Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten?

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myfunnyvalentine
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von myfunnyvalentine » 01.03.2015, 14:20

steht doch da:

Zuletzt geändert von Sebastian am 01.03.2015, 10:56, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Betreff ergänzt.


Grund: wahrscheinlich war ihm der Betreff nicht spezifisch genug...

Giraffe
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von Giraffe » 06.03.2015, 08:59

Hallo Nucha, wie geht es dir denn jetzt?

Phia123
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von Phia123 » 06.03.2015, 14:22

Hey,
gibt es die Möglichkeit, dass du in der Nähe eine Selbsthilfegruppe findest? Ich dachte jetzt an eine Burnout-Selbsthilfegruppe. Ob du dort richtig bist, wirst du dann ja schon merken. Oder eine Stressbewältigungs-Selbsthilfegruppe.
Ich habe (beruflich) bei Weiterbildungen Kontakt zu verschiedenen Selbsthilfegruppen gehabt und kann eine Teilnahme sehr weiterempfehlen. Anfangs hat man vielleicht gewisse Vorurteile oder es ist eine Hemmschwelle da, aber es lohnt sich total! Trau dich! Tu etwas für dich selbst! Du wirst dort vielleicht auch eine Antwort auf deine Frage bekommen, ob du die Dissertation an den Nagel hängen solltest oder nicht. Zusätzlich ist auch eine Kur bestimmt nicht verkehrt. So kommst du einfach aus deinem Alltag heraus und kannst diesen Kreis aus negativen Gedanken und Kraftlosigkeit durchbrechen.
Ich wünsche dir alles Gute!

nucha
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von nucha » 13.03.2015, 08:10

Hallo zusammen

Vielen Dank für eure Anteilnahme und die guten Tipps.

Mir geht es nicht besser, und ich denke, ich werde tatsächlich auf die Publikation und damit auf den Doktortitel verzichten. Im 2016 muss ich die zweite Verlängerung beantragen, wenn die Publikation bis dahin nicht erfolgt ist. Ich sehe nicht, was das bringen soll; danach wird es genauso weiter gehen wie jetzt. Die Situation ist aussichtslos.

Ich wünsche euch, dass ihr rechtzeitig den Absprung wagt, sobald sich eine längere Arbeitsblockade einstellt. Die gut zwölf Jahre, die ich seit Beginn dieses Problems verloren habe, wären eigentlich die wichtigsten, zwischen 30 und 40 eben, wo man sich beruflich positioniert. Stattdessen sitzt man in dieser Blockade fest, wie ein Auto im Graben, dessen Räder durchdrehen und nicht vorwärts kommen. Euer Gespür weiss, ob die Hürde überwindbar ist oder nicht. Hört darauf und zieht die richtigen Konsequenzen!

Herzlich,
nucha

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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von Koenigsportal » 13.03.2015, 12:10

Hallo Nucha,

bevor Du die endgültige Entscheidung triffst, solltest Du vielleicht besser erst einmal etwas Abstand gewinnen. Ist es denn problematisch, eine Verlängerung für die Publikation zu beantragen? Ich habe mich deshalb selbst lange schlecht gefühlt, obwohl es tragende Gründe gab. Inzwischen weiß ich, dass das sehr viele machen. Offenbar hast Du ja bestanden und die Dispu auch schon hinter Dir. Kannst Du Dich nicht mit Deinem DV auf Minimalanforderungen einigen? Der müsste doch auch Interesse haben, dass Du nicht abbrichst.

Alles Gute!
"Do what you can, with what you've got, where you are." (Th. Roosevelt)

Giraffe
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von Giraffe » 13.03.2015, 12:24

