Personalrat: Als WiMA kandidieren?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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bullabü
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Personalrat: Als WiMA kandidieren?

Beitrag von bullabü » 01.12.2015, 10:57

ich wurde nun mehrfach darauf angesprochen, doch als wissMA für den Personalrat zu kandidieren. Meine Chancen wären anscheinend ganz gut. Prinzipiell finde ich das eine gute Sache, habe jedoch Bedenken, ob das strategisch Klug ist für eine Karriere in der Wissenschaft. Was meint ihr dazu?

Green Goddess
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Re: Personalrat

Beitrag von Green Goddess » 01.12.2015, 12:09

Mit einiger Zeit als Personalrat in deinem CV dokumentierst du, dass du dich nicht scheust, Freizeit und Energie für die Belange der Uni und ihrer Beschäftigten einzusetzen. Ferner dokumentierst du, dass du zumindest praktisches Basiswissen in Konfliktmanagement hast. Dazu kommt, dass -sofern der nächste Schritt auf der Karriereleiter an der gleichen Uni stattfinden würde- du "einen guten Draht zum Personalrat" hast, zumindest darf das angenommen werden, das sollte nicht ursächlich negativ bestzt sein. Last not least bastelst du an deinem Netzwerk. Wo siehst du Schwierigkeiten bzw negative Punkte?

In diesem Sinne
G_G

itsme
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Re: Personalrat

Beitrag von itsme » 01.12.2015, 13:07

Vorab: Das Engagement von wissMA im PR bewerte ich als sehr positiv und dringend notwendig, weswegen ich dir nicht abraten möchte. Aber ich möchte auf mögliche Nachteile hinweisen. Ein klarer Vorteil für zukünftige wissenschaftliche Tätigkeit ist gegeben, wenn du selbst Führungsaufgaben anstrebst. Auch wenn du dann die Uni wechselst, die arbeitsrechtlichen Kenntnisse nimmst du mit. Wenn du aber "nur" Wissenschaft, ohne Management, machen willst, könnte es sich negativ auswirken: Du nimmst dann eine Schwerpunktsetzung vor, die dich von der angestrebten Laufbahn wegführt. In der Gegenwart hängt es stark von der Unterstützung durch den Vorgesetzten ab. PR-Mitglieder werden für die Tätigkeit freigestellt, das ist wegen der flexiblen Arbeitszeiten bei den wissMA aber nur dann möglich, wenn die Aufgaben entsprechend reduziert werden. Da ist dann das ganze Spektrum möglich: Vom Vorgesetzten, der die Tätigkeit aktiv untertützt, über den, der sie billigt bis zu dem, der sie sabotiert. Ansonsten genießen PR-Mitglieder einen besonderen Kündigungsschutz, der wirkt sich aber nicht auf Befristungen aus.

bullabü
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Re: Personalrat

Beitrag von bullabü » 09.12.2015, 12:12

danke euch, das hilft mir weiter.
Ja ich dachte an negative Aspekte wie zukünftige vorgesetzte oder Berufungskommissionen die sich denken "ah, so eine linke Socke wieder".
Würdet ihr jetzige Chefs über die Kandidatur informieren? ich glaube, das ist derzeit mehr ein mismutig billigen (Veraltungakollegin am Institut ist derzeit im Personalrat)

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Re: Personalrat

Beitrag von Sebastian » 12.12.2015, 21:02

bullabü hat geschrieben:Ja ich dachte an negative Aspekte wie zukünftige vorgesetzte oder Berufungskommissionen die sich denken "ah, so eine linke Socke wieder".
Würdet ihr jetzige Chefs über die Kandidatur informieren? ich glaube, das ist derzeit mehr ein mismutig billigen (Veraltungakollegin am Institut ist derzeit im Personalrat)
Das Vorurteil kenne ich aus dem nichtuniversitären Bereich auch* und würde mir eine solche Kandidatur gut überlegen. Ich würde auch fürchten, dass man diesen Stallgeruch später nicht unbedingt wieder abschütteln kann.
Wenn schon eine Kollegin am Institut im Personalrat ist, kann es auch durchaus sein, dass der Chef dann erst recht befürchtet, noch mehr Leute an den PR zu "verlieren". Allerdings bekommt er die Kandidatur ja ohnehin mit.
Sebastian

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Re: Personalrat: Als WiMA kandidieren?

Beitrag von Zwonk » 13.12.2015, 01:20

@bullabü: Ich selbst bin ja immer ein erbitterter Gegner der studentischen Hochschulpolitik gewesen - aber mit dem "Personalrat" hätte ich jetzt keine Probleme gehabt. Offen gestanden hätte ich dabei noch nichtmal etwas Politisches vermutet, sondern eher was im administrativen Bereich. Ich glaube, dass man bei vielen Arbeitgebern (zurecht) unten durch ist, wenn man im ASTA irgendwo aktiv war, aber "Personalrat" klingt für die meisten Ohren vielleicht sogar eher nach HR und wird wohl kein größeres Problem sein.

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Re: Personalrat: Als WiMA kandidieren?

Beitrag von algol » 13.12.2015, 14:23

@zwonk. Nehme ich total umgekehrt wahr. Das Pendant zum Personalrat ist der Betriebsrat. Das mögen manche Arbeitgeber ganz und gar nicht.
Fachschaftsrat hat da noch eher was Anderes. Muss nicht, aber kann.

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