Schlampereien vor Veröffentlichung beseitigt...Problem?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
Antworten
Adam
Beiträge: 2
Registriert: 14.07.2022, 16:12

Schlampereien vor Veröffentlichung beseitigt...Problem?

Beitrag von Adam »

Liebe Forumsmitglieder,

ich hatte vor der Veröffentlichung meiner Dissertation einige Auflagen erhalten. Im Zuge dieser Nachbesserung hatte ich auch alle Fußnoten zur Sicherheit noch einmal geprüft. Dabei wurden viele kleine Ungenauigkeiten in den Fußnoten von mir beseitigt. Dazu zählen etwa fehlerhafte Jahreszahlen oder Seitenangaben (z.B. S. 137 statt S. 123ff. oder 119 statt 120 etc.).

Nun, nachdem die Arbeit veröffentlich wurde, frage ich mich, ob mir die zahlreichen ursprünglichen Unsauberkeiten noch zur Last gelegt werden können.

a) Zählen solche Schlampigkeiten als Täuschung, insbesondere dann, wenn der Autor (ich) sie quasi selbst zugegeben hat durch die Korrekturen? Um Plagiate geht es explizit nicht, ich habe nichts kopiert oder abgeschrieben.

b) Sind diese Ungenauigkeiten noch relevant oder ist nunmehr die von den Gutachtern abgenickte und veröffentlichte Version der Maßstab?

Vielen Dank!

Anzeige:

Zwonk
Beiträge: 9695
Registriert: 28.04.2013, 14:13
Status: Dr. Zwonk
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 7 Mal

Re: Schlampereien vor Veröffentlichung beseitigt...Problem?

Beitrag von Zwonk »

@Adam: Ich weiß noch aus eigener Erfahrung, dass man im Zuge der Veröffentlichung paranoid wird. Ich denke aber, ich kann Dich beruhigen.

a) Nein, solche Schlampigkeiten zählen nicht als Täuschung. Es kommt immer wieder mal vor, dass man einen Zahlendreher hat, in der Zeile verrutscht etc. Absolute Fehlerfreiheit kann also nicht der Maßstab sein und ist es auch nicht. Ich kann Dir nur raten, dass Du erstmal ein halbes Jahr nicht in die fertige Arbeit guckst - auch da sind noch Fehler drin und die springen Dir ins Auge, sobald Du den Text aufschlägst.

b) Diesen Punkt verstehe ich nicht bzw. bringe ich nicht auf die Zeitschiene. Ich kenne Deine Promotionsordnung nicht, aber normalerweise ist es doch so: Du gibst die Arbeit ab, dann kriegt sie eine Note. Ggf. kriegst Du dann Auflagen für eine Veröffentlichung, setzt diese um und holst Dir die Freigabe für die Veröffentlichung. An der Note ändert sich nichts mehr.
12. Dec 2016;01. Feb 2017;f;zum neuen Job!
Adam
Beiträge: 2
Registriert: 14.07.2022, 16:12

Re: Schlampereien vor Veröffentlichung beseitigt...Problem?

Beitrag von Adam »

Vielen herzlichen Dank für die so schnelle und hilfreiche Antwort!

Zur Zeitschiene: Ich habe die Gutachten bekommen, in denen zwei Auflagen genannt wurden, die zu erfüllen sind. Die anderen Anmerkungen dürfte ich einarbeiten, es stünde mir aber frei. Zusätzlich waren in den Druckversionen selbst zahlreiche handschriftliche Anmerkungen der Gutachter.
Ich habe zunächst die Auflagen erfüllt und den Gutachtern zur Durchsicht gegeben. Nachdem diese Version abgenickt wurde, bin ich an den Verlag herangetreten und habe ein Korrektorat "dazu gebucht".

Danach habe ich deren redaktionell-sprachlichen Vorschläge überwiegend übernommen, die optionalen Gutachter-Wünsche berücksichtigt und selbst noch einmal alle Fußnoten gecheckt und bei Bedarf angepasst. Außerdem habe ich aktuelle Bezüge, die sich aufgedrängt hatten, eingepflegt. Das ist im Vorwort auch so erwähnt, mit meinem Doktorvater habe ich natürlich entsprechend Rücksprache gehalten, solche Modifizierungen seien wünschenswert, meinte er. Allerdings habe ich dazu keine Urkunde oder ein ähnliches Dokument erhalten.

Wie Du schon erkannt hast, bin ich ein bisschen paranoid. Dass ich vor der Veröffentlichung noch Fehler gefunden habe, macht mich nervös, weil ich ja auch versichert habe, dass die veröffentlichte Version inhaltlich der Originalversion entspricht.

Danke für die Gelegenheit, hier meine Fragen stellen zu dürfen!
Wierus
Beiträge: 995
Registriert: 11.05.2009, 20:43
Status: Dr. phil.
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 62 Mal

Re: Schlampereien vor Veröffentlichung beseitigt...Problem?

Beitrag von Wierus »

Mein Rat in solch einem Fall:

Tief durchatmen, zur Ruhe kommen, das Kapitel Promotion hinter sich lassen und (endlich) das Leben genießen. :wink:
Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag