Wieder Frage zur Praxiserfahrung für FH-Professur

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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Inan01
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Wieder Frage zur Praxiserfahrung für FH-Professur

Beitrag von Inan01 »

Hallo zusammen,

es ist zwar in demselben Themenfeld, allerdings habe ich dieselbe Frage so noch nicht beantwortet gefunden. Ich gebe zu, dass es alles sehr detailliert klingt, aber vielleicht gibt es dennoch eine oder zwei hilfreiche Meinungen.

"Selbstständigkeit" ist ja nachvollziehbarerweise immer so ein Thema bei Überlegungen für eine Bewerbung um eine FH-Professur. Nach meinem Bachelor habe ich mich als Berater selbstständig gemacht, damals mit dem Ziel bei einem kleinen Unternehmen und einem kleinem non-profit einige Dienstleistungen durchzuführen. Rechnungen als Nachweis habe ich und auch eine Art Bestätigung könnte ich sicherlich von beiden Organisationen einholen, falls gewünscht, da diese noch existieren. Insgesamt käme ich dann auf etwas über 1,5 Jahre (Teilzeit 50%). Nach diesen 1,5 Jahren habe ich, im Zuge eines anstrengenden Masters, die Selbstständigkeit eingestampft und bin wenig später in die Lehre gegangen. Dort habe ich schon massenhaft (selbstständige) Lehraufträge gehabt, mit denen ich heute allein locker über fünf Jahre nachweisen könnte. Allerdings dürfte das für jene spezielle Praxiserfahrung irrelevant sein, da nicht außerhalb der Hochschule. Nun bin ich jedoch seit einiger Zeit wieder in regelmäßigen Abständen selbstständig in unterrichtender/beratender Funktion für eine non-profit Organization tätig (natürlich sauber als Freiberuf mit Steuernummer). IHK-Mitgliedschaft habe ich auch. Mit dieser Tätigkeit käme ich insgesamt auf ca. 3,5 Jahren (Teilzeit 50%).

Klingt das anrechenbar?


Was mich unabhängig davon etwas stutzig macht sind die verschiedenen Aussagen, die mir zur Praxiserfahrung begegnen. Mein Doktorvater sagte mir, dass es heutzutage nicht mehr absolut notwendig ist die entsprechende Praxiserfahrung zu haben. Wenn die FH einen will und man diese Praxis irgendwie ersetzen kann (?), dann würde das schon irgendwie. Auch auf der Website des HLB heißt es "ohne praktische Berufserfahrung außerhalb der Hochschule oder hochschulähnlichen Einrichtungen ist die Berufung auf eine FH-Professur schwierig (...)" [eig. Hervorhebung], was andeuten lässt, dass es zumindest nicht unmöglich ist.

Auf der anderen Seite aber hatte ich ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Berufungskomitees für eine ausgeschriebene Stelle der darauf hinwies, dass es bei Selbstständigkeit wichtig sei schon in der Bewerbung einschlägig auf die Praxiserfahrung einzugehen, da sie vermutlich niemanden einladen werden bei dem sie keine Chance sehen, dass das bei der gesetzlichen Seite durchgeht (wird ja außerhalb der Hochschule überprüft bei einer öffentlichen Instanz).

Nun ist es also mindestens bei dieser Hochschule sehr wichtig die relevante Praxiserfahrung zu haben, da das schon beim Telefonat klargestellt wurde. Wie sieht es an anderen Hochschulen aus? Da wird es sicher auch eine solche, unabhängige Prüfungsinstanz geben?

Was wisst ihr dazu?

