Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbauen?

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Warendorf5678
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Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbauen?

Beitrag von Warendorf5678 » 02.08.2015, 16:33

Hallo Zusammen,

ich hoffe, ihr habt einen Ratschlag was ich am besten machen kann.
Seit einigen Jahren sitze bzw. saß ich auf einer Promotionsstelle und habe dort bereits etliche Probleme mit meinem Doktorvater gehabt. Inhaltlich und vom Fachwissen ist er sicherlich einer der besten auf seinem Gebiet, was für mich natürlich immer sehr reizvoll war. Aber vom Persönlichen war es immer schwierig für mich. Viel Arbeit, kaum Freizeit, Anrufe nachts auf dem privaten Telefon, Abzug von Urlaub, etc. also das volle Programm. Sein Feedback hat mir immer den Eindruck, dass meine gelieferte Arbeit stets sehr gut war, wodurch ich für alles mögliche eingespannt wurde und war immer der erste Ansprechpartner war, wenn es etwas zu erledigen gab - ob es mit meinen eigenen Forschungsthemen zu tun hatte oder nicht.

Ich hatte schon immer ein ungutes Gefühl und wusste, dass ich nur auf das Ziel der Promotion hinarbeite und danach schnell das Weite suchen würde. Dabei dachte ich mir nicht viel, ausser Zähne noch 2-3 Jahre zusammenbeissen und dass ich das schon noch aushalten würde. Nun, das war leider nicht der Fall. Es wurden immer mehr Projekte, immer mehr Druck und immer kurzfristigere, unrealistischere Deadlines, bis mein Körper einfach nachgegeben hatte und ich einen Nervenzusammenbruch hatte. Das hatte sich im Vorjahr schon etwas angekündigt durch vermehrte Krankheitstage, Konzentrationsmangel, Schwindelgefühle und Angstzustände.

Da war er nun der lang erkämpfte Burnout. Ich gab sofort Bescheid, dass ich wohl für längere Zeit ausfallen würde und war dann auch für fast 5 Monate arbeitsunfähig geschrieben. Währenddessen kündigte ich bei der Uni, um Abstand von dem Doktorvater zu bekommen und um mich wieder zu fangen. Ich habe in der langen Zeit viel nachdenken können und mir wurde bewusst, dass ich sehr viel Spass an der Materie und Forschung habe und ich in diesem Bereich sehr gerne weiter machen würde. Aber selbst nach der langen Zeit konnte ich mir nicht vorstellen mit dem Doktorvater weiter zu machen. Es sind einfach zu viele Dinge passiert, als dass man das alles reparieren könnte und ich habe auch über die Jahre viele andere Kollegen unter ihm mitbekommen, denen es so schlecht ging, dass sie aufhören mussten. Auch klärende Gespräche halfen immer nur auf kurze Dauer, dann war spätestens nach 2/3 Wochen doch wieder alles beim Alten. Und ein zweites Mal konnte ich mir das wirklich nicht antun.

Nun, wie gesagt, der Univertrag war 3 Monate bereits gekündigt und ich war auch in keinem Arbeitsverhältnis mehr. Nach langer Zeit fand ich wieder die Kraft und die Motivation, mir über meine weitere berufliche Zukunft Gedanken zu machen und nach Stellen zu schauen. Mir fiel dabei eine Stellenausschreibung eines Nachbarinstituts auf (selbe Uni) die von dem Anforderungsprofil her perfekt auf meine Fähigkeiten passte. Um meinen Doktorvater - mit dem ich, wie gesagt, in keinerlei Arbeitsverhältnis mehr stand - dennoch fairerweise über meine Vorhaben zu informieren und um zu verhindern, dass er anderweitig davon erfahren würde, schrieb ich ihn an mit der Bitte um ein persönliches Gespräch. In diesem hatte ich vor, ihm zu erklären, dass es dort für mich leider nicht weiter geht und ich mich gerne auf diese besagte Stelle bewerben würde. Er meinte, er sei im Urlaub ich sollte in 2 Wochen kommen. Dummerweise war der Bewerbungsschluss in Kürze und vor diesen 2 Wochen. Daraufhin erklärte ich ihm in einer Email, dass ich zwar alles gerne persönlich genauer erklärt hätte, aber dass ich mich langfristig mich nicht an dem Institut sehe und mich deshalb auf die neue Stelle am Nachbarinstitut bewerben würde. Ich bot ihm sogar an, dass ich 2 fast fertige Publikationen unentgeltlich zu Ende schreiben würde, da dies sowohl für ihn als auch für mich von Vorteil gewesen wäre.
Daraufhin kann eine sehr kurze Mail in der nur stand, ich sollte ihn nie wieder kontaktieren und es wird auch nie wieder ein persönliches Gespräch geben - keinerlei Feedback auf den Inhalt meiner Mail.
Und das nach mehr als 4 Jahren sehr enger Zusammenarbeit.

