Stelle als Wiss.-Mitarbeiter vs. unbefristete Stelle

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Funkie
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Stelle als Wiss.-Mitarbeiter vs. unbefristete Stelle

Beitrag von Funkie » 14.08.2015, 19:36

Liebe Leute,

ich brauche Eure Hilfe. Und zwar stehe ich gerade vor der Entscheidung, wie es nun weitergehen soll...
Ich arbeite zur Zeit Vollzeit auf einer unbefristeten Stelle, die aber wenig mit meiner Diss. und noch weniger mit dem Wissenschaftsbetrieb zu tun hat... Da ich meine Diss. und Veröffentlichungen nicht nur als "Freizeitvergnügen" sehe, sondern mir durchaus auch eine Karriere in der Wissenschaft vorstellen könnte, habe ich mich in der Vergangenheit auf Wiss-Mitarbeiter-Stellen in meinem Fachgebiet (Geisteswissenschaften) beworben und habe nun das Problem, dass es geklappt hat und ich mich nun wirklich entscheiden muss: 3-Jahre befristet auf 50% als Wiss.Mitarbeiter oder 100% ruhiges Leben fernab der Wissenschaft ???? Aber ist es nicht Wahnsinn eine volle feste Stelle zu kündigen? Zumal ich wirklich locker nebenbei promovieren und veröffentlichen kann. (super Arbeitszeiten!)
Ich habe halt Bedenken, dass ich wenn ich mit meiner Diss. fertig bin (und zwei Jahre brauche ich bestimmt noch) aufgrund von zu wenig Erfahrung in der Wissenschaft bzw. zu viel Erfahrung im Arbeitsleben (Kommentar Prof. Uni in X: "Eigentlich sind sie für den Posten überqualifiziert!") beispielsweise keine Chance auf eine Post-Doc-Stelle habe und es mir dann doch verbaut habe.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit Bewerbungen auf Post-Doc-Stellen aus der Nicht-wissenschaftlichen-Arbeitswelt?
Danke für Eure Hilfe!
Gruß Funkie

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Twinkies
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Re: Stelle als Wiss.-Mitarbeiter vs. unbefristete Stelle

Beitrag von Twinkies » 15.08.2015, 18:58

Hallo Funkie,

diese Entscheidung wird dir, fürchte ich, niemand abnehmen können. Die Vor- und Nachteile von beiden Optionen liegen ja klar auf der Hand. Die Frage ist eben, wieviel du bereit bist, für die Diss bzw. potentielle Unilaufbahn zu opfern - und ja, ich persönlich empfinde es als ein Opfer, eine unbefristete Vollzeitstelle und das damit einhergende Gehalt und die längerfristige finanzielle Sicherheit aufzugeben für eine befristete Teilzeitstelle und minimale Aussichten auf eine Professur (gerade in den Geisteswissenschaften). Ich glaube ich würde das dann machen, wenn ich auf jeden Fall eine Professur anstreben will und mir nichts außerhalb der Wissenschaft vorstellen könnte.

Wenn du dich dazu entscheidest, die Vollzeitstelle zu behalten und "nebenbei" zu Promovieren, dann würde ich, um deine Chancen im Wissenschaftsbetrieb zu steigern, nicht nur an der Diss schreiben und publizieren. Sondern insbesondere Networking betreiben, d.h. auf Konferenzen gehen und selbst Vorträge halten, dort mit Leuten aus deinem Forschungsbereich in Kontakt treten, mich vielleicht an einem Graduiertenkolleg assoziieren (d.h. du wärst da keine Stipendiatin, aber manche Kollegs bieten auch Promovierenden/Postdocs an, bei Eignung dort assoziiert zu sein, was dann noch mal was an Networking und wissenschaftlichen credit bringen würden). Außerdem sind auch Lehrerfahrungen wichtig, d.h. zumindest einen Lehrauftrag solltest du wahrscheinlich während deiner Promotionszeit annehmen. Du schreibst ja, dass dir deine Arbeitszeiten die Zeit lassen, "locker" nebenbei an der Diss zu arbeiten. Da könntest bzw. müsstest du dir auch die Zeit freischaufeln um die ganzen anderen Aktivitäten, die man so für eine Unilaufbahn braucht, anzusammeln.

