Frage zu Sekundärzitaten

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Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von michi » 02.04.2015, 19:48

Ich habe eine Frage zum Umgang mit Sekundärzitaten. Angenommen, A zitiert B. Ich möchte dieses Zitat auch in meiner Arbeit haben.

- Ich kann die Originalarbeit von B nicht auftreiben und mache daher ein Sekundärzitat. "Blablabla" (B 1999, S. 1, zit. n. A 2010, S. 2). OK.

- Ich kann die Originalarbeit von B auftreiben. Schreib ich jetzt einfach "Blablabla" (B 1999, S. 1)? Damit würde ich ja so tun, als wäre ich selbst auf das Zitat gestoßen, was ja nicht der Fall ist. Oder schreib ich (B 1999, S. 1, bereits zit. bei A 2010, S. 2)?

Wie macht ihr das? (Geisteswissenschaften)

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Chris
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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von Chris » 02.04.2015, 20:20

In den Geisteswissenschaften ist es offensichtlich mit der Zitierweise etwas anders als bei uns in der Informatik. Ich würde jedenfalls etwas schreiben wie: "A [1] beschreibt das Problem X basierend auf B [2] als hochgradig nichttrivial." Du solltest natürlich auf keinen Fall so tun als wäre es deine Erkenntnis, was A geschrieben hat, aber solange dabei herauskommt wer was gesagt hat bist du auf der sicheren Seite.

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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von Kugelfischchen » 02.04.2015, 20:30

Wenn Du B gesichtet hast (im Optimalfall gelesen, sonst Zitat und Kontext geprüft), kannst Du B direkt zitieren.
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Chris
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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von Chris » 03.04.2015, 10:45

Er kann und sollte B auf jeden Fall direkt zitieren. Wenn A auch relevant ist und zum Stand der Forschung beiträgt, sollte A aber auch zitiert werden.

Traudel
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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von Traudel » 03.04.2015, 11:04

Hach, ein goldiges Beispiel für mein Plädoyer, die Fußnotenzitierung dem Harvardsystem vorzuziehen :D So könntest Du in der Fußnote alle Karten aufn Tisch legen und es ein bissel eleganter umschreiben. Allerdings finde ich Deine Idee à la B 1999, S. 1, bereits zit. bei... sehr gut! Jawolll, so machen!
Denn ich halte zwei Aspekte für essentiell:
1. Primärquellen stets Sekundärquellen vorziehen - logo
2. Transparenz.
Und um diese beiden Kriterien wiss. Praxis zu vereinbaren, nimm entweder Deine vorgeschlagene Klammer oder binde die Info in Anlehnung an Chris' Vorschlag in den Fließtext ein.
Ich rate Dir davon ab, einfach die Primärquelle B zu zitieren ohne den Hinweis auf den Autor A, der Dich ja erst auf Autor B gebracht hat. Es wäre nicht falsch, die Originalquelle B zu zitieren ohne Zwischenschritt über Autor A, aber trotzdem eben unredlich und auch peinlich, wenn jemand die Quelle B kennt und weiß, dass die Idee, die Du ja quasi als Deine eigene verkaufst, bereits in B zu lesen ist.
Viele Bs und As und fiese Theorie, aber ich hoffe, meine Message kütt rüber :blume:

michi
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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von michi » 04.04.2015, 22:36

Vielen Dank für eure Antworten. Scheinbar herrscht hier ja auch keine Einigkeit, was meine Frage betrifft ;)

Klar ist, dass ich natürlich alles möglichst genau angeben will. Ich werde mal meine DM beim nächsten Gespräch fragen, wie sie das so sieht...

hexe
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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von hexe » 19.10.2015, 21:29

Ich schreibe:

A 2001, S. 15 unter Verweis auf B 1999, S. 2

Caitlin
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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von Caitlin » 20.10.2015, 13:42

Benutzt du das Zitat im gleichen Kontext wie B? Ich schreib dann sowas wie: "A, S. xy. Darauf weist auch B, S. xy hin."
Wenn das Zitat für meine Argumentation passt, aber in einem ganz anderen Zusammenhang, als B es benutzt, schreibe ich sowas wie: "A, S. yz. B weist auf selbige Stelle hin, um aufzuzeigen, dass... Vgl. B, S. xz."

DoneXY
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Re: Frage zu Sekundärzitaten

Beitrag von DoneXY » 20.10.2015, 15:47

michi hat geschrieben:- Ich kann die Originalarbeit von B auftreiben. Schreib ich jetzt einfach "Blablabla" (B 1999, S. 1)? Damit würde ich ja so tun, als wäre ich selbst auf das Zitat gestoßen, was ja nicht der Fall ist. Oder schreib ich (B 1999, S. 1, bereits zit. bei A 2010, S. 2)?
Ich habe den Eindruck, dass üblicherweise A unter den Tisch fällt. Überwiegend finde ich das auch völlig OK, da durch das Lesen der Kreis derjenigen, die gelesen werden, sich ausdehnt. Davon ist Dein 'Problemfall' lediglich ein 'Spezialfall'.

Allerdings kenne ich das Problem, dass so Autoren unter den Tisch fallen können, die weder direkt noch indirekt zitiert werden, dennoch für die eigene Arbeit u.U. sehr bedeutsam waren, da sie einen auf sonst übersehene Quellen hingewiesen haben. Ich habe in der Vergangenheit, wenn ich micht recht erinnnere, das in meiner Arbeit kenntlich gemacht: "Den Hinweis auf B verdanke ich A (2010: 2)."

Du kannst in Fussnoten m.M.n. ruhig mal auf einen wissenschaftlich angemessenen "Plauderton" stellen. Ein völliger Fehltritt würde vermutl. von Deinen Gutachtern "kassiert".

In diesem Sinne: "Übrigens ist A 'n cooles Trüffelschwein, das die Quellen ausbuddelt, die andere Schnarchnasen übersehen!"

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