Kleiderfrage Verteidigung

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epikur
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Re: Kleiderfrage Verteidigung

Beitrag von epikur » 12.09.2014, 22:44

Na ja - die Kleiderordnung bei Disputationen ist offenbar von Lehrstuhl zu Lehrstuhl extrem unterschiedlich. Ich finde es schon sehr wichtig, weder overdressed, noch underdressed dort hinzugehen, um sich nicht allein schon durch die Kleidung unwohl zu fühlen und keinen komischen Eindruck zu machen!
Ich habe 2 Dinge getan, um das zu klären, mit denen ich auch gut gefahren bin:
1. Kollegen gefragt, die schon verteidigt hatten;
2. direkt meinen DV gefragt.
Die haben übereinstimmend gesagt: Ordentliche Hose (evtl. auch dunkle Jeans) und ordentliches, langärmliges Hemd, allerhöchstens Sakko - Anzug sei übertrieben.
Ich war heilfroh, mich daran gehalten und keinen Anzug angezogen zu haben, da Alle leger angezogen waren und ich mich im Anzug deplatziert gefühlt hätte. Zudem war es ein warmer Tag und dazu die Aufregung - im Anzug hätte ich mich totgeschwitzt...!
Ich kann also nur dazu raten, sich im Institut und beim DV zu erkundigen, um nicht daneben zu liegen!
Wenn allerdings Anzug, dann unbedingt einer, der ordentlich aussieht und gut sitzt, da schließe ich mich DoneXY an.

Ein schönes Wochenende wünscht

epikur

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lillililli
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Re: Kleiderfrage Verteidigung

Beitrag von lillililli » 14.09.2014, 19:18

Also ich denke, es kommt auf den DV an! Richte dich nach ihm! Mein DV zieht jeden Tag Anzug oder zumindest Sacko und Hemd zu einer Designerjeans an. Ich habe ihn noch NIE, auch nicht im Privaten, mit T-Shirt oder Turnschuhen gesehen! Ich bin auch eher so der Typ, der sich schick macht, trage immer hohe Schuhe und so. Werde bei der Verteidigung ein schickes enganliegendes Kleid (nicht zu sexy, hört sich jetzt so an) anziehen, habe das schon seit Jahren und wusste, als ich mit der Diss anfing, dass ich das anziehen werde bei der Verteidigung. Nun ist mein DV nicht oberflächlich und beurteilt Leute nicht nach dem Aussehen, aber ich denke, wenn jemand sich noch nicht mal zur Verteidigung ein Hemd anziehen könnte, fände er das gar nicht angemessen und das wäre ja schon einmal ein schlechter erster Eindruck. Andersherum wäre es sicherlich im Anzug overdressed, wenn der DV sich immer total locker kleiden würde oder gar nicht auf sein Äußeres Acht geben würde. Also sollte man sich sicher nach dem DV (oder der DM) richten.

speedy05
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Re: Kleiderfrage Verteidigung

Beitrag von speedy05 » 15.09.2014, 09:51

Auf jeden Fall Hemd und Jackett, über die Jeans lässt sich streiten, besser overdressed als zu leger. Ein Prof hat mal sehr treffend formuliert: "Ein Bademeister muss schnell ins Wasser springen und Leben retten - also ist er seinem Beruf entsprechend in FlipFlops und Shorts gekleidet - für einen Job im Büro gelten andere Anforderungen, bitte denken Sie daran"

epikur
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Re: Kleiderfrage Verteidigung

Beitrag von epikur » 15.09.2014, 18:17

Wie bereits gepostet, war ich (nicht nur aus klimatischen Gründen) froh, mich meinem DV und den Prüfern angepasst und kein Jackett getragen zu haben... :wink:
Auch mir hatten alle Außenstehenden erzählt, ich müsse unbedingt einen Anzug anziehen, so dass ich mir beinahe schon einen neuen Anzug zugelegt hätte (da mein einziger Anzug schon altmodisch und etwas knapp ist), bevor ich von meinem DV und einem Mitdoktoranden erfuhr, dass ich damit overdressed gewesen wäre. Da ich so gar kein Anzug- Typ bin und eher ungern sowie nur zu besonderen Gelegenheiten einen Anzug trage, zu denen es unbedingt sein muss, war ich darüber nicht wirklich unglücklich...!

Auch ich denke allerdings, dass man im Zweifelsfall eher etwas zu gut, als viel zu schlecht gekleidet zur Verteidigung gehen sollte. Wenn DV / DM, Prüfer und evtl. sogar die Zuhörer sich in Schale werfen, macht man in T-Shirt, Bermudas und Badelatschen sicher nicht die beste Figur. Aber auch Cut oder Stresemann können befremdlich wirken, wenn die Prüfer bei 35 C in T-Shirts und kurzärmligen Hemden vor einem sitzen... :shock:

Letzten Endes ist die Kleidung jedoch sicher eher eine Frage des eigenen Wohlfühlens, als notenrelevant. Ich wäre wahrscheinlich auch dann nicht durchgefallen, wenn ich ein Jackett angezogen hätte, hätte mich aber evtl. (noch) unwohler gefühlt...

