Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

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Nerox
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Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von Nerox » 30.09.2015, 17:03

Hallo an alle,

ich bin neu hier und hoffentlich an der richtigen Adresse - und werde versuchen, mich kurzzufassen.

Ich stecke zur Zeit in folgender Situation: ich habe einen abgeschlossenen Bachelor in internat. BWL (Abschlussnote sehr gut, 7 Semester Vollzeit, 210 ECTS, 2 Auslandssemester) einer deutschen Universität und viele Monate Praktika hinter mir (renommierte Unternehmen).
Leider bin ich auf Grund persönlicher Umstände die nächsten paar Jahre (mindestens 3-4) sowohl örtlich sehr gebunden als auch nicht in der Lage, irgendwo einen Vollzeit-Master o.ä. aufzunehmen. Man könnte diese Situation, in der ich jetzt stecke, mit einer Halbtagsstelle vergleichen, die ich die nächsten Jahre nicht kündigen kann/will. Hier alles zu erklären wäre zu aufwendig, es ist keine schlimme Sache und definitiv jedem der fragt vernünftig erklärbar.

Ich habe in meinem Bachelor bereits eine 40-seitige, mit sehr gut bewertete Bachelorthesis verfasst. Hauptteil war die Entwicklung eines eigenen quantitativen Modells mittels VBA. Der nächste "logische" Schritt wäre ja nun ein Master. Gerade im Bereich BWL/Management gibt es viele Master-Angebote, die nur ein Jahr dauern. Dies ist mir aber nicht möglich, da diese Studiengänge alle Vollzeit sind und mit Ortswechsel verbunden wären. Eine einzige Alternative wäre somit ein Master in Wirtschaftswissenschaften im Fernstudium Teilzeit, wie von der Fernuni-Hagen. Und hier sehe ich folgende Probleme:
-Der Master dauert in Teilzeit 3 Jahre, das ist mir für ein Aufbaustudium dann doch zu lang
-Der Master schließt mit einer 50-seitigen Masterthesis ab. Mir ist klar, dass der Umfang nichts über die Qualität aussagt, allerdings habe ich an meiner 40-seitigen Bachelorthesis bereits fleißig entwickelt und geforscht (welche natürlich ziemlich ausbaufähig ist). Ich sehe keinen großen wissenschaftlichen Zugewinn, 3 weitere Jahre in Teilzeit zu studieren, um am Ende quasi eine zweite Bachelorarbeit zu schreiben (auch wenn hier viele widersprechen werden). Andere Masterarbeiten im Bereich Naturwissenschaften haben bereits einen Umfang von 80-120 Seiten + Quellen, da würde ich durchaus noch mehr Sinn drin sehen.


Meine Frage ist nun: ist mir unter gegebenen Umständen irgendwie der Zugang zu einer externen Promotion möglich? Alle mir bisher untergekommenen Promotionsordnungen verlangten einen Master/Diplom/Staatsexamen. Mir geht es primär darum, dass ich, auch wenn ich teilweise nicht in die formalen Kriterien passe, sehr sehr gerne einen Doktorvater von meinem Können überzeugen möchte. Ein solcher Versuch lohnt sich aber nicht wenn ich bereits von der Promotionsordnung her als Kandidat ausgeschlossen bin. Ich habe bereits ein paar konkrete Ideen und könnte mindestens ein vollständiges Exposee innerhalb eines angemessenen Zeitraums auflegen. Ich sehe nur wenig Sinn für meine wissenschaftliche Laufbahn, ein 3-jähriges Master-Studium der FernUni Hagen aufzusatteln, nur um den Formalen Kriterien zu entsprechen.

Weitere Faktoren:
-Mir ist die eigentliche Promotionsdauer relativ egal (sprich, ich bin bereit, das Vorhaben über mehrere Jahre durchzuziehen, um meine viele Freizeit die ich im Moment habe mit etwas Sinnvollem zu füllen. Der eigentliche Titel ist mir dabei relativ egal, es geht mir mehr um meine persönliche wissenschaftliche Weiterbildung)
-Die Finanzierung wäre für die Zeitspanne gesichert
-Ich habe kein Problem mit einer externen Promotion im Ausland, solange es sich nicht um unseriöse Scheinuniversitäten oder dergleichen handelt.


