(Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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Mai
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(Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von Mai »

Hi,

ich arbeite jetzt seit 7 Jahren ohne Unterbrechung auf wechselnden Stellen als WiMi an Unis. Wie wahrscheinlich viele von Euch habe ich mehrmals neue Verträge bekommen, z.T. die Uni gewechselt. Eine Sache belastet mich immer wieder sehr stark:
Die Univerwaltung macht meine Verträge immer auf den letzten Drücker und meistens mit Fehlern fertig. Ich hatte schon eine Einstellung im Eilverfahren, und zwei andere Einstellungen, wo ich die Unterlagen 6 Monate vorher abgegeben habe - der Vertrag kam immer in der Woche vor dem Antritt der Stelle. Einmal stand Teilzeit statt Vollzeit drin (zu spät um etwas zu ändern - also habe ich 1 Monat lang weniger Geld bekommen). Einmal musste ich aus dem Urlaub vorzeitig zurück um den Vertrag vor seinem Beginn noch unterschreiben zu können. Einmal hat die Verwaltung plötzlich gesagt, es gäbe formale Fehler, und ich wusste bis zum Freitag nicht, ob ich am Montag nun Arbeitslos bin oder nicht.

Das belastet mich jedes Mal sehr, denn ich frage mich die ganze Zeit: Wird es ein Problem geben? Bleibt meine Stufenzuordnung bestehen? usw. Ich fange dann die neue Stelle meist sehr erschöpft und unmotiviert an.

Eigentlich hab ich dazu zwei Fragen:
1) Praktisch: Hat irgend jemand eine Idee, was man machen kann, um Verträge früher zu bekommen? Hat das bei euch schon Mal geklappt?
2) Als Selbsthilfe/Erfahrungsaustausch: Haben andere auch so schlechte Erfahrungen mit der Verwaltung gemacht? Kommt's mir nur so vor oder wird das immer schlimmer?

cu

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caipirinha11085
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von caipirinha11085 »

Fehler in meinen Verträgen kamen noch nicht vor, aber dass die Verträge auf den letzten Drücker fertig gemacht wurden, kam oft vor. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass meine Uni auch beim allerersten Vertrag völlig normal fand, dass ich den Vertrag erst am ersten Arbeitstag unterschreibe. Ich habe damals darum gebeten (eher darauf bestanden), den Vertrag vorzeitig unterschreiben zu können, da ich für die Stelle eine andere abgesagt hatte und ich Panik hatte, dass etwas schief laufen könnte. ;)

Bei mir wurde es mit der Zeit besser, da irgendwann die zuständige Ansprechpartnerin gewechselt hat, die offenbar besser organisiert war. Ansonsten hat mir immer die Sekretärin unseres Instituts weitergeholfen, die ein bisschen Druck gemacht hat, dass alles rechtzeitig fertig wird. Aber dass der Vertrag Monate oder Wochen fertig wäre, habe ich nie erlebt. ;)
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von daherrdoggda »

Bei uns lag es am Chef. Der hat Verlängerungen oft so spät genehmigt oder der Verwaltung mitgeteilt, dass ich bis zu 2 Wochen nach Beginn des neuen Vertrags erst selbigen zur Unterschrift bekommen hab. Regelmäßig kamen Briefe von der Krankenkasse an uns alle, dass wir bald nicht mehr beschäftigt sind und keine neue Beschäftigung gemeldet wurde. Die Verwaltung hat nur mal ne falsche Steuerklasse verwendet und dann im nächsten Monat ausgeglichen. Der Chef hat sich auch mal über meine Abwesenheit beschwert und der Verwaltung gemeldet - die hat ihn dann daran erinnert, dass ich von ihm genehmigten Urlaub hatte. Es war eine wilde Zeit XD
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von Nomen Nescio »

ad 1) Wie @Cai sagte, ist Sekretariat im LS/FB/Dekanat die beste Anlaufstelle.
ad 2) Bei uns wurde es vor ca 3 1/2 Jahren besser, seitdem hatte jede(r) den Folgevertrag 2-3 Monate vor Ablauf. Es gab damals wohl einen mittelgroßen Knall, als Dekan seinem Golfkumpel, dem er die Mittel für eine Diss und entspr. zuarbeitende M.Sc und B.Sc sowie HiWi Stellen aus dem Kreuz geleiert hatte, gestehen musste, dass das Projekt "wohl eine Weile stocken würde". Es gab auch wenig zu beschönigen, da der Doktorand sich dort freundlich verabschiedet hatte mit der Begründung, dass seine Stelle nicht verlängert worden wäre. Dann begann das große Treiben "Seid nicht feige, lasst mich hintern Baum! Ich war's nicht!" Dekan mault Rektor an, der hat keine Lust, mit der Perso zu streiten, ruft stattdessen den Parteifreund in der Staatskanzlei an. In Folge gab es keine Problem mit Verträgen mehr. :lol:
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von trustmeIamajedi »

