Interviews nur in Ergebnisteil?

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Interviews nur in Ergebnisteil?

Beitrag von derdiedas » 28.11.2015, 11:41

Hallöchen,

ich habe für meine Forschung Interviews durchgeführt, die ich im Ergebnisteil meiner Arbeit auch ausführlich auswerte. Mein Analyserahmen hat jedoch einen Punkt, den ich bereits in der Einleitung behandle, weil er nur hier Sinn macht (ist auch mit meiner Gutachterin abgesprochen, ich kann diesen Punkt problemlos vorziehen).
Darf ich jedoch bereits in diesem Einleitungskapitel meine Aussagen mit den Interviews belegen, von denen ich erst ein Kapitel später überhaupt schreibe, dass ich sie gemacht habe und warum und mit wem ich sie gemacht habe?

:blume: ich danke euch jetzt schonmal für eine Einschätzung

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Penguin
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Re: Interviews nur in Ergebnisteil?

Beitrag von Penguin » 30.11.2015, 01:41

Hi derdiedas,

in die Einleitung sollte eigentlich nur der Hintergrund der Forschungssituation. Was bisher geschah und wo die Luecken sind die du nun fuellen moechtest. Ergebisse (Aussagen in den Inteviews) gehoeren hier nicht hin.

Chris
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Re: Interviews nur in Ergebnisteil?

Beitrag von Chris » 30.11.2015, 07:32

Aus meiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Im Abstract kannst (und sollst) du auch auf Ergebnisse eingehen, da würde es hinpassen.
2. Berichte in abstrakter Form von den Ergebnissen (quasi als Teaser), z.B.: "Wie in Kapitel X gezeigt werden wird, ist das in dieser Arbeit behandelte Problem von einem Probanden als von herausragender Wichtigkeit beschrieben worden."

Traudel
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Re: Interviews nur in Ergebnisteil?

Beitrag von Traudel » 30.11.2015, 08:34

Hallo derdiedas,

vorweg: Ich bin keine Empirikerin, aber ich hau dennoch mal nen Tipp in den Äther 8)

Meine Empfehlung geht in Chris' Richtung. In Form von Appetizern oder als argumentative Stütze kannst Du durchaus im Grundlagen-/Theorieteil Zitate der Interviews als Schlaglichter nutzen. M.E. völlig legitim, weil Du ja ggf. Deine Motivation/Fragestellung/Zielsetzung/Untersuchungsabsicht oder zentrale These und/oder Dein methodisches Vorgehen damit rund und logisch begründen kannst (sollte dies der Grund für das Vorziehen von Interviewergebnissen sein).
Auch schon in der Einleitung finde ich das völlig okay. Aber wie Chris schon sagt: Idealiter unter dem Motto "Wie im Rahmen der empirischen Untersuchung (oder in Kap. XYZ) nachzuweisen sein wird..."

Allerdings scheint es bei Dir ja schon in Richtung inhaltliche Aussage/Ergebnis zu gehen? Du gehörst einer Fachrichtung an, in der es üblich ist, dergleichen bereits in der Einleitung zu thematisieren? Gemäß meiner Fachtradition gehören in meine Einleitungen lediglich
- fachlicher/aktueller Hintergrund/Bezug
- Einordnung der Thematik
- Darlegung und Begründung der Untersuchungsabsicht und des meth. Vorgehens
- Skizze des strukturellen Aufbaus
Also keine "richtigen" Themen und neuen Inhalte sozusagen.

Viel Erfolg! Traudel

Rondo
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Re: Interviews nur in Ergebnisteil?

Beitrag von Rondo » 30.11.2015, 09:50

Ich kann auch Chris und Traudel zustimmen. Falls diese Aussage/Ergebnis des Interviews notwendig ist um die weiteren Schritte zu erklären. Z.B. ergab sich erst aus dem Interview weitere Fragestellungen/Methoden dann kann es auch schon in der Einleitung angesprochen werden. Es sollte aber nur soviele Details wie notwendig gesagt werden, und für die restlichen Details auf spätere Kapitel (oder gar Anhang wenn es nirgendwo hinpasst) verwiesen werden, z.B.
Durch das Interview am 01.04.2014 (für Details/Methoden und Interviewart siehe Kapitel 2.3) ergab sich die zu untersuchende These Blablabla (Kapitel 2.4).
In meiner Fachrichtung ist es durchaus üblich auch schon auf die Ergebnisse in der Einleitung kurz einzugehen, daher welche Fragen/Problemstellungen gelöst werden konnten und mit welchen Methoden. Ein Grund hierfür ist dass viele Professoren nur die Einleitung lesen höchstens bei Interesse auf Details später eingehen. Es ist aber sicher auch von der Fachrichtung abhängig.

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