Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

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Alpenhummel
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Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

Beitrag von Alpenhummel » 05.12.2011, 19:11

Hallo,

in etwa einem Jahr werde ich mein MA (hoffentlich/vermutlich mit first-class honours) an einer englischen Uni machen. :dr) Danach würde ich gerne noch eine Promotion anhängen, was jedoch nur extern möglich wäre. Generell würde die Möglichkeit bestehen diese an meiner jetzigen Uni zu machen. Die Gebühren hierfür haben jedoch das Potenzial mich weitere fünf Jahre von Kartoffeln mit Quark leben zu lassen. Deswegen ziehe ich in Erwägung an einer deutschen Uni zu promovieren. In diesem Forum habe ich gelesen, dass die Chancen als externer Doktorant akzeptiert zu werden von Fachgebiet zu Fachgebiet unterschiedlich sind. Wie sieht es im politikwissenschaftliche Bereich aus? Ist zu befürchten, dass eine deutsche Uni meinen englischen, recht spezifischen Master nicht als gleichwertig mit einem an einer deutschen Uni erworbenen Abschluss ansieht?

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!

Alpenhummel

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elbu
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Re: Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

Beitrag von elbu » 05.12.2011, 22:10

Hallo Alpenhummel,
erst einmal: wo findest Du in GB Quark? :wink:
Bin Politikwissenschaftlerin. Ich denke, allgemein gesprochen: es kommt total darauf an, bei wem und zu welchem Thema Du promovieren willst. In D ist die strukturierte Promotion, wie sie in GB die Regel ist, immer noch die Ausnahme, obwohl immer mehr Unis inzwischen Graduiertenschulen haben. Aber in der Regel wendest Du Dich mit einem Themenvorschlag an eine/n Prof in Deinem Wunschgebiet. Es wäre sicher sinnvoll, jetzt schon mal zu schauen, welche Uni/welches Institut/welcher Lehrstuhl da für Dich interessant sein könnte. Die Anerkennung Deines Abschlusses ist sicherlich weniger ein Problem. Aber am besten schaust Du Dir dann die Promotionsordnung Deiner Wunschuni/-fakultät an, da stehen ja jeweils die Voraussetzungen. Das System in D ist in vielen Punkten von dem in GB verschieden, was die Promotion angeht. Deswegen auch mal die Frage: warum wäre das "nur extern möglich"? Schließt Du aus, Dich an einer deutschen Uni um eine Qualifikationsstelle zu bewerben? Und hast Du schon mal über Stipendien nachgedacht?
Das sind noch super allgemeine Fragen und Einschätzungen, aber ich denke, genauer kann man da erst werden, wenn Du genauere Vorstellungen hast - meiner Erfahrung nach sind die Institute und Personen und Vorstellungen davon, was Politikwissenschaft ist, ziemlich unterschiedlich und eine allgemeingültige Antwort wird schwerlich zu finden sein. Ein MA müsste aber anerkannt werden.
Viele Grüße
elbu

Alpenhummel
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Re: Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

Beitrag von Alpenhummel » 05.12.2011, 22:54

Hallo elbu,

vielen Dank für deine Antwort! Da meine Interessen inzwischen doch ziemlich spezifisch sind, wäre mir eine traditionelle Promotion eigentlich sogar lieber als eine Strukturierte. Ich würde gerne ein paar Jahre investieren, um mich bis ins letzte Detail mit einem bestimmten Thema auseinanderzusetzen und ein paar Fragen, die bisher nicht beantwortet werden konnten, zu klären.

Eine externe Promotion soll es werden, da ich bereits einen hervorragenden Job nach dem Studium sicher habe. Diesen möchte ich gerne antreten, da er nicht nur gute Karrierechancen bietet, sondern mir auch einmaligen Zugang zu für mein Thema relevanten Informationen und Date verschaffen würde. Die Doppelbelastung sollte kein unüberwindbares Hindernis darstellen, da ich zur Finanzierung des Studiums momentan auch eine 40 Stunden Arbeitswoche habe und es daher gewohnt bin sehr wenig zu schlafen und meine gesamte Freizeit dem parallelen Vollzeitstudium zu widmen.