Dann, wenn du das also schaffst neben deiner Vollzeitstelle, diesen ganzen Kram zu bewerkstelligen, hast du sicher auch Chancen auf eine Postdoc-Stelle. Ich denke gerade in den Geisteswissenschaften ist ja den Profs auch klar, dass Promotionsstellen nicht wie Sand am Meer existieren und Promovierende sich anderweitig und eben auch außerhalb der Wissenschaft finanzieren müssen. Von daher sehe ich allein deinen jetzigen Job nicht als etwas, was deine Chancen exorbitant schmälern würde. Wichtig ist es m.E. vielmehr, dich innerhalb deines wiss. Feldes zu positionieren und dich zu vernetzen!

Alles Gute für dich!

itsme
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Re: Stelle als Wiss.-Mitarbeiter vs. unbefristete Stelle

Beitrag von itsme » 16.08.2015, 11:19

Funkie hat geschrieben:Aber ist es nicht Wahnsinn eine volle feste Stelle zu kündigen?
Nein, "Wahnsinn" im Sinne einer hoch irrationalen, realitätsfernen Handlung ist es nicht, denn dann wären ja auch Leute wahnsinnig, die eine Stelle kündigen, um sich mit einer guten Idee selbstständig zu machen - und wenn es die nicht gegeben hätte, dann säßen wir jetzt ziemlich sicher nicht vor einem funktionierenden PC.

Wie Twinkies schon ganz richtig geschrieben hat: Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen und sie hängt auch von zu vielen Faktoren ab, als dass jemand dir wirklich eine konkrete Empfehlung für oder gegen die Uni-Stelle geben könnte. Denn wir wissen ja nicht, ob du eher der risikobereite oder -averse Typ bist oder ob du private Pläne hast (Hausbau, Familiengründung, eine Vorliebe für Louboutins), die gegen den Verzicht auf Gehalt sprechen. Wie sieht es denn mit den Inhalten deiner Tätigkeit aus oder dem Arbeitsklima? Magst du deinen jetzigen Job oder frustet er dich? Wenn du das worst-case-Szenario entwirft (du entscheidest dich z.B. für den Wissenschaftsjob, aber nach der Promotion geht es nicht unmittelbar weiter), hast du in deinem Kopf dann ein Katastrophenszenario (komplett raus aus dem Arbeitsleben, Hartz IV, eine schwere Depression, Wohnen in einer Mietskaserne aus den 1950er Jahren, in der das Treppenhaus nach Kohl stinkt, Unbill allenthalben), oder ist dir klar, dass du deine Situation dann immer noch steuern und verändern kannst (eine Phase der Arbeitslosigkeit emotional bewältigen, dich wieder außerhalb der Wissenschaft umsehen)?

Ein weiterer Punkt aus Twinkies Beitrag ist auch noch ganz wichtig für deine Überlegungen: Muss es denn unbedingt ein "entweder ... oder ...?" sein? Vielleicht ist "mehr Wissenschaft" bzw. eine stärkere Anbindung an die Uni eine gute Gelegenheit für dich, weil du so die wirtschaftliche Sicherheit deines jetzigen Jobs behältst, aber das Ziel, in die Wissenschaft zu gehen, im Auge behältst - und das Hinarbeiten auf ein realistisches Ziel ist ein wesentlicher Bestandteil von Lebenszufriedenheit. Hast du die Möglichkeit quasi spiegelbildlich einen "Plan B" mit einem Bein außerhalb der Uni zu entwickeln, wenn du dich für die Wissenschaft entscheidest? Ist dir bewusst, dass du - wenn du deinen jetzigen Job behältst und erst nach der Promotion in die Wissenschaft einsteigst, du wieder vor dieser Abwägung stehst, denn auch Post-Docs sind (in locker 99% der Fälle) befristet?

