Bewerben für ein Stipendium - was, wenn es nicht klappt?

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Peterle
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Bewerben für ein Stipendium - was, wenn es nicht klappt?

Beitrag von Peterle » 11.07.2015, 17:55

Hallo zusammen,

Ich habe im letzten Jahr mein Studium beendet, befinde mich aktuell in einem zweiten Studium, was ich im nächsten Jahr abschließen werde. Ich möchte im nächsten Jahr gerne promovieren und brauche ein Stipendium, damit ich mich finanzieren kann. Ich habe einen DV und ein Thema, die Bewerbung für die Stipendien ist in Arbeit. Nun machen sich schon die ersten Sorgen breit. Was passiert, wenn ich kein Stipendium ergattere? Für die Bewerbung muss mein Promotionsvorhaben von der Uni zugelassen sein. D.h. ich stecke unter Umständen mitten drin und muss alles wieder abbrechen, wenn ich kein Stipendium bekomme. Mit mir selbst kann ich das vereinbaren, aber was würde mein DV dazu sagen? Und der Zweitprüfer, der mir noch fehlt? Es ist für andere Menschen ja auch viel Arbeit… Und sind meine Chancen mit einem Masterschnitt von 1,6 überhaupt gut genug? Mein DV unterstützt mich in meinem Vorhaben, aber nun ist das ganze auch mit ein wenig Angst verbunden.
Wer kann das nachvollziehen? Oder hat das vielleicht schon erlebt?

Liebe Grüße
euer Peterle

elbu
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Re: Bewerben für ein Stipendium - was, wenn es nicht klappt?

Beitrag von elbu » 11.07.2015, 18:08

Hallo Peterle,

Deine Sorgen sind nachvollziehbar. Aber warum müsstest Du das Projekt abbrechen, wenn Deine erste Stipendienbewerbung nicht funktioniert? Was, wenn es nicht klappt? Na: weiterbewerben! Ich z.B. war mit meinen ersten Bewerbungen bei einem Graduiertenkolleg nicht erfolgreich. Habe dann eine Stelle außerhalb der Wissenschaft gefunden, um mich zu finanzieren. Die war befristet; während der Zeit habe ich mein Exposé aufgemöbelt, mich um ein Stipendium bei einer Stiftung beworben, die Zusage bekommen und dann nach Auslaufen meines Vertrages das Stipendium aufgenommen. Ich kenne Leute, die es bei verschiedenen Stiftungen nacheinander versucht haben. Und es gibt die Variante, sich über Erwerbsarbeit zu finanzieren und die Diss "nebenher" zu machen. Das ist anstrengend und dauert länger als eine Vollzeitpromotion. Aber es gibt viele Leute, auch und gerade hier im Doktorandenforum, die das machen.

Und mach Dir nicht zu viele Gedanken über Leute, denen Du damit Arbeit machst! Profs schreiben Gutachten für Leute, denen sie was zutrauen, und sie wissen, dass es nicht immer funktioniert. Sie betreuen Promotionen und wissen, das manche abgebrochen werden. Das ist so. Du wirst bei der Promotion vielfach auf Dich allein gestellt sein, Du darfst ruhig in dieser Situation in erster Linie an Dich denken!

Nur Mut!

Elbu

Peterle
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Re: Bewerben für ein Stipendium - was, wenn es nicht klappt?

Beitrag von Peterle » 11.07.2015, 18:24

Danke, Elbu!

Ich habe Lehramt studiert und alternativ schon überlegt, ob ich dann ins Ref gehe und ggf. nebenher promoviere. Ist viel, viel Arbeit, aber vllt. wäre nach dem Ref ja eine halbe Stelle möglich, sodass ich der Diss dann mehr Zeit widmen kann :D

Doc-Wolfi
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Re: Bewerben für ein Stipendium - was, wenn es nicht klappt?

Beitrag von Doc-Wolfi » 11.07.2015, 21:12

Bewerbungen für Stipendien sind ein Glücksspiel. Manchmal hat das Institut aber noch Budget "herumliegen", mit dem man die Zwischenzeit finanzieren kann, bis der Antrag erneut eingereicht und endlich bewilligt wird.

Twinkies
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Re: Bewerben für ein Stipendium - was, wenn es nicht klappt?

Beitrag von Twinkies » 15.07.2015, 02:18

Hallo Peterle,

also ob das mit dem Ref und "nebenbei" promovieren so eine gute Idee ist, wage ich etwas zu bezweifeln. Hast du mal mit Leuten, die im Ref sind/waren geredet? Ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass der Arbeitsaufwand für beides gleichzeitig problemlos zu bewältigen wäre (hat zumindest bei den Leuten, die ich kenne und die das versucht haben, gar nicht geklappt).

Würdest du denn nur mit einem Stipendium promovieren wollen? Dass du eine Finanzierung für die Diss brauchst, ist klar. Aber das Problem ist eben, dass du für eine Stipendienbewerbung schon mal an deiner Diss gearbeitet haben musst, um ein Exposé zu erstellen. Dass das eine blöde Situation ist, ist unbestritten. Daher wäre auch mein Vorschlag, mit deinem DV zu reden, ob es nicht einen Weg gibt, die Zeit durch eine Projektstelle o.ä. zu überbrücken.

Noch einen Tipp für die Bewerbung für das Stipendium: sowohl das Exposé sollte wirklich gut sein, als auch die Gutachten vom DV. Von daher würde ich versuchen, das Exposé so ausgereift, wie das in diesem Stadium möglich ist, zu gestalten. Dass sich dann später einiges ändert, ist auch den Stipendiengebern klar; es ist v.a. wichtig dass die sehen, was der neue Wissensgewinn von deinem Projekt ist, dass du sich mit den vorhandenen Arbeiten und dem aktuellen Wissensstand in dem Bereich auseiandergesetzt hast, und du eine klare Vorstellung davon hast, was und v.a. wie du das Thema bearbeiten willst.

Viel Erfolg!

Peterle
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Re: Bewerben für ein Stipendium - was, wenn es nicht klappt?

Beitrag von Peterle » 15.07.2015, 11:18

Hallo Twinkies,

Dass Ref und Diss gleichzeitig utopisch ist, ist mir klar… Möchte ich eigentlich vermeiden.
Zum Exposé: Ich habe über mein Thema bereits eine Masterarbeit geschrieben, bin thematisch ganz gut eingearbeitet ;) Habe während der MA festgestellt, dass da noch viele Fragen offen sind. Das erleichtert das Schreiben des Exposés ungemein!
Darüber hinaus werde ich über das Ergebnis meiner MA noch einen Vortrag bei einem Symposium halten, ich hoffe, dass das die Chancen auf ein Stipendium steigert. Außerdem zeigt es ja auch, dass mein Thema in der Wissenschaft durchaus relevant ist.
Drückt mir die Daumen!

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