Bleibeverhandlungen als wiss MA?

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kaschu
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Bleibeverhandlungen als wiss MA?

Beitrag von kaschu » 12.07.2017, 17:38

Hallo :wink: ,

vielleicht könnt ihr mir ja zu folgendem Sachverhalt weiterhelfen: :idea:

Kann ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter (an einer Universität) Bleibeverhandlungen in Gang setzen, wenn ich einen W2 Ruf an einer Fachhochschule erhalten habe? Ziel wäre eine W2 an meiner derzeitigen Universität. Ich finde dazu leider nichts in den Hochschulgesetzen der jeweiligen Bundesländer sowie in den relevanten Hochschulordnungen. Wie verhält es sich hier bei wissenschaftlichen Mitarbeitern? Weiß das jemand bzw. hat dies schon Mal jemand durchlaufen? :dr)

Gruß,
Karsten :?:

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oclock
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Re: Bleibeverhandlungen

Beitrag von oclock » 12.07.2017, 22:41

Alle Angaben ohne Gewähr!

Eine Professur erfordert viele Schritte bis sie besetzt werden kann. Dazu gehören u.a. die Genehmigung der Stelle, das Festlegen von Kriterien, eine Berufungskommission, öffentliche Ausschreibung (Pflicht!), Probevorträge, auswärtige Gutachten, Berufungsliste etc. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter kann aus diesem Grund nicht einfach mal so "upgegraded" werden. Andererseits wüsste ich jetzt auch keinen Grund, warum eine Stelle, die zu Dir passt (und zu keinem anderen Kandidaten) geschaffen werden sollte, ganz abgesehen davon, dass das moralisch nicht ganz korrekt wäre. Bist Du so wichtig für die Uni? Wahrscheinlicher ist, dass es niemanden kümmern wird, wenn Du weg willst.
Ein weiterer Grund ist, dass die Voraussetzungen für eine FH Professur andere sind, als an einer Uni. Für die FH Professur benötigst Du in der Regel eine Promotion und Berufserfahrung. An einer Uni benötigst Du eine Promotion, Junioprofessur/Habilitation/etwas äquivalentes und mußt generell wissenschaftlich Top sein. Das eine FH Dich nimmt, heisst noch lange nicht, dass Du die Voraussetzungen für eine Uni Professur erfüllst. Von daher wird es der Uni egal sein, ob eine FH Dich berufen hat oder nicht.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit der FH Professur :twisted:
Zuletzt geändert von oclock am 14.07.2017, 01:15, insgesamt 4-mal geändert.

mantor
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Re: Bleibeverhandlungen

Beitrag von mantor » 13.07.2017, 09:37

Manche Hochschulgesetze sehen zwar inzwischen vor, dass zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf die Ausschreibung einer Professur verzichtet werden kann. Dann müsste aber 1. eine Professur freiwerden, auf die Du nachrücken könntest; 2. musst Du in der Regel an einer anderen Universität promoviert haben oder zwei Jahre nach der Dissertation an einer anderen Universität als der berufenden gearbeitet haben und 3. gelten dann trotzdem noch alle Einschränkungen, die oclock genannt hat. Du musst trotzdem prinzipiell die Anforderungen erfüllen, die in einem normalen Verfahren gestellt werden. Heißt: Habil, Juniorprofessur oder habilitationsäquivalente Leistungen. Was als habilitationsäquivalent gilt oder zu gelten hat, ist umstritten. Einzelne Justitiariate von Universitäten bewerten sogar eine positiv evaluierte Juniorprofessur als "nicht habilitationsäquivalent". Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke auch, dass die Wahrscheinlichkeit gegen null tendiert …

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Re: Bleibeverhandlungen

Beitrag von FerdiFuchs » 13.07.2017, 10:03

Vorschlagen kannst du's natürlich, die Frage ist jedoch, ob und warum du dir davon Erfolgsaussichten größer als 0 erhoffen solltest.

Bei Professoren haben die Universitäten mitunter starke Anreize, um Bleibeverhandlungen zu führen: Das Festhalten an gewachsenen Strukturen, die Langwierigkeit des Prozesses für die Neubesetzung der Professur, und, last but not least, Prestigeeinbußen durch die Abwanderung.

Ein Mitarbeiter müsste sich schon in einer besonderen Art und Weise unverzichtbar gemacht haben um die Universität zu Bleibeverhandlungen zu bewegen, z.B. herausragende wissenschaftliche Leistungen (was dann wiederum nicht zum Ruf durch eine FH passt).

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Re: Bleibeverhandlungen

Beitrag von flip » 13.07.2017, 10:30

An meiner Universität wurde letztes Jahr die Stelle eines Kollegen entfristet, nachdem er einen Ruf auf eine Professur bekommen hat.
Da die Professur im Ausland war, hat es sich für ihn gelohnt, das Angebot anzunehmen. Aber dafür mussten schon zig Hebel in Gang gesetzt werden.

Für eine Professur kann ich mir das nicht vorstellen. Dem stünde auch die Hausberufung entgegen.

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Re: Bleibeverhandlungen

Beitrag von Jucy » 13.07.2017, 11:04

An meiner Universität wurde letztes Jahr die Stelle eines Kollegen entfristet, nachdem er einen Ruf auf eine Professur bekommen hat.
Achtung Anekdote:

So einen Fall gab es bei uns auch. Es ging um eine private FH-Professur vs. Akademische Ratsstelle, die als Angebot entfristet werden sollte. Grund war nicht die wissenschaftliche Expertise, sondern dass die Mitarbeiterin über Jahre Daueraufgaben der Universität übernommen hatte. Sie hat sich dann für die Professur entschieden und ist sehr glücklich darüber...

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