FH - Professur: Gehalt / Arbeitspensum

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
johndoe
Beiträge: 28
Registriert: 31.12.2018, 12:57
Status: Zielgerade
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: FH - Professur: Gehalt / Arbeitspensum

Beitrag von johndoe » 05.03.2019, 16:42

Also ich hab in meinen Lehraufträgen die Erfahrung gemacht, dass Studenten eine intelligent konzipierte Klausur ohnehin nicht "wertschätzen" (sofern das überhaupt geht). Ich hatte anfangs einen reinen open-book-Charakter proklamiert und mir gedacht: da muss man doch lieben! Reiner Praxisfokus, Lösung von Problemen, kein Auswendiglernen, keine Klausur-Bulimie... derlei Aufgaben zu kreieren (und das jedes Semester aufs neue) kostet wirklich Zeit und Muse, von der Korrektur ganz zu schweigen! Und was soll ich sagen? Die Studenten können das einfach nicht! Sie versagen auf ganzer Linie. Ob das deren eigene Schuld ist (fehlende Vorbereitung...) oder meine (schlecht erklärt) oder die der dominierenden Professoren (anderer Klausurstil), konnte ich nicht klären. Jedenfalls bin ich mittlerweile abgekommen davon und hab mich eher auf so 50/50 Auswendiglern/Multiplchoice vs. Anwendungsorientiert eingependelt. Kostet mich deutlich weniger Zeit für Erstellung und Korrektur und die Studierenden sind auch zufriedener.

Anzeige:

Hickey
Beiträge: 10
Registriert: 26.02.2019, 12:51
Status: habilitiert
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: FH - Professur: Gehalt / Arbeitspensum

Beitrag von Hickey » 05.03.2019, 22:16

oclock hat geschrieben:
05.03.2019, 01:55

Hier nochmal meine Erfahrung in Kürze zur Onboarding-Phase:

1. Semester:
* 12 SWS (5 SWS VL (3 SWS Master, 2 SWS Bachelor Hauptstudium), 7 SWS Praktika), Informatik/Technisches Themen.
* Keine Unterlagen/Material vom Vorgänger, daher musste ich alles neu machen.
* Arbeitsaufwand: ca. 90 Std pro Woche von Mo-So (Folien machen, Interaktive Praktika vorbereiten, Programmieren, um Grafiken/Zwischenergebnisse zu erzeugen, Bücher lesen, E-Mails beantworten, Lehrveranstaltungen halten).
* Laut Schlaftracker normalerweise 5-6 Std. Schlaf pro Nacht.
* Zweimal habe ich die Nacht durchgemacht, um ein Praktikum fertig zu bekommen.
* Ein Kollege hat ein Semester nach mir angefangen (war also im 1. Semester, als ich schon im 2. war) und ihm erging es nicht viel anders. Unterschied: Er ist Frühaufsteher, daher war er von sehr früh morgens bis spät Abends beschäftigt, während ich eher ein Nachtmensch bin und von Mittag bis spät in die Nacht gearbeitet habe.
* Eine Klausur zu erstellen hat mich ca. 2 Tage gekostet + ca. 1 Tag um mir Fragen für die mdl. Prüfung auszudenken.
* Klausuren korrigieren + mdl. Prüfungen haben ca. 1 Woche in Anspruch genommen.

2. Semester:
* 18 SWS (6 SWS VL (3 SWS Bachelor Grundstudium, 3 SWS Master), 12 SWS Praktika), Informatik/Technisches Themen.
* Wieder keine Unterlagen/Material vom Vorgänger, daher musste ich fast alles neu machen.
* Arbeitsaufwand: ca. 60 Std. Ich konnte für die Master VL teilweise aus einer meiner Veranstaltunges des vorherigen Semesters zehren und die Grundlagenveranstaltung war nicht besonders aufwändig. Außerdem habe ich aus meiner Überarbeitung im 1. Semster gelernt habe meine Ansprüche an mich und meine Materialien etwas heruntergeschraubt. Dafür hatte ich aber zwei Zusatzaufgaben in der Selbstverwaltung...
* Laut Schlaftracker normalerweise 6-7 Std. Schlaf pro Nacht (das ist mein übliches Schlafpensum, also relativ "normal" für mich).
* Die vorlesungsfreie Zeit habe ich nicht zur Vorbereitung genutzt, da ich nach dem ersten Semester ziemlich ausgelaugt war und meine Batterien wieder aufladen musste.
* Betreuungsaufwand für Bachelor-, Master- und Seminararbeiten kamen noch dazu (ca. 1 Std. pro Woche).
* Zwei Klausuren zu erstellen hat mich ca. 4 Tage gekostet.
* Klausuren korrigieren hat ca. 1 Woche in Anspruch genommen.
Ja, genau, du warst das, der mir so Angst gemacht hat. ;) Für mich klingt das nach wie vor absolut horrormäßig, auch wenn es wahrscheinlich ab dem 3. Semester wesentlich relaxter wurde? Aber genau wegen diesem abschreckenden Beispiel habe ich hier nochmal nachgehakt, um zu sehen, ob es nicht auch noch andere, positivere Erfahrungen gibt.

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag