FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
echolot
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von echolot » 19.05.2019, 21:14

johndoe hat geschrieben:
18.05.2019, 10:51
Ich versuchs nochmal 8) Hat von euch Berufenen jemand eine Erfahrung hierzu, die er gerne teilen möchte:
johndoe hat geschrieben:
07.05.2019, 21:41
Ich hatte vor Kurzem meine (erste) PVL. Nun bekam ich die Rückmeldung vom BK-Vorsitzenden, dass die Professur nochmal ausgeschrieben wird,da nicht genügend geeignete Kandidaten für die 3er-Liste gefunden werden konnten. Dazu gab es noch die kurze Anmerkung "Ihre Bewerbung läuft weiter." Auf meine Nachfrage, was dies konkret bedeutet und ob ich nun zu den ausgeschiedenen oder weiterhin gehandelten Kandidaten zähle, gab es nur die Antwort, dass mir aus rechtlichen Gründen hierzu keine Auskunft gegeben werden darf.

Gibt es Erfahrungen, ob und wie meine Situation zu bewerten ist? Ist diese Form der Rückmeldung ein Indiz dafür, dass ich noch im Rennen bin oder ist es wirklich lediglich eine formelle Zwischeninfo und die offizielle Absage gibts am Ende des Verfahrens für alle nicht Listen-Platzierten gleichermaßen?
Hallo,

das klingt für mich eher so, als ob du tatsächlich noch im Rennen bist, aber es eben nicht genügend Bewerber für eine Dreierliste gab. Wobei das sicher hochschulspezifisch ist, in sehr speziellen Fächern habe ich auch schon von Einer- oder Zweierlisten gehört. Im schlimmsten Fall gibt es einen Favoriten, der sich aber nicht rechtzeitig beworben hat oder seine Diss noch nicht verteidigt hat oder irgendwas in der Kategorie.... :-/

Unabhängig davon finde ich es verwirrend, dass es keine Auskunft über deinen Status gibt. Ich würde nach Erscheinen der Neuausschreibung beim Personaldezernat anrufen und fragen, ob eine erneute Bewerbung aus formellen Gründen notwendig ist, oder ob ein einfaches Schreiben reicht, in dem du erklärst, dass du weiter an der Stelle interessiert bist. Die müssen dir aus meiner Sicht eine verbindliche Auskunft zu Verfahrensfragen geben können, weil das ansonsten eine potenzielle Ungleichbehandlung darstellt und damit ggf. anfechtbar ist.

Zudem ist in deiner Situation eventuell auch der Hochschullehrerbund (hlb) eine geeignete Stelle für eine fundierte Beratung.

Wenn es für dich ok ist, kannst du uns hier gern auf dem Laufenden halten. Bin gespannt, wie das ausgeht. Wie ist denn deine Einschätzung zu deiner Passfähigkeit auf die Stelle? Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen!

Gruß
echolot

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mashdoc
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mashdoc » 20.05.2019, 11:35

Bei vielen Probelehrveranstaltungen sind zwei Vorträge gefordert. Nutzt ihr dafür jeweils das gleiche Powerpoint-Layout (z.B. jeweils Folie für Lehrziele, Folie für Zusammenfassung und immer im gleichen Layout)? Oder erstellt ihr die Folien für den zweiten Vortrag mit einer neuen Struktur?

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von johndoe » 21.05.2019, 00:06

