Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
froke
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Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von froke » 06.01.2018, 13:06

:shock:
Hi zusammen,

ich arbeite an einem weniger gut ausgestatteten Lehrstuhl in den Geisteswissenschaften und würde gern wissen, ob es üblich ist, dass erwartet wird, dass die Korrekturkosten füre einen wissenschaftlichen Artikel von mir selbst getragen werden müssen. Ich gehe persönlich davon aus, dass das nicht so sein sollte und bin daher grad einigermaßen perflex, dass das scheinbar erwrtet wird. Wie ist da eure konkrete Erfahrung als Postdoc?

Es geht wie gesagt nicht um die Kosten für das Lektorat der Diss, sondern um die Korrekturkosten für einen wissenschaftlichen Artikel.
Ich persönlich dachte bisher immer, dass die Universität für Publikationskosten aufkommen muss, weil es zu meinem Job also wiss. MA gehört bzw. erwartet wird, dass ich veröffentliche und für eine Veröffentlichung eben erforderlich ist, dass jemand über die Arrtikel schaut/ noch mal gegenliest (wir sind ein winziges Team und niemand konnte das Korrekturlesen übernehmen).

Wie ist das bei euch geregelt?
Viele Grüße

flip
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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von flip » 06.01.2018, 17:22

Also folgende Dinge fallen mir dazu ein:

1. Wenn du die Ausrede "das ist mein Job" schon verwenden willst, dann ist dein Job auch, richtig zu schreiben. Das lernt man normalerweise während der Diss?! Lektorate sind teuer und es ist wesentlich sinnvoller, andere Wissenschaftler darüber lesen zu lassen (plus inhaltliche Kommentare), als fachfremde Korrektoren. Und sorry, aber auch im kleinen Team tut man so etwas. Ihr sitzt ja hoffentlich nicht Tür und Tü und jeder kocht sein eigenes Süppchen? Das wird dann später schwer in der Wissenschaft. Das machen Professoren untereinander übrigens auch.

Unabhängig davon:
2. was die Submussion-Fees angeht: Es gibt Uni-interne bzw. Fakultätsinterne-Fördertöpfe. Ein Beispiel kann der "Frauentopf" sein. So wurde er von den Wissenschaftlerinnen immer genannt, keine Ahnung, wie die offizielle Bezeichnung ist. Informier dich, was für dich in Frage kommt.

3. Du wirst als Post-Doc ja in die Akquise von Drittmittelprojekten eingespannt werden bzw. diese selbst eintreiben wollen. In diesem Rahmen werden auch Mittel für Publikatonen, Reisen, HiWis usw. beantragt. Man kann also das Lehrstuhlbudget merklich steigern.

4. Ansonsten bleibt das lehrstuhleigene Haushaltsbudget. Denn man ist ja Wissenschaftler, man wird dafür bezahlt und genau dafür ist es.

Paulchen
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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von Paulchen » 06.01.2018, 21:26

Ich verstehe - ehrlich gesagt - das Problem nicht. Wenn ich einen Aufsatz geschrieben habe, hat ein anderer Kollege den korrekturgelesen, dann habe ich das mit ihm durchgesprochen und dann wurde der eingereicht. Aber man macht da doch kein Lektorat. Das wäre mir bei einem Aufsatz doch viel zu umständlich. Ich hatte bei keiner einzigen Publikation ein Lektorat und finde das auch ungewöhnlich.

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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von oclock » 06.01.2018, 23:11

Ich schließe mich den anderenan. Weder ich noch ein Kollege haben jemals ein Lektorat für ein Paper in Auftrag gegeben. Wenn Du denkst, dass Du das nötig hast, dann solltest Du Kollegen involvieren (im Gegenzug hilfst ihnen bei ihren Papers).

Sebastian
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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von Sebastian » 07.01.2018, 00:08

OT:
Ich kündige nur schon mal vorsorglich an, dass ich etwaige Antworten nach dem Motto "Ich weiß da ein günstiges und supertolles Lektorat..." nicht freischalten werde! :wink:

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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von froke » 07.01.2018, 12:47

Hi zusammen, danke für die Antworten.
Ich glaub ich hab es nicht richtig rübergebracht:

Es geht um einen englischsprachigen Artikel - nicht um die Korrektur wiss. Schreibens sondern nur um das Prüfen der englischen Sprache. Natürlich muss ich die Sprache beherrschen, den Artikel selbst schreiben und doch gehe ich davon aus, dass es üblich ist, ein Proofreading zu machen. Super, wenn das im Team funktioniert. Bei uns hat das nicht geklappt.
Wir sind im Team: 1 Prof, ein ganz frischer Doktorand und ich selbst. Mein Prof und auch der Doktorand sahen sich biede nicht in der Lage zu dem englischen Proofreading, weil sie ihr wiss. Englisch nicht als perfekt betrachten - das muss ich so akzeptieren. Da es oft ein Budget oder im Rahmen von Postdoc Programmen Mittel für's englischsprachige Proofreading gibt, gehe ich auch davon aus dass das einigermaßen üblich/ normal ist und nicht ein Zeichen einer vollkommenen Unzulänglichkeit ;)

Es ist ja auch wenig zielführend, das in Frage zu stellen, denn ich wollte mit dem Forumseintrag gern eure Erfahrungen sammeln - auch für spätere Lesende.
Meine Frage ist vielmehr, wie IHR das hanhabt, WENN ihr es extern vergebt.
Zahlt ihr das selbst?
Zahlt das bei euch der Fachbereich?
Geht das vom Budget des Profs ab?
Zuletzt geändert von Sebastian am 07.01.2018, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von mm42 » 07.01.2018, 13:12

Paulchen hat geschrieben:Ich verstehe - ehrlich gesagt - das Problem nicht. Wenn ich einen Aufsatz geschrieben habe, hat ein anderer Kollege den korrekturgelesen, dann habe ich das mit ihm durchgesprochen und dann wurde der eingereicht. Aber man macht da doch kein Lektorat. Das wäre mir bei einem Aufsatz doch viel zu umständlich. Ich hatte bei keiner einzigen Publikation ein Lektorat und finde das auch ungewöhnlich.
Geht es um das Korrekturlesen von einem Artikel in einer Nicht-Mutter-Sprache (z.B. Englisch)?

Für eine Einreichung in einem Top-Journal auf z.B. Englisch kann ein "Language Editing" m.E. durchaus sinnvoll sein, weil man als Nicht-Englisch-Muttersprachler wohl kaum einen längeren Text im (grammatikalisch) perfekten Englisch hinbekommt.

Ich habe während meiner Doktorandenzeit viel auf Englisch publiziert, obwohl ich kein Englisch-Muttersprachler bin und auch nie ein "Language Editing" hatte, aber ich habe auch nicht bei den Top-Konferenzen- und Zeitschriften eingereicht.
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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von mm42 » 07.01.2018, 13:35

An dem Lehrstuhl, an dem ich promoviert habe, war es üblich, dass man als Doktorand 10-20% der Kosten für einen Konferenzbesuch selbst tragen musste. Es ging dabei um Konferenzbesuche mit eigenem Vortrag zum Paper (i.d.R. Voraussetzung für die Publikation), nicht "nur" als Zuhörer. Der Prof war halt der Meinung, dass sich das so gehört, denn die Konferenz-Publikation würde einem ja auch was für die Karriere bringen. (Ich habe in einem Bereich promoviert, wo Konferenzpublikationen durchaus wichtig sind und nicht nur Journal-Publikationen zählen).

Eine Dame von der Reisekostenstelle der Uni hat mich sogar mal ausgelacht, als sie in einer Dienstreise-Abrechnung von mir gelesen hat, dass ich 10 % selber zahlen muss ("Nein, wo gibt es denn sowas ...") :?

Die Frage ist wohl nicht, ob es üblich ist, bestimmte Dinge im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Tätigkeit selbst zu bezahlen, sondern welche Meinung der jeweilige Prof dazu hat.

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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von praktikum » 07.01.2018, 18:39

froke hat geschrieben: Super, wenn das im Team funktioniert. Bei uns hat das nicht geklappt.
Wir sind im Team: 1 Prof, ein ganz frischer Doktorand und ich selbst. Mein Prof und auch der Doktorand sahen sich biede nicht in der Lage zu dem englischen Proofreading, weil sie ihr wiss. Englisch nicht als perfekt betrachten - das muss ich so akzeptieren.
Das klingt für mich eher danach, dass die beiden keine Lust haben. Man kann doch trotzdem erst einmal genau lesen, zumal man dann nicht den Tunnelblick wie der Autor hat. Ansonsten würde ich mich umhören, ob es für das Thema keine kompetenten Menschen in Lehrstuhlnähe an der Uni gibt. Muttersprachler sollten ebenfalls an einer Uni zu finden sein, usw.
Was hat der Prof denn auf Deine Frage geantwortet, wie das mit Veröffentlichungen an seinem Lehrstuhl bisher gelaufen ist?

Mit Deinem Networking läuft übrigens gewaltig etwas schief, wenn Du als Postdoc in einem Forum fragen musst, wer mangels Alternative die Kosten für ein externes Bezahllektorat trägt.

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Re: Publikationskosten für Paper als PostDoc selbst zahlen?

Beitrag von caipirinha11085 » 08.01.2018, 10:15

Bei uns am Lehrstuhl wurde so etwas nicht gezahlt. Da hat zur Not der Chef angeordnet, wer das gegenzulesen hat. Mein Chef hat nicht einmal seine eigenen englischsprachigen Aufsätze mit Lehrstuhlmitteln korrekturlesen lassen, sodass mir die Annahme, dass der Lehrstuhl das zahlen sollte, recht ungewöhnlich vorkommt.

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