Partner kein Verständnis für Forschung

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
praktikum
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Re: Partner kein Verständnis für Forschung

Beitrag von praktikum » 02.05.2017, 15:47

Es wird immer jemanden geben, der sein Privatleben noch mehr vernachlässigt. :(

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zombie777
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Re: Partner kein Verständnis für Forschung

Beitrag von zombie777 » 02.05.2017, 16:56

praktikum hat geschrieben:Es wird immer jemanden geben, der sein Privatleben noch mehr vernachlässigt. :(
Du vertrittst hier echt seltsame Ansichten und scheinst zu Strawman zu neigen, so dass ich mit dir nicht unbedingt jetzt diskutieren möchte. Zumal das jetzt nicht wirklich mit dem Thema Promotion oder Postdoc zu tun hätte.

Ich hoffe nur die Autorin wird nüchtern bleiben. Für mich wirken Kommentare unter jedem Artikel über Frauenarbeit, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Pay Gap, usw. in der deutschen Presse extrem ernüchternd. (Bin selbst Ausländerin in Deutschland. In meinem - eigentlich viel konservativeren - Land sind das interessanterweise weniger Probleme als in Deutschland). Alle Männer, die da jedes Mal auf sehr aggressive Weise schreien, Frauen sollten ja eigenes Geld haben und nichts von Ehemännern und Ex-Ehemännern erwarten und nicht besonders gefördert werden, weil sie ja identische Chancen auf dem Arbeitsmarkt wie Männer haben und schon immer hatten! Wobei das Studien zu diesem Thema leider nicht bestätigen. Und wenn Frauen nicht befördert werden liegt das, diesen Männern nach, immer nur daran dass sie sich nicht genug engagiert haben, Teilzeit gemacht haben, wo die Männer Überstunden gearbeitet haben. Sie haben also - so die herrschende Meinung - keine Beförderung verdient.

Und dann die Erwartung, die Frau arbeitet doch nur Teilzeit oder gar nicht, weil ihr Mann es so möchte :) Auf die Idee, der Mann könnte Teilzeit arbeiten, bist du ja nicht gekommen.

Eot auf meiner Seite.

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Re: Partner kein Verständnis für Forschung

Beitrag von Allerleirauh » 02.05.2017, 23:20

Vielen Dank für eure vielen Antworten!

Ich melde mich die Tage noch mal ausführlicher-sind gerade im Urlaub.

Leider ist es so, dass wir noch keinen Kiga Platz haben, weil wir umgezogen sind. Somit muss ich mich den Tag ums Kind kümmern-d.h. wenn ich meine Paper zu Ende schreiben wollen würde, könnte ich das nur machen, wenn mein Mann zu hause ist.
Und genau damit hat er ein Problem. Ich soll Zeit mit der Familie verbringen und auch mal was für mich tun (außer paper schreiben). Ich habe die letzten Monate ziemlich reinhauen müssen und er hat schon recht damit, dass ich nicht weiter so durchpauern kann und mir auch mal wieder Zeit für mein Hobby nehmen sollte. Aber ich würde ja nicht, wie vor der Prüfung, jeden Tag 14 Stunden arbeiten- sondern vielleicht 2-3 Stunden 3 mal die Woche. Aber er hat eben Angst, dass es wieder "ausatet" und ich, weil ich mich zu sehr reinhänge, alles um mich herum vergesse. Dass die Situation jetzt eine ganz andere ist als während der Doktorarbeit kurz vor den Prüfungen, versteht er nicht.

Es macht mich zur Zeit einfach völlig fertig, dass er es nicht versteht wie wichtig mir es ist meine Paper zu beenden.

praktikum
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Re: Partner kein Verständnis für Forschung

Beitrag von praktikum » 03.05.2017, 00:26

Strawman :) - Anscheinend muss ich wieder einmal die lange Fassung schreiben:
In D sind die Betreuungsangebote für Kinder leider begrenzt, d.h. die TE müsste in den nächsten Jahren immer eine sehr gute Lösung parat haben und mit dem Partner quietscht es jetzt schon. Hie und da passiert eben etwas mit Kindern oder Ehepartner. Singles können das oft gar nicht nachvollziehen. Da wird ein 24/7 Workaholic ohne Anhang beim Job immer "im Vorteil" sein. Verständnis für die Mutter zeigt ein Prof. rhetorisch gerne, aber im Zweifelsfall haben leider viele doch lieber den Workaholic, der 3 Nächte für das paper durcharbeitet. Geäußerte politische Ansichten sind zwar ganz nett, nutzen der TE aber eher weniger.
zombie777 hat geschrieben: Und dann die Erwartung, die Frau arbeitet doch nur Teilzeit oder gar nicht, weil ihr Mann es so möchte :) Auf die Idee, der Mann könnte Teilzeit arbeiten, bist du ja nicht gekommen.
Der Vorschlag mit der Teilzeit, welcher übrigens nicht von mir stammt (s.o.), stellt eine(!) pragmatische Option dar. Die Karriereplanung der TE kennen wir im einzelnen gar nicht. Da war von post-doc als Einstieg in die Arbeitswelt die Rede, nicht von wissenschaftlicher Karriere. Auf die Anerkennung der eigenen wiss. Arbeit sind wir vielleicht nicht genug eingegangen.

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Re: Partner kein Verständnis für Forschung

Beitrag von caipirinha11085 » 03.05.2017, 07:54

Nach ihrem klar geäußerten Wunsch möchte die TE nicht zu Hause bleiben, alles weitere muss sie mit ihrem Mann selbst klären.

Die Annahme, sie würde "ihr Privatleben an die Wand fahren", nur weil sie auch eine Karriere möchte, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Dass die TE unbedingt Teilzeit arbeiten sollte, um ihren Mann ruhig zu stellen, halte ich für einen fragwürdigen Kompromiss. Wenn sie das Teilzeitmodell für sich möchte, ist das eine gute Sache - aber wenn sie das nur macht, weil ihr Mann das möchte, scheint mir das nicht sehr ratsam.

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