Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
sirin
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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von sirin » 30.05.2016, 17:43

Vorher konnte der Professor damit drohen, dass er bei nicht Vollzeitarbeit dann halt keinen Doktortitel vergibt

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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von Green Goddess » 30.05.2016, 17:49

Nach welcher PO "vergibt" ein Prof Dr-Titel?

flip
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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von flip » 30.05.2016, 18:02

sirin hat geschrieben:Vorher konnte der Professor damit drohen, dass er bei nicht Vollzeitarbeit dann halt keinen Doktortitel vergibt
Nein, das kann er mit Sicherheit nicht. Er kann aber Dinge anausgesprochen erwarten.
Nach der Diss kann er das immer noch. Die Frage ist, ob man es tut... Daher zum x-ten Mal: Es muss jeder selber wissen.

Oder habe ich immer noch nicht verstanden, worum es geht? Sollte die latente Frage hier sein:

Würdet ihr nach Abgabe der Diss Dienst nach Vorschrift machen, da der Vertrag eh aufgelöst wird?

Dann ist meine Antwort Ja! Denn die Mehrarbeit würde mir keinerlei Vorteile bringen.

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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von daherrdoggda » 01.06.2016, 05:42

Das Problem, auf das sich alles zusammenfassen laesst, ist doch (hauptsaechlich) das Empfehlungsschreiben und (auch) die Note, die der Prof dann auf Grund von Enttaeuschung oder Entsetzen ganz arg runterstufen kann. Ohne Rechtsmittel, ohne Anspruch auf wohlgefaellige Formulierungen wie beim Arbeitszeugnis. Jeder zukuenftige Chef fragt im Auswahlverfahren nach und wenn dann kommt "ach der/die hat nach Abgabe nur noch gefaulenzt" kann man sich die weitere Karriere selber ausdenken.

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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von Green Goddess » 01.06.2016, 14:08

DAS ist das Problem? Dann willkommen in der freien Wildbahn, dagegen ist der Elfenbeinturm Gold. Bei Licht betrachtet ist 50% TVL13, hiesige Mieten herausgerechnet, nur unwesentlich mehr als Hartz4 + Flaschensammeln, wenn überhaupt. Ich weiss, dass ich mich wieder/weiter unbeliebt mache, aber wer auf o.a. Basis wg. einer möglichen ausbleibenden Empfehlung unbezahlte ca 80 Std pro Monat investiert, der ... <Selbstzensur> . "Ich bleibe unsichtbar, um nicht negativ aufzufallen" ist genau der Treibstoff, der Ausbeutungsmaschinen am Laufen hält, vor allem, wenn die Hamster im Rad ihn frohgemut selbst mitbringen. Wie @flip sagte, Jede(r) muss das für sich selbst entscheiden. Nur tote Fische treiben mit dem Strom, und wer mit der Herde läuft, schaut nur auf Hintern. ;)

BTW Aus akt. Logging der TE:
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Das Interesse an der Frage resp den Antworten war wohl nicht sonderlich groß. ;) Möglicherweise war mei nTroll-Alarm nicht ganz unbegründet.

In diesem Sinne
GG

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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von daherrdoggda » 02.06.2016, 09:07

ja, man kann auch die forschung hinschmeißen und z.b. im supermarkt mit niedrigeren arbeitszeiten, vollen urlaubstagen und festen uhrzeiten arbeiten. aber dann hat man das falsche studiert und ein jahrzehnt sinnlos verschwendet.
man kann auch protestieren und verweigern, und auf seinem recht beharren, aber dann braucht man sich über nicht verlängerte verträge und dauerhafte arbeitslosigkeit danach dann nicht wundern. auch das war dann ein verschwendetes jahrzehnt und man muss fachfremd umsatteln. wem bringts was?