Jetzt kommt die Frage an euch. Ich war inhaltlich und fachlich immer einer der besten, aber leider scheint er wie so oft in der Vergangenheit nicht in der Lage zu sein, Persönliches von Fachlichem trennen zu können. Seine Reaktion ist sehr emotional und umprofessionell und er scheint sauer oder gar beleidigt bzw. persönlich angegriffen über meine Entscheidung das Institut und damit ihn zu verlassen. Ich gehe leider stark davon aus, dass ich die Stelle am Nachbarinstitut nicht bekommen werde, weil der neue potentielle Professor ihn sicher kontaktieren wird und ich aufgrund seiner Reaktion dann sicherlich eine negative Bewertung bekommen werde, die in keinster Weise seiner tatsächliche hohen fachlichen Meinung von mir entspricht. Okay, damit kann ich vielleicht noch leben, auch wenn mich die Stelle sehr interessiert hätte. Aber kann der ehemalige Doktorvater mir jede Promotionsmöglichkeit nehmen, indem er (ungerechtfertigterweise) mir eine persönliche Empfehlung verwehrt oder mich bei jeder Anfrage eines neuen Doktorvaters schlecht macht?

Ein weiterer wichtiger Punkt, der mich sehr beschäftigt ist das noch ausstehende Arbeitszeugnis. Ich befürchte, dass er auch hier seinen persönlichen Unmut über ein professionelles und sachliches Urteil stellen wird, um mich evtl. auch auf diesem Wege am beruflichen Weiterkommen zu hindern.

Würdet ihr mir vielleicht raten, die Studienberatung oder andere interne Anlaufstellen in der Uni aufzusuchen?


Vielen Dank für das aufmerksame Durchlesen und ich hoffe ihr habt einen Rat für mich.

Warendorf











Burnout

Das führte zu einer längeren Krankheitsphase in der ich aber auch bei der Uni gekündigt habe.

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Traudel
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Re: Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbau

Beitrag von Traudel » 02.08.2015, 16:57

Hallo Warendorf,

Mensch, das klingt ja nach nem Horrortrip... tut mir sehr leid für dich, aber Kompliment und Glückwunsch, dass Du Dich wieder berappelt hast! :blume: Toll!
Ich wollte nur auf eine Deiner letzten Fragen eingehen: Bei uns an der Hochschule beantragt man das Arbeitszeugnis bei der Personalabteilung. Zwar muss der Vorgesetzte einen Fragebogen mit Ankreuzmöglichkeiten ausfüllen - also Dein Betreuer offensichtlich -, aber das Verfassen übernimmt die Personalabteilung. Recherchiere wer für Dich als Wiss. MA Fakultät XY zuständig ist, gehe dort persönlich mit Deinem Anliegen hin und teile Deine Befürchtung des befangenen Vorgesetzten mit und bitte um Rat. Vielleicht solltest Du tatsächlich noch eine Beratungsstelle oder den Ombudsmann der Uni kontaktieren.

Ich kann es wirklich nicht abschätzen, aber ggf. solltest Du auch beim Nachbarinstitut, bei dem Du Dich beworben hast, anrufen und Dein Interesse beim Stellenausschreiber persönlich (kurz, knackig, sympathisch) vorbringen? Kennt Ihr einander denn?

Viel Erfolg!!!

Twinkies
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Re: Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbau

Beitrag von Twinkies » 02.08.2015, 17:02

Hallo Warendorf,

zunächst mal finde ich es mutig und gut, dass du dich aus einem unguten Arbeitsverhältnis befreit und auf die Warnsignale von deinem Körper gehört hast!

