Angriff auf Dissertation von ehemaligem Doktorvater

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Urs Isebrecht
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Re: Angriff auf Dissertation von ehemaligem Doktorvater

Beitrag von Urs Isebrecht » 27.04.2014, 22:11

Hallo!

Den DV hatte ich schon letztes Jahr abgesetzt. Er wollte mich zu einem Wechsel des Promotionsausschusses bewegen (von phil zu rer.nat), doch als der große Knall kam, bin ich natürlich beim phil geblieben (da sehe ich mein Fach auch eher).

Also habe ich mit dem Mann nichts mehr zu tun, und die Prüfungskommission entzieht sich auch weitgehend seinem Einfluss. Allerdings ist das Ganze inzwischen ein kleines Politikum, so dass der Vorsitzende des Ausschusses Dr. phil. mir empfohlen hat, die Mitglieder des phil. zum Promotionsvortrag als nicht stimmberechtigte Zuhörer einzuladen, falls doch noch irgendein Lakai des ehemaligen DV Unruhe stiften sollte. Das Ganze ist auch immer gleich an die Rechtsabteilung der Uni und die Dekanin gegangen, so dass es im Moment wirklich recht gut aussieht mit meiner Promotion /:dr) Man darf nicht vergessen, dass nicht nur von mir vermutet wird, dass es hier um Rache an mir wegen einer Strafanzeige gegen das Institut des ehem. DV (Verdachts auf Abrechnungsbetrug; Ermittlungsverfahren läuft noch) geht.

Am liebsten würde ich euch ja mal die Einrede des honorigen Professors hier posten - ich verpreche euch, ihr würdet nicht glauben, was ihr da lest...

Bis bald,

Urs

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Urs Isebrecht
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Re: Angriff auf Dissertation von ehemaligem Doktorvater

Beitrag von Urs Isebrecht » 10.12.2014, 09:07

... *schnarch* Die Kooperationsbereitschaft der Universitätsprofessoren erweist sich als grenzenlos....

Nun warte ich bereits seit 15 Monaten auf einen Kolloquiumstermin. So geht's natürlich auch.....

bullabü
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Re: Angriff auf Dissertation von ehemaligem Doktorvater

Beitrag von bullabü » 16.12.2014, 20:14

Ombudsmensch der Uni anrufen und um Mithilfe bitten.

Urs Isebrecht
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Es ist vorbei!

Beitrag von Urs Isebrecht » 18.10.2015, 10:31

Mit eine wenig Abstand kann ich nun feststellen, dass sich meine Universität - und damit meine ich nicht nur meine Gutachter und meinen ehemaligen Doktorvater - wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Kleine Zusammenfassung:

Die Universität stellt mich bei vollen Bezügen frei, um meine Doktorarbeit beenden und mich beruflch neu orientieren zu können.

Es folgen polizeiliche Beschlagnahme und staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug.

Zwei Ambulanzen der Universität werden geschlossen (nach außen hin - Internetauftritt - bestehen die Ambulanzen noch immer).

Meine Dissertation wird angegriffen - unwissenschaftliches Verhalten, Benutzung fremder Daten, Verwendung formale Kriterien nicht erfüllender Publikationen, Verstoß gegen die Promotionsordnung...

Die Promotion verzögert sich. Der Promotionsausschuss nimmt die Einreden und ein tendenziöses Gutachten zur Kenntnis, ohne sich jedoch dagegen zu positionieren. Nachweislich wurde sowohl im Gutachten als auch in den Einreden fehlerhaft argumentiert, in den Einreden wurde auf professoraler Ebene wiederholt gelogen.Dieses in meinen Auge unehrenhafte, verwerfliche und verleumderische Verhalten blieb ohne Folgen.

Die Gutachter können keinen Termin für das Kolloquium finden. Eine Gutachterin reagiert weder auf E-Mails, noch auf Anrufe noch auf Einschreiben - das sie nachweislich in Empfang genommen hat (Unterschrift).

Die Dekanin befragt mich zu Angriffen auf Ihr Büro (Steinwürfe, Fäkalien am Postkasten). Die Gutachterin verknüpft in einem Telefonat meine Promotion mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und wirft mir vor, mich unangemessen verhalten zu haben. Eine Privatdozentin bezichtigt mich für die Schließung der Ambulanzen verantwortlich zu sein. Auf professoraler Ebene werden mir Wahnvorstellungen unterstellt. ...

