Spätzünder-Habilitation? Von extern?

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Spätzünder-Habilitation? Von extern?

Beitrag von Neuronelle » 01.07.2017, 22:46

Hallo liebe post-Docs,

nun habe ich doch noch (im Fachbereich Medizin) promoviert und so viel Spaß an dem Thema gehabt, dass ich mir vorstellen kann tief, viel tiefer in die Materie einzusteigen. Lange fehlte mir der Glaube daran, dass ich "Wisschenschaft kann", aber mit dem Kopf voller Ideen und der mit der Promotion ersten absolvierten Hürde sieht das Ganze plötzlich anders aus. Plötzlich überlege ich immer intensiver, ob meine wissenschaftliche Energie bis hin zu einer Habilitation reichen könnte. Publiziert habe ich auch schon, allerdings ist die sonstige Konstellation für eine medizinische Habilitation eher ungewöhnlich da ich nicht an einer Uniklinik arbeite.

Angestellt bin ich an einer peripheren Klinik - dort könnte ich mir zu meinem Thema diverse klinische Forschungsprojekte vorstellen. Die Patienten sind dort längerfristiger eingebunden, so dass ich es sicherlich in gewisser Weise einfacher hätte als an einer Uniklinik mit hohem Durchlauf. Der Chef meiner peripheren Klinik würde meine Projekte voraussichtlich wohlwollend mit tragen, allerdings müsste ich mich selbst um meine Sachen kümmern. Aus privaten Gründen bin ich derzeit auch an die periphere Klinik gebunden, also ein Wechsel an eine Uniklinik kommt aktuell noch nicht in Betracht (perspektivisch in 2-3 Jahren schon). Mein Doktorvater, ebenfalls lokalisiert an einer peripheren Klinik, strebt in eine ganz andere Richtung und ist auch in einer anderen beruflichen Situation, eine weitere Zusammenarbeit kommt daher nicht in Frage.

Grundsätzlich ist mir bekannt, dass es möglich ist extern in einem (meinem) medizinischen Fach zu habilitieren. Wenn auch ungleich schwieriger.
Nun meine Frage an euch: sind euch Beispiele erfolgreicher externer Habilitanden bekannt? Ist es grundsätzlich möglich sich an eine Uni-Arbeitsgruppe zu assoziieren ohne dort fest als Wissenschaftlicher Mitarbeiter (bzw. in der Medizin: Assistenzarzt) angestellt zu werden? Eigentlich möchte bzw. muss ich ja dann auch dort lehren, um mich überhaupt habilitieren zu können. Kennt ihr Beispiele assoziierter freier externer Mitarbeiter? Dies wäre schon allein sinnvoll um via VPN Zugang wieder an Literaturdatenbanken heranzukommen.

Vielleicht klingen meine Fragen in den ein oder anderen Ohren "dumm" - aber von Kollegen sind mir in der Medizin nur "klassische Wege" bekannt (d.h. an Uni arbeiten, dort in der Arbeitsgruppe sein und nach ein paar Jahren genug gelehrt und publiziert zu haben um sich zu habilitieren).
Nach der Lektüre der Habilitationsordnung der für mich in Frage kommenden Uni bin ich nicht schlauer.

An eine Arbeitsgruppe in irgendeiner Form anbinden würde ich mich in jedem Fall gerne, um dort Austausch zu erfahren und die "Vorteile" der Uni wie Bibliothekszugang, mit auf andere Paper kommen etc. zu erhalten. Ist es realistisch für die Lehre ein paar Stunden angestellt zu werden oder ist es üblich diese dann "umsonst" anzubieten? Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand aus dem Nähkästchen plaudern kann von was für Modellen er / sie schon einmal gehört hat oder selber mitgemacht hat. Gewissermaßen als Verhandlungsbasis wenn ich an die von mir schon ausgeguckte Gruppe herantrete.

Zu allem Überfluss bin ich nun 36 - ein Alter in dem andere ihre Habil schon durch haben... oder zumindest bereits auf dem besten Wege sind.

Ich würde mich sehr freuen wenn jemand ein paar Gedanken, Tipps oder Erfahrungen zu diesem Thema beisteuern könnte. Auch zu der Spätzünder / Altersfrage...

Vielen Dank!!! /:dr)

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