Betreuung Promotion - Katastrophe!

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Betreuung Promotion - Katastrophe!

Beitrag von corby » 24.08.2015, 12:10

Liebe Mit-Doktorand_innen,

ich promoviere seit etwa einem Jahr auf einer Stelle an der Uni in einem relativ kleinen Fach. Nach grober Absprache des Themas bin ich gut vorangekommen. Vor einer Weile habe ich dann meinen Stand im Kolloquium vorgestellt. Mein Betreuer war überhaupt nicht mit meinem Vorgehen einverstanden, eigentlich fand er alles falsch. Seitdem habe ich kaum mehr etwas gemacht und bin vollkommen demotiviert. Er hat gänzlich andere Vorstellungen von dem Thema. Wen ich ihn auf das weitere Vorgehen anspreche, dann kommen kaum Vorschläge. Wenn etwas kommt, dann hat er es nach einer Woche wieder vergessen. Er kennt sich mit dem Thema auch überhaupt nicht aus, kann mich also inhaltlich überhaupt nicht betreuen. Er will, dass ich ein ziemlich großes Thema bearbeite, was meiner Meinung nach kaum in drei Jahren machbar ist. Ich hingegen würde an an meine Abschlussarbeit anknüpfen und diese ausbauen.
Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, was ich machen soll. Ich bin ja auf die Stelle angewiesen, um mich zu finanzieren, überlege aber gleichzeitig, den Betreuer zu wechseln. Ich brauche jetzt keine sehr intensive Betreuung, aber zumindest jemanden, der sagt, "machen sie weiter so" oder "ich würde dieses oder jenes noch vorschlagen".

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und ein paar Ideen, was ich machen könnte?

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flip
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Re: Betreuung Promotion - Katastrophe!

Beitrag von flip » 24.08.2015, 22:56

Dein Betreuer erwartet viel. Das ist gut, kann aber auch leicht zu Umstimmigkeiten führen. Die Masterarbeit "erweitern" wäre mir als Professor auch zu dürftig (abgesehen davon, dass das nach unserer PO garnicht erlaubt ist). Daher kommen wohl die unterschiedlichen Vorstellungen.

Allerdings:

1. Wenn ihr grob etwas abgesprochen habt, dann muss er doch wenigstens etwas Ahnung haben? Bsw. wenn er so viel kritisiert, dann muss da doch auch etwas hinterstehen? Oder ist die Kritik nicht fundiert?
2. So wie ich das sehe, habt ihr nicht wirklich Kontakt zu einander, weshalb du auch nicht weißt, wie es um dich steht. Versuch doch erst einmal das Gespräch zu suchen, bevor du dir das Gehirn zermarterst.

Doc-Wolfi
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Re: Betreuung Promotion - Katastrophe!

Beitrag von Doc-Wolfi » 26.08.2015, 07:32

Ich schließe mich Flip an. Wenn Dein Betreuer Deinen Vortrag öffentlich so scharf kritisiert, dann hast Du Dich wohl schon vorher wenig mit ihm abgestimmt?
Mein Vorschlag: Erarbeite doch aufgrund seiner Kritik einen oder mehrere alternative konkrete Vorschläge, wie es mit der Doktorarbeit weitergehen könnte, z.B. in Form eines aktualisierten Exposés. Dann setzt ihr euch zusammen und besprecht das verbindlich. Die Absprachen hältst Du in einem schriftlichen Protokoll fest, das Du anschließend per E-Mail an ihn verschickst zur Zustimmng. Es ist Deine Doktorarbeit, also musst Du jetzt die Vorschläge machen.
Viel Glück!
Wolfi

Meggy
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Re: Betreuung Promotion - Katastrophe!

Beitrag von Meggy » 26.08.2015, 08:17

Hallo, ich schließe mich im Wesentlichen den Vorschreibern an. Abschlussarbeit ausbauen wäre bei uns auch gar nicht erlaubt gewesen, ich vermute daher wirklich auch, dass das Deinem Prof "zu wenig" hergibt.
Bei mir selbst war es anfangs auch so, dass vom DV nicht wirklich viel kam, da er in dem Thema auch nicht zuhause war. Also musste ich mir meinen Weg selbst überlegen. Mit jedem Vorschlag, den ich IHM dann aber unterbreitet habe was man machen könnte, kam dann aber von ihm auch mehr input. Insgesamt hat der Prozess bis ich ein "konkretes" Thema hatte, ein gutes Jahr gedauert. Das war einerseits manchmal frustrierend, rückblickend aber nicht das schlechteste, denn so konnte ICH maßgeblich mit beeinflussen was meine Arbeit beinhalten kann/wird. Natürlich ist es immer einfacher man hat einen engagierten, sympathischen Prof, der einem ein gut umrissenes, klares, in 3 Jahren super schaffbares Thema präsentieren und aktiv mithelfen kann. Aber was soll ich sagen, das Leben (insb. an der Uni/Wissenschaft) ist kein Ponyhof, träumen ist erlaubt, aber meist läuft es doch anders. Wie schon gesagt, rückblickend empfinde ich es nicht mehr als schlimmen Nachteil dass anfangs so wenig "klar" war denn erst dadurch konnte ich mich fachlich ziemlich frei entwickeln (und das ist ja auch irgendwie immer mit-Ziel einer solchen Qualifikationsarbeit) :wink:

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