Ich würde, bevor du dir jetzt - vielleicht unnötig - Sorgen machst, dass dein DV dich bei potentiellen neuen Arbeitgebern schlecht macht, erst einmal abwarten, was mit dieser neuen Stelle auf die du dich beworben hast, passiert. Vielleicht wirst du ja zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und bekommst sogar den Job. Und wenn nicht, könntest du immer noch nachfragen, was der Grund war. Ob sie dir sagen würden, dass dein DV dich schlechtgemacht hat, sei mal dahingestellt. Aber bevor du keinen konkreten Anlass oder Beweis hast, dass dein DV dir deine akademische Zukunft aktiv zu verbauen versucht, würde ich erst mal abwarten. Seine Reaktion klingt schon sehr beleidigt und übersteigert. Aber vielleicht kriegt er sich auch wieder ein. Und das heißt eben auch nicht, dass er dir nun aus "Rache" was Böses will. Hast du denn in der Vergangenheit mitbekommen, dass er solche Aktionen gestartet hat?

Was das Arbeitszeugnis angeht: ich nehme mal an, du hast nie ein Zwischenzeugnis bekommen, auf das du dich berufen könntest? Ansonsten: sammel alle Beweise dafür, was du alles auf deiner Stelle gemacht hast (was ja wohl Einiges war), E-Mails vom DV in denen er sich positiv über deine Arbeit äußert, in denen er dir wichtige Aufgaben überträgt die er nur dir oder in erster Linie dir anvertraut, usw. Wenn du dein AZ dann hast (sollte spätestens zwei Wochen nach Beendigung des Arbeitsverhältnis bei dir sein, also im Grunde so bald wie möglich jetzt), dann achte auch auf Formulierungen. Hol dir Unterstützung beim Personalrat deiner Uni! Ich nehme an du hattest eine Wiss. Mitarbeiter-Stelle? Dann sind die für dich zuständig (und haben auch Schweigepflicht). Dort ist dein DV unter Umständen vielleicht auch schon bekannt, wenn er in der Vergangenheit Probleme mit anderen Mitarbeitern hatte. So oder so wissen die beim Personalrat sicher auch, wie in deinem Fall am besten vorzugehen ist, auch zwecks AZ.

Alles Gute für dich!

itsme
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Re: Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbau

Beitrag von itsme » 04.08.2015, 12:06

Warendorf5678 hat geschrieben:Hallo Zusammen,

ich hoffe, ihr habt einen Ratschlag was ich am besten machen kann.
Hallo Warendorf,

määänsch, manchmal frage ich mich, ob die Unis bei der Berufung von Professoren wenigstens die Persos auf Volljährigkeit checken - den Schilderungen in diesem Forum nach könnte man manchmal fast befürchten, dass eine Horde Kindergartenkinder die akademischen Geschicke dieses Landes lenkt. Aber das Gejammere über die fehlenden menschlichen Fähigkeiten von Professoren nutzt dir ja nix. Ratschläge habe ich leider auch nur wenige, außer: Bewirb' dich einfach, denn was könnte schlimmstenfalls passieren, außer einer Absage?

Bei deiner Schilderung war ich beeindruckt, wie wertfrei du die Vorgänge geschildert - ich wäre da deutlich emotionaler. Es gibt einzelne Stellschrauben in der Vergangenheit, an denen du hättest ansetzen können. Z.B. wäre die Kündigung nicht notwendig gewesen - wenn du dich innerlich schon von dem Job entfernt hast und während der Krankschreibung viel aufgearbeitet hast, dann hast du doch einen eingebauten Vorteil gegenüber deinem ehemaligen (?) DV: Du kennst deine "Buttons". Dieses Bedürfnis, sich unentbehrlich zu machen und deswegen bereitwillig neue Aufgaben zu übernehmen, auch wenn man schon an der Grenze der Belastbarkeit ist, ist eine böse, böse Falle, allerdings eine, zu der man selbst beiträgt. Wenn du während der Krankschreibung auch dein Verhalten reflektiert hast und diese Falle aktiv vermeidest, dann hättest du auf deinen Job zurückkehren und dir mit dem Job im Hintergrund was Neues suchen können. Das wäre vielleicht eine bessere Startposition gewesen, aber am Ende spielt das eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass du wieder auf dem Damm bist und wie es weitergeht.

Du hast da eine Reihe von Vermutungen, die deinem Ex-DV eine sehr einflussreiche Rolle zuschreiben. Das kann realistisch sein (denn machen wir uns nichts vor: Es gibt Koryphaen, die nahezu unangefochten herrschen), das kann aber auch mit deinen persönlichen Erfahrungen zusammenhängen. Es könnte sein, dass sich dein DV vielleicht einfach nur jeder Äußerung enthält (nach dem Motto: "Der will nicht mehr für mich arbeiten, damit ist er Luft für mich!"). Es könnte auch sein, dass sich der Kollege deines DV selbst ein Bild gemacht hat und nicht jede Äußerung für bare Münze nimmt. Diese Überlegungen helfen dir nicht weiter, deswegen handele einfach: Du hast dich beworben, du wolltest deinen ehemaligen Vorgesetzten informieren, der wollte nicht - fertig. Du hast getan, was du tun konntest, jetzt liegt die Sache nicht mehr in deiner Hand.

