Karriereende mit 37?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
amygdalakrampf
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von amygdalakrampf » 02.01.2013, 13:59

MastaofDissasta hat geschrieben:
amygdalakrampf hat geschrieben:Ich erwarte mittlerweile gar nichts mehr, denn die ursprüngliche Frage wurde zahlreich beantwortet und die Antworten wurden von mir geprüft.
Vielleicht kommt es durch schlechte Erfahrungen in den letzten Jahren, aber du machst schon den Eindruck, dass du Vorschläge daraufhin prüfst, warum sie nicht gehen.
Ich habe die Antworten darauf hin geprüft, ob ich sie schon versucht habe, oder eben nicht. Die ich noch nicht versucht habe, habe ich dahin geprüft, ob ich sie versuchen kann. Bisher waren diese jedoch zum Teil nicht korrekt wiedergegeben, zum Teil aus Kostengründen nicht von mir durchführbar - wie etwa sehr reizvolle Gedanken wie einer FH Professur oder eines Medizin Studiums um nur zwei zu nennen.

Es tut mir auch leid, daß Dein Vorschlag mit zu denen gehört, die ich leider schon versucht habe (und nein, nicht nur einmal sondern über viele Jahre und sehr oft). Es ist Dein gutes Recht darüber verärgert zu sein, aber ich danke Dir dennoch für den Rat. Ich glaube auch, daß ich Amalia ebensogut verstanden habe wie Du, ich darf Dich dahingehend beruhigen.
Ich kenne mich leider bei den entsprechenden Leistungen des AA nicht so gut aus,
In der Tat, denn einen solchen Rechtsanspruch gibt es nicht. Nachzulesen im SGBIII (ich bekomme aus Gründen, die ich in einem Forum nicht erörtern werde kein Hartz IV, darum gilt bei mir das SGB II nicht, aber auch dort gibt es keinen Rechtsanspruch auf Qualifizierung sondern liegt im Ermessen des Sachbearbeiters - wobei meiner nicht gewillt ist dieser zuzustimmen).

Tut mir leid dies sagen zu müssen, aber wie in der Wissenschaft - auch wenn Dinge logisch erscheinen sind sie nicht immer der Realität entsprechend und müssen daher immer auf ihre Korrektheit geprüft werden.

Nichts für ungut, ich weiß den Hilfsversuch als solchen zu schätzen und danke Dir dafür!

Anne123
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von Anne123 » 02.01.2013, 14:26

Zu den Qualifikationsmaßnahmen: Ich habe gerade mit einer Bekannten gesprochen, deren Freund in der gleichen Situation ist wie Du. Ihm wurde eine Qualifikationsmaßnahme angeboten. Leider weiß ich den genauen Bereich nicht mehr. Bewegte sich mehr im Feld der Chemie-Physik und kostet das Arbeitsamt recht viel Geld. Ob es ihn weiterbringt, weiß ich nicht. Man darf nicht vergessen, dass es ja die Aufgabe der AA ist, die Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Das klappt bei "erwerbsfähigen" Menschen eigentlich immer irgendwie. So hart es klingt, aber ich kenne Akademiker, die sich ihr Geld mit Putzen verdienen. Es ist immerhin ehrlich verdientes Geld.

Ich spüre die Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung durch Deine Zeilen und es tut mir wahnsinnig leid. Ich glaube trotzdem nicht, dass Du bis zum Rentenalter arbeitslos bleiben wirst. Du kannst Dich über Zeitarbeit erstmal auf entsprechende Jobs im Sekretariat oder Callcenter bewerben, dann intern schauen, ob es Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Hat null mit Biologie zu tun und natürlich gibt es da viele Nicht-Akademiker. Das ist dann eben so.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!
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MastaofDissasta
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von MastaofDissasta » 02.01.2013, 14:31

amygdalakrampf hat geschrieben:Die ich noch nicht versucht habe, habe ich dahin geprüft, ob ich sie versuchen kann. Bisher waren diese jedoch zum Teil nicht korrekt wiedergegeben, zum Teil aus Kostengründen nicht von mir durchführbar - wie etwa sehr reizvolle Gedanken wie einer FH Professur oder eines Medizin Studiums um nur zwei zu nennen.
[...] ich bekomme aus Gründen, die ich in einem Forum nicht erörtern werde kein Hartz IV [...]
Niemand kennt deine Situation so gut wie du, aber du musst uns zugestehen, dass wir nicht nur im universitären Elfenbeinturm rumsitzen und mit der harten Realität erst noch konfrontiert werden müssen. Eine Freundin von mir, die ich für ihren Drive in dieser Frage sehr bewundere, z.B. hat nach dem Studium den Einstieg nicht gefunden und sich dann entschlossen noch mal eine schulische Ausbildung über zwei Jahre anzufangen, die sie sich mit einem MäcJob weit unter ihrer Qualifikation finanziert hat, auch ohne Unterstützung des Arbeitsamtes. Wenn du sowieso kein ALG bekommst, dann steht doch der Aufnahme eines Medizinstudiums nichts entgegen. Du kannst parallel weitersuchen und gerade bei angehenden Medizinern gibt es von der Nachtwache bis zum Hakenhalter dutzende Möglichkeiten sich das Studium zu finanzieren.

