Titelei...

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
Antworten
fiona
Beiträge: 6
Registriert: 11.08.2019, 21:49

Titelei...

Beitrag von fiona »

Hallo Ihr,

ich bin associate Professor an einer asiatischen Uni, die Uni ist noch jung, aber hat Promotionsrecht. Promoviert bin ich natürlich auch. Ich pendele derzeit, und gehe in Deutschland einem etwas unliebsamen Job nach (wegen meines Kindes kommt ein Umzug derzeit nicht infrage und das Gehalt aus dem Ausland reicht nicht). Nun habe ich mich in Deutschland auf eine Orga-Stelle an einer Hochschule beworben - Professur wäre mir natürlich lieber, aber da gibt es nichts passendes derzeit...
Ein Professor hat mir wegen des Vorstellungsgesprächs gemailt hat, hat mich nur mit meinem Nachnamen angesprochen, selbst aber mit "Prof. Dr. ZYX" unterschrieben. Ich finde das etwas seltsam. Hätte er selbst seine Titel weggelassen in der Unterschrift (es geht nicht um eine Signatur), hätte ich das sogar positiv gefunden und gedacht, er bietet mir direkt eine etwas informellere Ebene an. So fühle ich mich aber irgendwie zurückgesetzt. Mein Titel ging klar aus meinem Anschreiben, Lebenslauf, Signatur hervor - ich selbst unterschreibe allerdings stets nur mit Vor+Nachnamen.

Nun denke ich natürlich darüber nach, ob die Position etwas für mich wäre oder ob mir hier von Anfang (mehr oder minder) subtil angezeigt werden soll, wo mein Platz ist - also weit unter dem Professoren?
Wie seht ihr das? Bin ich zu empfindlich?
Oder ist ein ausländischer Prof hier so gar nichts wert (so dass man auch gleich noch den Dr. weglassen kann)?

Danke für eure Einschätzungen

Anzeige:

flip
Beiträge: 1118
Registriert: 02.11.2012, 02:50
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal

Re: Titelei...

Beitrag von flip »

fiona hat geschrieben: 04.02.2020, 23:48 Wie seht ihr das? Bin ich zu empfindlich?
Ja.
Wierus
Beiträge: 901
Registriert: 11.05.2009, 20:43
Status: Dr. phil.
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 45 Mal

Re: Titelei...

Beitrag von Wierus »

Ich glaube, das ganze hier fällt unter die Rubrik: Viel zu viel nachgedacht & reininterpretiert.

Und selbst WENN dem so wäre, wirst du es im Vorstellungsgespräch geraderücken, sobald du über deinen Werdegang erzählst.
Daphne Nova
Beiträge: 14
Registriert: 08.10.2017, 00:56
Status: Abgeschlossen
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Titelei...

Beitrag von Daphne Nova »

Ich kenne es eigentlich Knigge-mäßig so, dass man unter professoralen KollegInnen den Titel bei der Anrede weglässt.
Der eigene Titel in der Unterschrift / Signatur kann in dem Fall ja auch einfach darlegen, warum man dies getan hat.
Entsprechend würde ich auch sagen, dass Du das fehlinterpretierst.
caipirinha11085
Beiträge: 270
Registriert: 29.03.2016, 16:19
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 22 Mal

Re: Titelei...

Beitrag von caipirinha11085 »

Hat er mit "Prof. Dr. XY" unterschrieben, oder stand das nur in seiner Signatur?

Ich finde das Weglassen der Grade etc. tatsächlich auch unhöflich im allerersten Kontakt (wobei das unter Professoren womöglich anders ist), fände es aber i. O., wenn er nicht tatsächlich mit seinen Graden *unterschrieben* hat.
Ich hatte tatsächlich schon zwei derartige Fälle, wo mich - jeweils etwas ältere Herren - stets ohne den Zusatz "Dr." angeschrieben haben, selbst jedoch tatsächlich immer mit "Dr. X Y" unterschrieben haben. Das kann man durchaus als unhöflich verstehen; mit Empfindlichkeit hat das nichts zu tun, hat der Autor der E-Mail sich ja schließlich die Zeit genommen, die eigenen akademischen Erfolge extra - und im Übrigen unüblicherweise - in der eigenen Unterschrift und nicht etwa in einer Signatur hervorzuheben.

Trotzdem würde ich mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, mir persönlich ein Bild von der Lage zu machen. Wenn du im direkten Kontakt immer noch das Gefühl hast, zurückgesetzt zu werden, kannst du dir immer noch überlegen, welche Schlüsse du daraus ziehst.

War es nur die Signatur, würde ich es (vorerst) nicht negativ auslegen.
Antworten