FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
Quest
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Quest » 02.05.2019, 21:55

Guten Tag,

ein sehr schöner Thread :blume: . Ich würde mich gerne in den kommenden Monaten (Jahren :roll: ) am Austausch beteiligen, da ich mich selbst bewerbe. Formal erfülle ich die wichtigsten Voraussetzungen: einschlägiges Studium (MINT), passende Promotion, 3.5 Jahre Berufserfahrung Hochschulbereich sowie 5 weitere Jahre in der Industrie in relevanter Position. Dazu bisher (immerhin) 1 Semester Lehrerfahrung.

Seit Anfang des Jahres versuche ich mein Glück. In Summe habe ich 5 offene Bewerbungen und 3 weitere, die ich derzeit vorbereite. Konkret bewerbe ich mich auf alles im Umkreis bis ca. 300km, was inhaltlich zumindest über 60,70% Schnittmenge zu meinen Profil aufweist.

Die ersten 3 der 5 offenen Bewerbungen sind wohl ohne mich gelaufen :( .
Hier sind schon Monate ohne Rückmeldung (außer "erhalten") vergangen. Bei einer Hochschule weiß ich definitiv, dass derzeit Anhörungen stattfinden. Erst bei der Bewerbung Nr. 4 habe ich auch verstanden, was ich bei den ersten 3 Bewerbungen wohl nicht deutlich herausgestellt habe. Hochschule Nr. 4 hat nämlich das Ausfüllen eines individuellen Dokuments verlangt, damit die Bewerber direkt vergleichbar sind. Daraus konnte ich z.B. Ableiten, dass die Trennung meiner Berufserfahrung in Hochschulbereich, Industrie, 50%/75%/100% Stelle etc. bei meinen ersten Bewerbungen nicht deutlich genug war.

Ansonsten meine ich, dass ich, was die Zusammenstellung der Unterlagen angeht (was gehört rein etc.), schon den richtigen Weg gehe. Meine Erfahrungen werde ich auf jeden Fall teilen. Zwei Professuren passen zu 100% auf mein Profil, zumindest würde ich erwarten, dass ich dort eingeladen werde. Vom Gefühl her würde ich auch sagen, 99% der Professuren die ich gesehen habe, sind tatsächlich für Bewerber ausgeschrieben. Da war erst eine einzige Professur dabei, da habe ich mir eine Bewerbung gespart. Die war nämlich über 3 Seiten so detailliert und mit geforderten Kenntnissen beschrieben, dass klar war, die haben schon den Gewinner.

Ein paar Fragen, an die, die es geschafft haben, hätte ich noch:

1.) Ich gebe in meinen Bewerbungsschreiben wahrheitsgemäß an, dass ein Umzug für mich kein Problem darstellt. Allerdings würde ich in der "Probezeit" lieber einen Zwischenweg gehen, nämlich am Hochschulort eine 1,2-Zimmer Wohnung beziehen und dann pendeln, bevor ich mit Familie sofort direkt umziehe. Weiß jemand aus Erfahrung, ob das nach erhaltenem Ruf ein Problem darstellt? Die krassere Variante: Man sagt man zieht um, tut es dann aber nicht und pendelt. Das wäre in meinen Fällen nicht besonders schlau, aber denkbar wäre es doch?

2.) Wie groß ist die Selbstbestimmung direkt nach erhaltenem Ruf? Kann ich selbst die Zeiten meiner Vorlesungen planen oder wenigstens konkrete Wünsche äußern? Dieser Punkt hängt mit der vorherigen Frage zusammen: Wenn ich vor Ort eine kleine Wohnung beziehe, würde ich versuchen, meine Vorlesungen auf 3 Tage zu komprimieren (Mo-Mi, Di-Do, Mi-Fr). Hat man solch ein Mitspracherecht oder wird man schief angeschaut?

3.) Ist die Probezeit verhandelbar?