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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von Green Goddess » 02.06.2016, 11:48

Man kann sein Rebellentum auch durch Negieren von Groß- und Kleinschreibung ausdrücken. Dass Leser dies als schlampig empfinden können, sei deren Problem. Sei's drum, deiner Argumentation, wer sich nicht bedingungslos unterordnet in sklavereiähnliche Arbeitsverhältnisse, wird dauerhaft arbeitslos, hätte auch GK-Schreibung nicht geholfen. Wenn du glaubst, einer Jahrzehnt-Ausbildung angemessene Beschäftigung findet sich für die Zeit nach dem Elfenbeinturmaufenthalt nur, wenn man sich als formbar und ausnutzbar erwiesen hat, will ich dir diesen Glauben nicht streitig machen. Möglicherweise gibt es Leben zwischen den Extremen von totaler Verweigerung einerseits und ebensolcher Unterordnung andererseits.

In diesem Sinne
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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von Zwonk » 02.06.2016, 14:33

Wieso wird hier in letzter Zeit ständig der Eindruck erweckt, in der Forschung würde eine unmenschliche Arbeitsbelastung herrschen, während die Menschen außerhalb der Universitäten gemächlich von 09.00-17.00 Uhr (inkl. drei Stunden Mittagspause) ihre Zeit verbummeln würden?

Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Ich glaube, das kommt daher, dass verhältnismäßig viele Beschäftigte an der Uni als Vergleichspunkt zur Unistelle lediglich die Schul- und Studienzeit haben. Da wird es dann natürlich als stressig empfunden, wenn es auf einmal jemanden gibt, demgegenüber man persönlich Ergebnisse zu verantworten hat. Aber das ist nichts Unispezifisches sondern das ist die Grundempfindung, die man erstmal hat, wenn man in ein Angestelltenverhältnis wechselt. Für die Welt draußen gilt das genauso.

Klar - es ist immer auch abhängig von Branche/Beruf/Projekt - aber in vielen Fällen ist das Leben draußen tatsächlich kein Stück weniger von Überstunden, Termindruck, selbstherrlichen Vorgesetzten, ständig veränderten Anforderungen, Projektstellen und mittelfristiger Unsicherheit geprägt, als an den Universitäten. In mancherlei Hinsicht vielleicht sogar noch mehr.

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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von itsme » 02.06.2016, 19:16

Zwonk hat geschrieben:In mancherlei Hinsicht vielleicht sogar noch mehr.
Klar, aber in einem Punkt setzt die Uni halt immer noch einen drauf: Während man in der realen Welt "nur" Angst vor einem schlechten Arbeitszeugnis haben braucht, erhöht sich der Druck an der Uni dadurch, dass der Vorgesetzte in der Regel auch der Betreuer der Qualifikationsarbeit ist. Und nicht zuletzt gibt es in der Wissenschaft Befristungsmöglichkeiten, die "draußen" so nicht möglich sind. Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich habe nicht so stark unter dem Arbeitsvolumen gelitten, sondern mehr unter diesem Gefühl des vollkommen Ausgeliefertseins. Mein Betreuer ist zwar ein besonderes Früchtchen (nicht alle Uni-Professoren sind so extrem entgleist ...), aber dieses Abhängigkeitsverhältnis, das sich auch auf mein "Baby", die Diss als Projekt das mir sehr am Herzen gelegen hat, erstreckt hat, hat mich fertig gemacht. Konflikte konnten nicht mehr sinnvoll gelöst werden, weil meine Gedanken mit "Der lässt mich durchfallen!" verkleistert waren. In der nicht-wissenschaftlichen Arbeitswelt fällt dieses Druckmittel weg und deswegen begegnet man sich doch stärker auf Augenhöhe.

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Re: Diss abgeben - muss ich jetzt noch mehr als 50% arbeiten?

Beitrag von daherrdoggda » 03.06.2016, 10:22

Gut, dass wir zur sachlichen Debatte zurückkehren.
itsme drückt aus, was ich meinte.

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