FH-Professur: Bewerbungen

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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FH-Professur: Bewerbungen

Beitrag von Latrino » 23.04.2016, 11:43

Nachdem ich letztens nach Voraussetzungen (Lehrerfahrung und Publikationen sowie didaktische Fähigkeiten) für eine FH-Professur gefragt habe, interessiert mich nun folgendes:

Wenn ich mich nun bewerbe, würde ich das gerne ohne Druck und "Stück für Stück" tun. D.h., während ich weiter in der Industrie arbeite, bewerbe ich mich auf passende Stellen. Dabei will ich aber nicht mit der Schrotflinte schießen, sondern mich bei den Ausschreibungen bewerben, die mich wirklich interessieren und örtlich in Frage kämen. Der Vorteil ist aus meiner Sicht, dass man Erfahrungen sammelt für diese spezielle Art von Bewerbung.

Kann mir jemand aus eigener Erfahrung berichten, ob dieses Vorgehen sinnvoll ist? Und vor allem auch: "Verbrenne" ich mich ggf. für andere Hochschulen, wenn ich mich an Hochschule XYZ bewerbe und keinen Listenplatz erhalte?

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Klaus Unruh
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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von Klaus Unruh » 23.04.2016, 12:20

Kann mir jemand aus eigener Erfahrung berichten, ob dieses Vorgehen sinnvoll ist?
Wie soll man das denn sonst machen? Ein Verfahren dauert von Ausschreibung bis Besetzung in der Regel ein Jahr. Da kann man und will man ja - wenn es geht - in dieser Zeit nicht von Hartz IV leben.
Und vor allem auch: "Verbrenne" ich mich ggf. für andere Hochschulen, wenn ich mich an Hochschule XYZ bewerbe und keinen Listenplatz erhalte?
Nein, woher sollten die dass denn wissen? Und selbst wenn's der Zufall so wollte, dass das externe Mitglied der Berufungskommission - wenn es denn überhaupt eins gibt - von der Hochschule kommt, auf die du dich dann auch bewirbst: so ist es halt und vermutlich hat er dich dann bis dahin eh vergessen.

flip
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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von flip » 23.04.2016, 13:57

Also Listenplätze werden durchaus "kommuniziert". Allein schon deshalb, weil der Kreis der Betroffenen sehr klein ist und sich die Verfahren ja auch sehr lange hinziehen.

Latrino hat geschrieben: Wenn ich mich nun bewerbe, würde ich das gerne ohne Druck und "Stück für Stück" tun. D.h., während ich weiter in der Industrie arbeite, bewerbe ich mich auf passende Stellen. Dabei will ich aber nicht mit der Schrotflinte schießen, sondern mich bei den Ausschreibungen bewerben, die mich wirklich interessieren und örtlich in Frage kämen. Der Vorteil ist aus meiner Sicht, dass man Erfahrungen sammelt für diese spezielle Art von Bewerbung.
Also manchmal... wie willst du das denn sonst tun? Fließband bewerbungen an alle Ausschreibungen in Deutschland verschicken? Du kannst doch nicht eine Professur wie einen x-beliebigen, normale Arbeitsplatz sehen.
Wie willst du dich denn allen Ernstens auf eine nicht-passende Professur bewerben, und diese dann hinterher dein Leben lang ausführen?

Ich verstehe auch allgemein dein Vorgehen nicht. In deinem anderen Thread kommunizierst du deinen Lebenslauf auch recht sonderbar und zeigst dich etwas beratungsresistent. Auf der anderen Seite legst du ein etwas komsiches Verständnis vom akademischen Bereich an den Tag. Nämlich so, als ob es FH-Professuren im Überfluss geben würde.

Mal so zum nachdenken:

- Du hast Berufserfahrung. Aber ist das auch in leitender Position? Das sollte nach fünf Jahren zumindest absehbar sein.
- Du hast nicht Lehre in ausführender Position durchgeführt, sondern Übungen betreut. Also das, was man auch als Student tut. Keine Konzeption von Vorlesungen Während deiner Jahrelangen Berugserfahrung kein Kontakt mehr zur Lehre.
- Du hast außerhalb der Diss nicht publiziert und anscheinend auch nicht gut, sonst würdest du es schreiben.

Böse ausgedrück: Du hast promoviert, angefangen zu arbeiten und denkst, die Diss befähigt dich zur Professur. Aber: was unterscheidet dich von jedem anderen X-beliebigen Doktor in der Privatwirtschaft? Ich sehe praktisch nichts.

Zwei Bekannte von mir sind vor ein (bzw zwei Jahren) auf genau die Stelle berufen worden, die du dir vorstellst (Statistik, FH-Professur).