Die Kontaktaufnahme mit uniinternen Beratungsstellen würde ich dir auch empfehlen, speziell mit dem Personalrat bzw. der Personalabteilung wegen des Arbeitszeugnisses. Professoren bilden sich gerne ein, dass sie überhaupt keine Pflichten haben, aber so ein paar Aufgaben gehören zum fürstlichen Gehalt schon dazu. Ich würde mir aber nicht zuviel Unterstützung in den Fragen, die darüber hinaus gehen, erwarten, d.h. im Hinblick auf die neue Stelle und deine psychische Gesundheit. Ersteres liegt ganz in der Hand des Institutsinhabers. Wenn der - warum auch immer - Vorbehalte hat, dann können auch Personalrat und - abteilung nichts machen. Letzteres liegt in deiner Verantwortung. Wenn du dich an die Uni-Stellen wendest und hoffst, dort die Arbeitsbedingungen und den Burn-Out aufarbeiten zu können, dann kann das sehr enttäuschend und schmerzhaft werden, da diese Stellen kaum Handhabe haben. Sie können den Professor nicht sanktionieren, die Vergangenheit ändern oder dich entschädigen. Deswegen ist es vielleicht zielführender, wenn du dir für dich Hilfe außerhalb der Uni holst, mit dem Ziel, dich so zu festigen, dass du - wenn sich die Gelegenheit ergibt - eine neue Stelle an der Uni antreten kannst, ohne durch die Altlasten eingeschränkt zu sein. Dazu gehört ja auch, dass du neues Vertrauen aufbauen kannst, was psychisch eine nicht zu unterschätzende Herausforderung ist.

Alles Gute! :blume:

Warendorf5678
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Re: Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbau

Beitrag von Warendorf5678 » 05.08.2015, 23:22

Hallo nochmal und vielen dank an alle Antwort-schreiber und die aufmunternden Worte.

Bezüglich des Thema Arbeitszeugnis. Der Personalrat rät mir zwar prinzipiell beim Vorgesetzten persönlich nachzufragen, aber in prekären Situationen kann auch ein Entwurf für das Arbeitszeugnis bei der Personalstelle eingereicht werden und diese leitet es weiter. So kann ich die Hoffnung haben, der DV hat so wenig Lust sich noch mit mir zu beschäftigen, dass er nur seine Unterschrift setzt und damit keinen Aufwand mit mir hat. Man wird sehen, ob an dem Entwurf dann maßgeblich etwas geändert wird. Sollte das wirklich der Fall sein, muss ich mir dann weitere Schritte überlegen.

