Professur aufgeben?!

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von DoneXY » 25.09.2014, 19:02

nxs hat geschrieben:Ich habe mich bisher nicht auf klassische Führungspositionen beworben, da ich der Meinung bin, dass mir ggf. die entsprechende (einschlägige) Erfahrung vielleicht noch ein wenig fehlt. Was meint ihr? Wäre es sinnvoll vielleicht doch auch solche Stellenausschreibungen bewusst anzugehen?
Unbedingt.

Du musst nicht großenwahnsinnig werden, doch mache Dir bewusst, dass Du auch an der Hochschule viele Kompetenzen erworben hast. Ich kenne mich mit Lehrstühlen an FH nicht so aus, doch gab es Mitarbeiter, hast Du Führungskompetenz, ebenso wenn Du Seminare geleitet hast, hat der Lehrstuhl ein Budget hast Du auch Budgetverantwortung gehabt. Direkte Vorlesungserfahrung ist nicht gefragt, sehr wohl aber vor Menschen überzeugend auftreten zu können.

Gehe solche Aufgaben eines Prof einmal nach diesen Gesichtspunkten durch und lege alles großzügig in der Sprache der "freien Wirtschaft" für Dich aus.

Einen Doktortitel wird man Dir bei Bewerbungen verzeihen, dass Du Dich kleinmachst nicht.

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Matilda
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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von Matilda » 26.09.2014, 00:48

Hallo DoneXY,

Danke für diesen Aspekt, den ich bis jetzt noch gar nicht gesehen habe. Ich habe auch das Problem, schon mehrmals abgelehnt worden zu sein und so recht konnte ich mir das nicht erklären. Habe mich oft auf richtige Einsteigerjobs beworben, da ich ja eigentlich keine richtige Berufserfahrung habe und bin auch ansonsten eher dezent, wenn es um mein Können geht. Zum Einen finde ich die Selbsteinschätzung extrem schwierig, sehe aber auch immer besonders gut was ich nicht kann. :roll: . Dein Abschlusssatz hat mir gerade unheimlich geholfen. Danke.

Viele Grüße, Matilda

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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von nxs » 26.09.2014, 10:13

DoneXY hat geschrieben: Unbedingt.

Du musst nicht großenwahnsinnig werden, doch mache Dir bewusst, dass Du auch an der Hochschule viele Kompetenzen erworben hast. Ich kenne mich mit Lehrstühlen an FH nicht so aus, doch gab es Mitarbeiter, hast Du Führungskompetenz, ebenso wenn Du Seminare geleitet hast, hat der Lehrstuhl ein Budget hast Du auch Budgetverantwortung gehabt. Direkte Vorlesungserfahrung ist nicht gefragt, sehr wohl aber vor Menschen überzeugend auftreten zu können.

Gehe solche Aufgaben eines Prof einmal nach diesen Gesichtspunkten durch und lege alles großzügig in der Sprache der "freien Wirtschaft" für Dich aus.

Einen Doktortitel wird man Dir bei Bewerbungen verzeihen, dass Du Dich kleinmachst nicht.
Danke für diesen wertvollen Hinweis. Natürlich habe ich ein gewisses Maß an Führungskompetenz bereits erlangt (sowohl durch meine Beraterfunktion als auch durch meine Tätigkeit als Professor). Ich habe mich bereits auf Stellen beworben, die bspw. mit einer Teamleiterfunktion verbunden waren. Auch da kam bisher kein positives Feedback :(. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Stellenauswahl für solche Tätigkeiten dann schon deutlich geringer ist. Unterm Strich: Alles nicht so einfach. Zumal ich mir diesen Bewerbungsprozess auch einfacher vorgestellt habe. Aber vielleicht hegen die Personaler auch Vorbehalte, Titel usw. kann da evtl. eine Rolle spielen (Neid und Missgunst hattest Du ja auch schon angesprochen).

Der Punkt alle Aufgaben eines Profs systematisch aufzuschreiben ist ein guter Aspekt. Vieles davon ist sicherlich schon "indirekt" in meinen Bewerbungen erkennbar. Vielleicht werden diese Eigenschaften und Fähigkeiten jedoch nicht deutlich genug wahrgenommen. In dieser Hinsicht kann ich meine Bewerbungsunterlagen sicherlich noch optimieren.

