche Dir viel Erfolg!

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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von Koenigsportal » 12.12.2012, 10:06

Hey, hier sind ja noch all die alten Schreibtreffler aktiv :D
Danke für Eure Antworten.

Nochmal zu dieser Parallelgeschichte Online - Verlag: Ich lese andauernd, dass die Diss. für einen Verlag uninteressant ist, wenn sie dauerhaft im Netz verfügbar ist.
Ein anderer Punkt ist noch, dass immer wieder behauptet wird, dass die E-Dissen praktisch nur mittelmäßig sind und in der Geisteswiss. nicht ernst genommen werden. Ich bin zwar der Meinung, dass die Veröffentlichung ja nicht die Qualität meines Inhalts ändert, aber dieser wird wohl dann nach dem Veröffentlichungsformat als wertvoll oder wertlos beurteilt.

@jaja: Glückwunsch zur Publikation :blume: /:dr)
Hast Du einen Tipp, wie man das Abb.-Pdf runterrechnet. Habe da nur miese Erfahrungen bei Bewerbungen mit. Einfach nur "Komprimieren" funktioniert nicht. Der Text hat nur 4 MB, glaube ich, aber die Abb. ca. 140. Habe alles hoch gescannt - eben mit Blick auf die Publikation. Unsere Uni-E-Diss.-Stelle verweist wie gesagt auf Hilfestellung einer anderen Uni - dort ist der Link aber tot. Leider erwiesen sich die Leute auch nicht als sehr fähig, als ich mal persönlich dort war.

Was die Nationalbib. angeht: Soweit ich das sehe, kann man nicht direkt dort online publ., sondern es läuft über die Heimuni. Bin aber nicht sicher, finde die Dissonline-Seite der Nat.bib. auch ziemlich unverständlich.
@Eva/Jaja: Mögt Ihr Eure Verlage nennen, mit denen Ihr Euch geeinigt habt?
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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von Koenigsportal » 12.12.2012, 10:16

Jaja hat geschrieben: Da die Online-Publikation auf dem Uni-Server ja die Pflichtpublikation des Promotionsverfahrens abdeckt, darf diese normalerweise nicht gelöscht werden.
Leuchtet mir zwar ein, aber wenn ich eine BoD-Publ. mache, dann muss ich nur 10 Jahre Verfügbarkeit garantieren.
Jaja hat geschrieben: Dürftest Du nicht auch an der Deutschen Nationalbibliothek online publizieren?
Lt. Promo-Ordnung (in den letzten Jahren allerdings x-fach geändert...) geht nur Unibib-Server. Komme mir vor wie in der Provinz, dabei ist es eine der größten Unis an der ich prom. habe.
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Re: Publikationsmöglichkeiten

Beitrag von Eva » 12.12.2012, 10:18

- Erlaubt dir deine Promotionsordnung überhaupt, anders als auf dem eigenen Hochschulserver online zu publizieren?
Koenigsportal hat geschrieben:Nein, ich denke nicht. Aber verstehen tu ich es nicht. Warum kann ich mir nicht z.B. eine Homepage mit Diss. einrichten?
Weil es um die Langzeitverfügbarkeit bzw. Langzeitarchivierung deiner Diss geht. Beim Buch ist die ja in jedem Fall gewährleistet, sobald das Buch in Bibliotheken steht. Bei der Online-Ausgabe braucht es die Garantie der Langzeitarchivierung, was auf dem Hochschulserver bzw. dem Server der DNB passiert. Deine private Homepage könntest du dagegen jederzeit wieder abschalten, deshalb wird das nicht akzeptiert.
- Warum gehst du davon aus, dass sich Online-Publikation und Verlagspublikation ausschließen? Wie man in meinem Fall sieht, ist das nicht unbedingt so.
Koenigsportal hat geschrieben:Naja, hört und liest man immer so. Weil eben die Diss. dann dauerhaft online verfügbar ist. Für einen Verlag sei es da unattraktiv, sie noch zusätzlcih zu veröffentlichen, weil er ja nicht mit nennenswerten Absatzzahlen rechnen kann.
Natürlich, das behauptet der Verlag! Mir haben die auch gesagt, dass sie den Ladenpreis erhöhen, weil das Buch dann ja eh keiner mehr kauft. :roll: Sehe ich anders, weil Online und Buch eben unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen, aber gut. Wie Jaja schon schreibt, das ist Verhandlungssache und du darfst dich nicht einschüchtern oder einwickeln lassen. Ich wurde in beiden Fällen gefragt, warum ich denn auf die Online-Publikation bestehe, und es wurde versucht, mir das auszureden. Meine guten Gründe haben sie offenbar einsehen lassen, dass ich nicht umzustimmen bin. 8)
Koenigsportal hat geschrieben:Magst Du die Verlage nennen, die sich da kooperativ gezeigt haben?
http://www.waxmann.com/
http://www.frank-timme.de/
Koenigsportal hat geschrieben:Die BoD-Version ist aber oft leider sehr einfach - kein Farbdruck usw. Schreibt jedenfall ein Verlag so im Vergleich.
Also einem Verlag würde ich als Informant zur Konkurrenz nicht über den Weg trauen! :wink: Lieber selbst recherchieren, gibt ja einige BoD-Anbieter! (z.B. http://www.epubli.de/, http://www.bod.de, http://www.book-on-demand.de/)
Koenigsportal hat geschrieben:Ich werde auf jeden Fall noch mal insistierend in Erfahrung bringen, ob sich die Online-Diss. nicht doch löschen lässt. Die Unibib. weist aber erstmal auf die Unmöglichkeit hin. Es sei keine Löschung vom Server möglich und ein Verlag ggf. darauf hinzuweisen sowie eine entspr. Klausel zu streichen :( [...] Ich habe aber gesehen, das die FU Berlin die Löschung vorsieht, wenn man es will. Grundsätzlich scheint es also machbar.
Dann versuchs nochmal! Und verweise deinerseits auf die FU Berlin!

Grundsätzlich würde ich aber in jedem Fall erst den Weg über die Verlage gehen, wenn du so viel Zeit hast, statt dich mit der UB rumzuärgern. Die Angebote kommen in der Regel innerhalb weniger Tage, das geht also schnell. Ich habe übrigens beim ersten Verlag erst ein Standard-Angebot eingeholt und erst, als das für mich grundsätzlich in Frage kam, wegen der Online-Publikation nachgehakt (als sie ihr Interesse an meinem Text also schon bekundet hatten).

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