Vielen Dank

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mashdoc
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mashdoc » 06.05.2019, 13:55

Hallo zusammen,

ich habe ein Thema für die Probevorlesung bekommen, für das man ein ganzes Semester Zeit bräuchte. Ist es gerne gesehen, wenn ich die Vorlesung (30min.) etwas kreativ gestaltet und mir bestimmte Facetten des Themas herausgreife und diese genauer vorstelle? Oder lieber die Vogelperspektive einnehmen und sehr viele Punkte erwähnen, aber auf jeden nur knapp eingehen? Danke.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von johndoe » 06.05.2019, 19:48

mashdoc hat geschrieben:
06.05.2019, 13:55
Hallo zusammen,

ich habe ein Thema für die Probevorlesung bekommen, für das man ein ganzes Semester Zeit bräuchte. Ist es gerne gesehen, wenn ich die Vorlesung (30min.) etwas kreativ gestaltet und mir bestimmte Facetten des Themas herausgreife und diese genauer vorstelle? Oder lieber die Vogelperspektive einnehmen und sehr viele Punkte erwähnen, aber auf jeden nur knapp eingehen? Danke.
War bei mir genauso - ich hab mich dann entschieden für eine Kombination aus Theorie aus der Vogelperspektive, ausgewählte Details auf Tonspur und Tafel und Veranschaulichung durch ein konkretes Praxisbeispiel. Hängt sicherlich auch vom Thema ab, was wirklich Sinn macht. Bisher habe ich kein abschließendes Feedback, aber ich hatte das Gefühl, dass das für meinen Rahmen gepasst hat.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von johndoe » 07.05.2019, 21:41

hallo zusammen,

ich hab aus aktuellem Anlass auch eine Frage zum Berufungsverfahren...

Ich hatte vor Kurzem meine (erste) PVL. Nun bekam ich die Rückmeldung vom BK-Vorsitzenden, dass die Professur nochmal ausgeschrieben wird,da nicht genügend geeignete Kandidaten für die 3er-Liste gefunden werden konnten. Dazu gab es noch die kurze Anmerkung "Ihre Bewerbung läuft weiter." Auf meine Nachfrage, was dies konkret bedeutet und ob ich nun zu den ausgeschiedenen oder weiterhin gehandelten Kandidaten zähle, gab es nur die Antwort, dass mir aus rechtlichen Gründen hierzu keine Auskunft gegeben werden darf.

Gibt es Erfahrungen, ob und wie meine Situation zu bewerten ist? Ist diese Form der Rückmeldung ein Indiz dafür, dass ich noch im Rennen bin oder ist es wirklich lediglich eine formelle Zwischeninfo und die offizielle Absage gibts am Ende des Verfahrens für alle nicht Listen-Platzierten gleichermaßen?

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von oclock » 11.05.2019, 20:48

Quest hat geschrieben:
02.05.2019, 21:55

Ein paar Fragen, an die, die es geschafft haben, hätte ich noch:

1.) Ich gebe in meinen Bewerbungsschreiben wahrheitsgemäß an, dass ein Umzug für mich kein Problem darstellt. Allerdings würde ich in der "Probezeit" lieber einen Zwischenweg gehen, nämlich am Hochschulort eine 1,2-Zimmer Wohnung beziehen und dann pendeln, bevor ich mit Familie sofort direkt umziehe. Weiß jemand aus Erfahrung, ob das nach erhaltenem Ruf ein Problem darstellt? Die krassere Variante: Man sagt man zieht um, tut es dann aber nicht und pendelt. Das wäre in meinen Fällen nicht besonders schlau, aber denkbar wäre es doch?
Wenn Du gefragt wirst, dann sagst Du, dass der Umzug kein Problem darstellt und Du selbstverständlich umziehen wirst.
Wie schnell das passiert, weil Du z.B. keine für einen Professor geeignete Wohnug findest, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mach Dich deswegen nicht verrückt. Mich hat niemand gefragt, ob und wann ich umgezogen bin. Als ich umgezogen bin, habe ich der Verwaltung meine neue Anschrift mitgeteilt und gut wars ...
2.) Wie groß ist die Selbstbestimmung direkt nach erhaltenem Ruf? Kann ich selbst die Zeiten meiner Vorlesungen planen oder wenigstens konkrete Wünsche äußern? Dieser Punkt hängt mit der vorherigen Frage zusammen: Wenn ich vor Ort eine kleine Wohnung beziehe, würde ich versuchen, meine Vorlesungen auf 3 Tage zu komprimieren (Mo-Mi, Di-Do, Mi-Fr). Hat man solch ein Mitspracherecht oder wird man schief angeschaut?
Mit Selbstbestimmung hat das wenig zu tun. Du lebst ja nicht alleine im Universum, sondern musst Dich mit Deinen Kollegen gemeinsam organisieren. Dabei hast Du genauso viel Mitspracherecht wie die anderen Professoren auch. Du bist aber keine Extrabratwurst, um die sich die Welt dreht. D.h. die Studiengänge existieren vermutlich schon ne Zeitlang, Zeitslots werden nicht jedes Semster neu verhandelt, sondern normalerweise beibehalten. D.h. wenn Du ein Problem mit einem Zeitslot hast, in den Deine Vorlesung fällt, dann musst Du Dich kümmern und mit den Kollegen reden, ob ein Tausch möglich ist. Wenn die nicht wollen oder können, hast Du Pech gehabt. Es kann also durchaus passieren, dass Du Mo, Mi und Fr Vorlesungen haben wirst und das nicht ändern kannst.