Ich glaube auch nicht, dass der Quereinstieg, so wie du ihn dir vorstellst (nach der Promotion in die Wissenschaft zu gehen) ein Problem ist. Je nachdem, worin deine jetzige Tätigkeit besteht, könnte das sogar ein Vorteil sein, denn wenn der Uni-Betrieb eine Sache dringend nötig hat, dann ist das Pragmatismus. Diese "Nur Uni und nichts als Uni"-Gewächse (zu denen ich mich auch zähle) haben eine schwierige Organisationskultur geschaffen, die durch Leute, die von außen kommen, eher bereichert wird, was viele Lehrstuhlinhaber auch zu schätzen wissen. Schwieriger, wenn nicht gar unmöglich, wird es aber, erst dann in den Wissenschaftsbetrieb einsteigen zu wollen, wenn man dort Arbeitsplatzsicherheit erreichen kann. Denn das wäre quasi der Einstieg mit einer Professur und das funktioniert in der Regel nur in den wenigen Ausnahmefälle, in denen schon die Tätigkeit außerhalb der Uni einschlägig war (z.B. der Leiter eines der Big-Four-Unternehmen in der Wirtschaftsprüfung wird auf einen Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung berufen).

In jedem Fall keine leichte Entscheidung, die dir hoffentlich nicht die Freude am Ego-Streichler (ist ja auch ganz schön zu wissen, dass es zumindest möglich ist) verdirbt. Alles Gute auch von mir! :blume:

Funkie
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Re: Stelle als Wiss.-Mitarbeiter vs. unbefristete Stelle

Beitrag von Funkie » 16.08.2015, 18:09

Vielen Dank Twinkies und itsme -

Selbstverständlich kann niemand außer mir diese Entscheidung treffen, aber ich finde es einfach sinnvoll diese Frage einfach mal Unbeteiligten zu stellen, denn man bekommt im persönlichen familiären Umfeld und an der Arbeitsstelle halt eben keine "unabhängige" Meinung zu hören.
Zu meiner derzeitigen Arbeitsstelle möchte ich kurz erläutern, dass es sich um eine Beschäftigung bei einem kommunalen Arbeitgeber d.h. im Öffentlichen Dienst handelt, wobei ich dort eigentlich schon das obere Ende der Karriereleiter erreicht habe (Leitungsposition). Und das ist eben auch schon der Punkt, dass ich für mich halt kaum noch Entwicklungsmöglichkeiten sehe - und man hat ja noch mehr als 35 Jahre in diesem Job zu arbeiten... Ich weiss, dass das nach einem echten Luxus-Problem klingt, aber wenn ich meine "Untergebenen" anschaue, die vor der Rente stehen, bin ich mir sehr, sehr sicher, dass ich dort nicht mehr soooo lange arbeiten möchte! Auf der anderen Seite ist es in meiner Branche wirklich ein Glücksfall überhaupt eine sozialversicherungspflichtige Anstellung, geschweige denn eine Festanstellung zu ergattern (man ahnt es wahrscheinlich schon: ja, städtischer Kulturbetrieb!).
Auf der anderen Seite frage ich mich auch hier natürlich, wie sicher so eine Anstellung "auf unbestimmte Zeit" ist, da natürlich zuerst an der Kultur gespart wird. Außerdem bei aller Dankbarkeit über den Job: die Eingruppierung ist für Universitätsabsolventen mit drei Studienabschlüssen eigentlich eine Frechheit, aber solange es für die Miete reicht nimmt man so etwas auch hin. Es bleibt sogar noch so viel über, dass man das restliche Bildungsprekariat der Familie gelegentlich finanziell unterstützen kann.
Sprich: ich würde unglaublich gern diese Stelle annehmen, denn dort könnte ich auch mein Methodenrepertoire erweitern (habe bisher hauptsächlich historisch geforscht und könnte mein Feld in Richtung qualitativ-quantitativer Forschung erweitern, was mich wirklich sehr reizen würde.)
Also sprich: Mein Herz sagt: WiMi-Stelle annehmen, denn die Erweiterung der Kenntnisse in Richtung Empirie wäre super interessant und "nebenbei" mit der derzeitigen Stelle schlecht möglich...
Die Vernunft sagt natürlich, dass finanzielle Sicherheit auch wichtig ist... man weiß ja nie, was kommt! (@itsme: Ganz so teuer müssen die Schuhe nicht sein ;-)

Um zum Szenario nebenberuflicher Lehraufträge zurückzukommen: Wie stellt man das am besten an? Geht man zum Institutsleiter, Dekan oder so und fragt, ob man eine Lehrveranstaltung zum Thema XY halten kann?
(Meine derzeitige Uni ist leider ausgeschlossen bei diesem Szenario, da sie 400km vom Wohn- und Arbeitsort entfernt liegt.)
Vielen Dank nochmals für die ausführlichen Antworten!
Euch auch alles Gute!

