Korrektur lesen lassen

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Lucia
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Lucia » 18.10.2015, 14:59

Leider habe ich da eine ziemliche Katastrophe erlebt.

Flüchtigkeitsfehler wurden haufenweise übersehen, dafür mein Stil kritisiert, der garnicht Teil des Auftrages war.

Die Nachbetreuung war übel - außer man hört gerne stundenlangen Monologen zu, bei denen man nicht mal dazwischen kommt, um das Problem vernünftig zu schildern. (Das Korrekturprogr. war mit meinem Progr. nicht kompatibel.) Gebracht haben die Telefonate nichts.

Die Fußnoten sollten einheitlich korrigiert werden. Sie wurden aber komplett anders neu geschrieben. Dabei stand dann lapidar der Hinweis, ich solle doch meine Doktormutter fragen, ob Sie mit der Art zufrieden sei. Falls nicht, müsse ich aber trotzdem bezahlen....

Die Frage nach Preisnachlass (Fehler, Fußnoten, schlechte Betreuung und dadurch Zeitverlust) wurde damit beantwortet, dass auf ihrer Homepage steht, dass Fehler übersehen werden können. Wie viele genau übersehen werden können, stand dort praktischerweise nicht. Leider hatte ich diesen Passus vorher nicht gelesen - meine Schuld. Mir wurde dann auch direkt mit dem Rechtsanwalt gedroht, falls ich nicht bezahle.

Der Ton war von Anfang an arrogant und überheblich - schriftlich und bei einer von beiden auch am Telefon.

Kurz: Passt auf, wen ihr beauftragt!

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Traudel
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Traudel » 18.10.2015, 16:32

Danke, liebe Lucia, für Dein warnendes Exempel. Es tut mir sehr leid für Dich. Klingt beschissen.
Ich stehe dem Korrektur-Geschäft in den Wissenschaften insgesamt recht skeptisch gegenüber -- soooo schrecklich viele schwarze Schafe! -- und plädiere entschieden für eine sorgfältige Wahl! Man muss schon an einen wirklich vertrauensvollen Profi geraten. Liebe Mitforisten, seid vorsichtig!
Lucia, wie bist Du denn aus der Nummer wieder herausgekommen? Und wie gehst Du nun vor mit der unbrauchbaren(?) Datei? :blume: Alles Gute!! Traudel

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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Green Goddess » 18.10.2015, 17:07

Danke für die Warnung, vor div. Fallstricken, Lucia.

Hier liest sicherlich ausreichend viel "diplomierter Rechtsverstand" mit, dennoch möchte ich meine Rechtsauffassung kundtun.
Was auf einer Homepage steht ist seltenst Vertragsgegenstand. Etwaige Klauseln in AGB/Vertrag "Wir arbeiten schlampig, du musst trotzdem zahlen." hätten gegebenenfalls eine geringe Lebensdauer im Streitfall. ;)
Ob man dich auf Inkompatibilität zu Korrekturprogramm NICHT hinweisen muss, erscheint mir zumindest fraglich, falls dieses Programm Teil des Vertrags war.
Wenn jmd ohne dein Einverständnis Teile deiner Arbeit umschreibt, tendiert das aus meiner Sicht zu Sachbeschädigung.
Und allgemein, falls jmd sofort mit Anwalt "droht", ist seine Position meist nicht allzu sicher. ;)
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In diesem Sinne
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Amalia
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Amalia » 18.10.2015, 21:37

Lucia hat geschrieben:Flüchtigkeitsfehler wurden haufenweise übersehen
Einem gewissenhaften Korrektor passiert das natürlich nicht, trotzdem muss ich anmerken, dass man nicht erwarten kann, dass ein Text nach einem Korrekturgang durch einen Korrektor 100% fehlerfrei ist. Magazine, wie beispielsweise GEO u.a., die fehlerfreie Texte haben wollen, arbeiten mit bis zu 8 (!) Korrekturgängen und etwa 4 verschiedenen Korrektoren.

Im Übrigen gilt beim Korrektorat das gleiche wie im restlichen Leben: „You get what you pay for.“
Wenn man 2 Euro pro Seite bezahlt, kann man sich selbst überlegen, wieviel Zeit der Korrektor dann für eine Seite aufwenden kann; sicher nicht mehr als ein flottes drüber Lesen. Für ein halbwegs brauchbares Korrektorat sollte man mindestens das Doppelte zahlen.

Es tut mir Leid um Deine bittere Erfahrung, Lucia, aber ich sehe den schwarzen Peter nicht nur beim Korrektor.

Lucia
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Lucia » 17.11.2015, 22:32

Hallo Amalia,

selbst bei 2 Euro pro Seite sollte man erwarten, dass die Flüchtigkeitsfehler entfernt sind.
Rechne einmal, wie kurz man für das Lesen einer Seite mit breitem Rand benötigt.
Nicht sehr lang...

