Arbeitszeugnis

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
doktorand_c
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Arbeitszeugnis

Beitrag von doktorand_c »

Liebes Board,

die Sprache in Arbeitszeugnissen ist ja eine Sprache für sich. Kann ich hier Passagen reinstellen wo ich nicht weiß wie diese zu werten sind?

Gruß, Petra

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daherrdoggda
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von daherrdoggda »

Solange sie anonym sind, zB ohne echten Vornamen :wink:, und sie Leser, die dich kennen, nicht direkt auf dich bringen, sollte das kein Problem sein.
doktorand_c
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von doktorand_c »

Frau Y war stets eine belastbare Mitarbeiterin, deren Arbeitsqualität auch bei wechselnden Anforderungen uns jederzeit überzeugte. Sie arbeitete zügig und gründlich. Frau Y dachte bei der Arbeitsvorbeiretung gut mit und erledigte ihre Aufgaben mit großer Systematik und Effizienz. Sie konnte ihr ausgezeichnetes praktisches Geschick stets effektiv und eigeninitativ in die Unternehmensprozesse einbinden.
Frau Y zeichnete sich jederzeit durch eine überdurschnittliche Arbeitsqualität aus. Infolge ihrer hervorragenden Fachkompetenz und ihres kooperativen Auftretens war Frau Y allerseits eine geschätzte Ansprechpartnerin für die Geschäftsführung und die Kollegen. Wir schätzten sie stets als zuverlässige, ehrliche und pflichbewusste Führungskraft.

Was meint ihr dazu von den Noten her?
Sebastian
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Sebastian »

Es gibt sie ja, die Spezialsprache der Zeugnisse - allerdings frage ich mich oft, ob das auch der jeweilige Autor des Zeugnisses beherrschte, das mir gerade vorliegt. In meinem Metier (Kommunalverwaltung) ist das üblicherweise nicht der Fall, so dass dort schnell mal Mißverständnisse aufkommen, wenn man die Worte auf die Goldwaage legt, denn es gibt keine Zentrale, die eine einheitliche Ausdrucksweise durchsetzen könnte und/oder professionell weichspült.
Ich kenne ja jetzt Deine Aufgabe nicht, aber mich (als zeugnistechnisch eher unverbildeten Leser) irritiert, dass der Text mit der Belastbarkeit anfängt. Bei allen Bewertungen könnte man ansonsten mit einem "sehr" noch mindestens eine Stufe drauflegen.
Sebastian
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Grounded »

doktorand_c hat geschrieben: 23.06.2021, 11:01 Frau Y war stets eine belastbare Mitarbeiterin, deren Arbeitsqualität auch bei wechselnden Anforderungen uns jederzeit überzeugte. Sie arbeitete zügig und gründlich. Frau Y dachte bei der Arbeitsvorbeiretung gut mit und erledigte ihre Aufgaben mit großer Systematik und Effizienz. Sie konnte ihr ausgezeichnetes praktisches Geschick stets effektiv und eigeninitativ in die Unternehmensprozesse einbinden.
Frau Y zeichnete sich jederzeit durch eine überdurschnittliche Arbeitsqualität aus. Infolge ihrer hervorragenden Fachkompetenz und ihres kooperativen Auftretens war Frau Y allerseits eine geschätzte Ansprechpartnerin für die Geschäftsführung und die Kollegen. Wir schätzten sie stets als zuverlässige, ehrliche und pflichbewusste Führungskraft.

Was meint ihr dazu von den Noten her?
Deine Fachkompetenz und dein praktisches Geschick werden denfinitiv mit sehr gut bewertet. Beim Lesen habe ich mich dennoch gefragt, was die Rede von "dachte bei der Arbeitsvorbereitung gut mit" bedeutet. Mein Eindruck: Bei dem, was nicht gesagt wird, könnte der sprichwörtliche Hase im Pfeffer liegen, denn am Ende des Textusschnitts wird deutlich, dass du als Führungskraft tätig warst. Deine Qualitäten werden in dieser Hinsicht aber nicht dargestellt oder mit deinem "Mit-Denken" möglicherweise sogar infrage gestellt.
Das ist meine Deutung, aber wie Sebastian bereits schrieb: Möglicherweise liegt es auch an den mangelnden spezialsprachlichen Kompetenzen der Verfassenden.
doktorand_c
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von doktorand_c »

Hallo ihr beiden,

Danke euch für die Erläuterungen. Dein Zweifel hinsichtlich der Kompetenz kann ich nicht belegen, es deutet wohl aber einiges darauf hin. Denkt ihr, dass das Zeugnis Richtung Note gut auszulegen ist?

Gruß,
Petra
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Nomen Nescio »

doktorand_c hat geschrieben: 23.06.2021, 11:01 Frau Y war stets eine belastbare Mitarbeiterin, deren Arbeitsqualität auch bei wechselnden Anforderungen uns jederzeit überzeugte. Sie arbeitete zügig und gründlich. Frau Y dachte bei der Arbeitsvorbeiretung gut mit und erledigte ihre Aufgaben mit großer Systematik und Effizienz. Sie konnte ihr ausgezeichnetes praktisches Geschick stets effektiv und eigeninitativ in die Unternehmensprozesse einbinden.
Frau Y zeichnete sich jederzeit durch eine überdurschnittliche Arbeitsqualität aus. Infolge ihrer hervorragenden Fachkompetenz und ihres kooperativen Auftretens war Frau Y allerseits eine geschätzte Ansprechpartnerin für die Geschäftsführung und die Kollegen. Wir schätzten sie stets als zuverlässige, ehrliche und pflichbewusste Führungskraft.