Ich habe sogar etwas gemacht, wozu mir zwar keine geraten hatte und was mir selbst auch sehr schwer fiel, aber vielleicht bringt es auch etwas. Ich habe nochmal eine Entschuldigung geschrieben und nochmal ausführlicher versucht mein Vorgehen zu erklären, in der Hoffnung, nun doch auf Verständnis zu stoßen. Des weiteren habe ich mich auch für die bisherige Zusammenarbeit bedankt und alles Gute für die Zukunft gewünscht.
Allerdings bis jetzt ohne jegliche Rückmeldung. Und ich denke dabei wird es wohl bleiben. Wirklich schade und enttäuschend nach so langer Zeit. Aber so merke ich, das es auch wirklich immer nur um die Arbeit ging.
Traudel hat geschrieben: Ich kann es wirklich nicht abschätzen, aber ggf. solltest Du auch beim Nachbarinstitut, bei dem Du Dich beworben hast, anrufen und Dein Interesse beim Stellenausschreiber persönlich (kurz, knackig, sympathisch) vorbringen? Kennt Ihr einander denn?
Nein, wir kennen uns leider nicht, da es auch eine andere Fakultät ist. Bis jetzt kam keine Rückmeldung und ich kann auch nicht abschätzen was eventuell hinter verschlossenen Türen passiert. Was anderes als etwas abwarten bleibt wohl gerade nicht.
Twinkies hat geschrieben: Aber vielleicht kriegt er sich auch wieder ein. Und das heißt eben auch nicht, dass er dir nun aus "Rache" was Böses will. Hast du denn in der Vergangenheit mitbekommen, dass er solche Aktionen gestartet hat?
Nein, solche Aktionen aus Rache sind mir nicht bekannt. Allerdings wanderten die Leute dann auch in die Industrie und bleibten nicht wie ich im selben Forschungsbereich.
Twinkies hat geschrieben: Was das Arbeitszeugnis angeht: ich nehme mal an, du hast nie ein Zwischenzeugnis bekommen, auf das du dich berufen könntest? Ansonsten: sammel alle Beweise dafür, was du alles auf deiner Stelle gemacht hast (was ja wohl Einiges war), E-Mails vom DV in denen er sich positiv über deine Arbeit äußert, in denen er dir wichtige Aufgaben überträgt
Doch, es gibt tatsächlich ein Arbeitszeugnis von vor 2 Jahren, das tadellos war. Natürlich kann man immer behaupten, das meine Leistung nachgelassen hat oder andere Dinge. Eine Garantie kann es auch nicht sein.
Ein echtes Lob gab es kaum und erst recht nicht schriftlich. "Nicht geschimpft ist schon gelobt" war immer das Motto.
Twinkies hat geschrieben: Personalrat (...) (und haben auch Schweigepflicht)
Nur eine Nebenbemerkung, aber anscheinend hat der Personalrat keine formelle Schweigepflicht, also in dem Sinne, das bei einem Bruch eine strafrechtliche Verfolgung möglich ist. Dennoch schien das Kredo doch eine Verschwiegenheit zu implizieren. Nur nicht in dem hochrechtlichem Sinne.
itsme hat geschrieben: Bei deiner Schilderung war ich beeindruckt, wie wertfrei du die Vorgänge geschildert - ich wäre da deutlich emotionaler.
Glaube mir, das fällt mir alles andere als leicht. Ich habe auch ein paar Tage gewartet um hier zu schreiben und versucht, das ganze so sachlich und neutral zu schreiben wie möglich, denn schliesslich will ich auch eine sachliche Meinung.
itsme hat geschrieben: Es gibt einzelne Stellschrauben in der Vergangenheit, an denen du hättest ansetzen können. Z.B. wäre die Kündigung nicht notwendig gewesen - wenn du dich innerlich schon von dem Job entfernt hast
Absolut, natürlich habe ich auch viel über mich nachgedacht und auch mich selbst reflektiert. Sicherlich hätte ich vorgehen können wie du geschrieben hast, aber wenn einfach der Punkt erreicht ist das man Abstand braucht, dann ist das so. Also auch wenn mir selbst bewusst ist, das vieles einfacher gewesen wäre, bereue ich den Schritt nicht.
Nichtsdestotrotz hoffe ich das mir das alles eine Lehre ist und ich in Zukunft mich anders verhalte. Gerade weil ich jetzt merke wie schnell einfach so alles vorbei sein kann werde ich wohl vorsichtiger agieren.
itsme hat geschrieben: Du hast da eine Reihe von Vermutungen, die deinem Ex-DV eine sehr einflussreiche Rolle zuschreiben. Das kann realistisch sein (denn machen wir uns nichts vor: Es gibt Koryphaen, die nahezu unangefochten herrschen), das kann aber auch mit deinen persönlichen Erfahrungen zusammenhängen. Es könnte sein, dass sich dein DV vielleicht einfach nur jeder Äußerung enthält (nach dem Motto: "Der will nicht mehr für mich arbeiten, damit ist er Luft für mich!").
Vielleicht ergibt sich die sehr einflussreiche Rolle nur durch seine Eigenbeschreibung aber du hast recht. Vielleicht ist alles relativ. Ich kann nur darauf hoffen, das mir eine faire Chance gegeben wird.

Ich werde weiterhin berichten.


PS: ich kann seltsamerweise nicht editieren, weshalb im ersten Post noch meine Notizen unten erscheinen. Vielleicht weiss jemand wie ich Rechte bekomme, zu editieren.

itsme
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Re: Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbau

