Promotionsbetreuung finden an anderer Uni

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Lotti
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Promotionsbetreuung finden an anderer Uni

Beitrag von Lotti » 29.04.2015, 16:16

Hallo,

vielleicht kann mir jemand von Erfahrungen berichten: es gibt eine Professorin an einer Universität, mit der ich bisher nichts zu tun hatte. Ich würde diese Frau gerne fragen, ob sie meine Promotionsbetreuerin werden könnte (sowohl aus fachlichen als auch aus geografischen Gründen). Ich denke, sie wird nicht übermäßig überrascht davon sein, denn mein Thema passt zu ihren Schwerpunkten.

Allerdings bin ich total unsicher, wie ich vorgehen soll, damit meine Frage nicht unter vielen verschwindet. Anrufen, eMail schreiben oder versuchen, in einer Sprechstunde einfach mal aufzutauchen? -.- Über Tipps wäre ich sehr dankbar.

Hinzu kommt leider, dass eine meiner derzeitigen MA-Betreuerinnen gerade auf Kriegsfuß mit dieser Professorin steht, das heißt, sie kennen sich aber mögen sich nicht. Das wurde mir extra vorher gesagt, zum Einen als Begründung warum die Verbindung nicht so hergestellt werden konnte, und zum anderen damit ich mich nicht wundere, wenn darauf eine Anspielung kommt.

Vielleicht hat jemand einen Ratschlag oder kann erzählen, wie es sonst noch geklappt hat mit der Suche nach einem DV?

Dankeee!

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Lotti
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Re: Promotionsbetreuung finden an anderer Uni

Beitrag von Lotti » 04.05.2015, 13:09

Mittlerweile habe ich das Forum durchsucht, entschuldigt, es wurden ja schon mehrere Fragen dieser Art gestellt. Ich habe mich auf Anraten jetzt zu einer ersten Kontaktaufnahme per Mail entschieden, leider bin ich so nervös und mir ist das in diesem Fall so wichtig, dass ich mich selbst blockiere. Hätte jemand noch gute Formulierungsvorschläge? Zum Beispiel etwas weniger formelles als "Für ein weiteres Gespräch stehe ich gerne zur Verfügung. Lassen Sie es mich wissen, wenn ich weitere Unterlagen mitbringen sollte." :( klingt doch schrecklich...

Traudel
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Re: Promotionsbetreuung finden an anderer Uni

Beitrag von Traudel » 04.05.2015, 17:40

Liebe Lotti,

schön, dass Du ein wenig im Archiv gestöbert hast, denn: Ja, ähnliche Fragen gab es schon sehr, sehr oft. ABER dennoch ist jeder Beitrag bzw. jeder Fall individuell.
Das "Alleinstellungsmerkmal" Deines Falles liegt sicher insb. darin, dass sich Deine aktuelle MA-Betreuerin und die DM in spe spinnefeind sind. Natürlich sind Kontaktaufnahmen per Email gang und gäbe, aber genau hier liegt dann in der beschriebenen Konstellation vielleicht doch ein (ungerechter) Nachteil. Könnte es - wenn auch nur entfernt - vorstellbar sein, dass Deine anvisierte DM beim Lesen Deiner Mail (in der Du ja sicher ganz knapp Deinen akademischen Werdegang und Schwerpunkt (inkl. MA-Arbeitsthema) darlegst) ganz eventuell unwillkürlich ablehnt, weil sie den Namen oder das Institut Ihrer Konkurrentin erblickt? Könntest Du Dir ungeahnt ein Eigentor schießen?
Gewiss, moralisch gesehen sollte die Ablehnungsgefahr aufgrund dessen nicht bestehen. Aber die DM ist auch nur ein Mensch und könnte unbewusst blockieren.
Daher mein Tipp: Überleg noch einmal, ob Du nicht doch die Möglichkeit Deines Eingangspostings umsetzen möchtest, nämlich einfach zur Sprechstunde anmelden oder hingehen. Bereite ein knackiges Exposé vor, stelle die Verbindung zu ihrem Forschungsschwerpunkt her und begründe, inwiefern Sie und Ihr Lehrstuhl/Projekt von Deiner Arbeit profitieren würden.

Also, abgesehen davon, dass ich zu den Menschen zähle, die ohnehin den persönlichen Kontakt bzw. das persönliche Vorstellen eines so wichtigen Anliegens bevorzugen (sofern nicht etliche hundert Kilometer dazwischenliegen), finde ich in Deinem Fall diese Sprechstunden-Option besser geeignet. Diese Situation könntest Du viel besser steuern, und Du kannst die Professorin von Deiner Motivation und Idee überzeugen und sie mit Deinem Wesen einnehmen. Dein Posting klingt nett, Du klingst nett - also, ran an die Frau!

Und berichte uns!
LG Traudel

kal-el
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Re: Promotionsbetreuung finden an anderer Uni

Beitrag von kal-el » 09.05.2015, 08:50

Hallo,

evtl. kommt das auch auf das Fachgebiet an, aber ich habe damit keine guten Erfahrungen gemacht.
Wenn man die Leute anmailt, antworten sie in den seltensten Fällen.
Man muß hin um mit diesem zu reden. Natürlich will dieser im Vorfeld wissen, um was es geht (ehrlich gesagt auch ich als Nicht-Professor hasse es, wenn Studenten einen Termin per mail außerhalb der Sprechstunde wollen und nicht sagen, um was es geht....) und wenn man dann "Diss" erwähnt, blocken die meisten ab (chronische Überlastung).
Letztendlich läuft es meistens so, dass man denjenigen fragt, der einen kennt, oder man wird gefragt. Alles, was extern ist, ist super-schwierig...
also tendenziell.....

Ich würde mir gut überlegen, was ich sagen will und würde dann in die Sprechstunde gehen, da kann der Betreffende nicht weg :D Und dann alles geben und hoffen, dass er am Schluss meint, er liest Deine Ideen, die Du ihm dann zeitnah mailst, das ist schon sehr viel, wenn Du von außerahalb kommst.

Es gibt zwei Möglichkeiten:
derjenige ist von Deiner Idee begeistert, dann ist Dein Exposè zweitrangig.
Oder: was IST ein gutes Exposè für diesen Professor? Versuche im Gespräch heraus zu finden, wo seine Schwerpunkte sind, bediene diese! Notier` Dir Autoren, die er nennt etc..
ganz eventuell unwillkürlich ablehnt, weil sie den Namen oder das Institut Ihrer Konkurrentin erblickt?
Das wohl weniger, das kann im Gegenteil auch Ansporn sein und das ECHTE Verhältnis der Leute weiß sowieso keiner.....

Ich persönlich hatte eine Idee,aus der Praxis heraus geboren, aber mein eigener Chef wollte mich nicht betreuen.
Also mußte ich ein Jahr klinkenputzen, obwohl eindeutig war, dass ich schon an einer Universität arbeite. die meisten wollten sich gar nicht auf das Thema/ein Gespräch einlassen. Nicht, dass es keinen interessiert hätte, aber sie hatten einfach genug zu tun.
Irgendwann habe ich das Exposè auch noch mal überarbeitet, zusammen mit einem Kollegen, bin dann zu einem sehr jungen Lehrstuhl und der Professor fand das Thema spannend.
Das Exposè, auf das ich ja dann viel Arbeit verwendet hatte (ständige Anpassung während eines Jahres), hat er kaum gelesen....
und die Arbeit sofort in eine ganz andere Richtung geschubst...
Das Exposè, woran zuerst angeblich soviel hing, war bei diesem Menschen vollkommen uninteressant...

lg
kal

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