Hallo Nucha,
für mich - als außenstende Person, die von dir nur deine Posts hier im Forum kennt - liest sich deine Schilderung so, als ob es auch einen anderen Weg gibt, als den, den du nun einschlagen willst. Ich will deine sicherlich sehr anstregende und belastende Lage nicht schmälern, aber letztlich ist es doch nie die ominöse, böse Doktorarbeit, die uns das Leben schwert macht, oder der Doktorvater/mutter, oder der Job,...etc...sondern wir, wenn wir das zulassen und die Verantwortung für unser Leben abgeben. Die Diss hinschmeißen kann nun natürlich eine mögliche Konsequenz sein, aber mit einem großen "Befreiungsschlag" lösen sich selten hausgemachte Probleme, und schon gar nicht solche, die du beschreibst. Ich glaube, erlebt man einmal so eine Situation, in der man sich hilflos und festgefahren fühlt, kann man vor der Situation zurückweichen und einen anderen Weg gehen. Oder man akzeptiert, dass man vielleicht nicht so perfekt ist, wie man gerne wäre und das von sich erwartet, schraubt sein Ego runter, dass davon geträumt hat, dass man die Situation ohne Zwischenfall bravourös meistert und beginnt mit einem realistischeren, aber auch menschlicheren Blick nochmal von vorne, geht das Problem an, zerlegt es in kleine, v.a. machbare Teile, sucht sich Hilfe bei der Bewältigung und ist sich nicht zu schade sich und anderen einzugestehen, dass man eben auch nicht alles kann und lernt auch wieder zu sehen, dass es noch was anderes gibt im Leben als diese eine Situation, von der man vielleicht dachte davon würde alles abhängen,...., und dann bewältigt man die Situation. Vielleicht nicht als der, der man gerne gewesen wäre, aber als der, der man eigentlich ist, ein Mensch mit Höhen und Tiefen, denn so ist das Leben nunmal, keiner ist perfekt und Höhen und Tiefen gehören zum Leben unausweichlich dazu...
Es gibt doch selten nur eine Option :blume:

histosowi
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von histosowi » 13.03.2015, 14:56

nucha hat geschrieben:Die gut zwölf Jahre, die ich seit Beginn dieses Problems verloren habe, wären eigentlich die wichtigsten, zwischen 30 und 40 eben, wo man sich beruflich positioniert. Stattdessen sitzt man in dieser Blockade fest, wie ein Auto im Graben, dessen Räder durchdrehen und nicht vorwärts kommen.
Liebe Nucha,
das stimmt so nicht, du hast dich in diesen vergangenen Jahren durchaus positioniert. Du hast gearbeitet und eine Doktorarbeit geschrieben, die für gut befunden wurde. Du bist also sehr wohl vorwärts gekommen.
Ich habe den Eindruck, du hast eine Art Wahrnehmungsstörung und empfindest das, was du geschrieben hast -und von anderen als gut erachtet wurde- als nicht zureichend. Ich kann nur allen anderen Vorrednern hier zustimmen. Wie wäre es mit der Teilnahme an einem Schreibtreff? Da kannst du zum Beispiel konkret einzelne Sätze vorstellen und andere fragen, ob das in ihren Augen Sinn macht. Oder du kannst andere fragen, wie denn dein DV das gemeint hat, wenn du hier und da nicht schlüssig argumentiert hast, etc.
Ich frage mich, was es dir bringen soll, wenn du jetzt abbrichst und auf den Doktortitel verzichtest? Beruflich bringt es dir wohl kaum etwas. Seelisch vielleicht nur, erst mal aus der Situation (dem Druck und dem Grauen des noch mal schreiben Müssens) raus zu sein. Tja und dann? Weiterhin wissenschaftlich tätig sein ohne Doktortitel? Kaum machbar. Auf den freien Arbeitsmarkt mit um die vierzig? Ich will dich nicht ängstigen, aber wenn du nicht schon vor dem Studium eine Ausbildung absolviert und parallel immer oder zumindest zwischendurch in der Wirtschaft gearbeitet hast, kann das ein direkter Weg in H4 werden.
Mein Fazit: noch mal die Zähne zusammenbeißen und durch!
Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute!!!
Zuletzt geändert von Sebastian am 13.03.2015, 14:56, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Schreibtreff verlinkt und die Tür für nucha geöffnet.

epikur
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von epikur » 13.03.2015, 15:02

Hallo nucha!

Was @Giraffe geschrieben hat, ist schon mal nicht verkehrt.
Gerne lehne ich mich, aus meinen umfangreichen fachlichen Erfahrungen mit zahlreichen unter Prokrastination leidenden Studenten und Doktoranden heraus, noch weiter aus dem Fenster:

Dir wird es garantiert nicht besser damit gehen und es wird Deine Probleme keinesfalls lösen, wenn Du auf den letzten Metern alles hinwirfst!!!

