Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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fiona
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Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Beitrag von fiona »

… ist es so, wie der Titel lautet?
ich habe das nun zweimal selber erfahren: Bin eingeladen worden, wurde einmal im Gespräch auf die "Fehlstellen" in meinem CV hingewiesen (dabei war ja alles klar aus meinen Bewerbungsunterlagen ersichtlich), einmal gar nicht erst zum Gespräch nach dem Vortrag gelassen --> in beiden Fällen hat der kommissarische Vertreter den Job bekommen. Einem Freund ist dasselbe passiert, er hat sich gewundert, warum er auf eine nicht ganz so passende Stelle eingeladen worden ist - offenbar, um ihn besonders leicht abschießen zu können.

* Würdest Ihr euch überhaupt auf Stellen bewerben, die einen passenden Vertretungsprof haben?
* Verbrennt man seinen Namen an der Hochschule, wenn man sich z.B. auf so eine Stelle bewirbt (oder auf eine nicht ganz so passende)?
* Gibt es Schlüsselworte im Berufungsvortrag? Wenn man hört: "Danke für Ihren Vortrag" - ist das dann so wie im Arbeitszeugnis "Er war anwesend" - muss da "Danke für den spannenden/originellen/interessante Vortrag" hin oder ist das schnuppe?

Danke für eure aufschlussreichen Antworten ;-)

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SSCI
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Re: Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Beitrag von SSCI »

Das alles kann keiner wissen. Das System ist mies, soviel ist klar. Mach Dir nicht soviele Gedanken darum, wie andere Dich einschätzen. Geh da raus und gib Gas. Dann hast Du Deinen Teil erfüllt.

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MelchiorC
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Re: Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Beitrag von MelchiorC »

Och, ich würde mir da - glaube ich - keine so großen Gedanken machen.
Seit ich mit der Uni verbandelt bin habe ich so einige Bewerbungsverfahren erlebt (v.a. aus der Beobachterperspektive, auch schon als Studi). Und ich muss wirklich sagen: Da waren Dinge dabei, die glaubt man nicht. Da haben Leute ihren Probevortrag abgebrochen und haben den Job bekommen, andre, die frisch von der Diss kamen, haben sich gegen renommierte Profs durchgesetzt.
Was ich damit meine: Bewerbungsverfahren auf nen Lehrstuhl sind nie vorhersehbar oder planbar. Von wegen internationale Publikationstätigkeit, Lehrerfahrung etc. Letztlich sind wohl Kleinigkeiten ausschlaggebend, die eher in den Bereich der Softskills fallen. Deswegen bewerbe ich mich auch dann, wenns eigentlich nicht 100% passt - denn es ist ja eh nur ein Glücksspiel.

(P.S.: Wie skurril Bewerbungsverfahren sein können, hab ich als Studi mal selbst erlebt. Ich war studentischer Vertreter in der Berufungskommission. Kandidat A hatte eine riesen Publikationsliste, Ergebnis: Der schreibt nur, der hat kein Interesse, sich um die Anliegen der Studis/Fakultät zu kümmern. Kandidat B hatte nur wenige Titel auf der Publikationsliste, Ergebnis: Der hat noch nichts geschrieben, der soll sich erst mal profilieren.)
mashdoc
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Re: Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Beitrag von mashdoc »

In der Tat, leider nicht verwunderlich. Es sind oft sehr dubiose Verfahren.
mashdoc
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Re: Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Beitrag von mashdoc »

In der Tat, leider nicht verwunderlich. Es sind oft sehr dubiose Verfahren.
flip
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Re: Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Beitrag von flip »

fiona hat geschrieben: 15.07.2020, 16:54
* Würdest Ihr euch überhaupt auf Stellen bewerben, die einen passenden Vertretungsprof haben?
* Verbrennt man seinen Namen an der Hochschule, wenn man sich z.B. auf so eine Stelle bewirbt (oder auf eine nicht ganz so passende)?
* Gibt es Schlüsselworte im Berufungsvortrag? Wenn man hört: "Danke für Ihren Vortrag" - ist das dann so wie im Arbeitszeugnis "Er war anwesend" - muss da "Danke für den spannenden/originellen/interessante Vortrag" hin oder ist das schnuppe?
* Ja.
* Quatsch.
* Nein.
FerdiFuchs
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Re: Vertreter wird Professor - Rest Kanonenfutter

Beitrag von FerdiFuchs »

"Würdest Ihr euch überhaupt auf Stellen bewerben, die einen passenden Vertretungsprof haben?"

Na klar. Der Vertretungsprof hat möglicherweise einen Startvorteil, aber selbst das ist nicht gesagt, denn es besteht die Chance, dass er nicht nur auf Liebe gestoßen ist. Aber selbst wenn doch kann man den Vertretungsprof immer noch in den Schatten stellen. Konkret weiß ich von zwei Verfahren in meinem Fachgebiet, wo es einen Vertretungsprof gab, aber ein anderer Bewerber die Professur bekommen hat.

"Verbrennt man seinen Namen an der Hochschule, wenn man sich z.B. auf so eine Stelle bewirbt (oder auf eine nicht ganz so passende)?"

Ich glaube nicht.

"Gibt es Schlüsselworte im Berufungsvortrag? Wenn man hört: "Danke für Ihren Vortrag" - ist das dann so wie im Arbeitszeugnis "Er war anwesend" - muss da "Danke für den spannenden/originellen/interessante Vortrag" hin oder ist das schnuppe? "

Nein, das ist Kaffeesatzleserei. Alles außer konkrete Aussagen zu Listenplätzen etc. geht bei mir zum einen Ohr rein und zum anderen raus.
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