Interviewanfrage richtig starten/formulieren

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Interviewanfrage richtig starten/formulieren

Beitrag von lenusbaum » 13.10.2015, 10:42

Liebe Denker und Denkerinnen,

ich schreibe an meiner Diss im sozialwissenschaftlichen Bereich und möchte noch in diesem Jahr mit der Datenerhebung beginnen. Dazu will ich lebensgeschichtliche Interviews mit Studierenden führen.

Da ich beruflich in die Hochschule eingebunden bin, habe ich auch Kontakt zu den entsprechenden Dekan_innen der Fachbereiche und das "OK" von ihnen zur "Beforschung" der Studis.

Mein Plan ist es, meine Interviewanfrage nächste Woche persönlich in einer Vorlesung zu starten: Ich habe zu Vorlesungsbeginn einige Minuten Zeit, um mich und mein Forschungsvorhaben vorzustellen. Es handelt sich nicht um ein sensibles Thema, sodass ich nicht befürchten müsste, potentielle Interviewpartner_innen hätten deshalb Hemmungen. Nachdem ich mein grobes Forschungsinteresse erläutert habe, will ich eine Liste herumgehen lassen, in die die Studis Name + Email-Adresse eintragen können, wenn Sie Interesse an einem Interview haben.

Was haltet ihr von diesem Vorgehen? Hat jemand vielleicht schon Erfahrungen damit gemacht, Studierende (oder andere) für ein Interview zu gewinnen und kann darüber berichten?

Ich habe etwas Angst davor, dass niemand Interesse daran hat, 1-2 Stunden Zeit zu investieren - ohne Gegenleistung sozusagen. Ich werde natürlich versuchen, deutlich zu machen, dass meine Forschung auch für ihren Fachbereich relevant ist und die Studis für mich sehr wichtig als Gesprächspartner_innen sind.. fällt euch noch was ein, wie ich die Interviewanfrage "schmackhaft" machen kann (ohne Bestechung ;)?

Ich danke euch für eure Unterstützung,
lenusbaum

Peterle
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Re: Interviewanfrage richtig starten/formulieren

Beitrag von Peterle » 13.10.2015, 10:52

Ich würde noch eine Verlosung o.ä. anbieten. Interview ohne Entgelt sind bei uns eher unüblich, aber mit einer Chance auf einen Gutschein o.ä. kann man die Leute schon nochmal locken :D

algol
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Re: Interviewanfrage richtig starten/formulieren

Beitrag von algol » 13.10.2015, 11:27

Ich würde keine Liste rumgeben, um persönliche Daten einzutragen.
Da kann jeder nächste in der Reihe sehen, wer sich eingetragen hat und die Email-Adressen.
Bei kleinen Seminaren mag das gehen.
Aber im Audimax würde ich das nicht machen. Da weiß man ja noch nicht mal, ob die Liste wieder ankommt... (ich denke da so an meine Hörsaal-Erinnerungen zurück. 8) )
Eher eine Möglichkeit geben, sich bei Dir zu melden (nach der Vorlesung, im Flur, ...)

lenusbaum
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Re: Interviewanfrage richtig starten/formulieren

Beitrag von lenusbaum » 13.10.2015, 13:03

Danke für eure Antworten!

Achso, das habe ich nicht erwähnt: Ich stelle mein Vorhaben in einem kleineren Seminar mit max. 40 Also keine Audimaxverhältnisse. Von daher fand ich die Liste praktikabel...

Aber @ algol: Ich werde definitiv noch kommunizieren, wie sich die Studierenden bei mir melden können - zumindest meine Kontaktdaten weitergeben. Anschließend auf dem Flur warten geht schlecht, da ich zu Beginn des Seminars dort sein werde und schlecht 90 Minuten warten kann, bis die Veranstaltung zu Ende ist :/...

@ Peterle: An eine Verlosung habe ich auch schon gedacht... Das werde ich vielleicht machen - mit einem Amazon-Gutschein oder so..? Mh. Bei euch wird Studierenden, die in Erhebungen einbezogen werden, grundsätzlich etwas gezahlt? Finde ich ja spannend, das kenne ich so nicht als Regelfall.

Traudel
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Re: Interviewanfrage richtig starten/formulieren

Beitrag von Traudel » 13.10.2015, 17:30

Hallo lenusbaum, willkommen!
Meiner (Fremd-)Erfahrung nach ist das persönliche Abholen (Abgreifen :D ) der Studierenden die wirkungsvollste Rekrutierungsmethode. Rundmails und Aushänge können ein Zusatz sein, sind aber nicht so effektiv wie der persönliche Appell unter Ansicht der (lieben, vertrauenserweckenden, verzweifelten, autoritären, flehenden...) Visage des Forschenden. Daher mein Rat: Sprich sämtliche Lehrende an, ob Du 2 Minuten ihrer Lehrveranstaltung (besser am Ende, um abzugreifen!) bekommen könntest! Ich kenne ja Deine Stichprobenkriterien und -größe nicht, aber gehe ruhig fachübergreifend vor und nimm den zeitlichen Aufwand auf Dich.
Im Übrigen würde ich definitiv ein Gewinnspiel einbauen - und zur Not nen Fuffi für den Amazon-Gutschein aus eigener Tasche springen lassen... schließlich zahl(t)en wir für unsere Promotionsprojekte allesamt einen deutlich höheren (nervlichen) Preis, da machen fuffzig Flocken den Braten auch nicht fett :lol:

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