Akirai
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Re: Stelle als Wiss.-Mitarbeiter vs. unbefristete Stelle

Beitrag von Akirai » 16.08.2015, 19:44

Hallo Funkie!
Funkie hat geschrieben:Um zum Szenario nebenberuflicher Lehraufträge zurückzukommen: Wie stellt man das am besten an? Geht man zum Institutsleiter, Dekan oder so und fragt, ob man eine Lehrveranstaltung zum Thema XY halten kann?
(Meine derzeitige Uni ist leider ausgeschlossen bei diesem Szenario, da sie 400km vom Wohn- und Arbeitsort entfernt liegt.)
Hier meine Erfahrungen - ich hoffe, sie sind hilfreich für dich. Kurze Vorbemerkung: ich bin ein echter Grünschnabel und habe keine Ahnung, ob meine Erfahrungen generalisierbar sind oder nicht :wink:

Kurzversion: Ich bin tatsächlich zu einem Professor / Institutsleiter gegangen und habe gefragt.
Hintergrund: Ich kannte diesen Prof aus Seminaren und habe am Institut als Hilfskraft gearbeitet. Das Thema Promotion kam irgendwann auf (nein, ich promoviere nicht bei ihm!) und ich sagte, ich würde gerne einen Lehrauftrag haben. Ich meinte daraufhin, ob er an seinem Institut denn Interesse an so etwas hätte: Ich hätte doch eine sehr nette Studienausbildung, könnte mir was in dem und dem Bereich vorstellen, das hätte für das Institut die und die Vorteile ...
Letztendlich hat er tatsächlich noch irgendwo einen Topf mit Gold gefunden, aus dem er meinen Lehrauftrag finanzieren kann.

Bei mir kamen also einzige "Pluspunkte" zusammen (so stell ich mir das zumindest vor :mrgreen: ). Professor kannte mich, konnte meine "Leistung" bereits einschätzen, Professor kooperiert gerne und sieht Fächergrenzen nicht so eng, es stört den Professor nicht, dass ich nicht bei ihm promoviere, Professor ist verdammt gut im Gelder auftreiben ....
Du siehst, es hängt also viel vom Gegenüber ab, ob das mit dem Lehrauftrag klappt oder nicht.
Die Knackpunkte sind:
Hast du irgendwelche persönlichen Kontakte zu Professoren?
Wie ist es um deren Institute bestellt? Hat er selbst genug Doktoranden, die Lehraufträge wollen? Sind alle Bereiche für Studenten schon abgedeckt? Hat er überhaupt Geld für einen Lehrauftrag?
Hast du bestimmte Sonderqualifikationen? Bist du Spezialist in einem Thema und kannst das den Studenten vermitteln?
Ich denke, davon dürfte die Wahrscheinlichkeit abhängen, ob du einen Lehrauftrag bekommst oder nicht. Finanziell lohnt es sich wenig bis gar nicht, aber es steht im Lebenslauf ...

An deiner Stelle würde ich vielleicht zunächst auf die Karte "Networking" setzen. Die Uni ist schließlich ein Dorf :mrgreen: . Geh zu Vorträgen, komm mit den Dozenten ins Gespräch, besuch die "Postseminare" (also das lustige "nach dem Vortrag gemeinsam Essen gehen und sich nett unterhalten", das ist überhaupt das Wichtigste!). Wenn du als Doktorand an einer Universität eingeschrieben bist, dann geht das vielleicht auch über "Kooperationen / Fächerverbände / Zentren" (wie auch immer man das nennt). Meistens haben die Doktorandentage, auf denen du z.B. einen Vortrag halten könntest. Evtl. wäre das wieder ein nettes "Rantasten" an den Universitätsbetrieb (ich weiß natürlich nicht, in wieweit du das nötig haben wirst - nur so eine Idee).