Sollte irgendjemand Ideen, Adressen oder dergleichen haben, bin ich über eine Antwort sehr dankbar! Sollte es Unis geben, die BAchelorstudenten in Ihrer Promotionsordnung zulassen, so würde ich mich über ein paar Namen freuen!

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Twinkies
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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von Twinkies » 30.09.2015, 17:39

Hallo Nerox,

puh, also ich glaube in Deutschland kommst du mit einem BA nicht weit in Sachen Promotion. Bitte korrigiere mich jemand wenn ich da falsch liege. Aber es hat schon einen Sinn, nur mit Master/Diplom die Promotionsvoraussetzung zu erfüllen - es ist eben in der Regel doch noch mal ein anderer Anspruch vorhanden als im BA. Da stellt sich mir schon die Frage, wenn dir ein Masterstudium schon zu lange ist, wie du da eine Promotion durchziehen willst. Wieso willst du den Schritt überspringen, wenn dir doch das Fachliche so wichtig ist? Dass deine momentane Ortsgebundenheit gegen einen Master spricht, verstehe ich zwar, aber warum du dann nicht den Master im Fernstudium machen willst, finde ich nicht so nachvollziehbar. Weil du keine Lust hast, dich 3 Jahre mit dem Stoff zu beschäftigen?

Ansonsten gibt es in den USA Graduate Schools bzw. Programme, die Master und Promotion vereinen. Diese Programme gehen auch über 5-6 Jahre und auch da müsstest du zuerst noch Seminare auf Master-Level absolvieren. Inwieweit du an einem solchen Programm aus der Ferne teilnehmen kannst, weiß ich allerdings leider nicht. Es gibt in den USA an vielen Unis auch Fernstudiumsmöglichkeiten, aber diese sind oftmals sehr, sehr teuer und die Qualität der Lehre lässt da leider häufig zu wünschen übrig...

flip
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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von flip » 30.09.2015, 18:20

Sowas ist natürlich nicht einfach so möglich, vor allem nicht mit der Argumentation:

"Ich bin leider örtlich gebunden, also muss ich einen Bildungsabschluss überspringen. Den brauche ich ja eh nicht, weil ich so gut bin."

Möchtest du nicht vielleicht direkt als Bereichsleiter im Unternehmen anfangen und die Promotion überspringen? Das solltest du doch auch hinreichend begründen können. :roll:
Sorry, aber da fehlt mir jegliches Verständnis.

Green Goddess
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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von Green Goddess » 30.09.2015, 18:30

Dass ich keine PO kenne, die B.Sc./B.A.-Promotionen zulässt, mag nichts heissen.

Gesetzt den Fall, du fändest eine solche Uni, so sitzt du dann jmd gegenüber, der/die im MA-Bereich VL hält, und sich einbildet, zu Recht oder zu Unrecht sei dahingestellt, die Betreuung durch ihn/sie wäre ein Mehrwert für die Studierenden gegenüber reinem Lesen entsprechender Literatur. Wie will du sie überzeugen, dass es nun wiederum für sie einen Mehrwert bedeutet, dich anzunehmen? Will Prof. den Beinamen haben "bei ihm/ihr können Bachelors dissen"? Will Prof den zu erwartetnden Unmut am LS, weil sich die Übrigen durch die Tretmühle der Sklaverei hochgedient haben und nun jmd auf dem Königsweg zur Promotion sehen? Kannst du auf die Frage, warum du nicht erst -wie alle anderen- den Weg über Master gehst, anderes antworten als "Ich habe nicht die Zeit, einen Master-Studiengang zu absolvieren und sehe zudem eine MA-Arbeit als unter meinem Niveau an."? Solche Argumentation ist IMHO nicht geeignet, deine Position zu stärken.

Sieh es aus deren Sicht! Ein B.Sc./B.A. als Promovend würde die Forschungsgruppe ENTWERTEN. Als Bachelor in dem Bereich wird dir die Verbindung von Ansehen und Drittmittelzugriffsmöglichkeiten einleuchten.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, nach diplomatischen Formulierungen zu suchen, denn einige der o.a. Fragen würden dich treffen, falls -und das ist aus meiner Sicht eher ein FALLS- du eine PO findest, die dir den "Formalkram" erlässt.

