Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
Linchen88
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Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Linchen88 »

Guten Morgen zusammen,

ich habe ein Jobangebot von einer Uni in Großbritannien bekommen. Da auch die führenden Unis dort keine hohen Gehälter zahlen, muss ich mich jetzt an die Verhandlungen machen und aufzeigen, wie viel ich hier verdiene.

Momentan bin ich als Postdoc auf E14 angestellt und dieses Gehalt würde ich logischerweise mindestens bis zum Ende meiner jetzigen Vertragslaufzeit gezahlt bekommen. Idealerweise möchte ich aber auch angeben können, wie viel ich in Deutschland bei anderen Unis und Forschungsinstituten auf einer vergleichbaren Stelle bekommen würde. Ich habe natürlich gegoogelt aber bin letztlich am Juristen-/Beamtendeutsch gescheitert :D Wenn ich mich auf eine andere Postdocstelle bewerbe, die mit E13 ausgeschrieben ist, bekomme ich dann tatsächlich E13 oder muss ich wegen meiner momentanen Eingruppierung in E14 höhergruppiert werden?

Herzlichen Dank im Voraus!

Linchen

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Dell
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Dell »

Wenn du dir eine Beschäftigung auf einer E13 Stelle suchst, wird diese natürlich auch nach E13 bezahlt. Die E14 kannst du nicht "mitnehmen". Dies wäre gerade auch für Postdoc-Stellen problematisch, da diese im Normalfall nur mit Finanzmittel für eine E13 gedeckt sind.
Linchen88
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Linchen88 »

Hallo Dell,

genau das war meine Frage. Herzlichen Dank für die Antwort. Das wird mir die Verhandlungen wie befürchtet nicht erleichtern :stressed:

Viele Grüße
Linchen
flip
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von flip »

Du kannst sogar unter Umständen noch nicht einmal die Entgeltstufen mitnehmen.
Nomen Nescio
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Nomen Nescio »

Die bisherigen Antworten mögen technisch korrekt sein, haben aber nur wenig mit deiner Verhandlungsposition zu tun. Diese sollte aus meiner Sicht sein: Ich bin als E14 eingestuft, die nächste Stufe wird E14+x sein. All der Einstufungsübernahmekram ist nichts, das DU vorbringen willst. Sei nur darauf vorbereitet, dass dein Gegenüber damit kommt, wobei ich dort nicht unbedingt Experten für deutsche TVL/öD-Strukturen erwarte.
Wieviel überhaupt verhandelbar sein wird, ist eine andere Frage, aber du solltest deine Position nicht durch "Spekulationen" über deinen zukünftigen theoretischen Weg durch den hiesigen TVL-Dschungel schwächen. ;) Poker war nie als Spiel der Wahrheiten gedacht bzw konzipiert. ;)
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Dell
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Dell »

Nomen Nescio hat geschrieben: 04.04.2020, 12:18 Die bisherigen Antworten mögen technisch korrekt sein, haben aber nur wenig mit deiner Verhandlungsposition zu tun.
Für eine konkrete Stellenausschreibung ist die Verhandlungsposition "Null" was die EG14 angeht, sofern nur die EG13 anstatt einer offenen "EG nach Erfahrung und übertragenen Aufgaben" in der Ausschreibung als Bewertung stand. Verhandelbar ist ggf. die Stufe, aber auch hier müsstest du ein Überflieger sein, um die Unterdeckung in Kauf zu nehmen.
Ungeachtet der tariflichen Gründe hat es auch ganz handfeste Personalmanagement-Gründe. Wie würden wohl die Kollegen in E13 reagieren, wenn jemand auf vermeintlich gleicher Ebene höher bezahlt würde? Da kann es sich schnell negativ auf die Moral und den Teamgeist auswirken!
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Nomen Nescio »

Bin ich der einzige, der annimmt, eine Uni in GB würde sich nicht an deutschen TVL/öD Tarifen orientieren? Für mich ist recht klar, dass die Verhandlungsposition "Ich möchte nach TVL E14 bezahlt werden!" den Wert NULL hat, als Hilfsargumnt führe ich an, dass es in GB wohl kein TVL/öD E14 gibt. Wünsche nach einem Tesla als Dienstwagen oder einer 10 ac großen Parzelle auf dem Mars ab 2030+X dürften ähnlich zu werten sein, so what?
Es stehen sich Wunsch auf der einen und Budget auf der anderen Seite gegenüber. Dann beginnt die Verhandlungsphase, sofern bis dahin weitgehende Kompatibilität herrschte. Soweit die basics.
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Dell
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Dell »

Guter Punkt. Ich habe mich nur auf die letzte Frage bezogen zur Bewerbung auf E13 Stellen.
Trifft aber ähnlich auf GB zu, da hier ebenfalls Tarifverträge und das innerbetriebliche Gehaltsgefüge sowie die Deckung durch den Grant entscheidend sind (Bei Postdoc Bewerbungen).
Das Deutsche Gehalt heranzuziehen hilft wenig. Aber nach dem höchsten Spinalpoint der angegebenen Band kann man immer fragen. Wenn das Gehalt wichtig ist, nach Möglichkeit nach MSCA Postdocs Ausschau halten, da hier die Entgelttabelle ausgesetzt ist und sich dies in UK tatsächlich vergleichsweise rentiert.
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Nomen Nescio »

Ich hatte die letzte und grammatikalisch einzige Frage der @TE lediglich als Hilfsfrage angesehen, um das eigentliche Problem aus dem 1. Absatz ihres posts fassen zu können. Deshalb meine Argumentation:
Nomen Nescio hat geschrieben: 04.04.2020, 12:18 Wieviel überhaupt verhandelbar sein wird, ist eine andere Frage, aber du solltest deine Position nicht durch "Spekulationen" über deinen zukünftigen theoretischen Weg durch den hiesigen TVL-Dschungel schwächen.
Egal, wie wenig ein Hinweis aufs aktuelle Gehalt helfen mag, Spekulationen über niedrigere Folgegehälter im nächsten Job hierzulande helfen definitiv nicht besser. :lol: Deshalb der von dir zitierte Satz.
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Linchen88
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Re: Eingruppierung bei Arbeitgeberwechsel

Beitrag von Linchen88 »

Danke an alle, die sich hier weiter beteiligen. Tatsächlich sind die Gehälter für Professuren (natürlich nicht die vollen) in UK sehr niedrig und das erste Angebot der Uni lag unter meinem jetzigen. Meine Frage zielte also darauf ab, dass ich gern in der Lage wäre sagen zu können „Hömma, Head of Department, in Deutschland verdiene ich auf einer Postdocstelle xxx Euro und das müsste mir jede andere
Uni auch zahlen“. Leider habe ich ja nun gelernt, dass das nicht so ist :) aber auf jeden Fall wird mir mein aktuelles Gehalt bei den Verhandlungen helfen, wurde mir von anderen department members gesagt.

Also werde ich denen nun bald mein Gehalt nennen. Und dann heißt es abwarten und Tee trinken. :coffee:
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