Wenn ich das als Korrekteur bei einmal lesen nicht leisten kann, muss ich eben mehrmals lesen.
Und notfalls die Preise erhöhen, wenn mir das zu wenig Geld für zuviel Zeit ist.
Sich im Vorraus im Kleingedruckten gegen das Übersehen einer beliebigen Anzahl von Fehlern abzusichern, ist dagegen ziemlich link. Gegen 2 oder 3 übersehene Sachen sagt niemand etwas, aber hier hätte die Korrekteurin theoretisch garnichts korrigieren müssen bis auf einen Fehler und wäre juristisch auf der sicheren Seite gewesen.

Lucia
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Lucia » 17.11.2015, 22:42

Was haltet ihr übrigens von einer "Schwarze Schafe Liste" hier im Forum?

Lucia
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Lucia » 17.11.2015, 22:45

Green Goddess hat geschrieben:Danke für die Warnung, vor div. Fallstricken, Lucia.

Hier liest sicherlich ausreichend viel "diplomierter Rechtsverstand" mit, dennoch möchte ich meine Rechtsauffassung kundtun.
Was auf einer Homepage steht ist seltenst Vertragsgegenstand. Etwaige Klauseln in AGB/Vertrag "Wir arbeiten schlampig, du musst trotzdem zahlen." hätten gegebenenfalls eine geringe Lebensdauer im Streitfall. ;)
Ob man dich auf Inkompatibilität zu Korrekturprogramm NICHT hinweisen muss, erscheint mir zumindest fraglich, falls dieses Programm Teil des Vertrags war.
Wenn jmd ohne dein Einverständnis Teile deiner Arbeit umschreibt, tendiert das aus meiner Sicht zu Sachbeschädigung.
Und allgemein, falls jmd sofort mit Anwalt "droht", ist seine Position meist nicht allzu sicher. ;)
Just my 2cnt

In diesem Sinne
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Lucia
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Lucia » 17.11.2015, 22:54

Traudel hat geschrieben:Danke, liebe Lucia, für Dein warnendes Exempel. Es tut mir sehr leid für Dich. Klingt beschissen.
Ich stehe dem Korrektur-Geschäft in den Wissenschaften insgesamt recht skeptisch gegenüber -- soooo schrecklich viele schwarze Schafe! -- und plädiere entschieden für eine sorgfältige Wahl! Man muss schon an einen wirklich vertrauensvollen Profi geraten. Liebe Mitforisten, seid vorsichtig!
Lucia, wie bist Du denn aus der Nummer wieder herausgekommen? Und wie gehst Du nun vor mit der unbrauchbaren(?) Datei? :blume: Alles Gute!! Traudel
Ich habe die Korrekturen zunächst auf dem Rechner meines Partners bearbeitet - dort konnte man die Korrekturen korrekt erkennen. Dann haben wir geschaut, was bei ihm anders ist und er hat meinen Rechner komplett neu formatiert, weil er seinen PC irgendwann selber brauchte. :lol:
Ich habe zudem die ca. 300 Seiten nochmal selber im Urlaub am Strand zusätzlich quergelesen und zuhause die Korrekturen in den PC eingepflegt. Jetzt muss ich immer an Sonne und Strand denken, wenn ich meine Diss sehe. - Auch schön....

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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Kugelfischchen » 18.11.2015, 22:16

Hallo Lucia,

darf ich einmal neugierig fragen, welches Korrekturprogramm verwendet wurde. Gängig ist die MS Word Überarbeitenfunktion oder das Äquivalent von OO. Gerade beim ersten gibt es eigentlich keine Kompatibilitätsprobleme.

Ich bin selbst Mitglied im Verband freier Lektoren und kann sagen, dass ein entsprechender Passus mit einer Absicherung gegen Restfehler durchaus gängig ist. In der Regel kannst Du aber innerhalb einer bestimmten Frist eine Nachbearbeitung verlangen. Vielleicht ist das eine Option.

Eine Liste "Schwarzer Schafe" fände ich genauso unpassend wie eine Werbungssliste.

Immerhin ist die Verbindung von Strand und Diss keine schlechte :wink: Vielleicht beeinflusst das die Klamottenwahl für die Dipu positiv :mrgreen:
Finde die tägliche Arbeitswut. (Baudelaire)

Rondo
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Re: Korrektur lesen lassen

Beitrag von Rondo » 19.11.2015, 10:07

Ich kann verstehen dass die schwarze Liste verlockend wirkt, aber ich hätte da doch einige Bedenken eine auf der Webseite/Forum aufzustellen.

1) Ich bin mir nicht sicher wie die Rechtsprechung ist und ob eine solche Liste als Verleumdung gesehen werden kann. Besonders wenn anonyme Meldungen gesammelt werden die nicht zu überprüfen sind.
2) Es ist für schwarze Schafe sehr einfach den Namen zu wechseln und ich vermute viele machen dies schon. Es gibt ja keinen guten Ruf den es zu verlieren gibt.
3) Es ist für schlechte Anbieter sehr einfach seriöse Konkurrenz zu diskreditieren und damit Kunden abzuwerben. Da sich hier im Forum schon solche Anbieter mit Sockenpuppen aufgehalten haben würde mich es nicht überraschen.

viele Grüße
Rondo

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