Schöne Grüße

epikur

Santa_Fe
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Re: Kleiderfrage Verteidigung

Beitrag von Santa_Fe » 14.02.2015, 22:51

EDIT: Ich sehe, ich habe gerade einen 6 Monate alten Thread ausgegraben... seis drum.

In meinem Promotionsfach laufen alle Studenten, Doktoranden und auch die meisten Professoren/Dozenten in normaler Freizeitkleidung (Jeans, Fleecepulli, Turnschuhe) in der Uni herum, gerne auch fleckig, löchrig und ausgewaschen.
Aber als zur Verteidigung alle Prüfer im Anzug aufgelaufen sind, war ich doch sehr froh, Anzug und Krawatte angehabt zu haben. Lieber over- als underdressed. Durch seine Kleidung zeigt man ja auch an, wie ernst man selber ein Ereignis nimmt. Selbst wenn du als Doktorand im Anzug kommst und die Profs dann wie immer daherschlurfen, halte ich das für nicht verkehrt: Denn für dich ist es (im Gegensatz zu den Prüfern) ein Ereignis von höchster Bedeutung, und dass du das wichtig nimmst und dem durch deine Kleidung Ausdruck verleihst, wird dir keiner übelnehmen, im Gegenteil. Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Freund davon, plötzlich Business-(Ver-)kleidung anzuziehen, einen auf Business-Typ zu machen und so zu tun, als sei man jetzt was Besseres - aber es ist nun mal so: Kleider machen Leute, und eine These, von einem anständig rasierten, ordentlich frisierten Herrn im gut sitzenden Anzug vorgetragen, kommt immer überzeugender, professioneller und souveräner rüber, als von einem T-Shirt-Turnschuhtypen mit 3-Tage-Bart und trantütigem, in die Augen wachsenden überfälligen Haarschnitt. Das hat nicht nur mit der Botschaft "Ich nehme die heutige Veranstaltung ernst" zu tun, sondern fängt schon damit an, dass die körperliche Statur im Anzug dank Schulterpolster etc. viel eindrucksvoller ist. Man muss das nicht gut finden, und man muss es auch nicht verstehen, aber es ist halt so. Die ganzen Businesstypen, die im ICE in der ersten Klasse auf Geschäftsreise sind, laufen ja auch nicht so rum, weil sie es so bequem und praktisch für die Reise finden, sondern weil sie damit überzeugender auftreten.
Verteidigung heißt dunkler Anzug, Krawatte, schwarze Lederschuhe - blitzsauber, tadellos sitzend, faltenfrei und von guter Qualität. Kostet viel Geld und nen Nachmittag Zeit, wenn mans anschaffen muss, aber ist einfach Pflicht - und in Anbetracht der zu erwartenden Vorstellungsgespräche und der zukünftig hoffentlich zu erwartenden beruflichen Position muss es ohnehin her. Wenn es dann noch gut sitzt, machst du alles richtig.

itsme
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Re: Kleiderfrage Verteidigung

Beitrag von itsme » 15.02.2015, 11:42

DoneXY hat geschrieben:
Bine hat geschrieben:Wir haben gestern dann schon mal hier online geguckt, was so für ihn in Frage kommt, da er noch keinen Anzug hat.
Geht bloß zu einem vernüftigen Herrenausstatter, damit es ein Anzug wird, der tatsächlich getragen werden kann, ohne beim Betrachter Mitleid auszulösen.
DANKEDANKEDANKE! Ich fühle mich immer schlect, wenn ich soetwas sage, weil die Person sich ja mit einem Anzug schon Mühe gegeben hat, aber man muss sich da der Wahrheit stellen: Anzug ist nicht immer gleich schick.

Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer Architektin über das Stereotyp, dass alle Architekten schwarz tragen. Sie meinte, dass das bei ihnen im Studium tatsächlich üblich, wohl wegen Kreativität und so. Ich musste dann daran denken, dass junge Mediziner in Sachen Habitus eigentlich nur ihre Professoren imitieren - und das führte dann zu der Erkenntnis, dass ich nie so viele schlecht sitzende Anzüge gesehen habe, wie in meinem Studium (VWL/Soziologie).

Wg. Dispu: Bei uns war alles sehr informell im Arbeitsalltag (ich hab jetzt nie wirklich jemand in Jogginghose und Bademantel gesehen - wäre aber auch nicht wirklich überrascht gewesen :D ). Aber als ein Kollege zu seiner Summa-cum-laude-Dispu einen Pullover getragen hat, hat ausgerechnet der Abteilungsleiter, sonst überzeugter Träger von Jesuslatschen und Rentier-Pullis, mal irritiert nachgefragt, ob wir das denn so angemessen fänden ... .

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