Fehler z. B. bezgl. falscher Stufenzuordnung lagen bei mir glücklicherweise noch nicht vor. Aber die Verträge werden bei uns auch immer kurz vor knapp fertig gemacht.
flip
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von flip »

Mai hat geschrieben: 08.07.2019, 02:46
Eigentlich hab ich dazu zwei Fragen:
1) Praktisch: Hat irgend jemand eine Idee, was man machen kann, um Verträge früher zu bekommen? Hat das bei euch schon Mal geklappt?
2) Als Selbsthilfe/Erfahrungsaustausch: Haben andere auch so schlechte Erfahrungen mit der Verwaltung gemacht? Kommt's mir nur so vor oder wird das immer schlimmer?
cu
Haha, "cu" habe ich schon lange nicht mehr gelesen. :D

Also schlimmer wird es jetzt nicht mehr, aber das war abzusehen. Man muss bedenken, dass dieses befristete Hin und Her von Arbeitsverträgen - und sei es auch nur das muntere jonglieren über Prozentpunkte auf Quartals- (oder gar Monats-)basis dazu führen muss, dass die Verwaltung überlastet ist und die Mitarbeitet einfach keine Bock haben, weil es nur Zeit ist, die "on top" kommt-
spirograph
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von spirograph »

Jau,

ja, wild war es allemale. Verträge wurden am 1. Arbeitstag unterzeichnet, keine 24h gingen 4 Seminar aus Kaltstart los; ohne Einarbeitung, ohne Ansprechpartner, ohne das Mindeste an organisatorischem Wissen (Wo is Kopierer? Wer macht die Noteneintragungen? Wo lege ich im digitalen System Seminare an? usw.) - das aufzuarbeiten - induktiv, immer wenn ich auf ein Problem stoß - hat ein Jahr gedauert, schon poplig. Unklare Stufenzuordnung, unklare Gehaltsstufe auch, heija. Auch bei anderen Kollegen war und blieb dies unklar - bis zur ersten Gehaltsüberweisung. Eine Kollegin (promoviert, etliche Jahre Schulerfahrung, Publikationslisten zum Scrollen und Scrollen) wurde trotz ihres absoluten Expertinnen-seins vollkommen im Unklaren belassen; ihr war nicht klar, ob überhaupt E13, welche Stufe usw....ein Bums sag ich Dir. Personal- und Menschenverachtend, indifferent, passt scho, ich erwarte von dem Kult nix mehr.

Frische Grüße!

spiro
Wie groß ist das Wort Claudels: „La vie, c’est une grande aventure vers la lumiere“ (Das Leben ist ein großes Abenteuer zum Lichte hin)
Mai
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von Mai »

Hey es gibt ja viele Erfahrungsberichte!
Tröstet mich irgendwie (das ich nicht allein bin), auch wenn es natürlich schöner wäre wenn so was nicht vorkommt.

Ich hab bisher nur gute Erfahrungen mit Chefs gemacht, die sich z.B. für Vertragsverlängerung einsetzen usw. Daher richtet sich mein Frust v.a. gegen die Verwaltung, obwohl die einzelnen Angestellten dort wahrscheinlich auch nix dafür können. Besonders bei Verlängerungen kann ich es sowieso gar nicht verstehen, was da so lange braucht.

Auch bei Neueinstellungen ärgert es mich, dass man dadurch Verhandlungsmöglichkeiten verliert, die man evtl. haben könnte/sollte wenn man verschiedene Optionen hat. Ich habe z.B. bei meinem derzeitigen Vertrag drei Stellenangebote gehabt und hätte theoretisch sagen können "ich komm nur zu euch, wenn ich Stufe 4 behalten darf". Aber weil der Vertrag so kurz vor Stellenantritt kam musste ich schon Wohnung mieten, andere Stellen absagen usw. bevor ich wusste, welche Stufenzuordnung sie mir geben. Zum Glück war es Stufe 4 :) Aber wäre es anders gewesen, hätte ich schon gar keine Alternative mehr gehabt, als dort anzufangen.

Demnächst fang ich mein eigenes Projekt an und hab jetzt schon Angst, dass die Verträge wieder erst im letzten Moment kommen und mein Doktorand aus dem Ausland dann mit dem Visum Probleme bekommt!

cu ;)
djelan
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Re: (Schlechte?) Erfahrungen mit Univerwaltung / Verträgen?