hallo,
echolot hat geschrieben:
19.05.2019, 21:14

das klingt für mich eher so, als ob du tatsächlich noch im Rennen bist, aber es eben nicht genügend Bewerber für eine Dreierliste gab. Wobei das sicher hochschulspezifisch ist, in sehr speziellen Fächern habe ich auch schon von Einer- oder Zweierlisten gehört. Im schlimmsten Fall gibt es einen Favoriten, der sich aber nicht rechtzeitig beworben hat oder seine Diss noch nicht verteidigt hat oder irgendwas in der Kategorie.... :-/
Der Optimist in mir könnte meinen, dass ich jener Favorit bin, weil meine Diss ebenfalls noch nicht fertig ist ^^ Soweit ich das in diesem Forum mitbekommen habe, ist die Promotion an sich allerdings kein formales Pflichtkriterium, also sollte es daran letztlich bei der Berufung gar nicht scheitern?!
Unabhängig davon finde ich es verwirrend, dass es keine Auskunft über deinen Status gibt. Ich würde nach Erscheinen der Neuausschreibung beim Personaldezernat anrufen und fragen, ob eine erneute Bewerbung aus formellen Gründen notwendig ist, oder ob ein einfaches Schreiben reicht, in dem du erklärst, dass du weiter an der Stelle interessiert bist. Die müssen dir aus meiner Sicht eine verbindliche Auskunft zu Verfahrensfragen geben können, weil das ansonsten eine potenzielle Ungleichbehandlung darstellt und damit ggf. anfechtbar ist.
Der BKV hat es eigentlich schon selbst geschrieben, dass eine erneute Bewerbung nicht notwendig ist und meine Bewerbung weiterläuft. Was ich allerdings nicht weiß: muss ich nochmals zur PLV antreten für dieselbe Professur oder ist es mit der ersten schon getan?
Zudem ist in deiner Situation eventuell auch der Hochschullehrerbund (hlb) eine geeignete Stelle für eine fundierte Beratung.
ok - das ist ein guter Tipp!
Wie ist denn deine Einschätzung zu deiner Passfähigkeit auf die Stelle? Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen!
Passfähigkeit sieht aus meiner Sicht gut aus. Ich hatte mit einem BK-Mitglied (damals noch als Vorsitzender) vorab ein Telefonat, bei dem er meinen fachlichen Background sinngemäß als "genau das, was wir suchen" kommentierte. Zur Einladung hats ja letztlich gereicht. Generell schwierig zu beurteilen ist die Tatsache, dass die Professur in einer "fachfremden" Fakultät angesiedelt ist, zumindest 70% des Inhalts. Der fachliche Overlap mit den BK-Mitgliedern ist eher überschaubar - ich glaube zwar, dass meine Vorträge für diesen Rahmen ziemlich gut waren, aber ich bin mir dadurch nicht sicher, ob ich den Nerv des Publikums getroffen habe.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Quest » 23.05.2019, 15:41

Ryu hat geschrieben:
16.05.2019, 18:49
oclock hat geschrieben:
11.05.2019, 20:48
Quest hat geschrieben:
02.05.2019, 21:55

Ein paar Fragen, an die, die es geschafft haben, hätte ich noch:

1.) Ich gebe in meinen Bewerbungsschreiben wahrheitsgemäß an, dass ein Umzug für mich kein Problem darstellt. Allerdings würde ich in der "Probezeit" lieber einen Zwischenweg gehen, nämlich am Hochschulort eine 1,2-Zimmer Wohnung beziehen und dann pendeln, bevor ich mit Familie sofort direkt umziehe. Weiß jemand aus Erfahrung, ob das nach erhaltenem Ruf ein Problem darstellt? Die krassere Variante: Man sagt man zieht um, tut es dann aber nicht und pendelt. Das wäre in meinen Fällen nicht besonders schlau, aber denkbar wäre es doch?
Wenn Du gefragt wirst, dann sagst Du, dass der Umzug kein Problem darstellt und Du selbstverständlich umziehen wirst.
Wie schnell das passiert, weil Du z.B. keine für einen Professor geeignete Wohnug findest, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mach Dich deswegen nicht verrückt. Mich hat niemand gefragt, ob und wann ich umgezogen bin. Als ich umgezogen bin, habe ich der Verwaltung meine neue Anschrift mitgeteilt und gut wars ...


Ich bin mittlerweile Prof und es wird am Anfang Druck gemacht, dass man in die Region ziehen soll, es wird sogar oft ein Blatt zur Unterschrift eingefordert, aus dem hervorgeht, dass man Umzugsbereitschaft zeigt. Aber Druck wurde bisher bei keinem meiner Kollegen aufgebaut (etwa 80% pendeln von weiter weg). Man kann das auch immer mit Familie etc. verargumentieren. Beim Berufungsgespräch ist natürlich wichtig, dass man uneingeschränkte Umzugsbereitschaft signalisiert.

2.) Wie groß ist die Selbstbestimmung direkt nach erhaltenem Ruf? Kann ich selbst die Zeiten meiner Vorlesungen planen oder wenigstens konkrete Wünsche äußern? Dieser Punkt hängt mit der vorherigen Frage zusammen: Wenn ich vor Ort eine kleine Wohnung beziehe, würde ich versuchen, meine Vorlesungen auf 3 Tage zu komprimieren (Mo-Mi, Di-Do, Mi-Fr). Hat man solch ein Mitspracherecht oder wird man schief angeschaut?
Mit Selbstbestimmung hat das wenig zu tun. Du lebst ja nicht alleine im Universum, sondern musst Dich mit Deinen Kollegen gemeinsam organisieren. Dabei hast Du genauso viel Mitspracherecht wie die anderen Professoren auch. Du bist aber keine Extrabratwurst, um die sich die Welt dreht. D.h. die Studiengänge existieren vermutlich schon ne Zeitlang, Zeitslots werden nicht jedes Semster neu verhandelt, sondern normalerweise beibehalten. D.h. wenn Du ein Problem mit einem Zeitslot hast, in den Deine Vorlesung fällt, dann musst Du Dich kümmern und mit den Kollegen reden, ob ein Tausch möglich ist. Wenn die nicht wollen oder können, hast Du Pech gehabt. Es kann also durchaus passieren, dass Du Mo, Mi und Fr Vorlesungen haben wirst und das nicht ändern kannst.

