Publizieren / Vortragen: Mit dem Doktorvater oder alleine?

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Arizona
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Publizieren / Vortragen: Mit dem Doktorvater oder alleine?

Beitrag von Arizona » 30.08.2015, 01:28

Hallo,

ich promoviere in einem gesellschaftswissenschaftlichen Fach. Da sich bei mir von Betreuerseite aus nichts getan hat, habe ich ziemlich bald selbst das Zepter in die Hand genommen und mich auf Tagungen beworben sowie bei Zeitschriften und Calls for Papers Artikel und Abstracts eingereicht. Alles im Alleingang, Unterstützung gab es nur in Form von "Drüberlesen" sowie wirklich sehr wenigen Anmerkungen (wenn es um die Texte ging) - das ist aber eh immer so. Dennoch denke ich, dass es auch ganz sinnvoll sein kann, mal was gemeinsam zu machen in Form von Vorträgen oder Publikationen, auch um nach außen eine wissenschaftliche Heimat zu signalisieren. Aber würdet ihr das überhaupt ansprechen oder machen? Eigentlich komme ich mittlerweile auch gut alleine klar, habe mir Kontakte aufgebaut und es stehen immer wieder irgendwelche neuen Deadlines an, sodass ich im Moment nicht mal dazu komme, einen abgelehnten Artikel zu überarbeiten und erneut woanders einzureichen. Andeutungen von Betreuerseite, "mal was zusammenzumachen", gab es zwischendurch, aber eben auch nur Andeutungen und nie etwas Konkretes. Ist das nach der Promotion nur von Vorteil, immer als einziger Autor auf den Publikationen zu stehen, oder kann es am Ende auch zum Nachteil werden á la "Der/die wurde gar nicht gefördert vom Betreuer." oder "Das ist ein Einzelgänger und Eigenbrödler." oder "Die Publikationen sind dann ja eh nicht viel wert."?

Ich freue mich auch, zu erfahren, welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt.
Arizona

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Traudel
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von Traudel » 30.08.2015, 08:49

Hallo Arizona,

Dein Engagement ist doch echt lobenswert - selbst ist der Mann/die Frau!
Aber eine wichtige Frage in dem Kontext: Promovierst Du intern oder extern? Oder habe ichs überlesen?
LG Traudel

elbu
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von elbu » 30.08.2015, 11:14

Hallo Arizona,
meiner Wahrnehmung nach ist das in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern häufig so. Warum sollte eine Publikation weniger wert sein, wenn Du sie allein erstellt hast und sie daher ohne "großen Namen" einem Auswahlverfahren standgehalten hat? Ich habe meinem DV noch nie einen meiner Artikel vorher zu lesen gegeben :oops: , für mich hatte das nie was mit ihm zu tun, aber ich promoviere auch extern. (Hab sie ihm eher hinterher zu lesen gegeben als es darum ging, wie ich es in die Diss einbinde)
Klar ist es auch sinnvoll, was gemeinsam zu machen, aber nur wenn es passt... das ist meine Meinung dazu.
viele Grüße
elbu

Doc-Wolfi
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von Doc-Wolfi » 30.08.2015, 15:58

Hallo Arizona,
der Betreuer kommt sich vielleicht inzwischen überflüssig vor? *grins* Aber es wäre doch eine Überlegung, etwas zu zweit zu machen. Manchmal kann man zu zweit mehr schaffen als alleine. Manche Methoden wie z.B. systematic review, setzen sogar zwei Forscher voraus.
Viele Grüße,
Wolfi

Arizona
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von Arizona » 30.08.2015, 18:13

Traudel, ich arbeite am Institut, aber nicht am Betreuerlehrstuhl. Für die Promotion habe ich ein Stipendium.
Zum Lesen gegeben habe ich die Texte vor allem deshalb, um nicht den Anschein zu erwecken, völlig eigenmächtig zu handeln und um auf dem Laufenden zu halten. Die Vorträge und Publikationen haben schließlich auch mit dem Diss-Thema zu tun. Mir scheint das bei uns auch eher unüblich zu sein. Die Internen publizieren meist erst nach der Promotion alleine und die externen Doktoranden gar nicht, soweit ich weiß.

flip
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von flip » 31.08.2015, 15:30

Ich glaube, das Optimum liegt irgendwo in der Mitte.

Publiziert man zu viel, nur mit seinem Betreuer oder den immer gleichen Leuten, kommt schnell der Verdacht auf, dass man alleine nichts kann.
Publiziert man nur alleine, wird man als nicht-teamfähig abgestempelt.

Wenn dein Betreuer signalisiert, dass man mal was zusammen machen könnte, dann setzt euch doch einfach mal zusammen. ;)

Arizona
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von Arizona » 01.09.2015, 04:04

Das finde ich interessant, dass du diese Perspektive "(nur) alleine = nicht-teamfähig" auch teilst. Sehen das die anderen auch so? Warum ist das eigentlich so? Letztendlich geht es ja um eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten - wird eine (häufige) Alleinautorschaft dann wirklich negativ ausgelegt?

Wenn alles nach Plan läuft, habe ich gegen Ende der Promotion ca. 10 größere Publikationen (Journalartikel/Sammelwerksbeiträge) plus Kleinkram und was sich eben künftig noch so ergibt. Davon eine Mitherausgeberschaft sowie ein Artikel, jeweils mit drei anderen Wissenschaftlern, Betreuer ist daran jedoch jeweils völlig unbeteiligt. D.h. der weitaus überwiegende Anteil wäre im "Alleingang" und wir stünden wissenschaftlich auf dem Papier nie in Zusammenhang - ich kann nicht mal Betreuer-Sachen zitieren, weil es da bisher noch nichts gibt. Da frage ich mich dann schon, ob das - zumindest auf dem Papier - so wirkt, als hätte ich völlig im Alleingang promoviert, so ganz ohne Bezugsperson und wissenschaftliche Heimat. Und ob das eher positiv oder negativ bewertet wird von außen...

Arizona
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von Arizona » 01.09.2015, 04:07

Was vielleicht noch wichtig zu wissen ist: Ich promoviere nicht kumulativ, sondern muss (leider) dennoch eine Monographie verfassen. Die kumulative Promotion wird auch von Betreuerseite aus generell abgelehnt.

flip
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Re: Publizieren / Vortragen: Mit dem DV oder alleine?

Beitrag von flip » 01.09.2015, 12:03

Arizona hat geschrieben: Wenn alles nach Plan läuft, habe ich gegen Ende der Promotion ca. 10 größere Publikationen (Journalartikel/Sammelwerksbeiträge) plus Kleinkram und was sich eben künftig noch so ergibt. Davon eine Mitherausgeberschaft sowie ein Artikel, jeweils mit drei anderen Wissenschaftlern, Betreuer ist daran jedoch jeweils völlig unbeteiligt. D.h. der weitaus überwiegende Anteil wäre im "Alleingang" und wir stünden wissenschaftlich auf dem Papier nie in Zusammenhang - ich kann nicht mal Betreuer-Sachen zitieren, weil es da bisher noch nichts gibt. Da frage ich mich dann schon, ob das - zumindest auf dem Papier - so wirkt, als hätte ich völlig im Alleingang promoviert, so ganz ohne Bezugsperson und wissenschaftliche Heimat. Und ob das eher positiv oder negativ bewertet wird von außen...

Hö? Du hast eine Mitherausgeberschaft, zwei Publikationen drei anderen Wissenschaftlern. Wo ist das Problem?

Mit anderen Wissenschaftlern heiß nicht, dass dein Betreuer mit dabei sein muss! ;)

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