Beitrag von itsme » 06.08.2015, 11:17

Warendorf5678 hat geschrieben: Ich habe sogar etwas gemacht, wozu mir zwar keine geraten hatte und was mir selbst auch sehr schwer fiel, aber vielleicht bringt es auch etwas. Ich habe nochmal eine Entschuldigung geschrieben und nochmal ausführlicher versucht mein Vorgehen zu erklären, in der Hoffnung, nun doch auf Verständnis zu stoßen. Des weiteren habe ich mich auch für die bisherige Zusammenarbeit bedankt und alles Gute für die Zukunft gewünscht.
:blume: Es bringt in jedem Fall etwas. Vielleicht bringt es den Prof dazu, sein Verhalten zu reflektieren. Vielleicht auch nicht. In jedem Fall bringt es aber etwas für dich: Du belastest dich selbst nicht mehr mit Bitterkeit, Hadern, Groll und Wut, sondern suchst aktiv nach einem versöhnlichen Abschluss für die Sache. Soll er sich doch so kindisch aufführen, wie er will - das heisst ja nicht, dass du es auch sein musst. Ein anderer, gangbarer Weg könnte vielleicht in der gnadenlosen Offenheit und im knallharten Verhandeln liegen. Menschlich kannst du von deinem ehemaligen Chef wahrscheinlich nicht viel erwarten, aber er könnte der Argumentation, dass eine sehr hohe Abbrecherquote irgendwann auch auf ihn zurückfällt, zugänglich sein. Wenn du dich also berappelst und einen zweiten Anlauf wagst, hat er guten Grund, dir zumindest keine Steine in den Weg zu legen - und vielleicht macht es Sinn, das auch mal auszusprechen.

Wg. der Kündigung in der Krankheitsphase: Menschlich kann ich dich da voll und ganz verstehen. Allerdings komme ich eben aus der Ökonomie und wünsche mir oft, meine Kollegen (im weiteren Sinne, also alle WiMis) würden etwas kühler kalkulieren. Mit der Kündigung hast du die Kosten für deine Krankheitsphase ja wahrscheinlich selbst getragen. Der Arbeitgeber und die Versichertengemeinschaft waren damit "raus", dabei hättest du die Unterstützung in dieser Phase echt "verdient". Ich selbst hätte wahrscheinlich genauso wie du gehandelt, aber irgendwie kann ich nicht anders, als diejenigen zu bewundern, die sich die Jobsuche knallhart von der Uni finanzieren lassen, indem sie dort nur noch das absolute Minimum machen und das Gehalt mitnehmen, so lange es geht (es gibt echt lustige Geschichten von Professoren, die ganz entrüstet bei den Personalabteilungen angerufen haben, weil ihre Mitarbeiter auf halben Stellen sich plötzlich und absolut unverständlicherweise weigern auch nur eine Minute mehr als 20h/Woche zu arbeiten :D ). Das geschähe den Unis und gerade den schwierigen Lehrstühlen doch nur Recht, wenn sie den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten könnten, weil alle nur noch "Dienst nach Vorschrift" machen. :mrgreen: Aber mir ist schon klar, dass ein Einzelner (Du) nicht den Kampf für alle fechten kann und dass du tun musst, was für dich richtig ist - alles Gute dafür! :blume:

Warendorf5678
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Re: Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbau

Beitrag von Warendorf5678 » 11.08.2015, 00:00

Hallo zusammen,

es gibt eine Neuigkeit. Ich wurde tatsächlich zum Bewerbungsgespräch beim Nachbarinstitut eingeladen.
Natürlich stellt sich damit für mich die Frage, dass für den Fall das mich der Job interessiert, ob ich ihn auch annehmen sollte.
Nachdem ich mit meinem Ex-DV so unschön auseinander gegangen bin, bin ich mir nicht mehr so sicher ob das wirklich eine gute Idee ist dort zu arbeiten. Denn es befindet sich im selben Institut und somit kann man sich immer auf dem Campus über den Weg laufen. Im schlimmsten Fall sogar über Kooperationen verbandelt sein. Als ich mich bewarb, war mir nicht klar das mein Ex-DV so heftig reagiert. Vielleicht war es auch eine Taktik.
Vermutlich kann mir an der Stelle auch keiner wirklich helfen oder Rat geben. Letztendlich muss ich dann entscheiden, ob ich den Job dann dennoch nehme, auch wenn man da sich über den Weg laufen kann.

Renegade
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Re: Kann ein Dr.Vater einem die (akademische) Zukunft verbau

Beitrag von Renegade » 11.08.2015, 09:44

Ich würde das mal ganz entspannt betrachten - wenn dein Ex-DV dich nicht mehr betreut, gibt es auch kein Abhängigkeitsverhältnis zu deinen Ungunsten (sowohl Stelle als auch Diss). Demnach kann es dir völlig egal sein, was er denkt und wie er reagiert und falls es doch eine Kooperation geben sollte, hat er dir ja nichts mehr zu sagen, da er dich weder betreut, noch bezahlt.

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