FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
mashdoc
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mashdoc » 16.11.2019, 09:45

holsteiner hat geschrieben:
12.11.2019, 07:03
Hallo zusammen, ich möchte einmal meinen Frust hier loswerden, tut mir Leid. Ich habe mittlerweile zweimal den zweiten Platz erreicht bei Berufungsverfahren und bei beiden Verfahren (in zwei verschiedenen Bundesländern) wurde klar, dass das ein intransparenter Prozess ist. Beim letzten Verfahren hat es die Kommission bereits im Gespräch verdeutlicht, dass sie zu großen Teilen danach geht, wer ins Team passt. Es wurden Fragen gestellt, wie ich denn so als Kollege sei. Ich hatte immer den Eindruck, dass dadurch, dass die BK mich nicht richtig kennt, ich einen riesen Nachteil habe. Auch wenn fachlich alles da war. Da ist richtig frustrierend und ich weiß gar nicht, wie das in diesen Verfahren je anders laufen soll. Am liebsten würde ich einmal eine Konkurrentenklage beginnen - aber natürlich ist mir klar, dass das nichts bringt und ich mache es auch nicht. Zeigt aber meinen Frust ;(
Würde ich in etwa bestätigen. Habe mittlerweile mein drittes Verfahren als Kandidat hinter mir, 2x sprang ein Listenplatz heraus und bei allen Verfahren wurde klar, dass es nicht wirklich um gute Lehre oder Veröffentlichungen geht. Sondern um Vitamin B. Das hätte ich mir im öffentlichen Dienst so auch nicht träumen lassen. Leider.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von SSCI » 16.11.2019, 22:37

Das ist die Welt der Wissenschaft. Sollte man sich gut überlegen, ob und auf welche Weise man da mitspielen möchte.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Christoph » 18.11.2019, 13:55

An diejenigen, die ihre Erfahrungen mit Pro forma Ausschreibungen,wo der Kandidat bereits im Vorfeld fest stand, geschildert haben: Darf ich fragen, für welche Disziplinen ihr euch beworben habt.

Eigentlich hört man doch immer vom Bewerbermangel usw. und einige User haben dies ja auch bereits bestätigt durch ihre Erfahrungen.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von drrerpol » 18.11.2019, 23:47

Dürfte ich vielleicht nach euren Beweggründen fragen, warum ihr euch das antut?

mashdoc
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mashdoc » 19.11.2019, 18:45

Christoph hat geschrieben:
18.11.2019, 13:55
An diejenigen, die ihre Erfahrungen mit Pro forma Ausschreibungen,wo der Kandidat bereits im Vorfeld fest stand, geschildert haben: Darf ich fragen, für welche Disziplinen ihr euch beworben habt.

Eigentlich hört man doch immer vom Bewerbermangel usw. und einige User haben dies ja auch bereits bestätigt durch ihre Erfahrungen.
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Apollo » 21.11.2019, 18:48

drrerpol hat geschrieben:
18.11.2019, 23:47
Dürfte ich vielleicht nach euren Beweggründen fragen, warum ihr euch das antut?
Ist ja nicht so, dass man das a priori weiß. Irgendwann bekommt man mit, wer die Professur bekommen hat. Privatdozent, bereits x Jahre Lehrveranstaltungen an der FH, die geforderte Professur geht genau über das Thema seiner Doktorarbeit etc. Dann zählt man 1+1 zusammen und merkt, dass man nur für die Liste gebraucht wurde.
Christoph hat geschrieben:
18.11.2019, 13:55
Eigentlich hört man doch immer vom Bewerbermangel usw. und einige User haben dies ja auch bereits bestätigt durch ihre Erfahrungen.
Ein befreundeter FH Prof meinte mal, bei 80% der Ausschreibungen steht der Kandidat schon fest. Ich wage zu behaupten, dass für Listenplatz No.1 es keinen Bewerbermangel gibt, aber für die Plätze zwei und drei schon :lol:

Man kann aber die FHs schon verstehen: Du stellst Dir hier jemanden unkündbaren auf Lebenszeit an, Du willst schon wissen, was das für einer ist. Außerdem will ja keiner einen Kollegen, der vielleicht besser ist als man selbst ...

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Quest » 24.11.2019, 17:42

Frage: Unter der Hand weiß ich ja, dass ich in einem laufenden Verfahren auf der Liste bin. Nun wurde ich ja nochmal woanders eingeladen. Sollte ich diese Tatsache im Gespräch mit der Kommission anbringen? Ansich sollen Listenplätze ja positiv bewertet werden. Auf der anderen Seite kann ich ja keine Details rausgeben, weil es unter der Hand bekannt gegeben wurde.