*edit Typo

Nerox
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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von Nerox » 30.09.2015, 18:47

Hallo Twinkies, hallo Green Godess,

vielen Dank für eure Einschätzungen. Das Ganze leuchtet schon ein. Es ist nicht so, dass ich nicht die Zeit habe einen Master-Studiengang zu absolvieren. Die Problemstellung ist eher, dass ich durch meine persönliche Situation sehr eingeschränkt bin bei der Master-Wahl (beziehungsweise zur Zeit nur ein Fernstudiengang in Frage kommt). Ich wollte weiß-gott-nicht den Master verteufeln und ich gehe davon aus, dass in vielen Masterprogrammen wissenschaftlich wertvolle Masterarbeiten geschrieben werden (ob nun ein- oder zweijährig) - deshalb auch der Verweis auf die Naturwissenschaften, in denen ich ein paar Beispiele kenne.
Nur sagt mir das Programm der FernUni-Hagen eben nicht so wirklich zu wenn bereits in dem Curriculum erwähnt wird, die Masterarbeit soll einen Umfang von 50 Seiten haben (ich fände es wesentlich seriöser, entweder keinen Umfang zu nennen - da dies immer individuell ist - oder bei der Vorbereitung dann auf einen Richtwert hinzuweisen. So war es bereits schon bei meiner Bachelorarbeit). Anders also: Meine Angst ist eben, dass ich nach 3 Jahren FernUni nicht viel schlauer bin als vorher (ich weiß, ich kann mich auch individuell weiterbilden) und das nur, um den Titel M.Sc. zu tragen. Wie gesagt, einem guten Master an einer guten Uni stehen eigentlich nur die persönlichen Umstände entgegen.

Die Frage war daher nach Alternativen, auch in Richtung Promotion. Denn dort weiß ich, dass durchaus viele Leute neben dem Beruf extern promovieren - und nach diesen Möglichkeiten wollte ich mich erkundigen. Aber Green Godess Argumentation ist Einleuchtend genug, mich bei einem Professor nicht zu blamieren - den Wert eines FernUni-Hagens Abschlusses (den ich natürlich im Voraus nicht beurteilen kann) mal dahingestellt (also ob ich dann mit Fernstudium angenommen werden würde). Vielen Dank also für euren Input!

@flip: Vielen Dank für die Nicht-Beantwortung der Frage. Wo du die Informationen hernimmst, ich würde mich für "so gut" halten, ist mir gerade nicht einleuchtend. Ebenfalls habe ich an einem Bereichsleiterjob ohne nähere Informationen keinen Bedarf. Vielleicht möchtest du deine Interpretation ja mal mit Quellen belegen - Zitiertechniken sollten dir ja bekannt sein.
Nichts für ungut.

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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von algol » 30.09.2015, 20:40

Nerox hat geschrieben: Nur sagt mir das Programm der FernUni-Hagen eben nicht so wirklich zu wenn bereits in dem Curriculum erwähnt wird, die Masterarbeit soll einen Umfang von 50 Seiten haben (ich fände es wesentlich seriöser, entweder keinen Umfang zu nennen - da dies immer individuell ist - oder bei der Vorbereitung dann auf einen Richtwert hinzuweisen. So war es bereits schon bei meiner Bachelorarbeit). Anders also: Meine Angst ist eben, dass ich nach 3 Jahren FernUni nicht viel schlauer bin als vorher (ich weiß, ich kann mich auch individuell weiterbilden) und das nur, um den Titel M.Sc. zu tragen. Wie gesagt, einem guten Master an einer guten Uni stehen eigentlich nur die persönlichen Umstände entgegen.
Wie kannst Du das Angebot von Hagen so deutlich beurteilen, dass Du in 3 Jahren da nichts lernen würdest, was Du jetzt nicht schon kannst?
Es gibt außer Hagen viele andere Hochschulen, die einen Master im Fernstudium anbieten. Wenn man eine Möglichkeit sucht, kann man eine finden.

