was ist eine "draftversion"?

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michi
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was ist eine "draftversion"?

Beitrag von michi » 01.09.2015, 21:05

Für ein Stipendium muss ich eine Draftversion meiner Dissertation abgeben. Was würdet ihr darunter verstehen? Einfach den momentanen Stand der Arbeit? Aber das kann man doch so unfertig niemandem geben, oder? Ich meine, in meiner Arbeit gibt es Kapitel, die schon fertig sind, aber andere bestehen stellenweise noch aus Stichworten, die Argumentation ist noch nicht in der richtigen Reihenfolge, es fehlen einige Quellen, es muss vieles noch gekürzt werden usw... was würdet ihr da tun?

Vielen Dank für eure Hilfe,

Michi

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Doc-Wolfi
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von Doc-Wolfi » 02.09.2015, 11:57

Ich würde erstmal nachfragen. Grundsätzlich ist ein Draft tatsächlich ein Entwurf, aber vielleicht genügt ihnen ja das aktuelle Inhaltsverzeichnis?
Wolfi

elbu
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von elbu » 02.09.2015, 12:42

Ich würde darunter eine Entwurfsfassung verstehen, also schon eine vollständige Fassung, die aber noch nicht fertig (d.h. überarbeitet) ist. I.d.R. gibt es verschiedene Entwurfsfassungen – Rohfassung oder First Draft, und dann folgende Überarbeitungsversionen.
Dass also noch nicht alles in der richtigen Reihenfolge ist und vieles noch gekürzt werden muss, ist für eine Rohfassung m.E. OK. Aber wenn manche Kapitel noch nicht existieren, sollte da auch eine Rohfassung her.
Entscheidend für den Zustand, in dem Du das einreichst, wäre m.E. das Ziel --> also was wollen die damit, das kannst Du in der Tat am Besten durch Nachfragen herausfinden.
Viel Erfolg
elbu

michi
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von michi » 02.09.2015, 14:51

Danke für eure antworten. Ich hätte das genauso gesehen, wollte aber noch sicher gehen, bevor ich nachfrage. Ich dachte schon, dass "draftversion" vielleicht eine spezielle Bedeutung hat, die nur ich nicht kenne :)

michi
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von michi » 04.09.2015, 08:35

Die wollen wirklich die vollständige derzeitige arbeitsversion der Diss haben - die gebe ich aber gar nicht gerne aus der Hand :(

Aber es wird mir wohl nichts übrig bleiben...

Sebastian
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von Sebastian » 13.09.2015, 23:33

michi hat geschrieben:die gebe ich aber gar nicht gerne aus der Hand :(
Danke für die Rückmeldung - und die Sorgen kann ich nachvollziehen. Bei anerkannten Stipendiengebern sollte das kein Problem sein. Ansonsten habe ich auch schon Menschen gehört, die zum Nachweis ihrer geistigen Urheberschaft ein Exemplar desselben Standes an einer dritten Stelle hinterlegt haben, die das entsprechend hinterher würde bezeugen können. Aber wenn man sich vor Ideenklau fürchtet (und nicht nur für die eigene Arbeitsweise und Unfertigkeit geniert), überzeugt mich das auch nicht so ganz.
Viel Erfolg!

Sebastian

michi
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von michi » 14.09.2015, 11:45

Stipendiengeber wäre in dem Fall die eigene Uni. Ich weiß nicht. Ich finde es einerseits unangenehm, fremden Menschen einen Einblick in meine doch ziemlich chaotische Arbeitsweise geben zu müssen. Normal gebe ich unfertige Texte überhaupt niemandem zu lesen.
Andererseits schwingt natürlich auch ein bisschen die angst mit, dass mir jemand Ideen klauen könnte. Wer sagt mir denn, dass in dem anonymen Komitee nicht jemand aus meinem Fachbereich sitzt?

Ich könnte freilich meinen draft auch bei meiner DM deponieren, aber der will ich das so eigentlich noch nicht zeigen :(
Was meint ihr?

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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von algol » 14.09.2015, 13:15

Kannst Du nur einen Teil rausgeben?
Weiß ja keiner, wie viel Du derzeit wirklich hast.

itsme
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von itsme » 14.09.2015, 13:36

michi hat geschrieben:Ich finde es einerseits unangenehm, fremden Menschen einen Einblick in meine doch ziemlich chaotische Arbeitsweise geben zu müssen. Normal gebe ich unfertige Texte überhaupt niemandem zu lesen.
Andererseits schwingt natürlich auch ein bisschen die angst mit, dass mir jemand Ideen klauen könnte. Wer sagt mir denn, dass in dem anonymen Komitee nicht jemand aus meinem Fachbereich sitzt?
Zu dem "einerseits": Damit bist du nicht allein und ich bin mir sicher, dass deine Diss nicht unter denen hervorsticht, die dieser Kommission schon vorliegen. Es gibt sicher Leute, die diszipliniert Kapitel für Kapitel schreiben, aber ich bei verschiedenen Gelegenheiten (z.B. Sammelbände) schon viele Versionen gesehen, in denen Platzhalter ("HIER WEITER AUSFÜHREN!!!") und Kommentare ("QUELLE GUT???") enthalten waren.

Zu "andererseits": Arbeitest du empirisch? Der Ideenklau an und für sich ist ja nicht die Gefahr, so lange die Kommissionsmitglieder keinen Zugang zu Rohdaten haben und mit zwei, drei Klicks Publikationen zusammenstoppeln können. Alternativ: Vielleicht kannst du z.B. Grafiken unkenntlich machen, so dass die Grafik noch grob zu erkennen ist, aber keine konkreten Informationen mehr entnommen werden können? Vielleicht geht das auch für Tabellen. Dann haben die Kommissionsmitglieder schon mal weniger in der Hand und können zwar deine Idee bewundern, aber nicht imitieren.

michi
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Re: was ist eine "draftversion"?

Beitrag von michi » 15.09.2015, 17:25

OK, das nimmt mir nun zumindest die Sorge, meine Version könnte nicht gut genug sein.

Empirisch arbeite ich nicht, mache eine Literaturarbeit, die sich v.a. auf Primärquellen stützt. Die gebe ich natürlich nicht her, aber dennoch hätte ich ziemliche Angst, dass mir jemand meine Ideen klaut. Ich denke, ich werde die Draftversion wohl oder übel auch bei meiner DM deponieren. Die Idee ist wirklich gut, danke!

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