Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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RudiRastlos
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Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von RudiRastlos » 01.11.2019, 09:29

Hallo,

ich habe die Möglichkeit bekommen, eine PostDoc-Stelle zu bekommen, welche mit einer Habilitation verbunden ist. Ich frage mich nun, ob es sich heutzutage überhaupt noch lohnt, eine Habilitation zu beginnen, da in Deutschland ja mehr und mehr Juniorprofessuren ausgeschrieben werden und die Habilitation eher ein Auslaufmodell ist. Wie seht ihr das? Lohnt es sich, jetzt noch mit einer Habilitation zu beginnen? Ich rechne mit einer Dauer von 5 Jahren bis zum beendigen der Habilitation.

Viele Grüße und Dank
Rudi

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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von Zwonk » 02.11.2019, 09:14

Hallo Rudi,

das lässt sich so schwierig beantworten. Ein paar zusätzliche Infos wären für eine Einschätzung hilfreich: Ungefähre Fachrichtung, Alter, allgemeine Zukunftspläne etc.

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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von Nomen Nescio » 02.11.2019, 11:32

Zwonk hat geschrieben:
02.11.2019, 09:14
Hallo Rudi,

das lässt sich so schwierig beantworten. Ein paar zusätzliche Infos wären für eine Einschätzung hilfreich: Ungefähre Fachrichtung, Alter, allgemeine Zukunftspläne etc.
THIS!
Vor allem aber halte ich, "Lohnt es sich, ... ?" zu fragen, ohne die Kriterien für "lohnen" auch nur anzureissen, für zutiefst unwissenschaftlich. Im Software Engineering gibt es die Maxime "Ein Projekt, das ohne Metriken und/oder Milestones aufgesetzt wird, hat von vornherein als gescheitert zu gelten!". Dies lässt sich IMHO leicht auf "Lohnt es sich, ... ?"-Fragen mappen.
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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von Johnyrotten » 03.11.2019, 03:09

Was bedeutet es denn genau, wenn eine Postdoc-Stelle "mit einer Habilitation verbunden" ist? Was hindert den Stelleninhaber daran, sich nach 1–2 Jahren ggf. auf eine passende Juniorprofessur zu bewerben? Sofern man nicht einen extrem gestörten Vorgesetzten hat, ist es durchaus üblich, sich auf Postdoc-Stellen erstmal verschiedene Optionen offen zu halten. Also: forschen, publizieren, und dann sehen, wohin es führt. Sollte es tatsächlich so sein, dass Du praktisch wie reife Früchte zu pflücken einfach wählen kannst zwischen einer Juniorprofessur und einer Postdoc-Stelle, dann dürfte zwar die allgemeine Erfahrung greifen, dass Juniorprofs kaum noch zum Forschen kommen, sich aber dennoch besser profilieren können (Präsenz in Gremien, Drittmittel etc.). Ich kenne jedenfalls mehr arbeitslose Ex-Postdocs als Ex-Juniorprofs. Dennoch lässt auch mich die Unbestimmtheit der gestellten Frage etwas stutzig werden. Dir ist schon klar, dass man bei so etwas nicht halbherzig an die Sache rangehen sollte?

RudiRastlos
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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von RudiRastlos » 03.11.2019, 10:10

Hallo,

ihr habt ja recht :D Also, hier die Key facts:
- Alter: 39
- Fach: Geographie+Medizin
- Ziel: Festanstellung (egal. ob als Prof, PD, oder sonstwas)

Viele Grüße
Rudi

MelchiorC
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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von MelchiorC » 04.11.2019, 09:43

