Die Verlagsfrage

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Die Verlagsfrage

Beitrag von sforce81 » 23.11.2015, 17:10

Hallo zusammen,

ich habe bereits die alten Threads hier und an anderen Stellen durchstöbert, konnte jedoch leider keine echten Antworten auf meine Fragen finden. Darum versuche ich es nun hier noch einmal mit einem frischen Thema und hoffe, dass einige von euch bereit sind ihre Erfahrungen mit mir zu teilen.

Mein Dissertationsthema bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Ökonomie/Management und Recht. Die Arbeit wurde mit summa cum laude bewertet. Nun suche ich nach einem passenden Verlag, der einerseits nicht zu teuer ist und andererseits nicht jede Dissertation verlegt resp. eine gewisse Reputation besitzt, die einem evtl. Verbleib an der Uni nicht entgegensteht.

Bei den Juristen sind ja bekanntlich Nomos, Duncker & Humblot sowie Mohr Siebeck sehr namhafte Verlage. Allerdings sind diese wohl auch nicht ganz so billig. Verlage wie Dr. Kovac oder Tectum habe ich bereits ausgeschlossen, da diese nach meinen Recherchen so ziemlich alles publizieren und es insoweit an der gewünschten Reputation fehlt.

Mich würde interessieren, wie ihr die folgenden Verlage seht, mit denen ich bereits eine ausführlich und nette Email-Korrespondenz hatte:
- LIT (würden mich in einer bereits bestehenden Reihe zweier mir unbekannter Professoren einbauen wollen)
- Eul
- Shaker
- DWV

Reputation? Nehmen diese ebenfalls jeden? Kann jemand etwas über die Zusammenarbeit berichten? Wie ist die Qualität der Bücher zu beurteilen? Irgendwelche positiven oder negativen Merkmale im Vergleich zu anderen Verlagen? etc. pp.

Ich bin für eure Hinweise und Erfahrungen dankbar! :-)

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von DoneXY » 23.11.2015, 18:47

Sooo teuer fand ich Nomos nicht, als ich mich vor einigen Jahren nach einem Verlag umgesehen habe.

D&H verlegen - wenn ich mich recht erinnere - nur wenige "herausragende" Dissertation. Mit einem "summa" wirst Du vermutlich Einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen. Allerdings sind sowohl Deine Kosten wie auch der Ladenpreis der verlegten Bücher bei D&H sehr hoch.

Von den genannten Verlagen würde ich Nomos nehmen.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von sforce81 » 23.11.2015, 19:38

Vielen Dank für Deine Anmerkung. Ich habe auch bei Nomos angefragt, bislang aber noch keine Rückmeldung bekommen.

LIT bewegt sich so bei 1.300 €, Eul bei 850 €, zum Vergleich: Springer Gabler liegt bei ca. 2.000 €.
Den besten Eindruck haben bislang LIT und Eul vermittelt. Erstgenannter Verlag hat mir sogar bereits mehrere Bücher zur Ansicht zukommen lassen und antwortet noch am selben Tag auf alle Fragen. Ähnliches gilt für den Eul Verlag. Ich weiß eben nur nicht, ob die beiden Verlage für meinen Bereich (Rechts-/Wirtschaftswissenschaften) eine hinreichende Reputation besitzen.

Über weitere aufklärende Hinweise freue ich mich.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von DoneXY » 24.11.2015, 18:56

sforce81 hat geschrieben:Ich weiß eben nur nicht, ob die beiden Verlage für meinen Bereich (Rechts-/Wirtschaftswissenschaften) eine hinreichende Reputation besitzen.
Ich habe übrigens eine interdisziplinäre Diss. geschrieben, die u.a. sowohl Rechts- wie auch WiWi-Elemente hatte.
sforce81 hat geschrieben:Ich habe auch bei Nomos angefragt, bislang aber noch keine Rückmeldung bekommen.
Nomos hat bei mir auch ewig gedauert. Habe mich aber dagegen entschieden, da mir Nomos hinsichtlich WiWi eher schlecht aufgestellt zu sein scheint. EIn Nomos-Mitarbeiter, der hier ganz unparteiisch mal postete, sah das jedoch ganz anders.
sforce81 hat geschrieben:Den besten Eindruck haben bislang LIT und Eul vermittelt.
LIT ist mir bisher kaum aufgefallen. Ist das nicht qualitiativ sehr gemischt? Vom Eul Verlag lese ich hier zum ersten Mal.
Ich bin schließlich bei VS Springer gelandet. Ich habe den Eindruck, dass deren Vermarktungsstrategien meiner "perspektivisch-zwischen-den-Stühlen-Diss" geholfen hat. Von Interdisziplinarität wird zwar viel geredet, doch der akademische Betrieb mag 'diskursive und/oder methodische Anknüpfungspunkte', die bei einer interdisziplinären Arbeit in der üblichen Form fehlen können.