Im übrigen musst Du an 4 Tagen zur Verfügung stehen, d.h. selbst, wenn Du eine VLs auf 3 Tage komprimierst, wollen vielleicht Studierende etwas von Dir, oder es stehen Selbstverwaltungsaufgaben an etc. Vorlesungen ist ist nur ein Teil Deiner Arbeit :) Es wäre gar nicht gut, wenn jemand "dringend" was von Dir will und Du dann antwortest, dass Du gerade "ganz weit weg" bist, obwohl Du eigentlich "in der Nähe" sein solltest, aber wo kein Kläger ...


Bei uns ist es so, dass an zwei bis drei Tagen gelehrt wird. Du gibst die drei Tage an, an denen du zu lehren bereit bist und das wird eigentlich auch immer berücksichtitgt. Die Zeiten sind dann im Zeitfenster von 08:00 bis 20:00. Zunächst werden die Präferenzen der externen Lehrbeauftragten abgefragt, danach haben Vorrang haben oft diejenigen (internen Professoren), die Kurse mit den meisten Studentenzahlen haben aufgrund der Raumaufteilung, anschließend werden alle anderen Wünsche berücksichtigt.
3.) Ist die Probezeit verhandelbar?
Prinzipiell ja, aber IMHO unwahrscheinlich. Aber im Berufungsgespräch ansprechen kostet ja nix.
Nein, die Probezeit ist nicht verhandelbar, das ist Beamtenrecht. Falls du aber vorher schon für drei Jahre Vollzeit im Staatsdienst (z.B. als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Vollzeit) gearbeitet hast, dann wird dir diese angerechnet und die Probezeit fällt somit weg. Die Probezeit ist aber nur pro forma, ich kenne keinen einzigen Fall, in dem die Probezeit nicht bestanden wurde. Du bist ja auch nicht dem Dekan oder dem Rektor unterstellt, sondern lediglich dem jeweiligen Minister. Solange du regelmäßig zu deiner Lehre erscheinst, keine goldenen Löffel klaust, etc., wird da auch nichts passieren.
Erstmal vielen Dank euch beiden!

Ryu schreibt: "z.B. als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Vollzeit": Wissenschaftlicher Mitarbeiter war ja fast jeder hier von uns. Die Vollzeit wäre natürlich ein KO-Kriterium. Aber ich selbst war z.B. über drei Jahre mit 75% beschäftigt. Hier muss ich nochmal recherchieren.

-------------
Ansonsten ein kleines Update:
Ich weiß nun, dass der aktuelle Stand meiner Unterlagen zumindest nicht verkehrt sein kann, da ich mittlerweile eine Einladung bekommen habe. In Summe sieht es bei mir wie folgt aus: 7 Bewerbungen geschrieben, bei 3 Bewerbungen bin ich sicher raus (gab keine Absage, aber das ist einfach zu lange her), 1 Einladung.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Bewerber » 12.06.2019, 10:37

Hallo zusammen,

ich komme mal auf die Bewerbung an sich zurück. Welchen Umfang habt ihr für Anschreiben und Lebenslauf genommen? Ich finde das gerade beim Anschrieben schwierig die Passgenauigkeit zu belegen und dennoch knapp zu sein. Bei Industriebewerbungen hatte ich eigentlich die übliche Seite. Hier sind es nun 2. Ist das zu lang?

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von johndoe » 14.06.2019, 22:57

Bewerber hat geschrieben:
12.06.2019, 10:37
Bei Industriebewerbungen hatte ich eigentlich die übliche Seite. Hier sind es nun 2. Ist das zu lang?
Ich kann nur meine Meinung dazu kundtun, leider bisher ohne größere Evidenz (1 Bewerbung -> 1 Einladung): Der Industrieteil sollte aussagekräftig und überzeugend sein, insofern darf er (aus meiner Sicht) gar nicht so viel kürzer sein wie bei einer normalen Industriebewerbung. Dadurch hat man alleine schon mal 70% einer Seite inkl. Anschrift, Einleitung etc. Dazu habe ich noch je eine Sektion über Erfahrung in Forschung und Lehre eingebaut. Diese Teile haben einen ähnlichen Umfang wie der Industrieteil, da sie (aus meiner Sicht) gleichermaßen wichtig sind für das besondere Profil der FH-Professur. Und schon ist man bei min. 1,5 Seiten. Sofern man das gut strukturiert, z.B. visuell mit Absätzen, ist der Umfang (aus meiner Sicht) vertretbar. Mehr würde ich persönlich aber nicht abgeben.