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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von mantor » 01.10.2015, 00:19

Nur ganz kurz: Ich stimme meinen Vorrednern zu und halte den Master auch für sinnvoll, weil dort eben noch einmal andere Dinge gemacht werden, Wissen wird intensiviert, etc. Außerdem: An eine Masterarbeit werden andere Ansprüche angelegt als an eine Bachelorarbeit. Das nur von der Seitenzahl abhängig zu machen, halte ich für falsch: 50 Seiten eine Doktorarbeit sollten schließlich auch anders aussehen als 50 Seiten einer Masterarbeit. Dein Hinweis auf die Problematik der Angabe einer Seitenzahl in einer Prüfungsordnung verstehe ich nicht: Ich stelle mir gerade vor wie es wäre, wenn ich mit jedem Studi einzeln absprechen müsste, wie lang denn nun seine Arbeit werden soll. Wie soll ich dann beraten, welches Thema sinnvoll für eine Examensarbeit ist, wenn der eine dreißig Seiten schreibt und der andere dreihundert? Wie vergleiche ich die Arbeiten dann?

Aber zurück zu Deiner Frage: Was die formalen Anforderungen angeht, verweise ich auf einen Auszug aus dem LHG Ba-Wü.

(3) Zur Promotion kann als Doktorandin oder Doktorand in der Regel zugelassen werden, wer

1. einen Masterstudiengang,
2. einen Studiengang an einer Universität, Pädagogischen Hochschule oder Kunsthochschule mit einer mindestens vierjährigen Regelstudienzeit oder
3. einen auf einen grundständigen Studiengang aufbauenden Studiengang an einer Universität, Pädagogischen Hochschule oder einer anderen Hochschule mit Promotionsrecht mit einer Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat.

Für besonders qualifizierte Absolventinnen und Absolventen von Bachelorstudiengängen und Staatsexamensstudiengängen, die nicht unter Satz 1 fallen, regelt die Promotionsordnung die besonderen Zulassungsvoraussetzungen.

Du müsstest also in die einzelnen Promotionsordnungen (etwa in Ba-Wü) schauen, wie es dort geregelt ist.

An meiner Universität lässt die Promotionsordnung meiner Fakultät (man beachte die doppelte Einschränkung) die Promotion mit Bachelor zu, wenn es 1. ein Exposé gibt, 2. der Betreuer es befürwortet und 3. der Promotionsausschuss zustimmt.

Traudel
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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von Traudel » 01.10.2015, 06:59

Hallo zusammen!
Gestern konnte ich irgendwie meinen Beitrag nicht absenden, und nun sehe ich, dass vieles schon geschrieben wurde... ich copy-paste trotzdem mal meinen gestrigen Beitrag, weil es hier noch um die nicht erwähnten Fast-Track-Möglichkeit geht. Also:

Lieber Nerox, es gibt doch diese Fast-Track-Geschichten.
Lies mal z.B. http://www.e-fellows.net/Studium/Studie ... t-Bachelor

Da von "hohen Hürden" die Rede ist, möchte ich Dich aber dennoch ermutigen, vielleicht doch den Master zu machen. Ein Promotionsprojekt kann verdammt heavy sein... Weitere Jahre im wiss. Kontext sind da sehr empfehlenswert, und noch einmal eine Masterarbeit als Feuerprobe und Selbsttest (Ist das wiss. Arbeiten und Schreiben wirklich das Richtige für mich, und halte ich es mehrere Jahre durch??) zu absolvieren, erachte ich für sehr, sehr wichtig.

Aber das ist natürlich Deine Entscheidung.
Ich habe noch einen oldschool Magisterabschluss. Mir stellte sich die Frage also nie. Allerdings rückblickend würde ich mich nach meinen ersten 7 Semestern nicht als promotionsbereit einstufen wollen... die 11 Semester :oops: waren schon hilfreich :D

Hast Du denn eine SHK-Stelle (gehabt)? Kennst Du die Innenperspektive des Unizirkus'?
LG und viel Erfolg,
Traudel

Lucy
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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von Lucy » 01.10.2015, 08:56

LIeber Nerox,

wie du glaubte ich vor vielen(!) Jahren, ich sei schon gut genug und ich wüsste alles. Lol. Ich hatte ein Lehramtsstudium und einen Magister, jeweils mit sehr gut. Die vielen Jahre – und die vielen, vielen Seiten – die ich dann noch für die Promotion draufgesetzt habe, betrachte ich im Nachhinein keineswegs als unnötig. Mein Rat: mach einfach den Master. Dann wirst du schon sehen...

itsme
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Re: Promotion mit meinen Voraussetzungen formal überhaupt möglich?

