Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
Antworten
gelenkpfanne
Beiträge: 23
Registriert: 30.03.2016, 12:10
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von gelenkpfanne » 19.09.2016, 07:20

Guten Morgen!

Wie in diesem Thema schon beschrieben, ist mein Rigorosum und meine Verteidigung vor zwei Wochen schon gelaufen. Die Pflichtexemplare sind auch schon an der Unibibliothek abgegeben. So ganz entspannt bin ich aber immer noch nicht und so richtig kam das Erreichte emotional noch nicht an. Damit geht´s mir nun nicht schlecht, aber trotzdem frag ich mich, woran das liegen könnte. Die Beurkundung dauert laut Sachbearbeiterin noch mindestens eine Woche, auf der Homepage stehen sogar durchschnittlich 4-6 Wochen Bearbeitungsdauer.

Wie war denn Eure Zeit zwischen Erledigung aller Pflichten (Abgabe, Rigorosum, Verteidigung, Veröffentlichung) und der offiziellen "Ernte" des Honorars "Urkunde"? Erinnert sich noch jemand?

Anzeige:

Zwonk
Beiträge: 8026
Registriert: 28.04.2013, 14:13
Status: Dr. Zwonk
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 7 Mal

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von Zwonk » 19.09.2016, 11:42

Bei mir war der Zeitraum zwischen Einreichung der Dissertation und Erhalt der Urkunde so lang, dass ich mich von der ganzen Promotionsgeschichte emotional schon total abgekoppelt hatte und die Uni hatte ich da auch schon verlassen. Insofern bin ich aus der Promotion eher so gemächlich rausgeglitten, als dass es einen wirklich krönenden Abschluss gegeben hat und somit habe ich den Erhalt der Urkunde eher gut gelaunt zur Kenntnis genommen, als wirklich gefeiert.

flip
Beiträge: 1052
Registriert: 02.11.2012, 02:50
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 23 Mal

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von flip » 19.09.2016, 12:05

Ich verstehe ja, dass man sich durch andere "Beispiele" beruigen lassen will, aber du weißt selber, dass dir die Erfahrungen anderer nicht weiterhelfen. Noch dazu geht es hier um eine Medizinfakultät. Da kenne ich alleine scchon zwei Fälle, wo es mehr als ein Jahr ab Einreichung gedauert hat. Alleine schon deswegen, weil sich die "Dissertationen" dort stapeln.

Bei uns sind es in etwa drei Monate von Abgabe bis Verteidigung (Rekord: ein Monat), was in erster Linie der Terminfindung geschuldet ist. Die Dissertationen sind dem Erst- und Zweitbetreuer in der Regel vorher schon rudimentär bekannt, da nahezu ausschließlich kummulativ promoviert wird. Nach der Verteidigung muss die Urkunde halt noch die Ochsentur durch die Verwaltung durchlaufen, also noch einmal zwei, drei Wochen (wenn nicht mal wieder wer grad im Urlaub ist).

Bei externen Promotionen kann es auch mal nen halbes Jahr dauern. Jetzt hast du also Zeitangaben von einem Monat bis einem Jahr. Ich hoffe, es hilft. :D

gelenkpfanne
Beiträge: 23
Registriert: 30.03.2016, 12:10
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von gelenkpfanne » 19.09.2016, 14:40

Wahrscheinlich habe ich mich zu wenig präzise ausgedrückt, denn mir geht´s bei meiner Frage eher weniger um den zeitlichen als um den emotionalen Aspekt. Zeitlich ist der Ablauf klar, d.h. maximal 6 Wochen, laut Sachbearbeiterin eher 3 Wochen. Und so sehr beunruhigt bin ich ja gar nicht, sondern einfach nur interessiert am subjektiven Erleben dieser Wartezeit.

Ich habe mir heute bspw. schonmal in der Materialabteilung neue Stempel bestellt, die ich bei Unterschriften benötige. Diese dauern ca. zwei Wochen, so dass sie sicher erst nach der Beurkundung erscheinen. Ich weiß, ulkige Form von Vorfreude. :wink:

Papierturm
Beiträge: 33
Registriert: 18.12.2014, 11:51
Status: Dr. phil.
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 7 Mal

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von Papierturm » 20.09.2016, 19:20

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Rigorosum!

Bei mir waren die Zeiten so:
- Abgabe Diss -> Gutachten: 8 Monate.
- Gutachten -> Disputation: 3 Monate.
- Disputation -> Überarbeitung zur Druckerlaubnis: 3 Monate. (Ja, das lag an mir, da ich wegen neuer Vollzeitstelle in der freien Wirtschaft nur begrenzt Zeit zur Verfügung hatte).
- Druckerlaubnis -> Druck + Einreichung Pflichtexemplare + elektronische Veröffentlichung: 1 Woche
- Veröffentlichung -> Urkunde: 3 Tage

:shock: :shock: :shock:

Ich kam eines Samstags von einer Fortbildung zurück und hatte per Einschreiben die Urkunde bekommen. War übrigens genau vor einem Jahr.