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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von nxs » 17.10.2014, 08:45

Die Situation hat sich leider immer noch nicht geändert und das obwohl ich in der letzten Zeit eine große Menge an Bewerbungen verschickt habe. Es kam jetzt auch schon zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch (Ausbeute vielleicht 1:45) . Konnte da nach meiner Wahrnehmung auch überzeugen, habe ein positives Feedback bekommen. Aber heute ist dann doch wieder die Absage eingetrudelt. Zwei weitere schriftliche Absagen ebenfalls. Das nagt momentan ganz schön an mir.

Auch den Kontakt zu einem Coach habe ich bereits hergestellt, vielleicht bekomme ich darüber noch mal Hilfreiche Tipps. Ansonsten bin ich mit meinem Latein schon fast am Ende. Kann mich halt immer nur wieder neu bewerben. Habe in meinem ganzen Berufsleben bisher noch nie solche Probleme gehabt einen Job zu finden. Und wie schon angedeutet, ich bin jetzt sicherlich kein Theoretiker, ganz im Gegenteil. Kann diverse Praxiserfahrungen nachweisen. Aber warum ist das nur so verdammt schwer? :?

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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von mantor » 17.10.2014, 12:25

Ein Aspekt, der vielleicht in eine etwas andere Richtung geht: Was Du beschreibst, kenne ich aus eigener Erfahrung – und auch von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen. Nach dem Wechsel auf die Professur folgt der ersten Euphorie die Ernüchterung. Einige, vielleicht auch viele Studierende sind wenig motiviert, das Gutachtenschreiben, Hausarbeitenkorrigieren und die Gremienarbeit frisst viel Zeit und Energie, so dass man nur noch selten zum Forschen kommt. Anders gesagt: Man kommt in die Tretmühle und hat erst einmal das Gefühl, dass es das nicht für immer sein kann.

Ich habe zum Beispiel anderthalb Jahre lange gebraucht, um einen Rhythmus zu bekommen, um einschätzen zu können, wo man wie viel Energie reinsteckt, wie man Seminar so hält, dass sie den Studierenden etwas bringen und gleichzeitig für mich arbeitsökonomisch effizient sind. Das Gutachtenschreiben geht sehr viel fixer, man lernt auch, was man an organisatorischen Dingen sinnvollerweise delegieren oder anderweitig auslagern kann. Jetzt komme ich auch langsam wieder dazu, selbst zu forschen, Aufsätze zu schreiben, etc. Aber wie gesagt: Das war ein Prozess, der gut anderthalb Jahre gedauert hat, obwohl ich vorher mehrere Jahre in die Lehrstuhlarbeit eines Betreuers intensiv eingebunden war. Der Seitenwechsel ist kein Zuckerschlecken.

Was ich damit sagen will: Vielleicht ist ein dreiviertel Jahr auch einfach ein bisschen zu kurz, um den Job endgültig aufzugeben. Vielleicht wartest Du einmal die vorlesungsfreie Zeit ab und schaust, ob Du dann eher zu den Dingen kommst, die Dich interessieren?

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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von nxs » 17.10.2014, 17:46

mantor hat geschrieben:Ein Aspekt, der vielleicht in eine etwas andere Richtung geht: Was Du beschreibst, kenne ich aus eigener Erfahrung – und auch von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen. Nach dem Wechsel auf die Professur folgt der ersten Euphorie die Ernüchterung. Einige, vielleicht auch viele Studierende sind wenig motiviert, das Gutachtenschreiben, Hausarbeitenkorrigieren und die Gremienarbeit frisst viel Zeit und Energie, so dass man nur noch selten zum Forschen kommt. Anders gesagt: Man kommt in die Tretmühle und hat erst einmal das Gefühl, dass es das nicht für immer sein kann.

Ich habe zum Beispiel anderthalb Jahre lange gebraucht, um einen Rhythmus zu bekommen, um einschätzen zu können, wo man wie viel Energie reinsteckt, wie man Seminar so hält, dass sie den Studierenden etwas bringen und gleichzeitig für mich arbeitsökonomisch effizient sind. Das Gutachtenschreiben geht sehr viel fixer, man lernt auch, was man an organisatorischen Dingen sinnvollerweise delegieren oder anderweitig auslagern kann. Jetzt komme ich auch langsam wieder dazu, selbst zu forschen, Aufsätze zu schreiben, etc. Aber wie gesagt: Das war ein Prozess, der gut anderthalb Jahre gedauert hat, obwohl ich vorher mehrere Jahre in die Lehrstuhlarbeit eines Betreuers intensiv eingebunden war. Der Seitenwechsel ist kein Zuckerschlecken.