MoonKid
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von MoonKid » 02.01.2013, 14:59

Mhm... Deine Geschichte macht mir Angst.

Aus eigener Erfahrung kann ich auch nur nochmal die Bewerbungsstrategie erwähnen. Das zu überdenken bzw. sich da Hilfe zu holen kann sehr effektiv sein.

Dafür gibt es sogar Agenturen.
Schon mal an einen Online-Auftritt gedacht? Xing wäre hier nur eine von vielen Möglichkeiten.

amygdalakrampf
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von amygdalakrampf » 02.01.2013, 19:33

Anne123 hat geschrieben: die sich ihr Geld mit Putzen verdienen
Super Idee Anne, vor allem langfristig gesehen. :?

Ist das der Job, den Du für Dich ausersehen hast, falls es bei Dir eines Tages nicht mehr weiter geht?
Es geht mir nicht um die Finanzierung eines Studiums oder einer Promotion, sondern um den Lebensunterhalt bis zu einer möglichen Rente. Das ist mit Putzen gehen sicherlich nicht zu erreichen. Ich will ja gar nichts großes, eben "nur" eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Da ist mir auch mit Hakenhalten nicht gedient. Herrgott, hab ich ja alles auch schon gemacht, aber das ist doch nichts was man 30 Jahre lang machen kann!

amygdalakrampf
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von amygdalakrampf » 02.01.2013, 19:38

MastaofDissasta hat geschrieben:Wenn du sowieso kein ALG bekommst, dann steht doch der Aufnahme eines Medizinstudiums nichts entgegen.


Es gibt in Bremen keine medizinische Fakultät. Noch dazu wäre es ein Zweitstudium. Bloß weil ich kein ALG II bekomme heißt das nicht, daß ich im Geld schwimme, ich habe sogar weniger zur Verfügung als wenn ich ALG II bekäme. Es ist finanziell nicht möglich.

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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von Anne123 » 02.01.2013, 20:43

Man KANN durchaus 30 Jahre lang putzen. Es gibt viele, die das sogar schon geschafft haben. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass Du das anstreben sollst. Möglichkeiten, einen Job zu finden, wurden Dir ja nun schon einige genannt. Ich bleibe immer wieder bei der Wahl des Threadtitels "KARRIEREende" hängen und glaube, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, dass das Dein Problem ist. Du hättest gerne genau die Perspektive, die Du gerne als Biologin gehabt hättest, in einem anderen Bereich. Das ist durchaus möglich, aber nicht von heute auf morgen.
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amygdalakrampf
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von amygdalakrampf » 03.01.2013, 12:01

Anne, es tut mir schrecklich leid, aber Du hast den Sinn dieses Threads nicht verstanden. Es geht also nicht darum ob ich dem Staat im Moment zur Last falle, denn das tue ich nicht. Ich habe noch keine einzige Leistung vom Staat bekommen, trage alles durch eigene Leistungen. Da brauchen wir uns an dieser Stelle nun wirklich nicht über Putzjobs oder andere Zeitarbeit zu unterhalten. Es ging darum, ob noch jemand Ideen hat wie es mit Biologie weiter gehen könnte.

Und noch etwas, womit Du leider falsch liegst, Anne - es geht für Akademiker eben nicht irgendwie weiter. Wenn Du Dir selbst einen Gefallen tun willst, damit Du das nicht irgendwann selbst am eigenen Leibe erfährst, solltest Du Dich umgehend informieren wie die Realitäten aussehen. Das sage ich nicht weil ich Dir was will, sondern weil Du sonst mit Deiner Einstellung in der Sackgasse landen könntest. :fire:

Amalia
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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von Amalia » 03.01.2013, 13:04

Da Du vielen von uns offensichtlich eine Erfahrung voraushast: Hast Du einen Tipp, wie man dem vorbeugen kann, dass die Karriere (sowohl die wissenschaftliche als auch die allgemeine Kariere als Akademiker) irgendwann einfach vorbei ist?

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Re: Karriereende mit 37?

Beitrag von Anne123 » 03.01.2013, 14:12

@amigda...Dann habe ich den Titel tatsächlich falsch verstanden und Du solltest Dich vorrangig an promovierte Biologen wenden.

Und was meine Realität angeht, so muss ich Dir leider sagen, dass ich nur promoviere, weil mich das Thema interessiert und ich bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie 10 Jahre Berufserfahrung habe (und parallel natürlich arbeite. Daher übrigens meine vielen Tipps. Ich kenne mich einfach ein wenig aus auf dem Markt (nicht in der Biologie, wie gesagt)).
Und weißt Du auch, warum ich mich für diesen Weg entschieden habe? Genau, Du ahnst es. Ich bin jetzt 40 und ich hatte Angst davor, dass mir genau das passiert, was Dir jetzt passiert ist. Das soll keineswegs hämisch klingen. Man weiß immer erst hinterher, was richtig oder falsch war. Nur bitte stelle nicht meinen Realitätsbezug in Frage.
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