Bin grade in einer sehr ähnlichen Situation und möchte einfach mal meine Erfahrung dazulegen:
Ich persönlich möchte auf jeden Fall den Weg über die Habil gehen - einfach auch, weil ich mich drauf freue, jetzt noch mal in nem dicken Buch ein spannendes Thema zu behandeln. Klar, auch da gibt es verschiedene Wege (kummulativ, etc).
Aber ganz grundsätzlich würde ich sagen: Den einen Weg, den man gehen sollte, gibt es hier nicht. Grade in diesem Bereich musst du manchmal einfach nur Glück haben... Ich hatte mich zu Beginn der Promotion auf viele Stellen als wissenschaftlicher Mitarbeiter beworben - hab da mein Abschlusszeugnis (mit Auszeichnung) und eine kleine Publikationsliste mit Aufsätzen (teils mit peer review) vorgelegt, aber einfach keinen Job bekommen. Was letztlich (das habe ich dann hinterher erfahren) an vielen Kleinigkeiten lag: Der eine Mitbewerber war schon als HiWi am Lehrstuhl tätig, einmal wollte der Prof unbedingt ne Frau und das andre mal war das Bewerbungsverfahren nur pro forma, weil die Stelle eigentlich schon besetzt war.
Unterm Strich würd ich sagen: Ob du mal ne Stelle als Prof oder JunProf kriegst, hängt m.E. nicht dran, ob du ne Habil geschrieben hast oder nicht. Deshalb gibt es auf deine Frage m.E. auch keine pauschale Antwort...

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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von Nomen Nescio » 04.11.2019, 12:56

Auslaufmodelle haben oft eine erhebliche Überlebensenergie und Totgesagte leben länger! ;)
Ein "von oben aufoktroyierter" neuer Weg (das ist durchaus vielerorts der gelebte Eindruck der Platzhirsche, die letztlich über die Akzeptanz entscheiden) muss nicht notwendigerweise die Zukunft sein. Ein sehr guter Freund sitzt auf einer W1 Stelle und hat sich entschieden, während der Laufzeit eine klassische Habilitationsschrift anzufertigen. Das sollte definitiv nicht weniger Stress bedeuten als auf einer auf Habilitation ausgerichteten PostDoc-Stelle.
Ob sich der Schritt lohnt bzw wie die Aussichten sind, hängt (natürlich) von den eigenen Lebenumständen ab sowie (sehr stark) vom Fach.
Für mich (Informatik KI/Robotik) stand "eigentlich" fest, dass ich mich um eine W1 Stelle bemühen würde, quasi solo, "lediglich" in einer Beziehung mit "Zukunftsoption". :lol: Nach einem Listenplatz 2 an der eigenen Uni und einem Platz 1 6 Stunden reine ICE Fahrzeit entfernt beim 2. Vortanzen bin ich aus dem 2. Verfahren an "meiner" Uni ausgestiegen trotz TT der Stellenausschreibung und der inoffiziellen Bereitschaft (Standortvorteil :lol: ), über Zulagen verhandlungsoffen zu sein, sowie der (ebenfalls inoffiziellen (s.o.) ) Aussage, dass mit dem o.a. Platz 1 sämtliche Hausberufungsbefindlichkeiten vom Tisch wären. Hintergrund war, dass das Leben dazu kam und aus dem 1+1 ein 2+2 wurde samt Hauskauf und entspr. Kreditvolumen. Erleichtert wurde das Aussteigen durch einen AG, der bereit war, bei sehr hohem HO-Anteil ein marktkonformes Gehalt zu zahlen, an das W1 (ebenso reines W2 oder 3) nicht heranreichen können. Stand heute ist, dass ich eine kumulative Habil plane, um Optionen offen zu halten. Soviel zu Planbarkeit und Lohnen! ;)
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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von Dell » 04.11.2019, 22:49

Definitiv sinnvoll eine Habilitation zu verfolgen, solange kumulativ habilitiert wird. Dann läuft es im Prinzip nebenher, egal ob Postdoc oder Jun. Prof.

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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von Nomen Nescio » 05.11.2019, 12:20

@Dell Das ist die Antwort auf die Frage unter der Prämisse, dass @OP sich bereits für die Stelle entschieden hätte. So geht sie IMHO leicht an der Frage vorbei.
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Re: Lohnt es sich noch, eine Habilitation zu beginnen?

Beitrag von Dell » 08.11.2019, 00:19

Die Frage lässt für mich nicht erkennen, dass eine Tätigkeit in der Privatwirtschaft angestrebt wird.
Also ist Habilitation der richtige Weg, ungeachtet dessen ob dieser Job angenommen wird.
Habilitationsstelle -> kumulativ habilitieren
(Verschiedene) Postdoc(s) -> kumulativ habilitieren
Junior-Prof -> kumulativ habilitieren

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