Daher meine Prognose: Keine Chance auch nur ansatzweise eingeladen zu werden. Du hast praktisch nach der Uni nichts mehr für die Lehre/Forschung getan. Es geht nicht darum, dass du was bewegendes publizierst, oder jetzt auf einmal irgendwelche Seminarscheine oder Didaktikzertifikate auf den letzten Drücker erwirbst, sondern dass man langfristig sieht, dass du etwas getan hast und dich engagiert hast.

Dazu gehört, dass du als erstes wieder Tuchfühlung mit der akademischen Welt aufnimmst. Und zwar zu Professoren direkt. Nicht irgendwelche Blabla-Kurse zur "persönlichen Weiterentwicklung". Die helfen dir kaum, einen Lehrauftrag zu bekommen.


Ach, und wenn du glaubst, dass du seriöse Informationen aus Foren wie "WiWi-Treff" bekommst, dann lass es direkt lieber alles sein. Sonst läufst du ja von Anfang an direkt neben der Spur. :wink:

Latrino
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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von Latrino » 23.04.2016, 17:04

Hallo Klaus Unruh und Flip,

danke erstmal für die Nachrichten.

Klaus, Deine Antwort geht auf meine Frage ein und beantwortet diese.

Flip, Deine Antwort geht weit über das Gefragte hinaus, ist aber trotzdem hilfreich. Allerdings sehe ich nicht ganz, wieso Du mir diese (teilweise deftige) Kritik nicht bereits auf meinen ersten Beitrag, in dem ich ja gerade nach den Voraussetzungen für eine FH-Professur frage, geschickt hast...

Im Einzelnen:
"... Professur nicht wie einen x-beliebigen, normalen Arbeitsplatz sehen"
Naja, wie soll man eine FH-Professur denn sonst sehen?
Wie willst du dich denn allen Ernstens auf eine nicht-passende Professur bewerben, und diese dann hinterher dein Leben lang ausführen?
Nein, natürlich nicht. Und das habe ich auch geschrieben. Aber gerade wenn man (wie ich) anfängt, zu sichten, hat man durchaus das Gefühl, dass vieles passen könnte. Ich suche nicht dezidiert nach einer Statistik-Professur, sondern nach einer Wiwi-Professur.
Ich verstehe auch allgemein dein Vorgehen nicht. In deinem anderen Thread kommunizierst du deinen Lebenslauf auch recht sonderbar und zeigst dich etwas beratungsresistent.
Äähm - ich habe hier im Forum gefragt und bin auf jede (!) Antwort eingegangen, teils mit Rückfragen. Woran Du nun eine Beratungsresistenz festmachen willst, weiß ich nicht. Für Aufklärung wäre ich dankbar!
Auf der anderen Seite legst du ein etwas komsiches Verständnis vom akademischen Bereich an den Tag. Nämlich so, als ob es FH-Professuren im Überfluss geben würde.
Meine Frage war, ob man sich auf die (wenigen) passenden auf einmal bewerben sollte oder ob es ggf. Rückkopplungen gibt, die eher ein serielles Vorgehen empfehlen. Das hast Du scheinbar falsch verstanden.
Böse ausgedrück: Du hast promoviert, angefangen zu arbeiten und denkst, die Diss befähigt dich zur Professur. Aber: was unterscheidet dich von jedem anderen X-beliebigen Doktor in der Privatwirtschaft? Ich sehe praktisch nichts.
genau diese Aussage hätte ich dann gerne auf meine letzte Anfrage gehabt. Dort hat mir niemand etwas derartiges gesagt - hier wäre ich also für zusätzliche Meinungen dankbar.
Zwei Bekannte von mir sind vor ein (bzw zwei Jahren) auf genau die Stelle berufen worden, die du dir vorstellst (Statistik, FH-Professur).
Sehr interessant, wenn Du hier weitere Infos geben könntest, insbesondere in bezug auf die Einstellungskriterien (Berufserfahrung, Lehrtätigkeiten, etc.)
...sondern dass man langfristig sieht, dass du etwas getan hast und dich engagiert hast.
Jaaa - aber wie mache ich das? Das ist doch gerade die Frage gewesen, die ich in dem anderen Forenbeitrag gestellt habe!

Wie gesagt, ich nehme Deine Kritik gerne an und wäre dankbar für weitere Infos!

Viele Grüße!