Emotional habe ich auch gut ein halbes Jahr, eher mehr, gebraucht, um zu realisieren, ja, die Diss ist nun wirklich vorbei. Das Kapitel aus meinem Leben ist zu.

Sebastian
Admin
Beiträge: 1913
Registriert: 30.08.2006, 12:41
Status: Schon länger fertig
Wohnort: Düsseldorf
Hat sich bedankt: 24 Mal
Danksagung erhalten: 30 Mal
Kontaktdaten:

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von Sebastian » 22.09.2016, 20:52

Herzlichen Glückwunsch!

Bei mir ist's nun schon sehr lange her, aber an die Erntezeit erinnere ich mich immer noch gern. Ich hatte das Glück, mit der Diss-Note gleich schon das Imprimatur zu bekommen, daher war das Rigorosum gefühlt der Schlussakt - obwohl sich später zeigte, dass die Veröffentlichungsphase auch noch Nerven kostete.
Wie das mit der Urkunde letztlich war, weiß ich gar nicht mehr so genau... Chancen und Risiken dieser Phase habe ich im redaktionellen Teil unter "Titel führen" einmal zusammengefasst.

:prost:
Sebastian

praktikum
Beiträge: 325
Registriert: 13.02.2016, 05:35
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von praktikum » 23.09.2016, 13:19

Papierturm hat geschrieben: Emotional habe ich auch gut ein halbes Jahr, eher mehr, gebraucht, um zu realisieren, ja, die Diss ist nun wirklich vorbei. Das Kapitel aus meinem Leben ist zu.
Genau deswegen halte ich offizielle Feiern für Promovierende für sinnvoll. Das hilft einfach mit der Sache abzuschließen. Wer es nicht mag, muss nicht hingehen.

gelenkpfanne
Beiträge: 23
Registriert: 30.03.2016, 12:10
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von gelenkpfanne » 10.10.2016, 07:37

Papierturm hat geschrieben:Emotional habe ich auch gut ein halbes Jahr, eher mehr, gebraucht, um zu realisieren, ja, die Diss ist nun wirklich vorbei.
praktikum hat geschrieben:Genau deswegen halte ich offizielle Feiern für Promovierende für sinnvoll. Das hilft einfach mit der Sache abzuschließen. Wer es nicht mag, muss nicht hingehen.
Meine Urkunde habe ich inzwischen auch, ernsthaft realisiert hab ich´s noch nicht. Schon interessant, erst belastet man sich über Jahre mit Arbeit und Vorbereitung, dann hat man endlich das so herbeigesehnte Ergebnis in der Hand, aber es fühlt sich nicht großartig anders an. Mal sehen, was die Zeit bringt. Vielleicht muss ich´s auch einfach öfter vor meinem Namen geschrieben sehen. :wink:

FerdiFuchs
Beiträge: 109
Registriert: 07.12.2015, 22:51
Status: Post-Doc
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von FerdiFuchs » 10.10.2016, 10:07

Hängt auch davon ab, welche Erwartungen du an deine emotionale Reaktion hast. Man könnte den Titel des Threads so lesen, dass du nach dem erfolgreichen Abschluss des "Großprojekts Diss" davon ausgehst, nun eine große, lang anhaltende Freude verspüren zu dürfen, und du dich wunderst, wo diese Freude bleibt.

Hier kann die Glücksforschung mit Erkenntnissen dienen: Die Freude, die man nach dem Abschluss eines großen Projektes verspürt, ist meistens recht flüchtig. Für ein paar Momente kann man vor Begeisterung schonmal ganz außer sich sein, z.B. direkt nach dem Einreichen, dem Eintrudeln der positiven Gutachten, dem Abholen der Urkunde - danach kehrt man aber doch recht schnell in den emotionalen Normalzustand zurück.

Daher auch die alte Binsenweisheit "Der Weg ist das Ziel": Der emotionale Wert so eines Großprojektes liegt vor allem in den "Flow-Momenten", in denen man sich mit äußerster Konzentration mit den Details beschäftigt hat - selbst, wenn sich diese Momente nicht immer wie das pure Glück angefühlt haben. (Buchempfehlung dazu: The Happiness Hypothesis von Jonathan Haidt.)

Dell
Beiträge: 168
Registriert: 28.04.2015, 16:39
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 13 Mal

Re: Das Warten auf die Urkunde: Vorfreude ist die schönste Freude?

Beitrag von Dell » 11.10.2016, 00:32

Für mich persönlich lief das ganze völlig emotionslos ab und ich sah es eher als Formalie. Da ich immer noch in der Wissenschaft bin, änderte sich auch beruflich gesehen nichts. Ich habe meinen Postdoc vor Fertigstellung der Diss angetreten, so dass ich gar keine Zeit hatte mit dem 'Lebensabschnitt Diss' abzuschließen, wobei ich das ganze Studium/Promotion/Postdoc-Procedere als einen zusammengehörenden Marathon wahrnehme. Irgendwo benutzt (z.B. email Signatur) habe ich den Dr auch nicht, da er für mich im Privaten nichts zu suchen hat und beruflich macht es für mich keinen Sinn, da es keinen interessiert und um mich herum sowieso fast jeder einen Dr hat.

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag