PostDoc Stelle 50%

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
caipirinha11085
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Re: PostDoc Stelle 50%

Beitrag von caipirinha11085 » 19.08.2017, 17:38

Okay - ich hatte deine "Warnung" so verstanden, dass es uU sinnvoller sein kann, eine 50%-Stelle zu wählen aufgrund des höheren Steuersatzes.

Am Ende des Tages hat man mit 100% jedenfalls deutlich mehr Geld. Gerade bei einigermaßen "niedrigem" Nettoeinkommen, macht es doch einen Unterschied, ob man am Schluss mit ca. 1200-1300 € oder mit ca. 2100 € rausgeht und insbesondere, wenn die Person sich die Frage stellt, ob sie davon "gut" leben kann.

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Re: PostDoc Stelle 50%

Beitrag von praktikum » 19.08.2017, 20:43

caipirinha11085 hat geschrieben: Am Ende des Tages hat man mit 100% jedenfalls deutlich mehr Geld. Gerade bei einigermaßen "niedrigem" Nettoeinkommen, macht es doch einen Unterschied, ob man am Schluss mit ca. 1200-1300 € oder mit ca. 2100 € rausgeht und insbesondere, wenn die Person sich die Frage stellt, ob sie davon "gut" leben kann.
Die Zahlen stimmen nur dann, wenn Du als Post-Doc von Stufe 1 ausgehst. Dann ist man aber selber schuld.

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Re: PostDoc Stelle 50%

Beitrag von Green Goddess » 20.08.2017, 11:58

praktikum hat geschrieben:Bei 100% TV-L E13 muss man allerdings ordentlich Steuern berappen. Wer dann noch in manchen Bundesländern in die Zusatzvers.kassen des öffentlichen Dienstes geht, muss diesen Mehrwert ebenfalls noch versteuern, obwohl er/sie später eventuell nicht davon profitiert.

Man sollte sich also nicht auf 100% bzw. 50% versteifen, sondern für den eigenen Fall das spätere Nettogehalt ausrechnen. Es geht hier nicht um Peanuts. Es kann durchaus sein, dass man z.B. mit einer 50% Stelle nachher 60% des Nettogehalts von der 100% Stelle verdient.
Nachdem nun klar ist, dass die grösste relative Steuerersparnis mit Einkommen in der Nähe des Grundfreibetrags erreicht wird, sollten wir solch geistvolle Betrachtungen einstellen. Ein Räsonieren über 1. und 2. Progressionszone hilft dem TE wohl kaum.

@TE 50% Stellen in Inf/Mathe sind wohl ein Relikt aus grauer Vorzeit. Heutzutage fällt es einigen Lehrstühlen schwer, Doktoranden mit 50% Stellen zu ködern, von PostDocs ganz zu schweigen. Ein Vergleich mit branchenüblichen (offiziellen) Einstiegsgehältern dürfte dir schnell klarmachen, wie sehr du für die (natürlich nur an der Uni stattfindende^^) Forschung brennen musst, um solche Rahmenbedingungen zu akzeptieren. Eine Professur anzustreben, denn dies ist aus meiner Sicht eine der sehr wenigen Rechtfertigungen für PostDoc-Stelle, heisst nicht zwangsläufig, dass Armut eine akzeptable Begleiterscheinung sein muss. 50% TVL13 liegt in vielen Großstädten nach Abzug von Miete und KV-Anteil nur unwesentlich über der Grundsicherung. Über meinen Gebrauch von "unwesentlich" liesse sich in engen Grenzen diskutieren, aber das frei verfügbare Einkommen ist Meilen entfernt von "GUT davon leben können". Du bist dann vielmehr an der Stelle, ab Okt/Nov zu überlegen, bis 22h in der Bibliothek zu bleiben, um Heizkosten zu sparen. :(

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Re: PostDoc Stelle 50%

Beitrag von flip » 20.08.2017, 12:15

Nun, da RuediTroll schon 3 Jahre nach TV-L beschäftigt war, wird er/sie wohl das Nettogehalt richtig einschätzen können.
Ja, Entgeltstufen werden angerechnet.


Ich finde es aber bedenklich, wenn diese 50% Entscheidung immer dem System bzw. der Uni zugeschoben wird. Es ist allerdings der Prof, der so entscheidet. Das heißt, er könnte schon 100% anbieten, vermutlich hat er aber nen anderen Post-Doch schon auf dort 50% sitzen. Das ist ziemlich skrupellos und ich würde mir zwei Mal überlegen, dort anzufangen.

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Re: PostDoc Stelle 50%

Beitrag von RuediTroll » 20.08.2017, 12:37

Nach euren Ausführungen sehe ich mich bestätigt 50% TV-L als zu wenig anzusehen, zumal es auch nach eurer Einschätzung eher unüblich ist in meinem Bereich.

Wenn man 75% A13 Stellen mit 100% TV-L e13 stellen vergleicht, so kommt man je nach Bundesland netto auf ähnliche Beträge (leichter Vorteil für E13), wobei die Krankenversicherung als PKV eingerechnet ist.

Würdet ihr diese beiden Varianten als gleichwertig sehen, oder ist es hier auch eher unüblich als Beamter auf Zeit die Postdoc Phase anzutreten. Was würdet ihr bevorzugen?

Natürlich hat eine A13 Stelle Nachteile bei der Sozialversicherung, aber wie seht ihr das?

Danke euch!

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Re: PostDoc Stelle 50%

Beitrag von praktikum » 20.08.2017, 14:19

Green Goddess hat geschrieben:Nachdem nun klar ist, ...
Für mich sind die hier gestellten Fragen ebenfalls trivial. Daher gebe ich Informationen heraus, die Absolventen manchmal nicht im Kopf haben. Es gibt immer noch zahlreiche Nachwuchsakademiker, die bis zum Abschluss keinen einzigen Job gehabt haben. In der Schule lernt man zu Steuer & Co normalerweise nichts.

@RuediTroll
Was soll denn diese hypothetische Diskussion? Natürlich ist beides nicht "gleich". Du kannst Dir doch einfach nach Jobangebot und Bundesland die Zahlen ausrechnen. (Was spielt es denn überhaupt für eine Rolle, ob die für Dich günstigste Wahl ünüblich ist?)
Als nächstes möchtest Du hier Modell X aus Bundesland A mit dem Modell Y aus Bundesland B vergleichen.

Ob Du von Betrag Z gut leben kannst, musst Du selber wissen. Entscheidende Rahmenparameter wurden in diesem Thread bereits angesprochen. Im übrigen kannst Du die zusätzliche Freizeit aus einer 50% Stelle zielführend in andere Projekte stecken, welche Dir langfristig deutlich mehr Geld bringen werden.

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