Doc-Wolfi
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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von Doc-Wolfi » 24.04.2016, 16:08

Hallo,
von wegen "normaler Arbeitsplatz": Auf einen normalen Arbeitsplatz wird man auch eingestellt, wenn einem zugetraut wird, dass man sich den Job in Zukunft noch selbst beibringen wird oder so. Aber auf eine Professur wird man beworben, wenn man einfach eindeutig das Zeugs dafür mitbringt. Nicht nur Wissen und Fähigkeiten, sondern einfach gewisse Dinge genügend gut und oft getan hat. Schließlich geht es um eine Verbeamtung auf Lebenszeit und gehen sie nicht gerne das hohe Risiko ein, dass jemand völlig ungeeignet ist oder nach zwei Semestern wieder die Lust verliert. Abgesehen stellt sich die Frage, ob Du den Job denn wirklich willst und weißt, was Dich da erwartet? Viel Arbeit für wenig Geld, so kann man es wohl zusammenfassen. Prof ist wie Schauspieler. Man steht ständig im Rampenlicht und ist immer im Dienst.
Wolfi

Latrino
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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von Latrino » 25.04.2016, 10:12

...sondern einfach gewisse Dinge genügend gut und oft getan hat
Welche Dinge? Ich nehme an, Du sprichst hier von Lehr"dingen". Wie gesagt, ich bin dankbar für jede Hilfe, frage mich aber, warum mir das jetzt erst gesagt wird und nicht im Thread, wo ich explizit nach den Voraussetzungen und Qualifikationen gefragt habe.

Bei anderen "Dingen" ist es doch hoffenlich eher so, dass man auch vom FH-Prof erwarten kann, dass er sie in Zukunft noch lernt. Und - ohne es zu wissen - nehme ich doch mal stark an, dass es auch für FH-Profs noch eine Lernkurve gibt! Ich jedenfalls hätte keine Lust, mich an einer FH als Student mit Overhead-Folien und Daten aus den 80ern füttern lassen zu müssen, nur weil der 63-jährige Prof. "das Zeugs dafür [bei seiener Einstellung 1992] schon mitgebracht hat"...
...dass jemand völlig ungeeignet ist oder nach zwei Semestern wieder die Lust verliert. Abgesehen stellt sich die Frage, ob Du den Job denn wirklich willst und weißt, was Dich da erwartet?
So etwas kann man niemals völlig ausschließen. Deshalb gibt es ja aus meiner Sicht die Einstellungkriterien sowie das Bewerbungsverfahren. Und genau zu denen frage ich doch hier im Forum. Zwar eher im letzten Beitrag, aber da konnte ich ja noch nicht ahnen, dass man Antworten auf den ersten Thread erst beim Stellen der zweiten Frage erhält ;-)

Dann halt nochmal explizit die Frage: Was erwartet mich da? (Dafür eröffne ich aber auch noch einen weiteren Thread)

Die Sache mit dem Geld und der Arbeit lasse ich jetzt mal unkommentiert, genauso wie die Sache mit dem Rampenlicht. aber ggf. könntest Du ein paar Dinge aus Deiner Vita (sofern die Anonymität dies zulässt) erzählen?

Vielen Dank!

flip
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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von flip » 25.04.2016, 14:06

Latrino hat geschrieben:
Zwei Bekannte von mir sind vor ein (bzw zwei Jahren) auf genau die Stelle berufen worden, die du dir vorstellst (Statistik, FH-Professur).
Sehr interessant, wenn Du hier weitere Infos geben könntest, insbesondere in bezug auf die Einstellungskriterien (Berufserfahrung, Lehrtätigkeiten, etc.)
Viele Grüße!

Also erstmal sind an der FH VWL und Statistik oftmals das gleiche (mehr oder weniger). Denn man kann weder das eine, noch das andere dort studieren, übernimmt also diesen Part für die BWL'er. Das muss man sich immer wieder bewusst werden.
Die beiden obigen Beispiele haben die Uni in ihrer Praxiszeit nie wirklich verlassen. Das heißt, sie waren auf Konferenzen, haben Seminare gehalten und bzw. Vorlesungen (vertreten). Und nebenbei in gewissem Umfang publiziert. Einer war in dieser Zeit bei einem großen Konzern angestellt, das heißt, die Vorlesungen waren entsprechend immer spät Nachmittags. Bei dem anderen weiß ich es gerade nicht mehr. Ich meine private Beretung und Forschungsinstitut. Praxiszeit war zwei buis drei Jahre, der Rest durch Post-Doc und Diss.

Berufserfahrung ist immer so eine Sache und kommt sehr stark darauf an, wie es die FH auslegt und ob sie den Bewerber wirklich haben will. Da ist von jahrelanger Führungserfahrung bis zu "zwei Jahren Praxis und den Rest rechnen wir durch die Diss an" alles dabei.
Warum meine Antort etwas harsch ausviel, ist, dass du wiederholt nach einem Masterplan fragst. Den gibt es aber nicht. Du kannst dich Schritt für Schritt vorbereiten, aber das ist nunmal ein Jahrelanger prozess, wenn du nichts bisher getan hast.