Im übrigen musst Du an 4 Tagen zur Verfügung stehen, d.h. selbst, wenn Du eine VLs auf 3 Tage komprimierst, wollen vielleicht Studierende etwas von Dir, oder es stehen Selbstverwaltungsaufgaben an etc. Vorlesungen ist ist nur ein Teil Deiner Arbeit :) Es wäre gar nicht gut, wenn jemand "dringend" was von Dir will und Du dann antwortest, dass Du gerade "ganz weit weg" bist, obwohl Du eigentlich "in der Nähe" sein solltest, aber wo kein Kläger ...
3.) Ist die Probezeit verhandelbar?
Prinzipiell ja, aber IMHO unwahrscheinlich. Aber im Berufungsgespräch ansprechen kostet ja nix.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Christoph » 14.05.2019, 10:44

Christoph hat geschrieben:
27.02.2019, 15:08
Wie sieht denn der Bedarf an FH-Professoren in den nächsten Jahren aus? Ich kann mir vorstellen, dass der Renteneintritt der Babyboomer auch die Fachhochschulen sehr hart trifft. Auf der anderen Seite wird die Studierendenzahl wahrscheinlich eher leicht wieder abnehmen...
Kann mir hier jemand was genaueres zu sagen? Genaurere Zahlen konnte ich zumindestens nicht finden. Vielen Dank

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Ryu » 16.05.2019, 18:49

oclock hat geschrieben:
11.05.2019, 20:48
Quest hat geschrieben:
02.05.2019, 21:55

Ein paar Fragen, an die, die es geschafft haben, hätte ich noch:

1.) Ich gebe in meinen Bewerbungsschreiben wahrheitsgemäß an, dass ein Umzug für mich kein Problem darstellt. Allerdings würde ich in der "Probezeit" lieber einen Zwischenweg gehen, nämlich am Hochschulort eine 1,2-Zimmer Wohnung beziehen und dann pendeln, bevor ich mit Familie sofort direkt umziehe. Weiß jemand aus Erfahrung, ob das nach erhaltenem Ruf ein Problem darstellt? Die krassere Variante: Man sagt man zieht um, tut es dann aber nicht und pendelt. Das wäre in meinen Fällen nicht besonders schlau, aber denkbar wäre es doch?
Wenn Du gefragt wirst, dann sagst Du, dass der Umzug kein Problem darstellt und Du selbstverständlich umziehen wirst.
Wie schnell das passiert, weil Du z.B. keine für einen Professor geeignete Wohnug findest, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mach Dich deswegen nicht verrückt. Mich hat niemand gefragt, ob und wann ich umgezogen bin. Als ich umgezogen bin, habe ich der Verwaltung meine neue Anschrift mitgeteilt und gut wars ...


Ich bin mittlerweile Prof und es wird am Anfang Druck gemacht, dass man in die Region ziehen soll, es wird sogar oft ein Blatt zur Unterschrift eingefordert, aus dem hervorgeht, dass man Umzugsbereitschaft zeigt. Aber Druck wurde bisher bei keinem meiner Kollegen aufgebaut (etwa 80% pendeln von weiter weg). Man kann das auch immer mit Familie etc. verargumentieren. Beim Berufungsgespräch ist natürlich wichtig, dass man uneingeschränkte Umzugsbereitschaft signalisiert.

