Stress mit Universität und Doktorvater

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KaterAusBrasilien
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Re: Stress mit Universität und Doktorvater

Beitrag von KaterAusBrasilien » 25.10.2014, 16:52

Hallo Bean,

du liegst richtig: Es geht mir ums Geld und um die (geldwerte) Promotion.

Durch etwas Druck per Anwalt ist der auszuzahlende Geldbetrag gesunken - seitens des Personaldezernats ist man da eingeknickt, aber nicht seitens der Bezügestelle. Das Personaldezernat hat nun also schriftlich die Anweisung zur Nachzahlung gegeben, aber die Bezügestelle weigert sich schriftlich (kurios, oder). In ihrem letzten Antwortschreiben hat sie als Begründung seit mehreren Jahren nicht mehr geltende Gesetze angeführt. Mein Anwalt tanzte wie ein Affe auf dem Schleifstein.

Was die Promotion und Drittmittel angeht: Wenn man in einem Fachbereich unerwünscht ist, hat man immer noch die Chance, sich durch Drittmittel auf eine sichere Position zurückzuziehen. So habe ich das die letzten Jahre immer gemacht - nur dass immer ein Professor den Antrag für mich "eingereicht" hat. Da ich nun eh in einem anderen Bereich bin, ist das nicht mehr so relevant.

Ansonsten möchte man sicher auch nicht, dass ich vor Gericht oder sonst wo bestimmte Details im Rahmen des Projektes über die Umgehung von peer review, Verfahrensfehler der DFG, Druckausübung des Rektorats bei anzuschaffenden technischen Großgeräten mit der Umgehung des Ausschreibungsverfahrens usw. ausplaudere.

Also wird man die Sache verschleppen wollen - bis vielleicht manch einer auf einer sicheren Position woanders ist. Mein Doktorvater will bspw. bald die Universität und das Bundesland wechseln, so der letzte Stand der Dinge. Dann hätte sich das auch mit der Verteidigung wunderbar für ihn aufgelöst, er kann dann aus anderen Verpflichtungen heraus sagen, dass er dafür keine Zeit mehr hat usw.

Ansonsten könnte man einfach irgendwelche anderen Fakultätsmitglieder bestimmen. Lustigerweise ist es nämlich so: Die Fakultät hat sich vor einigen Jahren schriftlich durch die Annahme eines Antrages von mir im Fakultätsrat verpflichtet, meine Promotion notfalls auch mit einem anderen Erstgutachter durchzubringen. Damals hat man noch gesagt, dass dies bspw. im Todesfall, Wegzug, o.ä. des Erstgutachters relevant sein könnte - man wisse ja nie.

Also stimmt es schon, dass ich im Prinzip zwei unsichere Optionen gegeneinander abwäge:

Warte ich einfach einige Monate, bis man die Verteidigung zwar verschleppt hat, aber durchwinken wird, weil man sich den Stress nicht antun will?

Was jedoch, wenn dann nichts kommt? Warte ich lieber nicht einige Monate und erzwinge ein Verfahren?

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Re: Stress mit Universität und Doktorvater

Beitrag von FlimBeam » 27.10.2014, 21:27

Hallo Kater,

hm... schwierig. Da kann man natürlich nicht wirklich einen sicheren Ratschlag geben. Ich würde zunächst die Option ergreifen, den Erstgutachter zu ersetzen und die Verteidigung durchzuziehen. Wenn es sogar einen schriftliche Vereinbahrung dafür gibt. Du könntest versuchen davon Gebrauch zu machen. Ich habe auch den Eindruck, dass Dein Schicksal Deim DV egal ist; er wechselt die Uni, zieht weg. Das ist für Dich eigentlich gar nicht so schlecht. D.h., er ist dann nicht mehr da, um Dir Steine in den Weg zu legen. Kannst Du diesen Umzug eventuell schon jetzt als Anlass dazu nehmen, Deinen Prüfer auszutauschen?
Da bringt es allerdings wohl gar nichts, darauf zu warten. Denn von Seiten der Fakultät wird wahrscheinlich nichts geschehen.
Ich würde diese Option dem Prüfungsausschuss (hoffentlich sitzt Dein DV nicht drin?) vorschlagen und mich selbst um einen (zwei?) Ersatzprüfer kümmern, am besten jemanden der mit Deinem DV nichts zu tun hat bzw. nicht von ihm persönlich abhängt. Ich weiß natürlich, ob die Situation dies zulässt.

Beste Grüße
Beam

KaterAusBrasilien
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Dekanat meldet sich heute bei mir - Parallelen zu daenisch

Beitrag von KaterAusBrasilien » 28.10.2014, 21:25

Hallo,

interessante neue Wendung, die mich fast stutzig werden lässt ob der Parallelen zum Fall daenisch - als hätte da jemand nun gegooglet!

Nachdem über Monate praktisch nichts geschehen ist, meldet sich heute das Dekanat bei mir per Email.

Man teilt mir mit:

1. Die Promotionskommission werde sich dramatisch in ihrem Mitgliederbestand ändern. Genauer gesagt werde ein Mitglied - im Falle des Falles - ersetzt.

2. Der Fakultätsrat müsse darüber nun entscheiden, nach Ansicht des Dekanats könnte folgender Fall eintreten: man müsse auch ein Gutachten ersetzen.

Ich werde jetzt meinen Anwalt mal fragen, inwiefern sich ab jetzt ein Fachanwalt für Prüfungsrecht hinzuziehen lässt. Denn ich finde nichts darüber, wieso ein sehr gutes Gutachten, dass 11 Monate gültig war, ausgelegen hat und von der Fakultät akzeptiert worden ist, "ersetzt" werden könnte (beide Gutachten waren sehr gut und ohne Auflagen zur Überarbeitung).

Man hat mir bereits schriftlich mehrfach bestätigt, dass es nur noch um einen Termin für die Verteidigung gehen würde.

Mir schwant mittlerweile, was man sich da wohl vorstellt: Man hat leider sehr gute Gutachten ausgestellt, ausgelegt und angenommen, sodass man meine Darstellung in der Verteidigung auch nicht als "falsch" darstellen kann - vielleicht mit der schlechtesten Note, aber nicht durchgefallen.

Nun sucht man fieberhaft nach einer Möglichkeit, doch noch irgendwie in die "Vor-Gutachten-Phase" zurückzukommen.

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Re: Stress mit Universität und Doktorvater

Beitrag von Sebastian » 21.11.2015, 20:25

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