Was meint ihr dazu von den Noten her?
Ich sehe wohl, dass du lediglich den "Notenteil" gepostet hast, deshalb nur ergänzend der Hinweis darauf, dass in ein qualifiziertes Arbeitszeugnis in den Kopf die Dauer der Beschäftigung sowie der Aufgaben-/Verantwortungsbereich gehört.
Ähnlich wie @Grounded ist mir das "Mitdenken" aufgefallen. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, und als Führungskraft solltest du vordenken, nicht für mitdenken erwähnt werden. Dich als Mitarbeiterin einzuführen und in der aus meiner Sicht viel kurzen Schlußformel als Führungskraft zu bezeichnen, stieß mir unangenehm auf. (Selbst kein native Arbeitszeugnissprecher ;) ) Schlußformel sollte in etwa lauten, auch wenn im Gesetz nicht verlangt: "Zum heutigen Datum verlässt Fr. Y unser Unternehmen mit Ablauf der Vertragslaufzeit. Wir bedauern ihr Ausscheiden (wichtig) und wünschen ihr beruflich wie auch privat (weiterhin) viel Erfolg und das stets notwendige Quäntchen Glück. (Auch sehr wichtig) (auf keinen Fall noch mehr Glück(!) und definitiv kein Hinweis der Art "Leider konnten wir ihr keine andere adäquate Stellung anbieten.")
Infolge ihrer hervorragenden Fachkompetenz und ihres kooperativen Auftretens war Frau Y allerseits eine geschätzte Ansprechpartnerin für die Geschäftsführung und die Kollegen.
Kunden dürfen in der Aufzählung nur dann fehlen, wenn du keinerlei Kontakt zu Kunden hattest.

Die "Benotung" scheint mir völlig ok. Klar geht immer noch eine Stufe mehr, allerdings auf die Gefahr hin, dass bei Adressaten die Ironiekennung aufblitzt. ;)

Das Ganze selbstverständlich auf Firmenpapier und nicht auf der Rückseite der abteilungsinternen Kaffeekassenabrechnung! :lol: Eigenhändig unterschrieben am besten vom direkten Vorgesetzten (mit Datum), HR sieht wie Ausweichen aus, definitiv NO-GO ist jmd aus der Rechtsabt. . :lol:
Trollschutzerklärung: Ich halte mich aus threads mit erhöhtem Trollpotential heraus. Im Fehlerfall möge der Troll bitte "NEIN, ich bin nicht einverstanden." drücken.
TomTom
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von TomTom »

Da ich beruflich (Industrie) desöfteren Arbeitszeugnisse lesen darf und auch welche verfasse,
möchte ich meine Meinung auch noch dazu äußern.

Insgesamt würde ich das Zeugnis (zumindest den von Dir geposteten Ausschnitt) als "befriedigend" einstufen.
Die eine Stelle "stets effektiv und eigeninitiativ" geht eher in Richtung "gut", und der Satz "dachte...gut mit....mit großer Systematik..."
den würde ich als "ausreichend" interpretieren.

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, entweder wusste der Zeugnisschreiber nicht, wie er sowas zu
formulieren hat, oder er hat bewusst im Zeugnisgenerator die entsprechenden Noten vergeben. Im Grunde genommen ist das
ganz egal, Du kannst als Zeugnisempfänger beliebig oft nachbessern lassen, und zwar so oft bis es Dir passt.

Siehe hierzu auch viewtopic.php?f=1&t=7696&p=238480#p238480

Wie auch schon erwähnt, dass die "Führungskraft" ganz am Schluß genannt wird, geht gar nicht...
daherrdoggda
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von daherrdoggda »

Eine meiner Vorgesetzten hat sich mal geweigert, "stets zu unserer vollsten" zu schreiben, weil voller als voll ja gar nicht geht. Musste sie dann erst darauf hinweisen, was welche Formulierung bedeutet... und sie war kurz vor der Rente, lange Zeit Vorgesetzte, und das war ihr alles neu :?
doktorand_c
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von doktorand_c »

Ich sollte zu beginn noch erwähnen, dass zu Beginn ein Block kommt mit den Informationen wie lange habe ich gearbeitet und was habe ich gemacht.

"Insgesamt würde ich das Zeugnis (zumindest den von Dir geposteten Ausschnitt) als "befriedigend" einstufen."
Das irritiert mich doch sehr. Innerhalb eines Satzes ergeben die Bewertungen auch wenig Sinn und sind nicht konsestent.

Welche Passagen würden ihr denn abändern um aug "gut" zu kommen? Wie kann ich die mangelnden spezialsprachlichen Kompetenzen des Verfassers kompensieren?
Ich bin als Gruppenleiterin angestellt.
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