Beitrag von itsme » 01.10.2015, 11:22

Ich wundere mich ein bisschen, warum du (@OT) nur zwei Möglichkeiten, also Master und/oder Promotion prüfst. Als BWLer gäbe es da noch den MBA als dritte Option, die je nachdem, was du für die Zukunft planst, vielleicht noch am ehesten passt. Aaaaalso:

Option 1) M.A. oder M.Sc. in BWL
"Klassischer" Weg für alle, die nach dem BWL-Studium mittelfristig Führungsaufgaben anstreben. Oft mit einer Mischung aus anwendungs- und forschungsorientierten Inhalten. In der Regel Vollzeit mit Anwesenheitspflicht, da aufbauend auf ein grundständiges Studium. Einzelne Fernstudienangebote (Hagen, private Hochschulen). Anspruchsniveau der Master-Thesis variiert, allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass es gerade die Begrenzung auf eine Seitenzahl ist, die eine intellektuelle Herausforderung darstellt. Viele renommierte Journals haben ebenfalls eine strikte Vorgabe für eine Seitenzahl, denn es geht ja darum, Erkenntnisse zu verdichten und kompakt zu präsentieren, gerade dann, wenn man quantitativ arbeitet. Klassischer Pool für die Rekrutierung von späteren Doktoranden durch inhaltliche Schwerpunktsetzung im Studium.

Nachtrag: Ein einjähriger Master reicht übrigens vielleicht nicht für eine Promotion, insbesondere dann nicht, wenn diese an einer anderen Hochschule gemacht wird. Das Problem haben häufig diejenigen, die in den Niederlanden die dort üblichen anwendungsorientierten Master machen. In D. wird - offen oder stillschweigend - oft ein konsekutiver, forschungsorientierter und akkreditierter Master vorausgesetzt, d.h. ein 3jähriger Bachelor plus ein 2jähriger Master.

Option 2) Fast-Track-Promotion in BWL
Weg für diejenigen, die mittelfristig in der Wissenschaft bleiben wollen. Formal durchaus möglich, aber als Option vorgesehen für absolute Ausnahmetalente (Größenordnung: der 15jährige Nordkoreaner, der Sheldon in TBBT in eine böse Sinnkrise stürzt). Extern möglich, aber unwahrscheinlich, da viele Unis in der BWL auf strukturierte Promotionen (d.h. wieder Vollzeit und Anwesenheitspflicht) umstellen. Grund: Übernahme des US-amerikanischen Systems der Graduate Schools (idR fünf Jahre, werden nach einem Bachelor-Degree begonnen und beinhalten eine Kombination aus Master und Ph.D.).

Option 3) Executive MBA, MBA oder DBA
In den USA Lösung für Quereinsteiger mit ein paar Jahren Berufserfahrung, da der Bachelor in der Regel breiter aufgestellt ist (Spezialisierung nur durch Hauptfächer). In Deutschland oft als Weiterqualifikation für BWL-B.A.s mit Berufserfahrung. Inhalte weniger forschungsorientiert als in einem M.A. oder M.Sc. Viele Fernstudienangebote, in der Regel kostenpflichtig. Nur eingeschränkt nutzbar für eine wissenschaftliche Laufbahn, aber durchaus anerkannt außerhalb der Wissenschaft. Ggf. die Gelegenheit Inhalte aus der praktischen Berufserfahrung einzubringen.

Die meisten offenen Fragen (Ausnahmetalent ja/nein, Zahlungsbereitschaft für private Hochschule ja/nein, ...) kannst nur du beantworten. Wenn es dir aber um den "Zeitvertreib" geht und du nicht nach deiner jetzigen Station in die Wissenschaft einsteigen möchtest (was eine hohe Mobilität voraussetzt), dann läge ein interessantes Studium vielleicht näher als das unabhängige Forschen. Wg. Hagen: Ich könnte mir vorstellen, dass die Master-Thesis vergleichsweise kurz ist, weil aufgrund des Fernstudienkonzepts man während des Studiums umfangreichere Seminararbeiten abgeben muss. Dafür gibt es dann wahrscheinlich weniger Präsenzprüfungen und Präsentationen.

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