Sorry, ist alles etwas länger geworden, als gedacht. Freue mich über eure Antworten.
Dell
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Re: Wieder Frage zur Praxiserfahrung für FH-Professur

Beitrag von Dell »

Gute Frage.
Für mich hörte sich der Punkt mit der Praxiserfahrung recht unumgänglich an. In der gelebten Wirklichkeit scheint es dann aber anders zu laufen. Zumindest in einem FH Fachbereich den ich seit ein paar Jahren "verfolge" mit der Idee dort vielleicht einmal anzuheuern scheint es sehr untypisch zuzugehen. Sowohl die Stammbelegschaft als auch die Neueinstellungen haben überwiegend eine typische Uni Laufbahn mit Habilitation.
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Inan01
mm42
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Re: Wieder Frage zur Praxiserfahrung für FH-Professur

Beitrag von mm42 »

Dell hat geschrieben:Sowohl die Stammbelegschaft als auch die Neueinstellungen haben überwiegend eine typische Uni Laufbahn mit Habilitation.
Laut der hier im Forum schon mehrfach erwähnten DHZW-Studie haben 7% der neuberufenen FH-Profs eine Habil (Abb. 65 auf Seite 75).

Mir hat mal jemand gesagt, dass für bestimmte Fachbereiche/Lehrgebiete (ich glaube u.a. für Mathe) eine Habil die Praxiserfahrung in der Industrie ersetzen könnte.
flip
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Re: Wieder Frage zur Praxiserfahrung für FH-Professur

Beitrag von flip »

Also, wie oft muss den das noch diskutiert werden?
Es ist doch jetzt zig Mal hier geschrieben worden, dass es Einzelfallentscheidungen sind und du faktisch jedes Mal bei der FH nachfragen kannst, wie deine Leistungen eingestuft werden können.

Es ist verständlich, dass man das ganz genau wissen will. Aber es gibt nun mal keine generelle Regel. Und wenn die Frage final lautet, ob jetzt irgendwelche halbtags Beratungsnebentätigkeiten mit externen Lehraufträgen genau so behandelt werden, wie jemand, der im Unternehmen festangestellt in einer Führungsposition sitzt und ganzen Studienjahrgängen Praktika vermitteln kann (dazu noch jahrelange Lehrerfahrung), dann ist die Antwort sicherlich "nein".
Die Frage ist, hast du so jemanden als Mitbewerber oder bist du mit deinem Portfolio" der/die beste.
Die Statistiken helfen dir nur bedingt weiter. Denn auch mit Habil kann man ja Berufserfahrung vorweisen. Und wer sagt nicht, dass diese Leute aus der Not heraus bei der Wald-und-Wiesen-FH XY genommen wurden, weil sonst gar keiner gekommen wäre. Das wird aus den Tabellen nicht deutlich.

Fest steht nur, dass es allein schon durch die Novellierungen des WissZeitVG immer mehr Dozenten versuchen werden, an den FHs unter zu kommen. Die Frage ist also, was hebt dich von den anderen ab.
mantor
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Re: Wieder Frage zur Praxiserfahrung für FH-Professur

Beitrag von mantor »

flip hat geschrieben:Also, wie oft muss den das noch diskutiert werden?
Es ist doch jetzt zig Mal hier geschrieben worden, dass es Einzelfallentscheidungen sind und du faktisch jedes Mal bei der FH nachfragen kannst, wie deine Leistungen eingestuft werden können.

Es ist verständlich, dass man das ganz genau wissen will. Aber es gibt nun mal keine generelle Regel. Und wenn die Frage final lautet, ob jetzt irgendwelche halbtags Beratungsnebentätigkeiten mit externen Lehraufträgen genau so behandelt werden, wie jemand, der im Unternehmen festangestellt in einer Führungsposition sitzt und ganzen Studienjahrgängen Praktika vermitteln kann (dazu noch jahrelange Lehrerfahrung), dann ist die Antwort sicherlich "nein".
Die Frage ist, hast du so jemanden als Mitbewerber oder bist du mit deinem Portfolio" der/die beste.
Die Statistiken helfen dir nur bedingt weiter. Denn auch mit Habil kann man ja Berufserfahrung vorweisen. Und wer sagt nicht, dass diese Leute aus der Not heraus bei der Wald-und-Wiesen-FH XY genommen wurden, weil sonst gar keiner gekommen wäre. Das wird aus den Tabellen nicht deutlich.

Fest steht nur, dass es allein schon durch die Novellierungen des WissZeitVG immer mehr Dozenten versuchen werden, an den FHs unter zu kommen. Die Frage ist also, was hebt dich von den anderen ab.
Ich finde, wir sollten flips Beitrag rahmen und auf die Startseite setzen :D :D :D
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