Wenn du jetzt schon mit Bewerbungen anfängst, solltest du bei EInladung auf jedenfall ein paar ziemlich gute Begründungen parat haben. ;)

Latrino
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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von Latrino » 25.04.2016, 18:09

Na das sind ja schon ganz andere Töne.

Zum Einen frage ich hier nicht nach dem "Masterplan", und wenn es sich so anhört, dann kann das sowohl am Sender als auch am Empfänger liegen. Allenthalben ist es ja so, dass mir hier nach meinem ersten Post signalisiert wurde, dass mein Stand ein ganz guter sei. Daraufhin hatte ich dann diesen Threat abgesetzt, der ggf. etwas voreilig war.

Um Dich / euch das mal aus der Praxisperspektive näherzubringen: Es gibt für Karriere nie den Masterplan. Scheinbar herrscht hier die Vorstellung: 'In der Praxis komme ich mit Dr.Titel an und suche mir meinen Karrierepfad aus. Nach 5 Jahren bin ich automatisch Führungskraft.'
Die großen Unternehmen kommen - langsam - dahinter, dass nicht jeder zur Führungskraft taugt und (viel wichtiger) erkennen langsam, dass nicht jeder führen will. So jemand kann trotzdem ein guter Kollege, ein hervorragender Leistungsträger und ein absoluter Experte sein.

Und während ich nach Deinem Post (der mit den harscheren Tönen) zunächst gedacht hatte, Du sprächst hier aus Erfahrung, sehe ich das nun etwas anders und befürchte, dass insbesondere Du das akademische System noch nie verlassen hast. Leider schwingt dadurch bei Dir ein Hauch von Arroganz mit, und in bezug darauf will ich Dir deutlich sagen, dass Du etwas ändern solltest.

Aber zurück zum Thema. Du hast mir - offen gesagt - einen Weg zur FH Professur dargestellt, den jemand gehen kann, bei dem es - sehr offen gesagt - für die Uni-Karriere nicht gereicht hat. Der Werdegang Deiner beiden Kollegen macht doch völlig klar, dass diese nur irgendwie die Praxiszeit vollkriegen wollten, um ins "warme Nest" zurückzukönnen. Von daher kann ich mir kaum vorstellen, dass diese beiden die "absehbare leitende Funktion" in ihren Unternehmen hatten, deren Fehlen Du mir (mit deutlich mehr, aber insgesamt immer noch wenig Berufserfahrung) vorhältst.

Auch solche Leute können hervorragende Lehrer sein. Aber der Praxisbezug geht denen doch völlig ab! Ist in Fächer wie Statistik und Mathe vielleicht auch nicht ganz so erforderlich wie bei anderen Fächern.
Du kannst dich Schritt für Schritt vorbereiten, aber das ist nunmal ein Jahrelanger prozess, wenn du nichts bisher getan hast.
Das ist - wie bereits erwähnt - eine brauchbare Antwort. Warum man das - insbesondere in Deiner ersten Antwort - nicht in normalem Ton sagen und ausführen kann, wenn jemand hier Hilfe sucht, verstehe ich nicht. Solltest Du wirklich tiefere Einblicke in das akademische System haben (Einblicke darin hat jeder in diesem Forum, denn ich habe nicht ohne Grund in das Post-Doc-Forum geschrieben), dann teile sie doch einfach mit. Genau wie andere Tips zum Thema FH-Prof. Und zwar ohne diesen besserwisserischen, teils arroganten Ton.

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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von flip » 25.04.2016, 19:50

Augenscheinlich suchst du keine Hilfe, sondern möchtest nur eine Möglichkeit wahrnehmen, andere aus deinem Leben zu belehren.
Du wolltest brauchbare Beispiele: Dann bekommst du welche und ziehst sie in den Dreck. Und auf der Grundlage glaubst du, dass dir noch jemand helfen will?

Um einmal ein wenig die beiden Personen in Schutz zu nehmen: Beide habe eine universitäre Karriere nicht angestrebt. Sie haben zu keinen Zeitpunkt eine Habilitation begonnen, oder eine ähnliche Qualifikationsstufe. Wenn sie also nur schnell ihre zwei, drei Jahre vollbekommen wollten, stellt sich die Frage, warum du nicht schon längst wieder im warmen Nest liegst. So viel mehr Infos können sie ja damals nicht gehabt haben.

