FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
Quest
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Quest » 14.10.2019, 20:17

Ich kann eure Bedenken nachvollziehen.

Ansich war die Stellenausschreibung nicht sehr speziell geschrieben. Ich vermute zumindest, es steht noch kein Auserwählter fest.

Ob sich eine Frau bewirbt, kann ich ja nicht wissen. Das ist übrigens einer der Gründe, wieso ich nach dem Minimalprinzip handle: Ich mach an 2 Abenden eine Vorlesung fertig und das ist es dann. Sollte keine Frau dabei sein und man grundsätzlich Interesse an meiner Person haben, wird es klappen, ansonsten halt nicht. Falls nicht, habe ich hoffentlich "Listenplatz 2" für meine nächste Bewerbung gesammelt :lol:

Ich berichte Ende der Woche.

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prion
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von prion » 14.10.2019, 22:54

Hi zusammen,

ist die Situation wirklich so, wie es sich hier immer zu lesen ist bzgl. Bevorzugung von weiblichen Mitbewerbern?

Es ist verständlich, dass bei gleicher Qualifikation Mitberwerberinnen bevorzugt werden. Auch bei gleicher Qualifikation zwischen zwei männlichen Bewerbern wird nur einer auf Platz 1 schaffen.

Allerdings fände ich es fatal, wenn unabhängig von der Qualifikation eine Bevorzugung stattfindet. Es ist schon eine Menge Arbeit mit der Bewerbung verbunden (außer Wochenenden auch Urlaubstage dafür gebraucht werden) und (wenn auch klein) ein Risiko besteht, dass der jetzige Arbeitgeber was davon erfährt. Letzteres ist bei FH-Professuren kritischer als bei Uni, da hier die Bewerber größtenteils aus der Privatwirtschaft stammen.

Ehrlich gesagt, fällt es mir schwer das zu glauben; denn bedeuten würde das nur, dass in einigen/vielen/meisten Verfahren männliche Bewerber als Listenfüller „ausgenutzt“ werden.

Ist es denn so oder ist es doch die bessere oder zumindest die gleichwertige Qualifikation?

Viele Grüße,
prion

Anira
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Anira » 15.10.2019, 13:21

Du kannst ja mal nachgucken, wie viele Frauen und wie viele Männer letztlich berufen werden.
Nach meinem (unqualifizierten) Eindruck werden letztlich doch meist Männer berufen (zumindest bei Uni-Professuren, FHs habe ich zu wenig beobachtet), obwohl es auch Bewerberinnen gab, die nach meinem Eindruck jetzt auch keinen völlig unqualifizierten Eindruck gemacht haben.
Ich denke von einer Bevorzugung von Bewerberinnen sind wir in der Praxis noch sehr weit entfernt und wir können froh sein, wenn wir zumindest nicht mehr bei einer starken Benachteiligung sind.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von flip » 15.10.2019, 16:36

Ne, das kommt dir nur so vor. Tatsächlich ist es aber simple Mathematik, die dafür sorgt, dass du diesen fälschlichen Eindruck erlangst. Denn die Zahl der Bewerberinnen ist ja auch wesentlich niedriger, obgleich sich alle für die selben Posten bewerben. Das heißt, die immer selben Frauen tauchen dann häufiger auf den Listen auf, können aber natürlich am Ende nur zu einer Uni gehen.

Das heißt, die Kommissionen setzen brav die ein, zwei qualifizierten Bewerberinnen auf die Liste und die dürfen sich dann die Uni auswählen. Bei der Uni, die nicht den Zuschlag bekommen hat, muss dann leider ein Mann ran. Nur sind das halt 80-90%.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mashdoc » 15.10.2019, 18:12

Für FH: einfach mal ein paar Stellenanzeigen lesen. Teilweise steht dort bereits drin, dass die Stellen entweder aus dem "Profesorinnentopf" finanziert werden sollen oder dass die jeweilige FH ihren aktuellen Profesorinnenanteil von xy % (das stand wirklich so drin, mit Prozentangabe) anheben möchte. Abseits dazu deckt es sich mit meiner persönl. Erfahrung aus zwei Verfahren. Pauschalisieren sollte man aber nicht.

prion
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von prion » 15.10.2019, 19:08

mashdoc hat geschrieben:
15.10.2019, 18:12
Für FH: einfach mal ein paar Stellenanzeigen lesen. Teilweise steht dort bereits drin, dass die Stellen entweder aus dem "Profesorinnentopf" finanziert werden sollen oder dass die jeweilige FH ihren aktuellen Profesorinnenanteil von xy % (das stand wirklich so drin, mit Prozentangabe) anheben möchte. Abseits dazu deckt es sich mit meiner persönl. Erfahrung aus zwei Verfahren. Pauschalisieren sollte man aber nicht.
Da google ich mal nach solchen Ausschreibungen. Ich finde das gut und fair; diese Angabe (+ Hausberufungskandidat) sollte verpflichtend sein. Denn nebenbei so eine Bewerbungsprozedur zu stemmen, ist nicht einfach und sollte von Bewerbern aus der Industrie nicht abverlangt werde ohne auf gewisse Risiken hinzuweisen.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Apollo » 15.10.2019, 20:10