2.) Wie groß ist die Selbstbestimmung direkt nach erhaltenem Ruf? Kann ich selbst die Zeiten meiner Vorlesungen planen oder wenigstens konkrete Wünsche äußern? Dieser Punkt hängt mit der vorherigen Frage zusammen: Wenn ich vor Ort eine kleine Wohnung beziehe, würde ich versuchen, meine Vorlesungen auf 3 Tage zu komprimieren (Mo-Mi, Di-Do, Mi-Fr). Hat man solch ein Mitspracherecht oder wird man schief angeschaut?
Mit Selbstbestimmung hat das wenig zu tun. Du lebst ja nicht alleine im Universum, sondern musst Dich mit Deinen Kollegen gemeinsam organisieren. Dabei hast Du genauso viel Mitspracherecht wie die anderen Professoren auch. Du bist aber keine Extrabratwurst, um die sich die Welt dreht. D.h. die Studiengänge existieren vermutlich schon ne Zeitlang, Zeitslots werden nicht jedes Semster neu verhandelt, sondern normalerweise beibehalten. D.h. wenn Du ein Problem mit einem Zeitslot hast, in den Deine Vorlesung fällt, dann musst Du Dich kümmern und mit den Kollegen reden, ob ein Tausch möglich ist. Wenn die nicht wollen oder können, hast Du Pech gehabt. Es kann also durchaus passieren, dass Du Mo, Mi und Fr Vorlesungen haben wirst und das nicht ändern kannst.

Im übrigen musst Du an 4 Tagen zur Verfügung stehen, d.h. selbst, wenn Du eine VLs auf 3 Tage komprimierst, wollen vielleicht Studierende etwas von Dir, oder es stehen Selbstverwaltungsaufgaben an etc. Vorlesungen ist ist nur ein Teil Deiner Arbeit :) Es wäre gar nicht gut, wenn jemand "dringend" was von Dir will und Du dann antwortest, dass Du gerade "ganz weit weg" bist, obwohl Du eigentlich "in der Nähe" sein solltest, aber wo kein Kläger ...


Bei uns ist es so, dass an zwei bis drei Tagen gelehrt wird. Du gibst die drei Tage an, an denen du zu lehren bereit bist und das wird eigentlich auch immer berücksichtitgt. Die Zeiten sind dann im Zeitfenster von 08:00 bis 20:00. Zunächst werden die Präferenzen der externen Lehrbeauftragten abgefragt, danach haben Vorrang haben oft diejenigen (internen Professoren), die Kurse mit den meisten Studentenzahlen haben aufgrund der Raumaufteilung, anschließend werden alle anderen Wünsche berücksichtigt.
3.) Ist die Probezeit verhandelbar?
Prinzipiell ja, aber IMHO unwahrscheinlich. Aber im Berufungsgespräch ansprechen kostet ja nix.
Nein, die Probezeit ist nicht verhandelbar, das ist Beamtenrecht. Falls du aber vorher schon für drei Jahre Vollzeit im Staatsdienst (z.B. als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Vollzeit) gearbeitet hast, dann wird dir diese angerechnet und die Probezeit fällt somit weg. Die Probezeit ist aber nur pro forma, ich kenne keinen einzigen Fall, in dem die Probezeit nicht bestanden wurde. Du bist ja auch nicht dem Dekan oder dem Rektor unterstellt, sondern lediglich dem jeweiligen Minister. Solange du regelmäßig zu deiner Lehre erscheinst, keine goldenen Löffel klaust, etc., wird da auch nichts passieren.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Ryu » 16.05.2019, 19:01

Das ist eine sehr gute Frage. Ich bin Prof und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass an vielen FHs (außer in Großstadtregionen wie München, Stuttgart, Berlin, etc.) ein Rückgang der Bewerberzahlen seit ca. 2-3 Jahren zu spüren ist. Die Studiengänge werden im Allgemeinen zwar noch gefüllt, aber der NC (soweit vorhanden) wurde bei uns sukzessive gesenkt und der Moment wird kommen, zu dem Studiengänge nicht mehr gefüllt und somit dann konsolidiert werden müssen...insbesondere FHs in ländlichen Regionen werden ein demografisches Problem bekommen und wenn FHs weniger als 3000 Studierende haben, ist die Frage, ob diese dann überhaupt noch so weiterbestehen können oder in andere, umliegende FHs "eingemeindet" werden. Das dauert aber noch lang, und die Mühlen mahlen auch sehr langsam. Zusätzlich nimmt auch die Konkurrenz an privaten FHS, die überall aus dem Boden sprießen zu, sodass auch hier die verbleibenden Studienanfänger auf mehr Hochschulen verteilt werden, was zu einer sinkenden Studienbewerberzahl für dei jeweilige Hochschule führen wird.