Unter welchen Umständen werden staatsanwaltschaftliche Ermittlungen eingeleitet? Reicht da der Anruf eines frustrierten Mitarbeiters, der mit böswilliger Absicht eine Lügengeschichte erfindet, um ehrbaren und rechtschaffenen Menschen eins auszuwischen? Die Antwortet lautetselbstverständlich: nein.

Als nun die Zweijahresmarke für meinen Koloquiumstermin näher rückte, habe ich meinen Anwalt offen bei einer E-Mail an den Promotionsausschuss in cc gesetzt, um zu signalisieren, dass das Promotionsvefahren meines Erachtens womöglich etwas beschleunigt werden könnte. Ich habe schriftlich den Promotionsausschussvorsitzenden gebeten wegen des Verdachts auf Verschleppung des Verfahrens durch die Gutachter eine Untersuchung anzustrengen.

An diesem Punkt wäre der Promotionsausschutzvorsitzende nach Promotionsordnung verpflichtet gewesen eine ebensolche Untersuchung einzuleiten, die zu empfindlichen Konsequenzen führen kann. Dies ist nicht geschehen. In einem Telefonat hat der Promotionsausschussvorsitzende mir dringend davon abgeraten, da dies auch Konsquenzen für mich haben könne - welcher Art diese Konsequenzen sein könnten, ist offen geblieben.

Allerdings beschleunigte sich die Terminfindung für mein Promotionskolloquium ungemein.

Während meines Kolloquiumsvortrags wurde zu den Begründungen der Noten für die Dissertation sowie zu den Kritikpunkten durch die Gutachter nicht eine einzige Frage gestellt.

Da die Daten, die ich für meine Promotion verwendet hatte - wie nun klar war - illegal zustande gekommen waren (1. Vermutlich hätte ich die Patienten gar nicht untersuchen dürfen [Gegenteiliges werden die Ermittlungen erst ergebe müssen], und, was eindeutig ist: 2. Die Patienteneltern haben einer Verwendung der Daten für Forschungszwecke nie zugestimmt. Dies betrifft im Übrigen auch andere Datenerhebungen und weitere Publikationen auch anderer Doktores und wissenschaftlicher Mitarbeiter), habe ich meinen Kolloquiumsvortrag komplett von der klinischen Tätigkeit gelöst.

Dies wurde mir zum Nachteil ausgelegt (ich hatte eine solche Erklärung in der Tat nicht abgegeben).

Ergebnis: Von einem magna cum laude und einem (nachweislich falsch begündeten) cum laude für die Dissertation blieb nach meinem Vortrag ein vierfaches rite übrig. Wohlgemerkt als Gesamtnote.

Zusammengefasst lässt sich von meiner Warte aus festhalten: Der Morast ist tief, schmierig und übelriechend. Allein das Schild "Rechtsanwalt" zeigte Wirkung. Die Quittung für meine Insubordination habe ich erhalten. Dafür kann ich aufrechten Hauptes durch die Welt gehen. Der Morast hingegen stinkt weiter weithin sichtbar - für jeden der hinschauen möchte. Das möchte allerdings niemand so recht. Keinesfalls öffentlich.

Wem Ähnliches ins Haus steht, hier in Kürze noch drei Handlungsmöglichkeiten (ohne Anspruch auf Volständigkeit): Mitspielen, Aufgeben, Untergehen, Anwalt - Rechtsschutzversicherung vorher abschließen!

Mit freundlichem Gruß,

Ihr und Euer Dr. phil. Urs Isebrecht - 8 Jahre nach Beginn der Promotion :!:

Traudel
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Re: Angriff auf Dissertation von ehemaligem Doktorvater

Beitrag von Traudel » 18.10.2015, 11:45

Lieber Urs Isebrecht,

das ist ja eine wahnsinnige Horrorstory! Ich hatte Deinen Thread im vergangenen Jahr verfolgt und still mitgefühlt. Etwas Konstruktives kann ich weiterhin nicht beitragen -- zudem ist die Sache ja quasi vom Tisch, also zumindest das Promotionsverfahren abgeschlossen --, aber es mir dennoch ein Anliegen, Dir für Durchhaltevermögen, Redlichkeit und Mut meinen Respekt auszusprechen.
Rite ist natürlich jetzt nicht der burner, aber das ist doch egal. Mir wäre es nämlich auch viel wichtiger, mir im Spiegel ins Gesicht blicken zu können und guten Gewissens durch die Welt zu laufen.

Danke, dass Du Deine Geschichte (vorläufig) zu Ende erzählt hast!
Alles Gute, Traudel :blume:

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