Wie können Doktoranden ihr geistiges Eigentum schützen?

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amphritite
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Wie können Doktoranden ihr geistiges Eigentum schützen?

Beitrag von amphritite » 23.11.2011, 10:40

Hallo!

Ich bin gerade sehr besorgt und angeschnarcht obendrein! Vielleicht kann mir hier jemand helfen? Wie und inwieweit kann denn der Doktorand/die Doktorandin eigentlich seine/ihre Urheberschaft nach Abgabe der Arbeit (zur Vorkorrektur) überhaupt absichern? Hat hier evt. jemand Erfahrungen damit, dass sich Teile der eigenen Dissertation zu einem brandaktuellen Thema (Verwendung von gleichen Quellen, ähnliche Problemdarstellung, sogar die kreativen Ergebnisse, sehr ähnliche/identische Formulierungen!) in kurz nach der offiziellen Einreichung der Dissertation veröffentlichten Aufsätzen von engen Mitarbeitern der Doktormutter bzw. des Dr.-vaters wiederfinden? Wie und mit welchem Ergebnis seid ihr dagegen vorgegegangen?

Lieben Gruß aus Bayern und danke im Voraus!
A.

P.S.:
Mich würde auch mal der Stand dieses Verfahrens http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 09,00.html interessieren...

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MastaofDissasta
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Re: Wie können Doktoranden ihr geistiges Eigentum schützen?

Beitrag von MastaofDissasta » 23.11.2011, 13:07

Oh shit! Ich habe den Eindruck, dass das aktuell ein ziemlich heisses Thema ist und leider häufiger vorkommt, als man glauben möchte.

Prophylaktisch würde ich sagen, dass die beste Strategie dagegen das "go public!" ist. Wenn man so früh wie möglich Zwischenergebnisse auf Konferenzen und Workshops vorstellt und veröffentlicht, hat man eine handfestes Grundlage, mit der man beweisen kann, dass man die Arbeit zuerst gemacht hat. Zudem ist es gut für die eigene Entwicklung.

Wenn ich das richtig lese, ist bei dir aber das ind schon in den Brunnen gefallen. Hast du z.B. E-Mails im "gesendet"-Ordner, die zeigen, dass du zu einem früheren Zeitpunkt die Arbeit eingereicht hast? Ansonsten würde ich persönlich folgendes machen:

1.) Fall dokumentieren: Ablauf der Ereignisse aufschreiben, "Plagiat" und Originalversion nebeneinander legen und Übereinstimmungen markieren.
2.) Auch wenn es unangenehm ist: Gespräch mit dem DV suchen. Darauf hinweisen, dass dich die Dopplung überrascht und du hoffst, dass es eine ganz einfache Erklärung dafür gibt.
3.) Ombudsmann für scientific misconduct aufsuchen. Ich würde dir empfehlen, beim ersten Gespräch noch alle Unterlagen zu anonymisieren und erst mal eine unverbindliche Einschätzung einzuholen, ob die Grenze zum wissenschaftlichen Fehlverhalten überschritten ist und welche Möglichkeiten du hast.

P.S. Edit, weil ich doch persönliche Erfahrungen habe, die sich aber in einem Gespräch schnell geklärt hatten. Da hatte ich Glück.

ZESAR
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Re: Wie können Doktoranden ihr geistiges Eigentum schützen?

Beitrag von ZESAR » 23.11.2011, 13:09

Hi,
ich werde meine Arbeit im Rahmen der Vorkorrektur vorab bei einem Notar hinterlegen. Das geht relativ simpel z.B. Hinterlegung als PDF. Damit kannst Du offiziell Stand und Zeitpunkt Deiner Arbeit nachweisen.

amphritite
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Re: Wie können Doktoranden ihr geistiges Eigentum schützen?

Beitrag von amphritite » 23.11.2011, 13:41

MastaofDissasta hat geschrieben:Oh shit! Ich habe den Eindruck, dass das aktuell ein ziemlich heisses Thema ist und leider häufiger vorkommt, als man glauben möchte.

Prophylaktisch würde ich sagen, dass die beste Strategie dagegen das "go public!" ist. Wenn man so früh wie möglich Zwischenergebnisse auf Konferenzen und Workshops vorstellt und veröffentlicht, hat man eine handfestes Grundlage, mit der man beweisen kann, dass man die Arbeit zuerst gemacht hat. Zudem ist es gut für die eigene Entwicklung.

Wenn ich das richtig lese, ist bei dir aber das ind schon in den Brunnen gefallen. Hast du z.B. E-Mails im "gesendet"-Ordner, die zeigen, dass du zu einem früheren Zeitpunkt die Arbeit eingereicht hast? Ansonsten würde ich persönlich folgendes machen:

1.) Fall dokumentieren: Ablauf der Ereignisse aufschreiben, "Plagiat" und Originalversion nebeneinander legen und Übereinstimmungen markieren.
2.) Auch wenn es unangenehm ist: Gespräch mit dem DV suchen. Darauf hinweisen, dass dich die Dopplung überrascht und du hoffst, dass es eine ganz einfache Erklärung dafür gibt.
3.) Ombudsmann für scientific misconduct aufsuchen. Ich würde dir empfehlen, beim ersten Gespräch noch alle Unterlagen zu anonymisieren und erst mal eine unverbindliche Einschätzung einzuholen, ob die Grenze zum wissenschaftlichen Fehlverhalten überschritten ist und welche Möglichkeiten du hast.

P.S. Edit, weil ich doch persönliche Erfahrungen habe, die sich aber in einem Gespräch schnell geklärt hatten. Da hatte ich Glück.

Danke für die vielen guten Ideen!

Kind im Brunnen? Hoffentlich, hoffentlich nicht!

Der chronologische Ablauf müsste sich eigentlich sehr gut dokumentieren lassen. Auch das Absenden der Diss. zwecks Vorkorrektur kann ich zeitlich dokumentieren. Außerdem habe ich die Arbeit vor Einreichung von einem Kumpel gegenlesen lassen. Er kann bezeugen, wann er was gelesen hat. Ich habe die Arbeit jetzt vorsorglich trotzdem noch beim Notar hinterlegt (Danke auch an ZESAR für den Tipp!)! Auch das frühzeitige Publizieren in Fachzeitschriften scheint mir eine sehr gute und sinnvolle Gegenmaßnahme zu sein.Ich werde versuchen, die Sache mit dem Prof. zu klären - wenn ich durch bin mit dem Thema! Vielleicht hat er nichts damit zu tun oder es ist nur ein dummer Zufall!?
Ich möchte wirklich niemandem etwas unterstellen, aber die vielen Überschneidungen sind schon sehr merküwrdig!

Danke, danke! Die Tipps haben mir sehr geholfen!

GrafLukas
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Re: Wie können Doktoranden ihr geistiges Eigentum schützen?

Beitrag von GrafLukas » 28.11.2011, 21:56

Wobei das mit dem frühzeitigen Publizieren so eine zweischneidige Sache ist, weil das von vielen Promotionsordnungen ausgeschlossen wird! In vielen Fächern darf man Ergebnisse der Doktorarbeit auch bei Teilüberschneidungen auf keinen Fall vorab veröffentlichen! Da sollte man sich zumindest vorher absichern, dass das nicht nach hinten losgeht!

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