Was ich damit sagen will: Vielleicht ist ein dreiviertel Jahr auch einfach ein bisschen zu kurz, um den Job endgültig aufzugeben. Vielleicht wartest Du einmal die vorlesungsfreie Zeit ab und schaust, ob Du dann eher zu den Dingen kommst, die Dich interessieren?
Auch über diesen Aspekt habe ich natürlich schon nachgedacht. Das Wort Ernüchterung trifft meine momentan Situation eigentlich sehr gut. Ich bin eigentlich auch immer jemand, der den Dingen seine Zeit gibt. Jedoch sind auch für die kommende vorlesungsfreie Zeit schon wieder so viele administrative Dinge geplant. Ich bin mir sicher, dass ich dann wieder nicht zu den Sachen komme, die ich eigentlich gerne tun würde. Irgendwo sehe ich halt derzeit einfach keine Perspektive. Und das ist ein ziemlich mieses Gefühl. Blöd nur, dass ich momentan keine wirkliche Alternative habe.

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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von barbara » 07.12.2014, 22:36

Lese das erst jetzt - das Postdoc forum ist nicht so meins, bin ja nicht fertig.

Aber ich bin alt und berufserfahren......

Leider weiss ich Deinen Fachbereich nicht, ich beziehe mich auf den Ingenieurbereich.

Mir fällt eine ziemliche Diskrepanz auf:

1. Prof + Selbständig.

2. Bewirbt sich um Einsteigerstelle.

Professoren gelten (ausserhalb der Unis/Hochschulen) als absolute Koryphäen, als Meister Ihres Faches (positiv) und vielleicht als zu akademisch, zu theoretisch (negativ). Auf jeden Fall wird ein Prof nie (NIE!!!!) als "Einsteiger" angesehen.

Ehemalige Selbständige gelten als unbrauchbar, weil sie sich voraussichtlich in die Unternehmenshierarchien nicht mehr einfügen werden.

--> Bewirb Dich NUR auf Führungspositionen (nicht Teamleiter, mindestens Abteilungsleiter, Filial- oder Niederlassungsleiter). Wer nicht auf- sondern absteigen will, macht jeden Personaler misstrauisch, es stinkt nach Scheitern.

--> Warte noch 1 Jahr, besser 2 - so schnell wirft niemand die Flinte ins Korn. Bewirb Dich um Drittmittelprojekte, knüpfe Kontakte und wechsle dann zum Auftraggeber.

--> verabschiede Dich vom "ungestört Forschen". Als Abteilungsleiter forscht Du gar nicht, im Idealfall lässt Du Forschen. Ich führe 6 Entwickler, einen Produktionsleiter und einen technischen Supporter - und Forschung findet Sonntag abends statt (wenn ich nicht gerade :surfverbot: )

--> die einzige Stelle, in der man ungestört forschen kann, sind PostDoc-Stellen und Sachbearbeiterstellen in FuE. Dafür bist Du bereits überqualifiziert. Ein gutes Diplom reicht oft, herausragender Dr. ist ok, ein Prof ist zu viel.

Ich wünsche Dir viel Glück - und um Dir Mut zu machen: Ich habe mit dem Verlust von "selber forschen" 1,5 Jahre heftig gehadert und nun meinen Frieden gemacht: Meine 8 Leute bewirken mehr, als ich es je alleine könnte. Du wirst mit der Zeit den ein - oder anderen begabten Masteranden haben, und auch Doktoranden, wenn Du mit einer Uni kooperierst.