Quest hat geschrieben:
14.10.2019, 20:17
Das ist übrigens einer der Gründe, wieso ich nach dem Minimalprinzip handle: Ich mach an 2 Abenden eine Vorlesung fertig und das ist es dann. Sollte keine Frau dabei sein und man grundsätzlich Interesse an meiner Person haben, wird es klappen, ansonsten halt nicht. Falls nicht, habe ich hoffentlich "Listenplatz 2" für meine nächste Bewerbung gesammelt :lol:
Meiner Erfahrung nach reicht das nicht. An zwei Abenden bekomme wenigsten ich keine ordentliche VL zusammen und bin dem Kreuzverhör in der PVL erst gar nicht gewachsen. Dann lieber gar nicht machen, bei der nächsten Stellenausschreibung wirst Du dann an dieser FH nämlich nicht mehr eingeladen. Außerdem spricht sich das rum und die Zeit die Du in eine PVL investierst ist aktive Fortbildung. Da musst Du lindnern.
prion hat geschrieben:
14.10.2019, 22:54
Es ist verständlich, dass bei gleicher Qualifikation Mitberwerberinnen bevorzugt werden. Auch bei gleicher Qualifikation zwischen zwei männlichen Bewerbern wird nur einer auf Platz 1 schaffen.
Wer sagt Dir denn, dass wirklich qualifizierte Bewerber gesucht werden? Die Kommission kann sich den Kollegen selbst aussuchen. Bei dem Haifischbecken suche ich mir doch lieber einen Kollegen aus, der mir nicht gefährlich werden kann? Ich arbeite beruflich mit FHs zusammen und viele Berufungen kann ich mir nur so erklären (z.B. aus der eigenen FH und nicht promoviert etc.).

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von prion » 18.10.2019, 19:02

koshi hat geschrieben:
19.04.2019, 07:43
Ich hatte letzte Woche meine erste PVL, gestern Vormittag ein vertiefendes Gespräch mit Rektorin, BK, GleiB etc. und gestern Nachmittag dann die telefonische Information, dass es Listenplatz 1 geworden ist. Bin sehr überrascht, dass alles so schnell gegangen ist. Disputation habe ich übrigens erst nächste Woche 😉

Eigentlich dachte ich, dass ich erstmal nur Lebenserfshrung gewinnen kann, bin ja auch erst 36 Jahre jung...
Hi,

wurde denn in dem Verfahren keine externe Gutachten eingeholt?

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von prion » 18.10.2019, 19:47

Vielleicht interessant auch für andere hier im Forum:

https://www.gruene-fraktion-bremen.de/f ... ssuren.pdf

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Quest » 19.10.2019, 00:22

Apollo hat geschrieben:
15.10.2019, 20:10
Quest hat geschrieben:
14.10.2019, 20:17
Das ist übrigens einer der Gründe, wieso ich nach dem Minimalprinzip handle: Ich mach an 2 Abenden eine Vorlesung fertig und das ist es dann. Sollte keine Frau dabei sein und man grundsätzlich Interesse an meiner Person haben, wird es klappen, ansonsten halt nicht. Falls nicht, habe ich hoffentlich "Listenplatz 2" für meine nächste Bewerbung gesammelt :lol:
Meiner Erfahrung nach reicht das nicht. An zwei Abenden bekomme wenigsten ich keine ordentliche VL zusammen und bin dem Kreuzverhör in der PVL erst gar nicht gewachsen. Dann lieber gar nicht machen, bei der nächsten Stellenausschreibung wirst Du dann an dieser FH nämlich nicht mehr eingeladen. Außerdem spricht sich das rum und die Zeit die Du in eine PVL investierst ist aktive Fortbildung. Da musst Du lindnern.
So, heute war es soweit. Mein Kurzbericht:

2.5 Tage habe ich nun in Summe investiert und würden sagen: Das hat definitiv ausgereicht. Mein Eindruck nach der Präsentation sowie nach dem Privatgespräch mit der Kommission ist, dass die Präsentation als fachliches Element gar nicht im Vordergrund steht. Es wurden mir zwar 4-5 Fragen seitens der Kommission zur Präsentation gestellt, die waren aber sehr oberflächlich. Der Inhalt meiner Präsentation wurde auch nicht angezweifelt bzw. es kam keine Rückmeldung nach dem Motto "Thema verfehlt". Die Kommission selbst war an ganz anderen Dingen interessiert: Wie würde ich mich in der Selbstverwaltung einbringen, wie könnte ich Studiengänge unterstützen, was wären meine Ideen für dies und jenes.

Nettes Kreuzverhör von über 10 Personen. Was für mich sehr aufschlussreich war: Es war eine große Kommission mit externen Gutachtern (Professoren) von anderen Hochschulen. Zwei Hochschulen waren dabei, bei denen ich mich auch beworben hatte, aber nicht eingeladen wurde. Ich bin mir ganz sicher, dass diese Professoren meinen Namen wiedererkannt haben könnten. Ich kann mir gut vorstellen, dass im Hintergrund einiges an Informationen zwischen den Hochschulen ausgetauscht wird.

Ansonsten warte ich nun einfach ab. Während der vielen Fragen habe ich schon gemerkt, dass einige Personen, auch Professoren, Interesse an meiner Person hatten. An anderen Stellen habe ich natürlich auch Bedenken wahrgenommen. Die eingeplante Zeit für das Gespräch wurde übrigens vollständig ausgeschöpft. Für mich ein Zeichen, dass ehrliches Interesse besteht. Sonst würde man sich die Zeit doch sparen. Ergebnis ist denke ich offen, ich rechne aber nicht mit Platz 1.

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