Zu deiner Frage, ob Vollzeitstelle behalten oder nicht, kann ich nicht viel sagen - es ist deine Entscheidung und du solltest die Fragen, die meine Vorposterinnen dir gestellt haben, ehrlich beantworten können. Ansonsten: Es ist dein Leben. Wer weiß, wie es weitergehen soll, wenn nicht du? :lol: :wink:

In jedem Fall wünsche ich dir alles Gute für deine Entscheidung :blume:

Viele Grüße
Aki

Twinkies
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Re: Stelle als Wiss.-Mitarbeiter vs. unbefristete Stelle

Beitrag von Twinkies » 16.08.2015, 20:11

Ok, deiner Beschreibung deines Jobs zufolge kann ich es schon nachvollziehen, dass dir die "Herausforderung" oder Entwicklungsmöglichkeiten da fehlen. Das war bei deinem ersten Posting nicht so ganz deutlich. Wenn du das Gefühl hast, neue Impulse zu brauchen und dir neue (Job-) Perspektiven schaffen zu wollen, ist es vielleicht auch auf Dauer frustrierend, immer den Gedanken zu haben, sein volles Potential nicht ausgeschöpft zu haben. Wenn du dich entscheidest zu kündigen und den Uni-Job anzunehmen, heißt das ja auch noch nicht, dass du nicht später doch noch mal einen nichtwissenschaftlichen Job im öffentlichen Dienst annehmen könntest, falls du das noch mal wolltest.

Zu den Lehraufträgen: manchmal, aber eher selten, werden Lehraufträge ausgeschrieben (dann auf den Stellenausschreibungsseiten der Unis). Aber oft werden die an Leute vergeben, die sich gerade "anbieten", auch an Promovierende. Von daher würe ich tatsächlich die Profs an den Instituten deines Fachbereiches in einer Uni in deiner Nähe direkt fragen. Oft ist es so, dass sie Lehrbeauftragte für bestimmte Seminare benötigen, die inhaltlich z.T. auch schon existieren, z.T. können/müssen die Lehrbeauftragten diese auch inhaltlich selbst konzipieren. Du könntest dir ggf. die BA-Prüfungsordung vom Fachbereich an der Uni anschauen um einen Überblick über den Curriculum zu erhalten. Aber ich denk die beste Strategie ist es, einfach den Prof(s) zu mailen dass du Interesse an einem Lehrauftrag hast, die Themen zu nennen in denen zu Expertise hast, und dass du auch bereit wärst z.B. Grundlagen zu unterrichten bzw. das, woran Bedarf besteht (wenn du dazu bereit wärst). Meistens werden die Lehraufträge 1-2 Semester im Voraus vergeben.

Die Bezahlung der Lehraufträge ist schlecht. In der Regel +/- 30€ pro abgehaltener Seminarstunde (45 Min.), darin sind aber Vorbereitung, Nachbereitung, und ggf. Prüfungsabnahme und Korrektur von Hausarbeiten, sowie Sprechstunden usw. enthalten! Gerade wenn man noch nie unterrichtet hat, ist das am Anfang natürlich einiges an Aufwand, so dass man schnell auf einen Stundenlohm im einstelligen Bereich kommt. Zudem besteht auch kein Versicherungsschutz (bräuchtest du ja eh nicht wenn du über deinen Arbeitgeber versichert bist), aber es gibt keine Zahlung im Krankheitsfall, d.h. wenn du aufgrund Krankheit die Stunde nicht abhalten kannst, bekommst du für die Woche halt gar keine Bezahlung. Die Bezahlung steht in keiner Relation zum Aufwand. Aber natürlich ist die Lehrerfahrung wichtig und Unterrichten kann auch wirklich Spaß machen. Die (eigene) Forschung in Lehrinhalte umzuwandeln und zu vermitteln ist eben auch etwas, was man erst mal lernen muss und was wiederum helfen kann, die Inhalte noch mal anders zu reflektieren.

Müsstest du denn auf der WiMi-Stelle auch unterrichten? Dann würde sich das mit dem Lehrauftrag eh erledigen.

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