Ich hab gerade einen lahmen Bacheloranden....daher kann ich Deinen Frust gut verstehen :-)

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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von DocX » 06.01.2015, 12:22

Hallo,

ich würd gern an einer ganz anderen Stelle einhaken, nämlich bei der Frage, wie viele Bewerbungen du schon geschrieben hast? Seit wann bewirbst du dich? Bei wie vielen Stellen hattest du das Gefühl überqualifiziert zu sein, bei wie vielen unterqualifiziert?
Aus deiner Selbstbeschreibung heraus scheinst du bisher sehr erfolgreich gewesen zu sein (Auszeichnung, spezielles Thema etc.) und erlebst nun (vielleicht ernsthaft zum ersten Mal im Leben?) eine wirkliche Niederlage.
Die Wahl war nicht gut, du bist nicht zufrieden und du kannst in der Stelle nichts ändern und auch von der Stelle n,(scheinbar) nicht wegkommen.
Was ich damit sagen will: vielleicht hast du noch gar nicht übermäßig viele Bewerbungen geschrieben und es kommt dir aufgrund deiner Vorerfahrungen nur so vor. Vielleicht ist also die Ablehnung nicht auf dein Profil, dein Anschreiben, dein Können, deine jetzige Position zurückzuführen, sondern schlicht darauf, dass die Lage nicht gut ist.
Ich kenne jemanden, der hat sich im Jahr 2010 (Stichwort Wirtschaftskrise) bei 40 Ausschreibungen beworben. Mit professionellem Foto, gut formulierten und mehrfach korrigierte auf die Stelle abgestimmten Schreiben etc. Daraus gingen gerade mal 6 Einladungen zu einem Bewerbungsgespräch und am Ende 2 Jobangebote für Teilzeitstellen hervor.
Zwei Jahre später hat gleiche Person mit einem kaum veränderte Profil bei zwei Bewerbungen gleich zwei Bewerbungsgespräche erreicht.

Will sagen: vielleicht ist es objektiv gar nicht so tragisch und du bist es auf Grund deines bisher sehr erfolgreichen Lebens nicht gewohnt ;-)
Vielleicht kannst du ja die Art der Stellen, auf die du dich bewirbst nochmal verändern oder ausweiten oder du kannst deine Selbstständigkeit ausbauen?
Keiner muss auf einer FH Professur "versauern" es gibt andere Optionen und du wirst sicher was finden, auch wenn es länger dauert - bloß nicht verzweifeln ;-)

LG und gutes Durchhalten,
DocX

nxs
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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von nxs » 08.01.2015, 07:25

barbara hat geschrieben:Lese das erst jetzt - das Postdoc forum ist nicht so meins, bin ja nicht fertig.

Aber ich bin alt und berufserfahren......

Leider weiss ich Deinen Fachbereich nicht, ich beziehe mich auf den Ingenieurbereich.

Mir fällt eine ziemliche Diskrepanz auf:

1. Prof + Selbständig.

2. Bewirbt sich um Einsteigerstelle.

Professoren gelten (ausserhalb der Unis/Hochschulen) als absolute Koryphäen, als Meister Ihres Faches (positiv) und vielleicht als zu akademisch, zu theoretisch (negativ). Auf jeden Fall wird ein Prof nie (NIE!!!!) als "Einsteiger" angesehen.
So würde ich mich auch nicht einstufen wollen. Das bedeutet dann natürlich auch, dass ich mich nicht auf klassische Einstiegpositionen bewerbe. Letztendlich ist meine Selbstständigkeit daraus entstanden, dass ich zu Beginn meiner Diss eben keine volle Stelle hatte. Ihr kennt das ja ;).

Achja, mein Fachbereich ist an der Schnittstelle zwischen Mathematik/Naturwissenschaften und BWL angesiedelt.
barbara hat geschrieben: --> Bewirb Dich NUR auf Führungspositionen (nicht Teamleiter, mindestens Abteilungsleiter, Filial- oder Niederlassungsleiter). Wer nicht auf- sondern absteigen will, macht jeden Personaler misstrauisch, es stinkt nach Scheitern.

--> Warte noch 1 Jahr, besser 2 - so schnell wirft niemand die Flinte ins Korn. Bewirb Dich um Drittmittelprojekte, knüpfe Kontakte und wechsle dann zum Auftraggeber.

--> verabschiede Dich vom "ungestört Forschen". Als Abteilungsleiter forscht Du gar nicht, im Idealfall lässt Du Forschen. Ich führe 6 Entwickler, einen Produktionsleiter und einen technischen Supporter - und Forschung findet Sonntag abends statt (wenn ich nicht gerade :surfverbot: )

--> die einzige Stelle, in der man ungestört forschen kann, sind PostDoc-Stellen und Sachbearbeiterstellen in FuE. Dafür bist Du bereits überqualifiziert. Ein gutes Diplom reicht oft, herausragender Dr. ist ok, ein Prof ist zu viel.
Ja, ich habe mich natürlich auch verstärkt auf Positionen beworben, die Führungsverantwortung beinhalten. Allerdings sind diese Stellen oftmals dadurch gekennzeichnet, dass ziemlich viel Berufserfahrung inkl. langjähriger Führungsverantwortung vorausgesetzt werden. Da kann ich dann meistens nicht mithalten.