Für meine perspektivische Problemdiss bin ich auch rückblickend mit VS zufrieden. Hätte sie in das Nomos-Programm gepasst, wäre das meine Wahl gewesen.

PS Ich schätze den Metropolis Verlag.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von sforce81 » 25.11.2015, 12:00

Vielen Dank für Deine Einschätzung!
Auch meine Arbeit ist interdisziplinär. Kannst Du bitte noch einmal etwas näher auf Deine Erfahrungen mit Springer eingehen. Wie hoch war der Druckkostenzuschuss? Wie aufwändig waren die Formatierungsarbeiten, sprich wie lange hat es gedauert bis das Ganze in den Druck ging? Wie lange war die Produktionsdauer nach Druckfreigabe?

Der Nomos Verlag hat mir inzwischen auch ein Angebot gemacht. Die Kosten liegen hier allerdings mit rund 2.500€ deutlich höher und auch die Produktionsdauer ist mit 3 Monaten vergleichsweise lang. Zudem existiert keine Schriftenreihe, so dass meine Arbeit als Einzeltitel veröffentlicht werden würde. Letzteres muss ja allerdings nicht negativ sein!?

Der LIT Verlag hat zwar keine vergleichbaren Qualitätsstandards wie Nomos oder Mohr Siebeck. Dennoch zeigt sich der Lektor extrem bemüht. Er hat mir bereits mehrere Ansichtsexemplare zukommen lassen, die einen sehr ordentlichen Eindruck machen und hat auch schon zwei Schriftenreihen vorgeschlagen, in die meine Arbeit gut reinpassen würde. Auch was Layout und Formalia betrifft, hat man hier als Autor ein großes Mitspracherecht und auch die Weiterverwertung der eigenen Arbeit in Artikeln wird nicht beschränkt. Aus meiner Sicht passt daher das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Es stellt sich eben die Frage, ob man sich durch die Veröffentlichung der Diss. in einem weniger namhaften Verlag die Chancen auf eine wissenschaftliche Karriere verschlechtert.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von Hella » 25.11.2015, 13:16

Hallo Sforce,
Die Frage nach der Reputation eines Verlages in dem Themenbereich ist zwar ganz nett, aber auch nicht alles.
Meiner Meinung nach solltest du auch schauen, wie der Verlag mit Rezensionen umgeht: stellt er Exemplare zur Verfügung dafür, verschickt er sie selbstständig an passende Redaktionen o.ä. oder hat sogar Kontakte; oder musst du dich selber drum kümmern und die Rezensonsexemplare bezahlen/ von deinen Freiexemplaren abziehen? Ist der Verlag auf großen Konferenzen deiner Zielbereiche präsent?
Sehr gute Reputation bedeutet meist auch hoher Selbstkostenanteil, höherer Bücherpreis, nicht zwingend bessere Betreuung. Und wenn gerade irgendwelche Koryphäen was publiziert haben, bekommt deine Publikation im Marketing gar keine Beachtung mehr.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von sforce81 » 25.11.2015, 13:52

Hallo Hella,

ja, da gebe ich Dir vollkommen Recht! Darauf habe ich ebenfalls geachtet. LIT stellt bspw. kostenfrei 20 Rezensionsexemplare bereit und verspricht diesbezüglich alle Anfragen zu beantworten.
Auch versprechen im Grunde alle Verlage auf großen Ausstellungen und Konferenzen präsent zu sein. Überprüfbar ist dies für mich indes natürlich nicht.

Ich habe mir vorgenommen die ganze Sache in dieser Woche nochmals vor dem Hintergrund der hier geschilderten Erfahrungen und Hinweise zu überdenken und dann eine Entscheidung zu treffen.