Vermeidungsverhalten führt grundsätzlich zur Aufrechterhaltung und Generalisierung des Vermeidungsverhaltens und nicht zu seiner Reduktion. Dagegen hilft nur, sich seinen Problemen zu stellen und sie aktiv anzugehen! Vielleicht hast Du noch nicht die psychologische Hilfe gefunden, die Du brauchst. Die moderne Verhaltenstherapie hält z.B. gute und pragmatische Behandlungstools zur Therapie der Prokrastination bereit:
http://www.karger.de/Article/Pdf/202339
Zusätzlich würde ich Dir raten, Dich auch fachlich- inhaltlich beraten zu lassen. Von dieser Dame, die vom Fach ist, habe ich Gutes gehört (ohne Gewähr, nur mal so als Hinweis):
http://www.lektorat-strobel.de/

Du hast es immerhin geschafft, Deine Arbeit im Prinzip fertig zu schreiben. Sie ist gut begutachtet worden - und Du hast sie erfolgreich verteidigt. Sooo unüberwindlich, wie sie Dir selbst vorkommen, können die Hürden zur Erlangung der Druckreife in keiner Weise sein... :wink:

Nimm die Herausforderung an - und laufe vor ihr nicht weg!

Alles Gute wünscht

epikur

Traudel
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten

Beitrag von Traudel » 13.03.2015, 17:58

Liebe Nucha,

du hast uns nicht nur hier im Forum einen tiefergehenden und ehrlichen Einblick in Deine verzweifelte Lage und Seele geboten, sondern mir auch in PN Einiges anvertraut und mitgeteilt. Dafür herzlichen Dank! Deine Schilderungen bezeugen einmal mehr, wie furchtbar belastend, quälend und zermürbend eine Promotion sein kann - und zwar sogar auch noch, wenn die Dissertation bereits begutachtet, für gut befunden und erfolgreich verteidigt wurde.
Ich weiß, es ist jetzt müßig, mal wieder über das ganze System zu schimpfen, zu klagen und kollektiv uns zu bemitleiden - nö, das will ich auch gar nicht. Ich möchte aber unbedingt und mit viiiiiiieeeeel Nachdruck sagen, dass sich der Scheiß lohnt!! Ich hatte depressive Phasen, Episoden überwältigender Überforderung und Unsicherheit und immer Arsch-auf Grundeis-Gefühle und mächtig Respekt, wenn ich zu meiner DM ging. Dann musste ich nach der Disputatio auch noch fast ein Drittel (autsch, das tat sooooo weh!!) für die Verlagspublikation kürzen. ABER irgendwann ist das alles geschafft, und man hat das Projekt abgeschlossen und damit dann auch gleichzeitig seinen Frieden gefunden. Bitte, bitte schmeiß die Flinte nicht ins Korn! Überarbeite Deine Diss mit professioneller Hilfe, und zwar wirklich nur das Gröbste, was Dein DV verlangt. Dann ab damit auf den Uni-Bib-Server, und fertig ist das Ding. Ich bin davon überzeugt, dass Du so Deinen Frieden findest und die Blockade, die ja auch auf andere Bereiche ausstrahlt, durchbrichst.
Ich kann nur von mir sprechen, aber ich wusste immer, dass ich einen Abbruch nicht verpacken und mir nie verzeihen würde. Ich musste das Projekt abschließen, und ich ermutige Dich, Dir noch eine (letzte) Chance zur Überarbeitung zu geben.
Heieiei, verzeiht die Emotionalität, aber nein, nein, so kurz vorm Ziel darf man nicht hinschmeißen.
Viele Grüße in die Runde
Traudel

Janne
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Re: Probleme vor Publikation: Auf den Doktortitel verzichten?

Beitrag von Janne » 05.11.2015, 11:54

Hallo Nucha, ich schrieb gerade schon in meinem eigenen Beitrag davon: Es gibt bei mir an der Uni die Möglichkeit, den Titel zu erwerben, indem man Belegexemplare abgibt an das Prüfungsamt. Dann hättest Du erst einmal den Titel, vor allem aber Zeit, die Arbeit in Ruhe zu überarbeiten und dann zu publizieren. Schau mal in deine PrüfO!
Und sei ganz fest gedrückt - ich kenn das auch, dieses im Nichts verloren gehen. Das Gehirn braucht eine Weile, um sich zu revitalisieren, aber es ist möglich. Hol Dir Hilfe, dann geht es schneller, und gib dir die Zeit, dich zu erholen!

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