mashdoc
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mashdoc » 02.07.2019, 08:31

Hallo zusammen, ich habe zwei Fragen zur Bewerbung als FH-Professor:

a) Was genau bringt einem ein Listenplatz? In einem aktuellen Verfahren haben ich einen erreicht, aber das bringt mir doch nichts, wenn es nicht der erste ist, oder?

b) Provokativ: hat man(n) mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance auf Listenplatz 1, wenn eine Kandidatin im Rennen ist? Das ist mir nun zweimal passiert und einmal habe ich recherchieren können, wer es geworden ist. Unbedingt fachlich oder didaktisch großartig ist sie mir nicht in Erinnerung (in diesem Falle kannte ich die Person). Die Hochschulen versuchen ja gerade, ihre Frauenquoten zu erhöhen.

Danke.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von flip » 02.07.2019, 11:39

Kann man zusammen beantworten. Ist auch überhaupt kein heikles Thema. :D

Ich habe (allerdings an der Uni) mehrere Verfahren miterlebt. In nahezu allen Fällen war die Frage nach der Frau omnipräsent. In zwei Fällen wurde explizit gesagt: "eine Frau muss auf eins." Das führte dann bei einem Verfahren im zweiten Wahlgang, nachdem die im Ersten die Liste geplatzt war, zu der paradoxen Situation, dass man so verbissen um eine Frau gebuhlt hat, dass sämtliche Qualifikationen in den Wind geschossen wurden und nur der fachfremde Professor im letzten Moment die Liste verhindern konnte, in dem er an den gesunden Menschenverstand der anderen Mitglieder appelliert hat.
Im Gegenzug hat eine ehemalige Kollegin das Handtuch geworfen, weil sie immer eingeladen aber nie in eine aussichtsreiche Position gekommen ist. Bis man ihr mal sagte, dass sie eingeladen wurde weil sie eine Frau ist (zur Absicherung).

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau/Person auf Platz eins noch irgendwo auf eins steht ist also gegeben, daher auch die Möglichkeit dass diese abspringt. Bei "unwichtigen" Hochschulen kommt es auch vor, dass sich namhafte Professoren bewerben um eine Verhandlungsposition für sich zu suchen (mehr Geld, bessere Ausstattung). Dann ist von vorne herein klar, dass sie nicht kommen werden. Wissen auch alle, trotzdem stehen diese Personen dann ganz vorne.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mashdoc » 02.07.2019, 13:46

Danke für deine Schilderung. Das klingt schon eher frustrierend für mich als Mann und deckt sich in den beiden Fällen mit meiner Erfahrung. So fühle ich mich auch. Zumal die Verbesserungsvorschläge des BK-Vorsitzenden heute im Telefonat nicht wirklich umfänglich waren und die Stelle fachlich nahezu 100% passte.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mantor » 02.07.2019, 14:02

Und ich habe mindestens genauso viele Fälle erlebt, in denen die krudesten Sachen gemacht wurden, um eine Frau vom ersten Listenplatz fernzuhalten, obwohl sie eindeutig besser auf die Stelle passte, jünger und trotzdem besser ausgewiesen war, etc. Gängige, offen ausgesprochene Argumente: "Die kann noch Kinder kriegen ..." (als ein Problem), "Die hat Kinder, die zieht nicht um …" (galt für die Männer der Runde genauso, war bei ihnen aber kein Problem, die hatten ja ne Frau), "Für diese Stelle braucht man einen Mann ..."; "Ihr Mann arbeitet bei XY, die ist also versorgt ...". Das geht also in beide Richtungen, insofern würde ich jetzt aufgrund der Geschlechterfrage die Flinte nicht ins Korn werfen.

Ich habe selbst schon oft vorgesungen und hatte hinterher einen Mann vor mir, den ich nicht für fähig gehalten habe. Und ebenso hatte ich Frauen hinter mir, die ich für fähiger als mich gehalten habe. Manchmal haben Kommissionen eben seltsame Perspektiven …

Was Deine Frage mit den Listenplätzen angeht: Die kann man in den CV nehmen und sie werden üblicherweise auch in die Synopse übernommen, mit der die Kommission arbeitet. Wenn Du zum Vorsingen eingeladen wirst, hält Dich die Kommission für listenfähig, wenn Du einen Listenplatz hat, hält sie dich sogar für berufbar. Das wird gemeinhin als eine Bestätigung Deiner Qualität ausgelegt.

Und wie Flip schon sagt: Ich kenne Kolleginnen und Kollegen, die von einem zweiten oder dritten Listenplatz berufen wurden. Gerade bei FHs kann ein konkurrierender Ruf ja dafür sorgen, dass man an der eigenen Uni Arbeitserleichterungen oder mehr Geld raushandeln kann.

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