Ich freue mich über weitere Anregungen.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von Hella » 25.11.2015, 14:34

sforce81 hat geschrieben:Hallo Hella,

Auch versprechen im Grunde alle Verlage auf großen Ausstellungen und Konferenzen präsent zu sein. Überprüfbar ist dies für mich indes natürlich nicht.
Du kannst das schon überprüfen indem du die in die Ausstellerübersicht der Konferenzen schaust.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von DoneXY » 25.11.2015, 17:33

sforce81 hat geschrieben:Kannst Du bitte noch einmal etwas näher auf Deine Erfahrungen mit Springer eingehen. Wie hoch war der Druckkostenzuschuss? Wie aufwändig waren die Formatierungsarbeiten, sprich wie lange hat es gedauert bis das Ganze in den Druck ging? Wie lange war die Produktionsdauer nach Druckfreigabe?
Die Kosten waren offenbar ähnlich hoch, wie bei Nomos. Die Formatierungsarbeiten habe ich selber nach den Verlagsvorgaben gemacht, das war eine dunkle Zeit. Ganz düster! "Meine" Verlagslektorein", die nur für Formalia zuständig ist, war mir keine große Hilfe. Der Druck ging sehr zügig. VS lässt mehrmals im Jahr drucken und wer nah an einem der Drucktermine abgibt, hält ratzfatz seine gedruckte Diss in den Händen.
sforce81 hat geschrieben:Zudem existiert keine Schriftenreihe, so dass meine Arbeit als Einzeltitel veröffentlicht werden würde.
Wenn Du interdisziplinär arbeitest, wird es schwer eine passende Reihe zu finden.
sforce81 hat geschrieben:Der LIT Verlag hat zwar keine vergleichbaren Qualitätsstandards wie Nomos oder Mohr Siebeck. Dennoch zeigt sich der Lektor extrem bemüht.
Ich hoffe, Du schreibst keine Arbeitszeugnisse.

Du kannst auch DV/DM fragen, was sie von dem LIT-Verlag halten.
sforce81 hat geschrieben:und auch die Weiterverwertung der eigenen Arbeit in Artikeln wird nicht beschränkt.
Ich glaube nicht, dass es einen Fachverlag gibt, der Mitarbeiter_innen damit beschäftigt Fachzeitschriften zu lesen. Wer soll merken, ob Du aus einem Kap. Deiner Diss noch einen Artikel strickst?
sforce81 hat geschrieben:Es stellt sich eben die Frage, ob man sich durch die Veröffentlichung der Diss. in einem weniger namhaften Verlag die Chancen auf eine wissenschaftliche Karriere verschlechtert.
Ich denke, eine solche Bedeutung wird der Verlag nicht haben. Ein Ramschverlag sollte es nicht gerade sein, doch wird der Verlag sicherlich kein bedeutendes Kriterium sein.

Als ehemaliger Beschaffer für eine Forschungsbibliothek kann ich Dir lediglich sagen, dass ich mir Prospekte von einigen Verlagen intensiver angesehen habe als die anderer Verlage. Vor die Wahl gestellt, sich bei engem Budget zwischen einem Buch aus dem Renommee-Verlag oder einem aus dem Saure-Gurken-Verlag zu bestellen, wird die Entscheidung sicherlich auch vom Verlag beeinflusst.

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Re: Die Verlagsfrage

Beitrag von sforce81 » 26.11.2015, 12:57

Hallo DoneXY,

nein, glücklicherweise schreibe ich keine Arbeitszeugnisse. :P

Vielen Dank noch einmal für deine Schilderungen.

Mein DV konnte mir in der Verlagsfrage leider gar nicht weiterhelfen. Er selbst kennt auch nur namhafte Verlage.

Mittlerweile schwanke ich zwischen Nomos, Springer und LIT. Dabei ist es noch nicht einmal unbedingt die Kostenfrage, sondern vor allem auch die Produktionszeit und der Formatierungsaufwand, die mich bei den beiden erstgenannten etwas abschrecken. Denn ich muss zur Führung des Doktortitels mal langsam die Pflichtexemplare beischaffen...Das soll nach Möglichkeit nicht mehr 3 Monate dauern.

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