Und um hier die Diskussionen mal wieder etwas anzuheizen: Ich selbst bewerbe mich übrigens nur bei staatlichen Hochschulen. Ich persönlich sehe den Sinn nicht, mich bei einer privaten FH zu bewerben. Das würde mir nie in den Sinn kommen. Beamtenstatus & Lebensplanung gehören für mich nun einmal zu den großen Vorteilen einer Professur. Genau wie die Freiheiten in der Forschung. Mal abgesehen von der schlechteren Bezahlung an einer privaten Hochschule ist der Druck dort sicherlich ein ganz anderer, da die Hochschule attraktiv und wirtschaftlich sein muss :dr)

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Cybarb » 25.11.2019, 10:53

Quest hat geschrieben:
24.11.2019, 17:42
Und um hier die Diskussionen mal wieder etwas anzuheizen: Ich selbst bewerbe mich übrigens nur bei staatlichen Hochschulen. Ich persönlich sehe den Sinn nicht, mich bei einer privaten FH zu bewerben. Das würde mir nie in den Sinn kommen. Beamtenstatus & Lebensplanung gehören für mich nun einmal zu den großen Vorteilen einer Professur. Genau wie die Freiheiten in der Forschung. Mal abgesehen von der schlechteren Bezahlung an einer privaten Hochschule ist der Druck dort sicherlich ein ganz anderer, da die Hochschule attraktiv und wirtschaftlich sein muss :dr)
Die genannten Vorteile staatliche FHen kann ich nicht von der Hand weisen. Nur was die Forschungsfreiheit angeht, bin ich nicht sicher. Ich könnte mir vorstellen, dass die staatliche Akkreditierung daran geknüpft ist, dass die Hochschule keinen Einfluss auf die Forschung ihrer Mitglieder nimmt. Aber vielleicht stimmt das auch nicht - hier fände ich weiterführende Informationen interessant.

Ansonsten kommt es halt ganz darauf an, wie man die von dir genannten Vorteile gewichtet: Wenn ich für die Lehre brenne und zudem gerne forsche (sofern ich die Zeit dafür habe), bin ich vielleicht dazu bereit, die Nachteile an einer privaten FH in Kauf zu nehmen.

Der Druck, attraktiv und wirtschaftlich zu sein, kann auch positive Konsequenzen für die Lehrenden haben: Dazu gehören eine Top-Ausstattung und ordentliche Prozesse, die sowohl den Studenten als auch den Lehrenden zugutekommen.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von johndoe » 28.11.2019, 11:22

Hallo zusammen,

ein verbeamteter FH-Prof bekommt bekanntermaßen im Alter nach dem aktiven Deinst eine Beamtenpension. Diese kann man sich auch nach einer Formel ausrechnen - soweit, so klar.

Nun haben ja viele FH-Profs eine mehrjährige und oft auch gutverdienende Vergangenheit in einem Wirtschaftsberuf. Während dieser Zeit zahlt man kräftig in die Rentenkasse ein. In meinem Fall wären das aktuell schon 10 Jahre - und die Professur ist noch nicht in Sicht, daher werden noch ein paar Jahre dazu kommen.

Weiß jemand, ob diese Teil-Rente später zuzüglich zur Pension ausgezahlt wird? Oder wird das in irgendeiner Form mit der Pension verrechnet?

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Nomen Nescio » 28.11.2019, 12:21

Mein Kenntnisstand, der zugegebenermaßen diffuser wird, je mehr ich ins Detail gehen müsste:

Die jeweiligen Ansprüche werden zusammengelegt. Dabei gelten Kappungsgrenzen.
die Ansprüche für die Beamtenpension (Ruhegehalt^^) berechnen sich nach
"verbeamtete Jahre" * (ca.)1,8%/Jahr * letztes_Gehalt (google wirft 1,79375 % als "Hebesatz" aus)
Die Kappungsgrenze für das all in liegt bei
("sozialversicherungspflichtige Jahre" (nach dem 17. Lebensjahr) + "verbeamtete Jahre") * (ca.)1,8%/Jahr * letztes_Gehalt

Angerechnet werden z.B.
Ansprüche aus Alterversicherung für Landwirte
Leistungen aus "rentenbeitragspflichtbefreienden" Lebensversicherungen (keine Ahnung, ob Einmalzahlungen und "Renten" bei der Anrechnung unterschiedlich behandelt werden)
(und, und, und^^)

Wie Rentenausfallzeiten wie z.B. Wehr(ersatz)dienst, FSJ, Zeiten der Tätigkeit für den IS im Ausland, etc eingerechnet werden, weiss ich nicht. ;)
Alles nach bestem Wissen und Gewissen! ;)
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