Beitrag von djelan »

Gebe hier mal kurz meine Erfahrung mit Univerwaltungen zum Besten:
Weitgehend schlecht. Über Arbeitsverträge kann ich nichts sagen. Aber an Uni Nr. 1 hatte ich mich für ein Promotionsprogramm des Departments beworben, über das kein Mensch irgendwas wusste und es war auch keiner motiviert, sich oder uns AnfängerInnen mal zu informieren. Obwohl da mit mir nur 2 Leute anfingen, habe ich lange keine konkrete Zusage bekommen, die Sekretärin hat mir dann schließlich eher eine Zusage nach dem Motto "dann wird es wohl in Ordnung sein" gegeben, und dann durfte sie mir "aus Datenschutzgründen" nicht mal verraten, wer die anderen beiden waren, sodass ich mich mit ihnen hätte vernetzen können - ein sonstiges Kennenlernen etwa durch eine Info- oder Einführungsveranstaltung war halt auch nicht vorgesehen (da sich keiner dieses sinnfreie Programm mal wirklich überlegt hat. War echt in ein mieses ausbeuterisches Programm, soweit ich weiß, ist da innerhalb 10 Jahren seit Existenz bis heute noch JEDE/R ausgestiegen. Aber das ist ein anderes Thema.)

Einmal (zum 1. Mal an der Stelle) wollte ich Versuchspersonengeld beantragen, bin durch zig Reifen gesprungen und habe Nachweise erbracht. Es wurde abgelehnt und gab eine vollkommen kryptische "Erklärung", woraufhin ich meine Begründungen nochmal anführte - dachte, die können das nicht richtig verstanden haben, das ist die einzige Erklärung für das Nein. Es wurde wieder abgelehnt. Auf meine Frage, was sie denn von mir brauchen, ich würde es ja erbringen, kam keine Antwort mehr, ich bekam also einfach kein Geld für Versuchspersonen. Dabei war das ein explizit empirisch ausgerichtetes Institut und die meisten von uns mussten Experimente durchführen. Aber Geld gab's dafür eh viel zu wenig.

Bei Uni 2 hatte das Prüfungsamt für die Fakultät schon einen Ruf - das wusste ich aber nicht. Ich durfte meine Diss wegen Corona zunächst nur als Emailanhang abgeben. Der wurde dann an meine Kommission verschickt. 2 Wochen vor Ablauf der Frist für die Gutachten habe ich aus einem Bauchgefühl heraus mal meinen Betreuer gefragt, ob alles ok und angekommen sei, weil er sich nie gerührt hatte. Da kam heraus: Er hatte von meiner Abgabe überhaupt nie erfahren, weil seine Emailadresse beim Prüfungsamt falsch war. Keine Ahnung, wessen Schuld das war, aber es ist klar, wer der Depp dabei ist. Das wäre wohl nie herausgekommen, wenn ich nicht mal nachgefragt hätte... :evil: Und man könnte ja auch zumindest eine Empfangsbestätigung der Email anfordern...besser als gar nichts. Aber nein.
Typisch auch: Man erfährt nichts über die Abläufe. Was passiert wann wie, wurde der Kommission Bescheid gesagt, wie wird der Termin für Disputation gefunden, wer muss den Raum buchen, wer ist wofür zuständig, wie ist das Vorgehen für die Veröffentlichung, tut eigentlich im Hintergrund irgendjemand irgendwas oder muss ich als Doktorandin die Welt anschubsen, damit sie sich weiterdreht...alles blieb offen! So vage kenne ich das von anderen Promovierenden nicht.
Wenn man sich dann allerdings mal dran gewöhnt, sowieso immer alles selber machen und allem hinterherrennen zu müssen, kommen plötzlich etwas Aktionismus auf, Nachfragen und unerwartete Taten vom Prüfungsamt, die aber auch nicht angekündigt werden oder wurden. Ob der Termin für die Disputation denn feststünde, dass ja jetzt Einladungen an die Kommission verschickt würden (hatte diese Mail gar nicht kapiert, nachdem ich längst alles organisiert hatte, die Kommission den Termin längst kannte usw...). Ach ja, und plötzlich war es ja total eilig, dass noch jeder irgendwelche Wische wegen Video-Disputation unterschreiben musste.

Schließlich also die Online-Disputation. Mein Betreuer sollte die Räume dafür einrichten und die Links verschicken. 24 Stunden vorher hatte die noch keiner bekommen. Aber ich hatte eine Mail von ihm, in der er fragte, ob ich die offizielle Einladung zur Dispu (die ja nur an mich und die Kommission ging) vom Prüfungsamt bekommen hätte. Er nämlich nicht, und er bräuchte sie zuerst, bevor er etwas machen könnte.
Er hat also meine Diss schon nicht bekommen - und statt dass er und das Prüfungsamt mal einen Weg finden miteinander zu kommunizieren, erhält er am Ende wieder eine wichtige Mail nicht.

Ach so, und Nachfragen über Unklarheiten in der Promotionsordnung kann man sich auch ziemlich sparen. Wenn's niemand weiß, Pech, aber dran halten muss ich mich als Doktorandin (!) natürlich schon irgendwie...

Wie verstehen diese **** trägen Univerwaltungen eigentlich ihren Job?! :-x Ich habe diese überflüssigen Ärgernisse so satt.
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