Ich habe mich bereits umgesehen und auch einige vom Forschungsschwerpunkt interessante deutsche Professoren gefunden. Die Frage ist halt nur, ob externe Doktoranden in den Politikwissenschaften so gerne gesehen werden, bzw. ob sie überhaupt eine Chance gegenüber internen Bewerbern haben. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es in diesem Bereich ja deutlich mehr potenzielle Doktoranden als freie Stellen.

Liebe Grüße

Alpenhummel

Eva
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Re: Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

Beitrag von Eva » 05.12.2011, 23:08

Alpenhummel hat geschrieben:Die Frage ist halt nur, ob externe Doktoranden in den Politikwissenschaften so gerne gesehen werden, bzw. ob sie überhaupt eine Chance gegenüber internen Bewerbern haben. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es in diesem Bereich ja deutlich mehr potenzielle Doktoranden als freie Stellen.
Der Witz an der externen Promotion ist ja gerade, dass man KEINE Stelle hat!, insofern konkurrierst du überhaupt nicht mit internen Doktoranden um freie Stellen. Interne Promotion = Stelle am Lehrstuhl (o.ä.); externe Promotion = Prof betreut, mehr nicht (d.h.: es gibt kein Geld für dich, du musst aber auch keine Gegenleistung bringen und in der Regel auch nicht vor Ort sein). Ergo auch keine Konkurrenz, es sei denn, der gewünschte Prof möchte die Zahl der betreuten Promotionen überschaubar halten, ansonsten könnte er theoretisch beliebig viele externe Doktoranden annehmen.

elbu
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Re: Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

Beitrag von elbu » 05.12.2011, 23:16

Genau, Eva hat es schon geschrieben. Es gibt zumindest an meinem Institut VIEL mehr externe als interne DoktorandInnen. Wenn die Interessen so spezifisch sind, ist sicher auch die Auswahl potenzieller BetreuerInnen beschränkt. Spannend wird es dann eher bei der Frage, wie das Betreuungsverhältnis ausgestaltet wird, da kann man's sehr unterschiedlich erwischen. Glückwunsch zum sicheren exzellenten Job, das klingt beneidenswert. :prost:

Alpenhummel
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Re: Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

Beitrag von Alpenhummel » 05.12.2011, 23:51

Oh vielen Dank für die Information. Das habe ich bisher ganz falsch verstanden. Ich dachte, mit 'Stelle' wäre nicht die Beschäftigung am Institut, sondern der Umstand, dass der Prof sich bereit erklärt für eine Dissertation als Doktorvater zur Verfügung zu stehen, gemeint. Meine Vorstellung war, dass ein Professor meinetwegen die Kapazitäten hat X Promotionen zu betreuen und dementsprechend nur X Doktoranden annimmt, wobei ich befürchtete, dass diese begrenzte Zahl X wohl vorzugsweise aus dem eigenen Studentenpool gedeckt wird.

Diese Erklärung und die Einschätzung, dass es an einigen Instituten mehr externe als interne Doktoranden gibt, macht mir dann doch ein wenig Hoffnung, dass sich ein in Frage kommender Professor überreden lassen könnte, das Thema zu übernehmen. :D

Welche Beweggründe Professoren wohl dazu bringen einen externen Doktoranden anzunehmen? Welche Vorteile bringt ihm ein Doktorand, der nicht am Institut beschäftigt ist?

Liebe Grüße

Alpenhummel

Eva
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Re: Externe Promotion Politikwissenschaften: DEU oder GBR?

Beitrag von Eva » 06.12.2011, 07:58

Alpenhummel hat geschrieben:Welche Beweggründe Professoren wohl dazu bringen einen externen Doktoranden anzunehmen? Welche Vorteile bringt ihm ein Doktorand, der nicht am Institut beschäftigt ist?
- Er/Sie findet das Forschungsthema spannend
- Er/Sie nimmt den Teil seines Jobs ernst, bei dem es um die Betreuung und Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs geht.
- Er/Sie sammelt gern eine möglichst große Anzahl von Doktoranden, um sich vor Kollegen damit zu brüsten ("Schaut mal, wie viele Doktoranden bei MIR promovieren wollen!").
- Er/Sie tut was für die Promotionsquote seiner Fakultät (die wird mancherorts für die Mittelvergabe mit herangezogen).
...

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