Wie viele Professoren in Zukunft gebraucht werden ist eine gute Frage. Bei uns vollzieht sich die nächsten sieben bis zehn Jahre ein Wechsel bedingt durch viele ältere Kollegen, die in den Ruhestand gehen werden. Jedoch ist auch absehbar, dass aufgrund der zu erwarteten rückläufigen Studentenzahlen nicht jede Professur nachbesetzt werden wird.

Ein weiterer Aspekt, der von dir noch nicht angesprochen wurde ist die Verbeamtung. Es ist ein Trend erkennbar, dass (auch an staatlichen Hochschulen) nicht mehr alle Professuren auf W2 (selten Forschungsprofessuren auf W3) ausgeschrieben werden, sondern "W2-analog". Das impliziert, dass zwar brutto das gleiche Gehalt ausgeschüttet wird, jedoch Sozialabgaben zu leisten sind und auch kein Anspruch auf Beamtenpension besteht, was den Beruf FH-Prof zumindest finanziell unattraktiver erscheinen lässt. Hessen ist so ein Beispiel, was insbesondere bei Nicht-MINT-Professuren (s. Hochschule Darmstadt) viele Professuren schon nicht mehr im Beamtenverhältnis ausschreibt.

Hier findest du noch zwei URLs zu Studienzahlen jetzt und in Zukunft:
https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/s ... s-100.html
https://www.destatis.de/DE/Presse/Press ... 0_213.html

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von oclock » 17.05.2019, 21:19

Ryu hat geschrieben:
16.05.2019, 18:49
oclock hat geschrieben:
3.) Ist die Probezeit verhandelbar?
Prinzipiell ja, aber IMHO unwahrscheinlich. Aber im Berufungsgespräch ansprechen kostet ja nix.
Nein, die Probezeit ist nicht verhandelbar, das ist Beamtenrecht.
Doch, die Probezeit ist verhandelbar. Zumindest in einigen Bundesländern.
Ja, es gehört zum Beamtenrecht. Aber nicht in jedem Bundesland ist die Probezeit eine "soll" Bestimmung. In einigen Ländern ist sie als "kann" Bestimmung ausgelegt (siehe [1, 2, 3, 4]) D.h. das das in diesem Land dann auch prinzipiell verhandelbar ist. Aber wie ich geschrieben habe: Eher unwahrscheinlich, dass der Rektor darauf eingeht. Bei der Erstberufung ist man Bittsteller ...

Ach ja ... es hätte genügt, wenn Du nur den einen Satz von mir und nicht den gesamten Beitrag zitiert hättest. Macht das ganze etwas übersichtlicher.

[1] https://hlb.de/infobereich/detail/news/ ... auf-probe/
[2] https://hlb.de/fileadmin/user_upload/hl ... rufung.pdf
[3] https://www.hochschulverband.de/fileadm ... rufung.pdf
[4] https://hlb.de/fileadmin/user_upload/hl ... f_Zeit.pdf

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von johndoe » 18.05.2019, 10:51

Ich versuchs nochmal 8) Hat von euch Berufenen jemand eine Erfahrung hierzu, die er gerne teilen möchte:
johndoe hat geschrieben:
07.05.2019, 21:41
hallo zusammen,

ich hab aus aktuellem Anlass auch eine Frage zum Berufungsverfahren...

Ich hatte vor Kurzem meine (erste) PVL. Nun bekam ich die Rückmeldung vom BK-Vorsitzenden, dass die Professur nochmal ausgeschrieben wird,da nicht genügend geeignete Kandidaten für die 3er-Liste gefunden werden konnten. Dazu gab es noch die kurze Anmerkung "Ihre Bewerbung läuft weiter." Auf meine Nachfrage, was dies konkret bedeutet und ob ich nun zu den ausgeschiedenen oder weiterhin gehandelten Kandidaten zähle, gab es nur die Antwort, dass mir aus rechtlichen Gründen hierzu keine Auskunft gegeben werden darf.

Gibt es Erfahrungen, ob und wie meine Situation zu bewerten ist? Ist diese Form der Rückmeldung ein Indiz dafür, dass ich noch im Rennen bin oder ist es wirklich lediglich eine formelle Zwischeninfo und die offizielle Absage gibts am Ende des Verfahrens für alle nicht Listen-Platzierten gleichermaßen?

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