Was mich auch verwundert ist, dass ich eigentlich ein ganz gutes Netzwerk habe (zumindest dachte ich das). Dieses habe ich natürlich bereits aktiviert, das Ergebnis ist aber auch hier sehr ernüchternd. Wenige Stellen auf die ich überhaupt passen würde und wenn ich eine Bewerbung (und dafür nehme ich mir wirklich viel Zeit!) schicke, kommt doch eine Absage zurück. All das trotz Vitamin B ;).

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Re: Professur aufgeben?!

Beitrag von nxs » 08.01.2015, 07:34

DocX hat geschrieben:Hallo,

ich würd gern an einer ganz anderen Stelle einhaken, nämlich bei der Frage, wie viele Bewerbungen du schon geschrieben hast? Seit wann bewirbst du dich? Bei wie vielen Stellen hattest du das Gefühl überqualifiziert zu sein, bei wie vielen unterqualifiziert?
Aus deiner Selbstbeschreibung heraus scheinst du bisher sehr erfolgreich gewesen zu sein (Auszeichnung, spezielles Thema etc.) und erlebst nun (vielleicht ernsthaft zum ersten Mal im Leben?) eine wirkliche Niederlage.
Hallo DocX! Also mittlerweile sind es über 50/60 Bewerbungen gewesen. Wie aber schon an anderer Stelle angemerkt habe, bewerbe ich mich nicht auf "alles". Ich stecke viel zeit in die Recherche, wähle Stellen auf die ich mich dann auch wirklich bewerbe sehr bewusst aus. Und der Markt gibt da nicht wirklich viel her. Ist ja auch irgendwo klar, ich komme mit einem sehr speziellem Profil.

Ja, bisher kann ich schon auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Sehe das momentan nicht als Niederlage, eher als Enttäuschung.
DocX hat geschrieben: Die Wahl war nicht gut, du bist nicht zufrieden und du kannst in der Stelle nichts ändern und auch von der Stelle n,(scheinbar) nicht wegkommen.
Was ich damit sagen will: vielleicht hast du noch gar nicht übermäßig viele Bewerbungen geschrieben und es kommt dir aufgrund deiner Vorerfahrungen nur so vor. Vielleicht ist also die Ablehnung nicht auf dein Profil, dein Anschreiben, dein Können, deine jetzige Position zurückzuführen, sondern schlicht darauf, dass die Lage nicht gut ist.
Ich kenne jemanden, der hat sich im Jahr 2010 (Stichwort Wirtschaftskrise) bei 40 Ausschreibungen beworben. Mit professionellem Foto, gut formulierten und mehrfach korrigierte auf die Stelle abgestimmten Schreiben etc. Daraus gingen gerade mal 6 Einladungen zu einem Bewerbungsgespräch und am Ende 2 Jobangebote für Teilzeitstellen hervor.
Zwei Jahre später hat gleiche Person mit einem kaum veränderte Profil bei zwei Bewerbungen gleich zwei Bewerbungsgespräche erreicht.

Will sagen: vielleicht ist es objektiv gar nicht so tragisch und du bist es auf Grund deines bisher sehr erfolgreichen Lebens nicht gewohnt ;-)
Vielleicht kannst du ja die Art der Stellen, auf die du dich bewirbst nochmal verändern oder ausweiten oder du kannst deine Selbstständigkeit ausbauen?
Keiner muss auf einer FH Professur "versauern" es gibt andere Optionen und du wirst sicher was finden, auch wenn es länger dauert - bloß nicht verzweifeln ;-)

LG und gutes Durchhalten,
DocX
Danke! Ja, ich werde einfach konstant weiter die Augen offen halten, Bewerbungen schreiben und mich etwas in Geduld üben. Ich hätte es mir insgesamt nur einfacher vorgestellt. Absolut fatal wäre es natürlich, wenn ich jetzt Frust aufbauen würde. Verzweifelung ist ein gutes Stichwort, die versuche ich nämlich zu vermeiden. Ist nur nicht so einfach getan wie gesagt ;).

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