Und ja, ich bin gerade dabei die Uni zu verlassen. Zu einem Arbeitgeber, der es mir erlaubt, in Zukunft neben der normalen Arbeit auch weiterhin in der Forschung tätig zu sein (und ja, es ist ein richtiges Unternehmen mit realen Produkten) und dies auch gerne sehen will.
Zu einer Uni-Karriere hat es bei mir nicht gereicht, oder genauer gesagt, es wird höchstwahrscheinlich nicht gereicht haben. Das ist mir egal, denn es war von Anfang an nicht meine Absicht und ich habe schon frühzeitig auf einen Exit hingearbeitet. Eine FH-Professur, die darauf aufbaut ist jedoch eine andere Sache. Die von dir Bezeichnete "Arroganz" ist hier wohl eher förderlich als hinderlich, denn sie zeigt einem auf, wo man steht.

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Re: Bewerbungen FH Professur

Beitrag von Latrino » 25.04.2016, 21:04

Augenscheinlich suchst du keine Hilfe, sondern möchtest nur eine Möglichkeit wahrnehmen, andere aus deinem Leben zu belehren.
Wenn ich mir einen Teil Deiner Kommentare hier im Forum anschaue (zu viele, um sie alle zu sichten), dann sind wir da schonmal zu zweit (wenn es denn bei mir so wäre):
Nein - ich will hier niemanden belehren. Ich frage und erhoffe mir !kompetente! Hilfe. Im Fall der FH-Professur meine ich dabei Leute, die selber FH-Prof sind oder zumindest Einblick haben. Auch Beispiele wie Deine beiden FH-Profs sind dabei hilfreich.
Ich finde es halt nur ziemlich daneben, wenn sich jemand als der Experte auf dem Gebiet darstellt und mich mit harschen Tönen angreift, der gerade seinen Dr. abgeschlossen hat und weder berufspraktisch noch FH-intern Ahnung hat. Zudem hatte ich auch darum gebeten, dass Leute aus Ihrer eigenen Erfahrung schreiben - Du schreibst, um es mal etwas deutlicher zu formulieren, doch auch nur vom Hörensagen und wie es Dir gerade passt.
Und auf der Grundlage glaubst du, dass dir noch jemand helfen will?
Passt ganz gut zu der von mir diagnostizierten Arroganz: Nur,weil Du hier schon 500+ Beiträge geschrieben hast und jedes Thema (in Deiner offensichtlich unbegrenzten Zeit für sowas) gelesen hast, meinst Du, für alle sprechen zu können? Wahrscheinlich bin ich einfach der erste, der Dir hier im Forum Gegenwind gibt. Naja, wirst Du im Berufsalltag auch schnell lernen, dass Gegenwind keine Majestätsbeleidigung ist. Warum? Weil Du keine Majestät bist.
Um einmal ein wenig die beiden Personen in Schutz zu nehmen
Ich habe die beiden Personen nicht angegriffen. Ich habe nur - nachdem Du in Deinem ersten Beitrag zu diesem Thema seeehr deutlich warst - hinterfragt, wo bei den beiden denn Dein Anspruch mit deren Laufbahn übereinstimmt.
Wenn sie also nur schnell ihre zwei, drei Jahre vollbekommen wollten, stellt sich die Frage, warum du nicht schon längst wieder im warmen Nest liegst. So viel mehr Infos können sie ja damals nicht gehabt haben.
Ich verstehe nicht, was Du damit sagen willst. Was hat die Tatsache, dass die beiden ihre zwei Jahre vollgekriegt haben, mit meinen Überlegungen zu tun, ggf. eine FH-Professur anzustreben?
Zu einem Arbeitgeber, der es mir erlaubt, in Zukunft neben der normalen Arbeit auch weiterhin in der Forschung tätig zu sein
Das wird die Zeit zeigen. Bin mal gespannt auf deine Erfahrungen, "neben der normalen Arbeit zu forschen". Ist was anderes, wenn man nach 9h Arbeit + ggf. Überstunden noch forscht. Aber was rede ich als einer, der sich erdreisten konnte, den Kontakt zur akademischen Welt neben einem Vollzeitjob abreißen zu lassen...
Das ist mir egal, denn es [die Unikarriere] war von Anfang an nicht meine Absicht und ich habe schon frühzeitig auf einen Exit hingearbeitet.
Nett. Warum promoviert man, wenn die Unikarriere von Anfang an keine Absicht war?
Die von dir Bezeichnete "Arroganz" ist hier wohl eher förderlich als hinderlich, denn sie zeigt einem auf, wo man steht.
Wenn Arroganz einem zeigt, wo man steht, dann steht man ganz sicher falsch.

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